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Kurz bevor “2 Tage New York” auch in unsere Kinos kommt (05.07.), gibt es hier den ersten Trailer zu sehen. Die Fortsetzung von Julie Delpys Meisterwerk “2 Days in Paris” muss ohne Adam Goldberg auskommen, an seine Stelle tritt – ausgerechnet – Chris Rock. Delpy führte abermals Regie, hat das Drehbuch geschrieben und den Film auch produziert, in Nebenrollen sind alte Bekannte des ersten Films zu sehen, u.a. Daniel Brühl als Öko-Fee und Delpys tatsächlicher Vater Albert Delpy. Bin etwas skeptisch, da ich Goldberg schon sehr vermissen werde. Übermorgen kann ich mich selbst vom Ergebnis überzeugen.

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Originaltitel: Countess, The
Herstellungsland: Deutschland/Frankreich 2009
Regie: Julie Delpy
Darsteller: Julie Delpy, William Hurt, Daniel Brühl, Anamaria Marinca
★★★☆☆

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17. Jahrhundert: Die ungarische Gräfin Erzebet Báthory (Julie Delpy) ist eine mächtige Frau. Emanziert, smart und nicht auf den Mund gefallen, stellt sie sich selbstsicher gegen den absoluten Machtanspruch der männlichen Oberschicht. Als sie sich in den jüngeren Istvan (Daniel Brühl) verliebt und eine Affäre beginnt, scheint sie den perfekten Partner gefunden zu haben.
Leider sieht Istvans Vater (William Hurt) diese Beziehung eher ungern und schmiedet einen Plot die beiden auseinander zu bringen. Mit Erfolg: Báthory glaubt zu Unrecht Istvan würde sie verschmähen und eine jüngere Frau vorziehen.
Verbittert zieht sie sich auf ihr Schloss zurück und steiigert sich in den folgeden Jahren immer mehr in den Wahn nach ewiger Jugend und Schönheit hinein. Schönheit, die sie glaubt nur durch das Blut junger Mädchen erlangen zu können…

Julie Delpys zweite Regiearbeit hat viele gute Ansätze und weiß, in etlichen Szenen durchaus zu gefallen. Kein opulenter Kostümschinken, stilistisch zwischen einem Look pythonesker Schmodderigkeit und glanzvollem Museumsbesuch, verhindern der vielschichtige Ansatz des Drehbuchs und einige ausufernd-kitschige Dialoge aber viel Spannung, die eine eindeutigere Interpretation der wahren Geschichte der “blutigen Gräfin” angeboten hätte.

So bietet der Film verschiedene Lesarten an, die einer unglücklichen Liebe, die feministische Sichtweise auf eine starke Frau die durch das patriarche System gebrochen wird und letztlich die bekannte Horrorsicht, auf eine durchgeknallte Adlige, die Jungfrauen im Wortsinne auspressen ließ, wie reifes Fallobst. Dabei schreckt Delpy vor blutigen Bildern nicht zurück, zeigt zumindest mehr, als die Fans üblicher FSK12 Kostümschinken mit Romantiktouch erwarten dürften und beweist immer wieder Sinn für schwarzen Humor und eine erfrischend uneitle Selbstinszenierung. Zweifellos liegen Delpys Sympathien bei dieser Gräfin, auch wenn sie ihren Wahnsinn anerkennt und trefflich ins Bild setzt.

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