“Sand wird überschätzt…”

Eternal Sunshine

Originaltitel: Eternal Sunshine of the Spotless Mind
Herstellungsland: USA 2004
Regie: Michel Gondry
Darsteller: Jim Carrey, Kate Winslet, Kirsten Dunst, Tom Wilkinson, Elijah Wood
★★★☆☆

Bisweilen hat man dieses Gefühl, das jemand einem einen Witz erzählt, von dem man genau weiß wie er ausgeht. Das mag in Ordnung sein, wenn es ein guter Witz ist. Problematisch wird es wenn der Witz 108 Minuten geht.

Ein ähnliches Gefühl beschlich mich nach 20 Minuten in “Eternal sunshine…” – man weiß wohin die Reise geht, darf aber keine Abkürzung nehmen.

Dabei ist die Grundidee eine sehr schöne, die zumindest eine solide 30min Twilight Zone-Folge abgegeben hätte: Was wäre, wenn man unliebsame, schmerzliche Erinnerungen einfach aus dem Gedächnis tilgen kann um unbelastet sein Leben weiter zu führen. Eines der einprägsamsten Bilder des Films ist denn auch der Moment in dem die männliche Hauptrolle (Held wäre für diesen Langweiler zuviel gesagt), eine Karte erhält auf dem steht, das ihn seine Freundin aus dem Gedächnis löschen ließ und er sie bitte nicht mehr dran erinnern soll.

Was für Möglichkeiten einer Geschichte. Wie satirisch und pointiert hätte man sezieren können, ob es tatsächlich wünschenswert ist selektiv Erinnerungen zu löschen. Leider entschließt sich der Film dazu eine handelsübliche Liebesgeschichte zu erzählen. Und das in einem Tempo und einer Bildsprache, die Eric Rohmer-Filme als gewagte, hyperkinetische Popkultur erscheinen lassen.

Bar jeden Humors stolpern die Figuren durch den Film. Alles ist in fahlen Tönen gehalten, was per se kein Negativum ist, in Zusammenspiel mit der elegischen Erzählweise und der freudlosen Handlung sehr ermüdet.

Den Beitrag „Eternal sunshine of the spotless mind“ weiterlesen…