Pit Bukowski ist ein sympathischer Typ, mit dem wir vor einigen Jahren zum Start von “Dorfpunks” mal einen Filmcheck gedreht haben. Zusammen mit dem Regisseur Till Kleinert und dem Kameramann Martin Hanslmayr wollen sie jetzt den Film “Der Samurai” drehen – als deren Abschlussfilm an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Zusammen haben sie bereits den mittellangen Film COWBOY gedreht, der den weltweit größten schwullesbischen Filmpreis ‘The Iris Prize’ gewann.

Der Samurai wird ein Thriller und darum soll gehen: Ein junger Dorfpolizist wird dazu aufgerufen, seine Gemeinde und seinen Verstand gegen den Wahnsinn zu verteidigen. Genauer gesagt, gegen einen Fremden im Frauenkleid, der mit einem Samuraischwert bewaffnet eine Spur der Verwüstung durch den Ort zieht. Eine Geschichte von Angst, Verführung, Kontrollverlust und Befreiung.

Die Macher hoffen einen Teil des Budgets über Crowdfunding zu stemmen. Ihr habt die Möglichkeit sie zu unterstützen! Schon kleine Beiträge können helfen!

Mehr findet ihr auf der Crowdfunding-Plattform und ihrer Homepage heraus. Werft mal einen Blick ins Produktionsblog. Es lohnt sich!

www.indiegogo.com/dersamurai
www.dersamurai.com

(Youtube Direktkönig, via Unfug)

Hier der Trailer zur Doku von Rosa von Praunheim „König des Comics“, natürlich über das Leben von Ralf König. Natürlich alles sehr homosexuell und voller Pimmel, aber ich kann mich dem Hetero-Zeitgenossen am Trailer da anschließen: „Könnte man nach Ralf Königs Comics schwul werden? – Joa.“ Der Comicverkäufer im Trailer ist übrigens der Inhaber „meines“ Comic-Dealers Grober Unfug.

Ralf König ist einer der erfolgreichsten Comiczeichner Deutschlands. 1987 wurde er mit dem Comic Der bewegte Mann berühmt. Er hat es geschafft, als Chronist des schwulen Alltags, auch ein großes heterosexuelles Publikum zu begeistern.

Schamlos zeichnet er schwulen Sex in allen Variationen. Er zeigt mit viel Humor schwule Klischees, von der kreischenden Tunte, dem Lederkerl, der Kulturhusche, um sie im selben Moment zu widerlegen, indem er sie satirisch überzeichnet. Mit seiner Bibeltrilogie macht er sich über die Sexfeindlichkeit der katholischen Kirche lustig und mit mutigen Comics zum Islam zeigt er, dass er keine Angst vor Kontroversen hat.

Der Film zeigt den Lebensweg Ralf Königs. Gerade 50 geworden ist Ralf König auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft und begeistert sein Publikum mit Comiclesungen, in denen er seine Charaktere mit verstellter Stimme zum Leben erweckt. Der Film zeigt einen bescheidenen, zurückhaltenden Menschen, dessen Beobachtungsgabe die komischsten Situationen von uns allen entdecken lässt.

“Romeos… anders als du denkst” ist ein kleiner Neustart der nächste Woche anläuft und den die meisten sich wahrscheinlich nicht anschauen werden. In Zusammenarbeit mit dem Kleinen Fernsehspiel entstanden, erzählt er die Geschichte eines Transidenten Coming Outs. Ein 20jr Junge, der als Mädchen geboren wurde kommt in die Großstadt und erlebt dort die erste Liebe, die natürlich nicht ohne Wirrungen abläuft. Ein harmloser Film, dessen Trailer nicht wirklich irgendwelche jugendgefährdenden Inhalte vermuten ließe. Und natürlich kann man sich fragen, ob jemand unter 16 tatsächlich soviel Interesse an dem Thema hat. Was aber nicht erklärt warum die FSK – die seinerzeit Keinohrhasen mit “frei ab 6 Jahren” beurteilte – “Romeos” mit einer abenteuerlichen Begründung mit FSK16 bestraft.

Erklärung aus der Freigabebegründung: “(…) behandelt der Film ein schwieriges Thema, welches für die Jüngsten der beantragten Zuschauergruppe, die sich in diesem Alter in der sexuellen Orientierungsphase befinden, sehr belastbar sein könnte. Das Thema selbst ist schon schwierig für 12 bis 13jr und die Schilderung einer völlig einseitigen Welt von Homosexualität im Film könnte hier zu einer Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung führen. Die explizite Darstellung von schwulen und lesbischen Jugendlichen und deren häufige Partnerwechsel können verwirrend auf junge Zuschauer wirken, auch wenn der Film auf der Bildebene nicht schamverletztend ist und niemanden diffamiert. Der Film spiegelt eine verzerrte Realität wider, die Kinder auf Grund keiner oder zu geringer Erfahrung nicht erkennen können.”

WTF? Wenn Til Schweiger massenweise Tussis flachlegt, in Hangover 1 und 2 asoziales Verhalten glorifiziert und unsafer Sex propagiert wird, in Twilight Bella sich mit Vampiren und Werwölfen paart und bei der Geburt beinah zerfetzt wird ist das alles schnieke, aber wenn queere Jugendliche gezeigt werden die sich ebenso benehmen wie Jugendliche es tun, dann ist das desorientierend und verwirrend? Liebe FSK, es wirkt leider eher als wenn ihr euch immer noch nicht mit der Realität angefreundet habt. Wie wäre es wenn ihr einfach schreibt: Wir glauben der Film ist gefährlich, weil er Kinder schwul oder lesbisch machen kann! Das wäre derselbe Unsinn wie das da oben. Nur ehrlicher.

Den Beitrag „Dieser Film macht schwul… meint die FSK“ weiterlesen…


BlackmailBoysDirekt

Auf YouTube bin ich zufällig über den Trailer zum schwulen Independentfilm “Blackmail Boys” von Bernard und Richard Shumanski (“Wrecked”) gestolpert, der sehr vielversprechend aussieht. Regisseur Joe Swanberg (“LOL”) ist in einer Nebenrolle zu sehen.

After moving to Chicago for art school, Sam (Nathan Adloff) begins turning tricks to help pay the bills. His longtime, long-distance boyfriend Aaron (Taylor Reed) can’t stand to be apart and joins him, determined to find enough work so that Sam can give up having sex for money.

When the two decide to tie the knot and move to a state where they can marry, their financial worries intensify… until Aaron spies on Sam with a prominent client (Joe Swanberg), and everything takes a wicked turn.

Tolles Posting auf Hippo vs Wale aus dem Jahr 2010, ein Auszug aus „Sir J. Thurgood Snorpington-Pittwickett’s classic “Sexual Tyrannosaurus: ‘Predator’ and the masculine struggle with homosexual self-identity,” first published in the 1988 Journal of Psychosexuality and Cinematical Hermeneutics 6, p. 122-254.“

Using post-freudian dialectical analysis, it becomes clear that the 1987 action film ‘Predator’ is an allegory for the gay male struggle to accept a differing sexual identity than is appropriate in a dominant hetero-normative cultural system. As we see the character Dutch, played by Arnold Schwarzenegger struggle to understand and accept the existence of the Predator, we are actually witnessing the struggle for dominance in the psyche of a gay man who has not yet understood or accepted his own identity. The jungle of Dutch’s mind is the setting for the fight between his Super-Ego, manifested in the team of hyper-masculine marines, and the Id of the Predator, who represents a pure homosexual archetype.

Dutch is the leader of his team, but just as society determines what conduct is normatively appropriate and thereby holds a strong control over our actions, Dutch’s team correspondingly operates to influence his choices. For example, Jesse “The Body” Ventura expresses disapproval with homosexuality when, on the chopper, he excoriates his teammates as “Slack-jawed faggots.” This works to maintain the hegemony of dominant heterosexual ideology within Dutch’s mind. In spite of this, the film introduces the internal conflict raging inside of Dutch early on. When he first meets his old friend, Dillon, played by Carl Weathers, we see hints of his inner turmoil. Dillon is the model of a masculine authority figure, dressed in a too-broad tie and incredibly tight work shirt. When he claps hands with Dutch, we see Dutch’s eyes light up at the touch of another man. The film adoringly focuses on the masculine form, as we see the two gigantic biceps, veins bulging, arm-wrestle for dominance. This mimics Dutch’s own internal struggle. Will he embrace his own way, or will he accept society’s dominant conception of appropriate sexual identity?

Den Beitrag „The Sexual Subtext of „Predator““ weiterlesen…

Kings Speech wurde zu großen Teilen am Set eines schwulen Pornos gedreht. Den hab’ ich jetzt wirklich nicht kommen sehen, sozusagen.

the Oscars and the Bitch-Asses will have to come up with a new category for most versatile setting because it looks like key scenes of the award-winning movie were filmed in the same smut hole as scenes from UK Naked Men. Just check out those skylights, those Palladian windows! What about those moldy furniture pieces that look like they were dragged out of a flooded bordello? And you can’t mistake those decaying walls—yes indeed we do declare—they shot The King’s Speech in a smut den!

That’s certainly no put down to UK Naked Men; they make some of the finest smut around! Just look at their muscular models as they strut around the Royal Speech Therapist’s office playing billiards and letting their junk swang to and fro! It impresses us all the more that Colin Firth, Geoffrey Rush, and Helena Bonham-Carter had the collective fortitude to imagine themselves in a regal version of My Fair Lady instead of in the donkey dick parlor of UK Naked Men.

Photos Leaked Of Gay Porn Past Of “King’s Speech” Set (via Boing Boing)


(Youtube Direktbetter, via Drawn)

Die Aktion „It gets better“ wurde vor ein paar Wochen von Dan Savage initiiert, nach einer ganzen Reihe von Selbstmorden gemobbter schwuler Jugendlicher in den USA. Bislang haben sich tausende Leute mit einem kurzen Video an der Aktion beteiligt, unter anderem Google, Obama und Neil Patrick fucking Harris. Oben Pixars It gets better-Video, das für mich so ein bisschen wie eine kleine, subtile Rache an den Mobberdeppen aussieht: „I work at Pixar and you are not. Haaa-Ha!“ Toll!

Many LGBT youth can’t picture what their lives might be like as openly gay adults. They can’t imagine a future for themselves. So let’s show them what our lives are like, let’s show them what the future may hold in store for them.

[update] Batzman hatte zeitgleich ebenfalls an einem Posting über das Video getippt:

Dieser November wurde ja vom TrevorProject als Anti-Bullying-Month ausgerufen, zu dem sich viele YouTuber und Promis gegen Schul-Mobbing und besonders Homophobie aussprechen. Nach Daniel Radcliffe, President Obama, Moderatoren von MTV und die Casts diverser Sitcoms sowie Penn Jilette (vom Bullshit-Duo Penn & Teller) hat jetzt auch PIXAR einen Clip beigesteuert in dem Mitarbeiter der Animationsfirma von ihren Erfahrungen mit Mobbing in der Schule erzählen und die Message unterstreichen: “It get’s better…”

Mehr Clips nach dem Klick.

Den Beitrag „Pixars „It get’s better“-Video“ weiterlesen…

Und hier noch zwei Starts der Woche: The Road +++ L.A. Zombie

The Road – USA 2009
★★★☆☆

Ein Mann (Viggo Mortensen) und sein Sohn (Kodi Smit-McPhee – demnächst in “Let Me In” zu sehen ) flüchten durch eine postapokalyptische Welt, die von kannibalistischen Überlebenden bevölkert wird.

Es ist nicht ganz verständlich, warum diese Bestseller-Verfilmung jetzt noch bei uns in die Kinos kommt, nachdem sie wirklich überall woanders schon durch und lange auf DVD erhältlich ist. Vielleicht schreckte die düstere Story dann doch zu sehr ab. Denn The Road ist alles andere als ein angenehmer Film, obwohl ihm technisch wenig vorzuwerfen ist. Schauspieler, Kamera, Setting und Look sind untadelig für das was sie beabsichtigen. Und doch fällt es schwer diese freudlose Geschichte zu mögen, in denen alle Figuren und besonders auch die Protagonisten nur zu reinen Überlebensmaschinen geworden sind, denen jedes menschliche Zwischenspiel im weitesten Sinne abgeht.

Bei allen Kraftakten die Viggo Mortensen durchleidet um seinen Sohn zu schützen, bleibt nach kurzer Zeit einfach die Frage nach dem warum, denn das Leben dass sie führen scheint absolut nicht lebenswert. Es gibt keine echten, wärmenden Momente der Ruhe, keine Lichtblicke, ja nichtmal wirklich eine Hoffnung auf irgendeine vage zukünftigere Besserung. Leid und Grauen ist alles was die Figuren umgibt und jeder andere Mensch nur potentielle Bedrohung. Das ist, wie gesagt gut, glaubwürdig und emotional gespielt, aber derart lebensunlustig, dass es schwerfällt dem Film irgendeine Begeisterung entgegenzubringen, denn die fatalistische, hoffnungslose Grundstimmung lässt dann doch etwas ratlos zurück, warum man diesen Film eigentlich gerade durchlitten hat.

L.A. Zombie – USA/Deutschland 2010
★½☆☆☆

Ein außerirdischer Zombie (Pornodarsteller François Sagat) taumelt in L.A. aus der Brandung und beginnt sterbende Menschen zurück ins Leben zu ficken.

Den Beitrag „Kurzreviews: The Road, L.A. Zombie (Reviews)“ weiterlesen…


(Youtube Direktbully, via Radioclash)

Schöner Trailer zu einer wichtigen Doku: Jamie Nabozny wurde von seinen Mitschülern fertiggemacht, weil er homosexuell war, er wurde geschlagen, getreten und man urinierte auf ihn. Die Lehrer sahen alle weg. Dann verklagte er seine Schule.

For four years Jamie Nabozny was subjected to relentless antigay verbal and physical abuse by fellow students at his public high school in Ashland, Wisconsin. Students urinated on him, pretended to rape him during class and when they found him alone kicked him so many times in the stomach that he required surgery. Although they knew of the abuse, school officials said at one point that Nabozny should expect it if he’s gay. Nabozny attempted suicide several times, dropped out of school and ultimately ran away. But he wanted to make sure that other students didn’t go through the same kind of nightmare.

He sued his former school, but a trial court dismissed his lawsuit. Lambda Legal took over his case before a federal appeals court, which issued the first judicial opinion in the nation’s history finding that a public school could be held accountable for not stopping antigay abuse. The case went back to trial and a jury found the school officials liable for the harm they caused to Nabozny. The case then settled for close to $1 million.

Den Film gibts (zumindest in den USA) für lau für Lehrer und Schulen und meiner Meinung nach sollte er schleunigst synchronisiert werden und auch an deutschen Schulen allen Schülern mindestens einmal gezeigt werden.

Für moviepilot hat sich Kollege Axel beim Filmfestival in Locarno mit dem Skandalfilmer Bruce LaBruce unterhalten, dessen neuestes Werk “L.A. Zombie” dort gezeigt wurde und auf eher verhaltenen Enthusiasmus stieß. Sein erster Zombiefilm “Otto; or up with dead people” behandelte das Thema schwule Zombies schon einmal und war damals ein echter Geheimtipp, denn statt Exploitation gab es einen düster-melancholischen Zombie-Film mit überraschend schön-morbiden Bildern.

Für seinen L.A. Zombie ließ es LaBruce jetzt derber zugehen und engagierte gleich einen Hardcore-Darsteller für die Hauptrolle eines Zombies der Tote ins Leben zurückfickt. Was er sich dabei gedacht hat, könnt ihr HIER IM INTERVIEW in voller Länge nachlesen.

mp: Dein Film verwirrt, er macht Angst, Lust, es gibt auch komische Effekte. Welche Reaktion willst du beim Zuschauer hervorrufen?

LaBruce: Melancholie! L.A. Zombie ist ein trauriges Gedicht über Los Angeles.

Und natürlich gibts hier auch schon mal den Trailer zu sehen:

“L.A. Zombie”, der neue Film von Bruce LaBruce und Quasi-Fortsetzung seines melancholischen Zombiedramas “Otto; or Up with Dead People”, sollte eigentlich auf dem derzeitigen Melbourne International Film Festival gezeigt werden, wurde vom OFLC (Office of Film and Literature Classification) aber mit einem Aufführungsverbot belegt. Grund waren die anstößigen schwulen Sexszenen in Verbindung mit Gewalteinlagen, obwohl die dortige Fassung nicht einmal der alternativen Hardcore-Version des Films entsprochen hätte. LaBruce zeigte sich ertzürnt:

“Censorship in any form must not be tolerated. The Classification Board should not be making decisions about what Australians freely choose to see. The personal tastes of members of the Board are irrelevant at a Festival of this size and importance. My film has already been called ‘a masterpiece of melancholia’. Australians should be allowed to make up their own minds.”

Natürlich ärgerlicher und bezeichnender Vorfall, aber zumindest bringt er den Film ins Gespräch. Bin gespannt.

(via)

[update] Video wurde wegen Copyright-Bullshits entfernt. Dear 1428 FILMS LLC, go fuck yourself.

Schöner Ausschnitt aus einer Doku über Nightmare on Elm Street, die damals auf der dicken Nightmare-DVD-Box enthalten war – zumindest in der RC1-Version, keine Ahnung, ob auch in der deutschen Fassung der Box, die ich mir nie angesehen habe, weil unvollständig –, über den Homo-Faktor von „Nightmare on Elm Street 2“. („It was so gay, it was amazing!“ <-- insert Unicorns, Rainbows and blinking Stars here.)

Die Doku „Never Sleep Again, The Elm Street Legacy“ [edit: http://www.elmstreetlegacy.com/ Link entfernt. No Linklove for Copyright-Bullshitters.), aus der der Ausschnitt stammt, scheint tatsächlich neu zu sein, der Clip selbst ist jedenfalls recht alt, was vermuten lässt, dass die Elm Street Legacy ein neu zusammengeschnittener Film alter Doku-Schnipsel ist. Macht aber grade die Runde weil frisch auf Youtube. Teh Interwebz halt.

[update] Unsern Jet meint in den Comments: „Afaik sind alle Interviews für die Doku neu geführt worden, was man auch sieht (an Englund und Sholder z.B.). Die Extras der alten US-Box (die es überwiegend auch auf die deutschen Scheiben geschafft hatten) sahen anders aus, die wurden 1999 produziert. Dort sprachen die Beteiligten aber bereits über den “Gayness”-Faktor des Films, nur ohne die Darsteller.“

The Conman who wouldn’t go straight.

Originaltitel: I Love You Phillip Morris
Herstellungsland: USA/F 2009
Regie: Glenn Ficarra, John Requa
Darsteller: Jim Carrey, Ewan McGregor, Leslie Mann, Rodrigo Santoro, Jessica Heap, Marc Macaulay, David Jensen, Dameon Clarke, Antoni Corone, Griff Furst
★★★★☆ Jet Strajker
★★★½☆ Batzman

Eine wahre Geschichte, zumindest so weit es das Kino zulässt: Steven Russell (Jim Carrey) ist der All-American-Dad, er hat einen guten Job, eine Frau, ein Kind und auch ein schönes Haus. Das alles hakt dieser Film jedoch schon mit der Titelsequenz ab, um dem sorgenfreien Leben des Steven Russell zügig ein Ende zu bereiten. Mit einem Autounfall – man denke an John Waters’ “A Dirty Shame” – kommt dem Lebemann eine einschneidende Erkenntnis: Er ist schwul. Und damit nicht gemacht für sonntägliche Kirchengänge und kuscheligen Ehe-Sex. Jetzt sehen wir Steven ganz schnell ganz anders: In neuesten Designer-Klamotten und mit markigen Kerlen an seiner Seite. Das ist der Moment, an dem viele Besucher die Sneak Previews hierzulande auch angesichts durchaus etwas expliziterer Szenen schlagartig verließen. So kann man es zumindest immer wieder vernehmen.

Weil der Lebenswandel jedoch seine kostspieligen Schattenseiten hat, entschließt sich Steven zu eher unkonventionellen Methoden der Geldbeschaffung. Um sich und seinem neuen Freund finanziellen Wohlstand zu garantieren, betrügt er Versicherungen – und landet damit zügig im Gefängnis. Dort lernt er Phillip Morris (Ewan McGregor) kennen und lieben, und dort beginnt der Film seine eigentliche (Liebes)Geschichte zu erzählen. Was Steven hingegen an Lügen, Diebstählen und Trickbetrügereien auffährt, um diese Liebe halten und in die Freiheit verlagern zu können, das sprengt jeglichen Rahmen.

Den Beitrag „I Love You Phillip Morris (Review)“ weiterlesen…

Schnurz und kerzlos: Die Kino- und DVD-Sichtungen der letzten Wochen, für die mal wieder die Zeit fehlt sie in epischer Länge zu reviewen.

Diesmal im Spiel: Gamer +++ 13 Semester +++ Stepfather (2009) +++ Stepfather (1988) +++ Planet 51 +++ The Box +++ A perfect getaway +++ Weekend of Blood +++ Die Nacht der Creeps +++ Eine Überraschung zum Fest

Gamer – USA 2009
★★★☆☆

In naher Zukunft sind die Visionen von Second Life, The Sims und Ego-Shootern noch einen Schritt weiter. Statt mit Computerfiguren wird mit echten Menschen gespielt, die per Chipimpuls im Hirn von außen fremdgesteuert werden können. Der als Mörder verurteilte Kable (Gerard Butler) lässt sich von Teenie Simon (Logan Lehrmann) durch mörderische Gefechte navigieren, in der Hoffnung irgendwann seine Freiheit erspielen zu können. Doch Ken Castle (Michael C. Hall) der Erfinder diesen realen Videospiele, hat ganz andere Pläne…

Mit Gamer erleben die Crank-Macher Neveldine/Taylor einen Rückschlag, sowohl was Fan-Zuspruch, als auch die Kritiker-Liebe angeht. Nicht ganz zu unrecht, denn Gamer ist leider nur ein mittelprächtiger Film, auch wenn er einige inspirierte Momente hat.

Faszinierend ist nach wie vor, wie sehr die beiden Game-Mechaniken imitieren und vom sinnlos herumstolpernden Passanten, über Power-Ups und typische Ego-Shooter-Choreographien vieles aufgreifen und optisch zitieren, was Genre-Fans kennen und lieben. Ebenso begrüßenswert ist ihr Sinn für extrem schwarzen Humor und Skurrile Situationen, wenn etwa der Bösewicht im unpassensten Moment eine Musicalnummer hinlegt, die in einer Metzelorgie endet.

Mit ihrem Faible für extreme Gewaltinszenierung, spritzenden Blutgeysieren, explodierenden Köpfen und abgetrennten Gliedmaßen gehen die Macher dabei bewusst an die Grenzen dessen was Spiele wie Manhunt und Co genüßlich zelebrieren. Das alleine ist zwar auffällig und nicht jedermans Bier, wäre aber unproblematischer, würden sie sich auf sicherem satirischen Terrain und in der Welt der Perma-Ironie bewegen, die sie in CRANK erschaffen haben.

Den Beitrag „Kurzreviews: Gamer, 13 Semester, Stepfather (2009), Stepfather (1988), Planet 51, The Box, A perfect getaway, Weekend of Blood, Die Nacht der Creeps, Eine Überraschung zum Fest (Review)“ weiterlesen…

Die nächste Runde Kurzkritiken steht an. Ein bißchen Nachlese zum Fantasy-Filmfest, Kinostarts und DVD-Releases für die mir leider die Zeit zum Langreview fehlt.

Heute dabei: The Brothers Bloom +++ Doghouse +++ Inglorious Bastards +++ Van Diemens Land +++ Trick ‘r’ Treat +++ Train +++ The story of a bad boy +++ I Know You Know

The Brothers Bloom – USA 2009

★★★☆☆

Die Brüder Bloom, Waisenjungs, haben sich von kleinauf als Trickbetrüger durchgeschlagen. Doch jetzt hat der jüngere der beiden (Adrien Brody) mal wieder eine Sinnkrise und will aus dem Geschäft aussteigen. Mit List und Tücke überredet ihn sein Bruder (Mark Ruffalo) zu einem letzten Coup…

Nach einem grandiosen Intro im Dr. Seuss-Stil, schwankt die Qualität des Films leider zwischen spaßig und bemüht melodramatisch. Con-Filme leben von der Dynamik ihrer Hauptfiguren, vom Witz und Spiel mit doppeltem Boden. Thick as thieves hat zuletzt bewiesen, dass die bewährte Formel routiniert umgesetzt noch immer unterhaltsam sein kann. Die Bloom-Brüder sprühen leider beide nicht grade vor Charme, besonders Adrian Brody guckt den halben Film wie ein gequälter Dalmatiner und selbst der gehetzte Wechsel zwischen Dutzenden Locatiions bewahrt den Film nicht vor dramaturgischen Durchhängern. Das Spiel mit den Zeiten, das Johnson in Brick so wunderbar gelang, als er Elemente der Schwarzen Serie ins Highschool-Millieu verlegte, wirkt diesmal seltsam unhomogen, denn die klassischen Trickbetrüger die daherkommen wie aus den 20er Jahren finden nie einen echten Zugang zur realen heutigen Welt. Rachel Weisz und Robbie Coltrane sind die einzigen, die den Film mit Leben erfüllen und etwas schauspielerisches Gewicht in den Topf werfen, während Mark Ruffalo als Drahtzieher und kreativer Kopf des Duos leider den gesamten Film blaß und langweilig daher kommt – was die Anteilnahme am Drama zu dem der Streifen im letzten Akt mutiert, leider nicht grade gut tut. Genausowenig wie die unfokussierte Story, deren Schlenker nicht natürlich der inneren Filmlogik folgen, sondern aufgesetzt und angestrengt wirken. Johnson hat Talent und viele gute Ideen, ein Händchen für Bilder und skurrilität – aber in diesme Streifen entsteht daraus leider kein befriedigendes Ganzes. Im Zweifel ist der Con-Fan wohl mit “Dirty Rotten Scoundrels” oder ein paar Staffeln der Serie “Hustle” besser bedient.

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In der heutigen Ausgabe der Kurz-Reviews findet ihr die folgenden Filme besprochen: Killshot +++ Duplicity ++++ Haus der Dämonen +++ Die Jagd zum magischen Berg +++ XXI – Die Verschwörung +++ Simons Geheimnis +++ Neandertal +++ Bart got a room +++ Nothing but the truth +++ Albino Farm +++ Dream Boy

Killshot – USA 2008
★★★½☆

Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände geraten der glücklose Stahlarbeiter Wayne und seine Frau Carmen, die sich grad in einer Ehekrise befinden, ins Visier zweier Hitman (Mickey Rourke und Joseph Gordon-Levitt), die ihnen mit erstaunlicher Behaarlichlkeit auf den Fersen bleiben. Polizeischutz und eine neue Identität ermöglicht dem zerstrittenen Paar eine kurze Atempause und Zeit sich einander wieder anzunähern, doch die Idylle hält nicht lange…

Der bisher eher im Romantic- und Historien-Genre hervorgetretene John Madden liefert mit dieser Elmore Leonhard-Verfilmung einen überraschend sauberem und spannenden Thriller ab, der seinen Fokus auf die skurrilen, vielschichtigen Charaktere legt, die ruhige Erzählform, die die kurzen drastischen Gewaltausbrüche um so bedrohlicher wirken lässt. Mickey Rourke, ist hier als alternder Killer wieder passend besetzt, auch wenn sich seine Mimik gewohnt sparsam zeigt. Gordon-Lewis darf einmal mehr seine Vielseitigkeit zeigen und gibt als unkontrollierter, arroganter Heißsporn den passenden Gegenpart zu Rourkes lakonischem Fleischberg. Die Story wird nicht sehr stringent erzählt, die Bedrohung steht gleichbedeutend neben den persönlichen Problemen des Ehepaars, die in der Flucht vor den Killern einen Katalysator finden.

Ein ruhiger, dennoch spannender Film, dessen Stimmung und Figuren aber wohl nicht jedermanns Geschmack sein dürften, denn von der süffigen Perma-Ironie eines Get Shorty ist diese Verfilmung weit entfernt.

Duplicity – USA 2009
★★½☆☆

Julia Roberts und Clive Owen als Trickbetrüger Pärchen, das im ständigen Wettstreit miteinander versucht eine Kosmetikfirma auszunehmen.

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Die Stammleser kennen es ja schon: Alle paar Wochen gibt es hier gesammelte Kurzreviews, von all jenen Streifen die ich im Kino oder auf DVD gesehen habe, für die mir aber die Zeit fehlt sie in der üblichen Ausführlichkeit zu besprechen. Here we go. Again.

Diesmal dabei: Knowing +++ Eaten Alive +++ Martyrs +++ Ein Kind zu töten +++ Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe +++ American Teen +++ The Houseboy +++ Wäre die Welt mein – Were the world mine

Knowing – USA 2009
★★☆☆☆

Die in einer Timecapsule gefundenen Aufzeichnungen eines kleinen Mädchens, lassen einen Wissenschaftler (Nicoloas Cage) auf die Spur einer geheimnisvollen Botschaft kommen: Der Menschheit steht eine Katastrophe bevor.

Auch wenn ich Regisseur Alex Proyas bisheriges Werk mag, mit “Knowing” hat er einen echten Griff ins Klo abgeliefert. Numerologiefilme waren bisher immer schlecht und diese verworrene und gegen Ende unangenehm religiöse Weltuntergangsstory, kommt trotz ihrer interessanten Grundprämisse nie wirklich aus dem Quark.

Nicolas Cage spielt sich mit dem üblichen bedröppelter Basset-Gesicht durch alle Szenen, die Kinder sind hölzern und laden nicht grade zu Sympathieausbrüchen ein und die Entschlüsselung der Prophezeiungen zieht sich wie Schmierkäse. Das die Trickeffekte der diversen Katastrophen nicht grad dem Stand des Machbaren entsprechen und extrem digital aussehen macht das Ganze leider auch nicht besser.
VORSICHT SPOILER
Richtig fies wird dann das Ende, wenn Engels-Aliens die unschuldigen Kinder erretten und als neue Adam und Eva in einem Garten Eden aussetzen, nachdem Papa Cage im letzten Moment zu Gott zurückgefunden hat und die sündige Welt in einem Flammenmeer verglimmt…

Eaten Alive – USA 1977
★½☆☆☆

Den Beitrag „Kurzreviews: Knowing, Martyrs, Wäre die Welt mein, Eaten Alive u.a.“ weiterlesen…

teddyawards2009

Zum 23. Mal wurden gesten abend die Teddy Awards verliehen, die seit einigen Jahren auch offiziell zur Berlinale gehören (auch wenn sie in den offiziellen Programmheften gerne mal komplett unter den Tisch fallen – WTF?). Der Teddy gehört damit zu den rennomiertesten Filmpreisen die Werke auszeichnen, die für die sog. LGBT-Community (Lesbian, Gay, Bi, Transgender) besonders wichtig waren.

Einer von zwei Spezialpreisen ging dabei an John Hurt der neben seinen Rollen fürs Mainstreamkino (u.a. in diesem Jahr in Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels und Hellboy II – Die Goldene Armee) immer wieder auch in Filmen des Queer-Cinema zu sehen war. Seit den 70ern Jahren schlüpfte er u.a. mehrfach in die Rolle von Quentin Crisp, für die er jetzt auch ausgezeichnet wurde: An Englishman In New York hat die Jury stark beeindruckt.

Den Beitrag „Die Teddy Awards Gewinner 2009“ weiterlesen…

Auch nach der Obamamania und den zaghaften Zeichen des Umschwungs, sieht es mit der Stimmung in den USA immer noch eher konservativ aus. 8 Jahre Bushregierung und christlich-kosnervativer-Backlash haben in dem traditionell eher konservativen Land tiefe Spuren hinterlassen.

Deutlichstes Anzeichen war der Erfolg der umstrittenen Proposition 8, kurz Prop8, in Kalifornien, die dauerhaft die Homo-Ehe verbieten und Ehe als Bund von Mann und Frau festschreiben soll. Die mit über 30Mio hochbudgetierte Volksentscheids-Kampagne hatte Erfolg und die GBLT (Gay,Bi,Lesbian,Transgender) – Interessenvertreter gingen erwartungsgemäß auf die Barrikaden. Ein erbitterter Streit, der jedoch nicht nur mit juristischen Mitteln und politischem Diskurs geführt wird.

Für Prop 8 – The Musical haben sich die Muisicalprofis Marc Shaiman (u.a. Hairspray und South Park – Der Film und der Regisseur Adam Shankman zusammengetan und viele ihrer Freunde mobilisert.

Im Stile einer Schulaufführung wird mit eingängiger Musik die Geschichte um Prop 8 ironisch nacherzählt. Dabei sind nicht nur Hollywood-Größen wie Jack Black und John C. Reilly sondern auch einige der bekannten offen schwulen und lesbischen Protagonisten der Branche: Neil Patrick Harris – hierzulande vor allem durch die Serien Doogie Howser, How I met your mother und Starship Troopers bekannt oder die erfolgreiche Stand-Up-Comedian Margaret Cho. Bestes Argument gegen Homophobie ist am Ende jedoch keine moralische Belehrung, sondern ein Ur-Amerikanisches: Mit Schwulen lässt sich Geld machen und die Prop 8 schadet der Wirtschaft.

Hier also jetzt in voller Länge: Prop 8 – The Musical

See more Jack Black videos at Funny or Die

[via /Film]


(Youtube Direktborat, via Neatorama)

Für seinen neuen Film „Brüno: Delicious Journeys Through America for the Purpose of Making Heterosexual Males Visibly Uncomfortable in the Presence of a Gay Foreigner in a Mesh T-Shirt“ hat Sacha Baron Cohen eine Modenschau in Milano gecrasht und sprang einfach mal mit einem… äh… Sack bekleidet auf den Catwalk und latschte da so lang. Dafür wurde er prompt verhaftet.

Baron Cohen and his team used fake passes to fool security guards into letting them into a backstage area of a show by the Italian label Iceberg.

One of the comedian’s team, dressed in a head-to-toe velcro suit, caused chaos by running around and careering into clothes racks.

In footage aired on Italian television, flustered fashionistas screamed “security, security” until the man was manhandled away by security guards.

The team tried to enter a second fashion show on Thursday evening but were thwarted by tightened security.

Sacha Baron Cohen invades Milan fashion week

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