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TherapyDirekt / via

It suits everyone. Eine hübsche Prada-Werbung von Roman Polanski. Mit Helena Bonham Carter und Ben Kingsley. Very Queer.

Toast
(GB 2010, S.J. Clarkson)
★★☆☆☆

Filme, die gern lieb gehabt werden wollen. “Toast” erzählt die “wahre” Geschichte von Nigel Slater, der als Kind (Oscar Kennedy) im Großbritannien der 60er Jahre das Kochen für sich entdeckte und später (Freddie Highmore) zu einem der beliebtesten Köche des Landes avancierte. Der Film zeigt Nigel als jungen Außenseiter mit besonderer Mutterliebe und entsprechend problematischem Verhältnis zum Vater (Ken Stott), welcher nach dem Tod seiner Ehefrau noch einmal heiratet (Helena Bonham Carter) und seinem Sohn damit das Leben zur Hölle macht. Zuflucht findet Nigel deshalb besonders im Kuchenbacken, Fischbraten und Pastetenformen, aber auch der Liebe zu Männern. Jetzt müsste man eigentlich noch schreiben, dass der schüchterne Junge sich irgendwann aus den konservativen bürgerlichen Fesseln befreit und nach London aufbricht, so wie es im Programmheft steht, aber das enthält einem der Film im Grunde vor. Er ist zu Ende, wenn die Geschichte überhaupt erst in Fahrt kommt. The teenage years of Nigel Slater – und weiter?

“Toast” ist eine britische Fernsehproduktion, die sogar schon in der BBC lief, es aber aufgrund ihrer Thematik und wohl auch mangels Alternativen irgendwie noch zur Berlinale-Sektion “Kulinarisches Kino” geschafft hat. Damit ist im Wesentlichen bereits alles gesagt. Die Geschichte ist zwar ganz schön und niedlich, wird aber von einer abwechselnd klebrigen und recht ideenlosen Inszenierung begleitet, die sich vor allem auf hübsch zubereitetes Essen konzentriert und gegen die auch die solide Besetzung kaum anspielen kann. Sämtliche Liebenswürdigkeiten der Geschichte werden leider mindestens drei Lagen zu dick aufgetragen, dazu Piano hier und Piano da, und ein Voice-Over darf auch nicht fehlen.

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“Fuck. Bugger Bugger Fuck Fuck Fuck Fuck!”

Originaltitel: The King’s Speech
Herstellungsland: Australien / Großbritannien 2010
Regie: Tom Hooper
Buch: David Seidler
Darsteller: Colin Firth, Helena Bonham Carter, Guy Pearce, Michael Gambon, Geoffrey Rush, Timothy Spall, Jennifer Ehle, Derek Jacobi
★★★★☆ Batzman
★★½☆☆ Jet Strajker

Ein Oscar-Bait-Movie wie er im Buche steht: Großer Schauspieler statt Stars, historisches Thema, Patriotismus und gediegenes Ambiente. Formal keine Experimente und inhaltlich eher Konsens als Dissonanzen. Natürlich könnte man den Film als kalkuliert bezeichnen und deswegen abstrafen.

Doch damit täte man ihm bitter Unrecht, denn trotzdem er nicht viel wagt, bleibt er großes Schauspielkino, das mit starken Dialogen, viel Humor und Herz überzeugen kann.

Eine herausragend gespielte Zweimann-Show die natürlich hauptsächlich durch das Bromance-Duell von Rush und Firth funktioniert. Historisch hat man sich, wie gewohnt ein paar Freiheiten genommen und unschöne Kleinigkeiten die der Dramaturgie im Wege standen glattgebügelt, aber innerhalb seiner Konstruktion funktioniert diese Story wunderbar. Erstaunlich dabei, das es tatsächlich mehr um diese Männer-Freundschaft geht, als um die Selbstüberwindung eines Stotterers.

Und deswegen stehen natürlich auch weniger die revolutionären Therapiemethoden, als die scharfzüngigen Wortwechsel im Mittelpunkt des Geschehens. Mit der kriegswichtigen Rede, in der der König wider Willen sein Volk einen muss, entsteht genug dramaturgische Fallhöhe um der ganzen Sprachtherapie die notwendige Dringlichkeit zu verleihen, die sie alleine nicht unbedingt gehabt hätte.

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Even Im edible, but that is called cannibalism, dear children and is frowned upon in most societies.

Originaltitel: Charlie and the Chocolate Factory
Herstellungsland: USA / UK 2005
Regie: Tim Burton
Darsteller: Freddie Highmore, Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Christopher Lee

★★★★☆

Unwillkürlich muß man an W.C.Fields denken: Wer Tiere und kleine Kinder hasst, kann kein schlechter Mensch sein. Wenn Johnny Depp als Willy Wonka nach Jahren des Eremitendasein die Tore seiner geheimnisumwitterten Süßwarenfabrik öffnet um fünf Kindern einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren, dann spricht vor allem eines aus seinem Blick: Ekel. Wo Gene Wilder, in der von Autor Roald Dahl gehassten 1971er Verfilmung seines Buches, als ulkiger Derwisch durch sein Schokoladenland hopste, da agiert Johnny Depps Wonka mit umwerfenden Menschenekel.
Irgendwo zwischen Jack Skellington und Howard Hughes. Gummiebehandschuht, alleine auf seine Arbeit fokussiert, mit scharfem Verstand und doch kindlichem Gemüt und kaum ausgebildeten sozialen Kompetenzen. Er ist "weird", er ist "creepy" – er wirkt wie ein fröhlicher Psychopath, der jederzeit überschnappen könnte.
Und er ist großartig. Seine Mimik ist ein Highlight in einem an Schauwerten und exzellenten Schauspielern keineswegs armen Film. Jedes Kind ist trefflich besetzt, dies sind mit Ausnahme des knuddelig gutherzigen Charlie alles "Kids you love to hate", die alles vereinen was einem an Kindern auf den Geist gehen kann. Von der verwöhnten kleinen Göre über den verfressenen Dummkopf bis zum videotischen Daddelbengel – keines dieser Kind erzeugt Mitleid, wenn es beim Fabrikbesuch den von Wonka arrangierten Unfällen zum Opfer fällt. Einzig Charlie und sein knarziger Großvater verdienen unsere Sympathie. Sicher hier wird mit der groben Kelle verteilt, die Guten sind so gut das es scheppert und die dummen, ignoranten, bösartigen Menschen sind überzeichnet bis zur Karikatur. Burtons Jugendbuchverfilmung, ist ein visuelles Fest, mit sarkastischem Humor, surrealer Grandezza und herzerwärmender Liebenswürdigkeit. Sollte ihm jemand das "Planet of the Apes"-Remake noch nachtragen, dieser Film muß als Entschuldigung mehr als reichen.

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