YT Direktsteady, via MeFi

Superinteressanter Behind the Scenes-Clip aus Scorseses “Hugo”, für den sich Larry McConkey vor einem Steadycam-Shot eine Helmkamera aufsetzte. Ich liebe die beweglichen Möbel ab der Mitte des Videos, die Platz für die Kamerabewegungen machen.

Kurz vor den Oscars, hier ein paar aktuelle und ein paar nachgeholte Reviews.

Hugo – USA 2012
★★★½☆-★★★★☆

Nach dem enttäuschenden Trailer der eine Kinderlovestory im Amelie-Look versprach, ist der Film letztlich eine positive Überraschung. Auch wenn Asa Butterfield hauptsächlich aus blauen Kulleraugen und schiefer Schnute besteht, funktioniert seine Figur hinreichend gut um in die Geschichte zu ziehen. Natürlich wird er von Chloe Morez in jeder Szene die die beiden zusammen haben an die Wand gespielt, aber dennoch wünscht man dem armen Waisenkind, dass es seinen Sinn im Leben finden möge.

Die Story, so konstruiert sie auch ist, schafft tatsächlich die Begeisterung für das frühe Kino des Trickfilmpioniers George Méliès in angemessene Bilder umzusetzen, die auch dem heutigen Publikum eine Ahnung von der Faszination geben, die die simplen Effekte damals gehabt haben müssen. Natürlich geschieht dies meist durch kühle berechnetes Stellvertreterstaunen, aber was einem Spielberg recht ist, sollte Scorcese nur billig sein. Ben Kingsley legt viel Gravitas und Wehmut in seine Figur, die von allen im Film am menschlichsten wirkt. Neben ihm geraten viele der anderen Nebencharaktere leider zu Holzschnitten, die bewusst auch “skurrilen Charme” gebürstet sind, deren Subplots aber leider mehrheitlich im dramaturgischen Nichts enden. Schade um großartige Schauspieler wie Richard Griffths, Frances de la Tour und Christopher Lee, die zwar immer eine Freude anzusehen sind, letztlich aber nur malerisches Hintergrundrauschen gerieren, ohne tatsächliche Relevanz für die Geschichte zu haben.

Gewöhnungsbedürftig auch der hochartifizielle Look, der manchmal funktioniert, manchmal aber auch aus Story reisst, genau wie das uneinheitliche 3D das nur in wenigen Momenten interessant wirkt, meist aber egal ist oder sogar (wie im von ILM hingeschluderten Eingangs-Shot) billig wirkt und genau die Stimmung zerstört, die der Film zu erzwingen sucht. Vieles ist zu dick aufgetragen, die Farben zu bunt, der Dreck zu malerisch, das oh-so-französische-Flair das mittels penetranter Musikuntermalung wie aus einem Pepe-Le-Pew-Cartoon wirkt. Stellenweise versucht der Film einfach zu sehr niedlich, pitoresk und adorable zu sein und hämmert einem die Poesie ähnlich wie Amelie mit dem Holzhammer ins Auge.

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DigitalsalatDirekt / via

In einer Vorführung von “Hugo”, Martin Scorseses Kinobeschwörung in 3D, lief die Projektion in den finalen 20 Minuten (in denen Ben Kingsley einen rührig-kitschigen Abschlussmonolog hält) komplett aus dem Ruder und produzierte amüsante Doppelbilder. Vor dem Hintergrund des betreffenden Films (der soweit ganz schön, aber auch allzu sentimental ist) und seiner Ode an die Magie des Kinos ein Vorfall, der nicht einer gewissen bösen Gewitztheit entbehrt.

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HugoYouTube / via

Der erste Trailer zu Martin Scorseses 3D-Adaption von “The Invention of Hugo Cabret”. Mit dabei: Asa Butterfield, Chloe Moretz, Jude Law, Sacha Baron Cohen, Emily Mortimer, Ben Kingsley, Ray Winstone, Christopher Lee und Richard Griffiths. Kamera: Robert Richardson. Musik: Howard Shore. Schnitt: Thelma Schoonmaker . Produktionsdesign: Dante Ferretti. Mal was anderes von Scorsese, ich find’s super.