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Originaltitel: The Iron Lady
Herstellungsland: GB 2011
Regie: Phyllida Lloyd
Darsteller: Meryl Streep, Jim Broadbent, Anthony Head, Richard E. Grant, Roger Allam, Olivia Colman, Julian Wadham

½☆☆☆☆

Weil wohl keine Besprechung des Thatcher-Films ohne Worte schäumenden Sprudels über Meryl Streeps ja so, so eindrückliche Verwandlung zur britischen Regierungschefin auskommen darf, sei gleich vorneweg gesagt: Fieberhafteres Acting wird man dieses Jahr sicherlich nicht mehr im Kino zu sehen bekommen. Wahrlich eisern, jaja, tut sie es Habitus und Körpersprache der Iron Lady gleich, am Rande zur Selbstparodie und in der Anmutung zeitweilig wie eine aufgetakelte Drag Queen auf Amphetamin. Folglich zelebriert dieser Film weniger den Thatcherismus der 80er Jahre, als vielmehr den Streepismus des Schauspielgewerbes: Ein Verkaufsargument namens Mimikry.

Und der Film? Das weiß er selbst am allerwenigsten. Mal versucht “The Iron Lady” die Titelfigur auf vollkommen absurde Art zur feministischen Lichtgestalt im von grinsenden Männerfratzen dominierten Madhouse-Parlament zu erklären (bis hin zur Bildebene: während eines Stromausfalls in einer Kabinettssitzung zückt Thatcher die Taschenlampe!), um sich dann wieder auf deren Darstellung als verwirrte alte Witwe konzentrieren zu wollen, die sich ihren verstorbenen Ehemann noch immer Kreuzworträtsel lösend an die Seite denkt. Thatchers Weg von der Vorsitzenden der Conservative Party zur ersten Premierministerin des Vereinigten Königreichs wickelt der Film mittels einer rund fünfminütigen Zeitmontage gleich noch im ersten Drittel ungalant ab, um nachgerade auch die weiteren politischen Stationen ihres Lebens beiläufig streifen und hinter Unwesentlicherem anstellen zu können.

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ThatcherDirekt / via

Das wird er, der nächste und mathematisch ja sowieso längst überfällige Oscar für: Meryl Streep als Margaret Thatcher! Es geht los, die Pre-Academy-Saison. Hier also der Teaser zu “The Iron Lady” von Phyllida Lloyd (“Mamma Mia!”), einer – natürlich – britischen Produktion. Die Streep sieht aus wie Faye Dunaway!

-”Where is your compassion?”
-”Nowhere you can get at it. “

Originaltitel: Doubt
Herstellungsland: USA 2008
Regie: John Patrick Shanley
Darsteller: Meryl Streep, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams, Viola Davis, Alice Drummond, Audrie J. Neenan, Susan Blommaert

★★★☆☆

doubt

1964: Die in der Bronx gelegene St.Nicholas Elementary-School untersteht dem harten Nonnenregiment von Schwester Aloysius (Meryl Streep). Für sie ist es eine Auszeichnung, dass die Schüler sie fürchten. Mißtrauisch beäugt sie die sich wandelnde Welt, die Anfang der 60er grade die Nachwehen der Rock’N'Roll-Revolution durchlebt. Weltliche Musik, Undiszipliniertheit, kritisches Denken sind der resoluten Nonne ein Dorn im Auge.

Sie ermuntert ihre Lehrerinnen Härte zu zeigen und wachsam zu bleiben. Insbesondere Pater Flynn (Philip Seymour Hoffman) ist ihr mit seiner modernen Einstellung, den ungewöhnlichen Predigten und seiner weltoffenen Haltung suspekt. Als die junge Lehrerin Schwester James (Amy Adams) beobachtet, dass Flynn einem Jungen – dem einzigen Schwarzen an der Schule – besondere Aufmerksamkeit widmet und dieser Junge daraufhin einen scheinbar verstörten Eindruck macht, befürchtet Schwester Aloysius das Schlimmste.

Fortan setzt sie alles dran Flynn als Kinderschänder zu entlarven und ihn der Schule zu verweisen. Eine schwere Anschuldigung, die es dem Pfarrer nicht leicht macht sich zur Wehr zu setzen…

Ein Zufall, dass mit “Doubt” eine zweite hochkarätig besetzte Theaterverfilmung anläuft. Doch damit enden auch schon die Parallelen zu “Frost/Nixon“, denn hier geht es wesentlich schwerblütiger und ernsthafter zur Sache. Ein heikles Thema, das sich John Patrick Shanley hier vorgenommen hat und eine ebenso heikle Konstruktion. Das Thema falsche (oder zumindest zweifelhafte) Beschuldigung ist brisant und der Aufarbeitung wert, das Setting drängt jedoch die Frage auf, ob hier nicht Täter zu Opfern stilisiert werden. In Zeiten in denen die Kirche, grade in Amerika immer noch sehr widerstrebend, oft sogar vertuschend bei der Aufklärung ephebophiler Übergriffe von Geistlichen auf ihre Mündel agiert und die eigentlichen Opfer viel eher beschuldigt und beschädigt werden, als die Priester, hat es doch einen etwas faden Beigeschmack, wenn in diesem Film vor allem der Priester als Opfer voreiliger Verdammung präsentiert wird. In diesem Fall mag es berechtigt sein, aber die Realität sieht wohl eher anders aus.

*Some Small Spoilers Ahead*

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“Sophie, what am I doing here?”

Originaltitel: Mamma Mia!
Herstellungsland: Großbritannien / USA 2008
Regie: Phyllida Lloyd
Darsteller: Amanda Seyfried, Meryl Streep, Colin Firth, Pierce Brosnan, Stellan Skarsgård, Julie Walters, Dominic Cooper, Christine Baranski

★★★★½

Die junge Sophie (Amanda Syfried) lebt zusammen mit ihrer Mutter Donna (Meryl Streep) auf einer nicht näher benannten griechischen Insel. Beide führen eine kleine Pension. Doch Veränderungen stehen, denn Sophie will heiraten und ehe sie ihrem Geliebten das Ja-Wort gibt, möchte sie endlich wissen wer ihr Vater ist.

Dumm nur, dass Donna in ihren jungen Jahren kein Kind von Traurigkeit war, weswegen auch gleich drei Kandidaten als potentieller Vater in Betracht kommen und von Sophie in Donnas Namen zur Hochzeit eingeladen wurden. Dumm auch dass diese davon gar nichts weiß und erstmal wenig begeistert ist, als aus heiterem Himmel Bill (Stellan Skarsgård), Sam (Pierce Brosnan) und Harry (Colin Firth) auf der Matte stehen…

Nachdem es ja Leute gab, die überrascht waren, als in Sweeney Todd gesungen wurde, sag ich es sicherheitshalber auch hier vorweg, falls einer der Leser die letzten neun Jahre in einem Erdloch in Usbekistan zugebracht hat: Mamma Mia! ist ein Musical, das ausschließlich alte ABBA-Songs verwurstet und passend zur Handlung einsetzt, um die Story zu erzählen. Es hat davon abgesehen aber inhaltlich so gar nichts mit der schwedischen Truppe zu tun.

Die Geschichte um die burschikose Donna, ihre besten Freundinnen, drei mutmaßliche Väter und Sophie nebst Gatten in spe, bedient sich einer klassischen Sitcom- (oder wie man früher sagte Boulevard-Komödien)-Situation. Verwirrungen, Verwechslungen, wer kriegt wen und und warum. Dazwischen wird ständig getanzt, gesungen und über Sex geredet.

Lose angelehnt an einen alten Film mit Gina Lolobrigida namens “Buona Sera, Mrs. Campbell”, bleibt die Handlung stets übersichtlich und ist bemüht das Publikum nicht zu überfordern. Das hat auf der Bühne tausende Male vor ausverkauften Häusern funktioniert. Das klappt auch im Film.

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