Die Oscarverleihung am vergangenen Sonntag war nicht nur die langweiligste Preisverleihung seit der Erfindung von Preisverleihungen, sondern außerdem noch unschön zensiert. Der – auch das sagt schon einiges – Skandal um Melissa Leos F-Wort bei ihrer Dankesrede für den “The Fighter”-Oscar war nur die halbe Miete, die in der internationalen Ausstrahlung auch immerhin noch unangetastet blieb. Als jedoch die beiden “No Country for Old Men”-Schauspieler Josh Brolin und Javier Bardem ihr beschwingtes Tänzchen mit einem Kuss kredenzten, blendete die Regie bei der leicht verzögerten Übertragung fix auf Bardems Ehefrau Penélope Cruz, sodass der Kuss nicht gezeigt wurde.

Wenn Adrien Brody die doofe Halle Berry abknutscht, müssen wir hinschauen, aber ein solches Highlight wird einem vorenthalten? Sind selbst harmlose Späßchen, die eine so derart triste Verleihung ja durchaus aufzuwerten gedroht hätten, nicht mehr vor Homophobie gefeit?

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Jeder Jahr bekommen alle Oscar-Nominierten, die nicht gewonnen haben, einen Haufen Trostpreise von der Academy. Dieser Jahr fliegen alle gemeinsam into Space. Ich würde ja meinen Oscar zurückgeben und lieber da hochfliegen.

The infamous “consolation prize” swag bag — presented by Distinctive Assets the morning after the Oscars to all nominees who don’t win — will include the following trinkets at these estimated retail values:

* $200,000: An orbital space flight on Virgin Galactic (allowing nominees to be among the first to fly the friendly skies of space — kind of).

Swag for Oscar losers only (via Gizmodo)

Hier die Gewinner der vergangenen Oscar-Nacht Nicht sehr überraschend aber verdient hat sich Kings Speech den besten Film geschnappt. Ansonsten war es eine eher freudlose Veranstaltung die bis auf ein Autotune-Special und den Intro-Clip nicht viel anzubieten hatten, mit konfuser überdehnter Auswalzung nervte und zugleich gehetzt wirkte, weil sie sich keine Zeit für echte Show und echtes Spektakel nahm. Der Trend der vergangenen Jahre setzte sich also fort: Der Oscar degeneriert weiter zu einer Show, für Leute die zugucken weil sie wissen wollen wer gewinnt. Das die Ehrenoscar mal eben als SchnulliEvent ausgelagert wurden sprach ebenso für die fehlende Vision der Macher, wie die Entscheidung ein Bühnenbild zu präsentieren, dass mehr an Ein Kessel Buntes, als an die teuerste TV-Show des Jahres errinnerte. Das am Ende ein krepeliger Kinderchor Somewhere over the Rainbow vergewaltigte passte ins Bild einer Veranstaltung, die TRON im Soundtrack-Bereich ignorierte, Scott Pilgrim bei Ton/Tonschnitt links liegen ließ und Wolfman den Best Make-up-Award verlieh.

Und James “High as a kite” Franco war die nächste Fehlbesetzung als Host nach der Schnarchnase Baldwin im vergangenen Jahr.

Alle Gewinner nach dem Klick.

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Sonntag gehts wieder los! Dann sind wir mit den Filmfreunden, moviepilot und Film-zeit.de wieder live im Oscar-Rausch. Wenn James Franco und Anne Hathaway moderieren und mit kleinen Goldstatuen um sich werfen, werden wir alles Live kommentieren. Und ja, ich hoffe es gibt einen Opening-Song!

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Ricky Gervais hat es wieder geschafft, dass ich mich vor Lachen lebensgefährlich verschlucken musste. Leide ich bekannterweise an einem genetischen Defekt, der sich dahingehend auszeichnet, dass ich mir ständig alles in Full-HD bildlich vorstellen kann, so führt das schnell dazu, dass ich von Lachkrämpfen geschüttelt am Boden liege, wenn ich Ricky Gervais auch nur lese!

Anlässlich der kommenden Oscar-Verleihung hat Gervais nämlich James Franco und Anne Hathaway angeboten an ihren Reden zu schreiben. Das liest sich dann in etwa so:

JF
You probably know me from 127 Hours where I play a man trapped in an enclosed space who decides he would rather cut his own arm off than stay where he was. Now that sounds “way out” but wait till half way through this f**king ceremony and you’ll start to identify with him.

AH
And I’m the new Catwoman. The first white woman to play that role since Michelle Pfeiffer. I want it to be an inspiration to all white people everywhere. Your dreams can come true in Hollywood too.

JF
It’s a daunting task hosting The Oscars but we’re not alone. Presenting awards tonight will be a string of Hollywood legends and some other actors who have a film out in March or April.

JF
Usually they hire comedians to host The Oscars, but tonight, instead, you get us!

AH
No comedians tonight. And do you know why? Because comics are ugly.

JF
Especially that rude obnoxious one who played the Steve Carell part in the English remake of The Office.

via

“Fuck. Bugger Bugger Fuck Fuck Fuck Fuck!”

Originaltitel: The King’s Speech
Herstellungsland: Australien / Großbritannien 2010
Regie: Tom Hooper
Buch: David Seidler
Darsteller: Colin Firth, Helena Bonham Carter, Guy Pearce, Michael Gambon, Geoffrey Rush, Timothy Spall, Jennifer Ehle, Derek Jacobi
★★★★☆ Batzman
★★½☆☆ Jet Strajker

Ein Oscar-Bait-Movie wie er im Buche steht: Großer Schauspieler statt Stars, historisches Thema, Patriotismus und gediegenes Ambiente. Formal keine Experimente und inhaltlich eher Konsens als Dissonanzen. Natürlich könnte man den Film als kalkuliert bezeichnen und deswegen abstrafen.

Doch damit täte man ihm bitter Unrecht, denn trotzdem er nicht viel wagt, bleibt er großes Schauspielkino, das mit starken Dialogen, viel Humor und Herz überzeugen kann.

Eine herausragend gespielte Zweimann-Show die natürlich hauptsächlich durch das Bromance-Duell von Rush und Firth funktioniert. Historisch hat man sich, wie gewohnt ein paar Freiheiten genommen und unschöne Kleinigkeiten die der Dramaturgie im Wege standen glattgebügelt, aber innerhalb seiner Konstruktion funktioniert diese Story wunderbar. Erstaunlich dabei, das es tatsächlich mehr um diese Männer-Freundschaft geht, als um die Selbstüberwindung eines Stotterers.

Und deswegen stehen natürlich auch weniger die revolutionären Therapiemethoden, als die scharfzüngigen Wortwechsel im Mittelpunkt des Geschehens. Mit der kriegswichtigen Rede, in der der König wider Willen sein Volk einen muss, entsteht genug dramaturgische Fallhöhe um der ganzen Sprachtherapie die notwendige Dringlichkeit zu verleihen, die sie alleine nicht unbedingt gehabt hätte.

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Banksys Doku „Exit through the Gift Shop“ ist bekanntlich für den Oscar nominiert und weil der Mann bekanntlich nur maskiert auftritt und das nur sehr, sehr selten, wird er wahrscheinlich von der Verleihung ausgeschlossen. Dear Academy, here’s your banana. Von der HufPo:

Street artist Banksy doesn’t show his face in public — and as a result, the Oscars may kick him to the curb. […]

Academy executive director Bruce Davis talked about the issue to The Wrap. “If that film wins and five guys in monkey masks come to the stage all saying, ‘I’m Banksy!’ Who the hell do we give it to?” he asked rhetorically. Because of those worries, the artist will most likely not be allowed on stage.

“We suggested to them that it might be a good idea that if he did win, one of them would accept in his place – that it would not be dignified for the Academy to have somebody come up wearing a monkey’s head,” Davis said, referring to conversations with the Jaimie D’Cruz, the film’s producer.

Banksy: Oscars May Ban ‘Exit Through The Gift Shop’ Director

Als ich las, dass auf der Oscarverleihung viel getanzt und gesungen wird, ist mir ein Brocken Erbrochenes aus der Nase geflutscht. Zu sehr schmerzten die Erinnerungen an 2009, als Wolverine Hugh Jackman anfing zu tanzen und zu singen. Ich kann nicht einfach nicht damit umgehen.

Aber ich kann mir nicht helfen: Süß sind sie trotzdem, die beiden.


James&Anne bei Youtube

via

Die Academy Awards werden am 27. Februar verliehen.

Bester Film:

Black Swan
The Fighter
The Social Network
The King’s Speech
Inception
The Kids Are All Right
127 Hours
Toy Story 3
True Grit
Winter’s Bone

Bester Animationsfilm:

Toy Story 3
How to Train Your Dragon
The Illusionist

Beste Dokumentation:

Exit through the Gift Shop
Gasland
Inside Job
Restrepo
Waste Land

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James Franco (“Spider-Man”) und Anne Hathaway (“Brokeback Mountain”) werden die 83. Academy Awards am 27. Februar 2011 moderieren. Ungewöhnliche Wahl, aber definitiv erfrischend und sicher auch mit Blick auf die schlechten Quoten getroffen. Immerhin aber war es nach der unfassbaren Schnarchmoderation von Steve Martin und Alec Baldwin dieses Jahr auch dringend nötig, eine Kurskorrektur vorzunehmen. Und Experimente sind immer gut, das hat zuletzt Hugh Jackman bewiesen.

(via)