The Master – USA 2012
★★★☆☆

USA 50er Jahre: Freddie ist ein Loser, dessen Leben zwischen Gewalt, Sex und Saufen pendelt. Er schafft es nicht längere Zeit einen Job zu behalten, treibt ziellos umher bis er auf den Sektengründer Dobbs trifft, der versucht ihn für seine Vereinigung “The Cause” zu gewinnen.

Beeindruckende Bilder, hochkarätige Schauspieler und stimmungsvolle Ausstattung und Kameraarbeit – das sind die unzweifelhaften Qualitäten die für The Master sprechen. Er sieht oft extrem schick aus und natürlich macht es Spaß jemand wie Philip Seymour Hoffman beim Spiel zu beobachten.
Dagegen steht allerdings das Gefühl, dass der Film erzählerisch auf der Stelle tritt und sich nie traut in eine Richtung zu gehen die wirklich interessant wäre. Es ist auffällig, dass der große Aufschrei von Scientology gegen The Master ausgeblieben ist auch wenn sie verhaltenen Unmut zu Protokoll haben. Denn auch wenn die Werbung und die Vorab-Presse anderes suggeriert spielt der Kult von Lancaster Dodd, dessen Mechaniken, Wirkung und Ideologien nur eine untergeordnete Rolle und es wird deutlich, dass sich Anderson nicht wirklich dafür interessiert.

Wofür er sich interessiert ist der von Phoenix als Mischung aus Nixon-Look-Alike und Quasimodo gespielte Id-Mensch Freddie, einem eher unsympathischen Zeitgenossen der bewusst nur in Primärreizen denkt und handelt. Saufen, ficken, prügeln und depressiv aus der Wäsche gucken. Vielleicht ist es Geschmackssache, aber Anderson überschätzt hier meiner Ansicht nach die Faszination die der Zuschauer für diesen Freddie aufbringt, das Interesse daran ob und welche Wandlung er durchläuft (eigentlich keine erwähnenswerte) und ob er lebt oder stirbt. Phoenix spielt intensiv, aber seine Figur bleibt konstant creepy – egal ob er sich am Strand einen runterholt, mit Sanduschis kuschelt oder für “The Cause” arbeitet.

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ScientologyDirekt / via

Nach dem faszinierend rätselhaften Teaser nun der erste Trailer zu P.T. Andersons, man kann es wohl bereits sagen, neuem Meisterwerk “The Master”. Jetzt auch mit Bewegtbildern von Philip Seymour Hoffman und Amy Adams. Den Ton des Teasers hält auch dieser Trailer. Groß.


Mastership / via

Paul Thomas Anderson. Meisterregisseur. Ultragenie. Ingenium. Amerikas größter aktueller Filmemacher. Sein neuer Film: “The Master”. Gedreht in 65mm. Mit: Joaquin Phoenix, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams, Laura Dern, Kevin J. O’Connor. Musik: Jonny Greenwood. Trailer: Lässt ein weiteres Meisterwerk erwarten.


(Vimeo Direktblood)

Auf Observations in Film Art gibt’s ein superausführliches und extrem interessantes Posting über eine Eyetracking-Studie einer Szene aus There will be blood. Das Video oben ist nur ein kleiner Teil davon, unbedingt das ganze Ding lesen: Watching you watch THERE WILL BE BLOOD.

Plotting static gaze points onto a single frame of the movie allows us to see what viewers were looking at in a particular frame, but we don’t get a true sense of how we watch movies until we animate the gaze on top of the movie as it plays back. […]

The most striking feature of the gaze behaviour when it is animated in this way is the very fast pace at which we shift our eyes around the screen. On average, each fixation is about 300 milliseconds in duration. (A millisecond is a thousandth of a second.) Amazingly, that means that each fixation of the fovea lasts only about 1/3 of a second. These fixations are separated by even briefer saccadic eye movements, taking between 15 and 30 milliseconds!

Looking at these patterns, our gaze may appear unusually busy and erratic, but we’re moving our eyes like this every moment of our waking lives. We are not aware of the frenetic pace of our attention because we are effectively blind every time we saccade between locations. This process is known as saccadic suppression. Our visual system automatically stitches together the information encoded during each fixation to effortlessly create the perception of a constant, stable scene.

Watching you watch THERE WILL BE BLOOD. (via Waxy)

Paul Thomas Anderson – BOOGIE NIGHTS, MAGNOLIA, PUNCH DRUNK LOVE, THERE WILL BE BLOOD-, der wahrscheinlich herausragendste amerikanische Regisseur der Gegenwart und zweifellos der talentierteste Filmemacher seiner Generation, wird vielleicht endlich wieder einen Film inszenieren. Angeblich möchte er Thomas Pynchons Ende der 60er Jahre in L.A. angesiedelten Kriminalroman “Inherent Vice” (dt.: Natürliche Mängel) adaptieren.

Bitte, lass es wahr werden.

(via)

Endlich wieder Neuigkeiten für all die PTA-Fanboys, wie ich es einer bin:

PaulThomasAnderson

Universal erwartet gerade das fertige Skript für Paul Thomas Andersons neuen Film, in dem es um einen Typen geht, der in den 50er Jahren eine neue Religion gründet und der einen Zögling hat, der immer mehr an der eigentlichen Religion zu zweifeln beginnt, umso grösser sie wird. Klingt nach einem “klassichen” Anderson-Stoff, wobei ich mir tatsächlich einige Sorgen mache, das PTA seit “There will be blood” ein wenig die Leichtigkeit früherer Filme verloren geht. Und damit meine ich nicht irgendeine Tralalala-Leichtigkeit, sondern die perfekte Balance aus tragischen, rührenden und komischen Momenten, wie bei “Boogie Nights“, “Magnolia” oder auch “Punch Drunk Love“. Variety schreibt:

The drama does not so much scrutinize self-started churches like Scientology or the Mormons, as much as it explores the need to believe in a higher power, the choice of which one to embrace and the point at which a belief system graduates into a religion.

[via aicn]

Das musste vermutlich noch schnell hinterhergeschoben werden, damit sich im Amerika der freien Religionsausübung niemand schon im Vorfeld auf den Schlips getreten fühlt. Ich bin gespannt. Eigentlich kann PTA ja nix falsch machen, das wird schon…Jetzt warten wir erstmal das das Studio die 35 Mio.$ Budget freigibt, dann sehen wir weiter.

Wuaaaah! Quentin reviewed meinen absoluten Lieblingsfilmemacher! Bei Sky in England hat Tarantino wohl eine kleine Serie in der er über Filme erzählt. Und in dieser einen speziellen Folge redet er über “There will be blood”. Wobei: Eigentlich spricht er mehr über sein Verhältnis zu Paul Thomas Anderson, welchen Film er von ihm am besten findet (“Boogie Nights”!!!! Mein Lieblingsfilm!!! FTW!!!) und was ihm an TWBB so gut gefällt, welche speziellen Szenen ihn umhauen. Man lernt in den 10 Minuten viel über Tarantinos Verständnis von Film, aber eben auch was über Andersons Arbeitsweise.

Um es kurz zu machen: Ich kann gar nicht so viel Häute haben, wie ich Gänsehaut hab. Neun Minuten Siebnundfünfzig Anschaubefehl.


[YouTubeDirektThereWillBeBasterds, via Slashfilm]

p-t-anderson-art-1008

Der Esquire hat einen schönen Artikel über Paul Thomas Anderson (Boogie Nights, Magnolia, There Will Be Blood), darin geht es vor allem um PTAs Vergangenheit, die er bislang immer sehr geheim hielt. Absoluter Lesebefehl für Fans, für alle anderen aber eigentlich auch.

His best friend was a kid named Shane Conrad, and they were always thick as thieves, plotting one mysterious adventure after another. He was popular with girls and brilliant in the classroom, but he always had another agenda. And he always used to say, “Miss Stevens, I’m going to be a famous director. I’m going to win the Academy Award.” And then he grew up to become Paul Thomas Anderson, the acclaimed director of Hard Eight, Boogie Nights, Magnolia, Punch-Drunk Love, and There Will Be Blood. It’s wonderful to think about, almost a fairy tale.

But then Stevens stops, puzzled and even a little sad. Although Anderson is one of the most autobiographical filmmakers of his generation, drawing heavily on his childhood in the San Fernando Valley, most stories about him offer some variation on “very little is known about his early years” or “little is known about Paul’s childhood.” He has stopped talking to most of his friends from those years, and none of them can say whether he just moved on naturally or broke with his past for some secret reason.

“When he did Magnolia,” Stevens says, “I sent word through someone who worked with him to tell Paul it would be great if he could come back for a visit. I’d love to see him. And the answer came: ‘Paul doesn’t go back.’”

She pauses for a moment. “Isn’t that strange?”

The Secret History of Paul Thomas Anderson (via Kottke)

Den Beitrag „The Secret History of Paul Thomas Anderson“ weiterlesen…

Ich habe gerade mit meiner Großmutter eine Grundsatzdiskussion gehabt, die meine Enterbung zur Folge hatte. Sie will mir einfach nicht glauben, dass ich immer Recht habe, mein Humor als Maßstab der Menschheit dienen sollte und mein Filmgeschmack nunmal unbestreitbar, grundsätzlich und überhaupt immer exzellent ist.

Aber der Hauptgrund warum ich schließlich darum bat enterbt zu werden, ist dass sie nicht über folgenden Sketch lachen konnte:


DirektMilkshake

Ladies and Gentlemen, if I say I’m a Weed-Man you will agree…


(DirektBud)

Nilz ist schon völlig hin und weg von Pitti Andersons neuem Werk, der Rest der Kritik ebenfalls. Vergleiche mit “Citizen Kane” werden gezogen und die Wurfartisten der Filmpreise holen schonmal weit aus das Werk mit Trophäen zu bombardieren.

Wir bleiben ganz ruhig und gedulden uns bis wir den Film dann auch mal gucken können und ich hab in der Zwischenzeit auf Maloche mal wieder ein Quiz gebastelt, rund um die Themen Öl, Pitti und Filmgeschichte.

“I have a competition in me. I want no one else to succeed. I hate most people.”


Originaltitel: There will be blood
Herstellungsland: USA 2007
Regie: Paul Thomas Anderson
Darsteller: Daniel Day-Lewis, Ciarán Hinds, Dillon Freasier, Paul Dano

★★★★½ Nilz
★★★☆☆ Batzman
★★★★★ Jet Strajker

bloodklein.jpg

Paul Thomas Anderson, ich habe es an dieser Stelle schon mehrmals zart erwähnt, ist für mich der visionärste Kopf des zeitgenössischen Kinos. Jeder seiner Filme hat mich erstaunt, mitgerissen, umgehauen. Dementsprechend gespannt war ich natürlich auf sein neuestes Werk. Nun hatte ich während der Berlinale die Möglichkeit den Film zu sehen und war natürlich überpünktlich am Kino. Und meine ganze Weltanschauung wurde wieder einmal erschüttert. Aber der Reihe nach:

In “There will be blood” geht es um den Silberminenbesitzer Daniel Plainview. Ende des 19. Jahrhunderts besitzt er exakt eine Mine, die er selber bearbeitet und auschöpft. Das ist Knochenarbeit. Durch einen Unfall entdeckt er eines Tages Öl auf dem Grund seiner Mine. Nach den ersten Ölförderungen wächst sein Ein-Mann-Betrieb langsam heran: Er hat einige Jahre später schon eine Handvoll Mitarbeiter. Aber er selbst muss natürlich auch noch mit anpacken. Eines Tages geschieht ein Unfall an der Förderstelle und einer seiner Mitarbeiter kommt dbaei ums Leben und hinterlässt einen Sohn, ein kleines Baby an der Arbeitsstelle. Plainview nimmt sich des Jungen an und zieht ihn auf wie sein eigenes Kind. Die Jahre ziehen voran und Plainview wird immer mehr zum Profi. Er fährt in Gemeinden und kauft Felder unter denen er Ölvorkommen vermutet. Sein “Sohn” ist dabei immer an seiner Seite. Eines Tages kommt ein junger Mann in sein Büro und erzählt das auf dem Land seiner Eltern das Öl schon aus dem Boden sickern würde. Plainview hat Blut geleckt, fährt mit seinem Jungen vor Ort um sich davon zu überzeugen und pachtet das Land schliesslich von dem Bauern, allerdings mit der Zusage die örtliche Kirche finanziell zu unterstützen.

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Also, ich steh drauf. Vor allem das Schlussbild finde ich den Hammer. Aber ich bin ja auch befangen. Ich denke aber, schon wieder einen Paul Thomas Anderson erster Kajüte zu erkennen. Und jetzt kriegt man auch deutlicher mit, um was es eigentlich geht.

[YouTubeDirektPTAsNeuester]

Er ist der wohl musikalischste Regisseur von allen: Paul Thoma Anderson. Die Musikauswahl bei “Boogie Nights” zeigte perfektes Gespür und war, gleichzeitig zum “On-Screen-Geschehen”, ebenfalls eine Art Timeline an der man sich orientieren konnte, wo man im Film gerade war. Also zeitlich gesehen. Seine Liebe zur Musik, zu den üblichen Prozessen die bei der Produktion von Songs entstehen, gipfelt dann auch in der Szene, in der Dirk Diggler mit seinem Kumpel Reed Rothchild im Studio ist um seine Single aufzunehmen. Das die beiden überhaupt keine Ahnung vom erstellen eines Lieds haben, hält sie nicht davon ab professionell produzieren zu wollen. Eine Szene die geradezu prädestiniert dafür war, John C. Reillys Improvisationskunst freien Lauf zu lassen:

Was aber ist, wenn man seine Songs fertig aufgenommen hat? Jeder, der musizierende Freunde hat weiss das dann die Demohölle losgeht. Man muss sie sich anhören, sich mehr oder weniger ernsthaft damit auseinandersetzen, und gute Miene zum bösen Spiel machen. Auch das kennt PTA offensichtlich gut genug, inspirierte es ihn wohl auch zum Beitrag “Demo Jail” in David Spades Sendung “Showbiz Show”:

Das können natürlich alles nur schwache Hungerstiller sein, im warten auf PTA´s neuen Film, den er gerade dreht (Arbeitstitel: “There will be blood”). Und lange hielt er sich über sein neuestes Projekt bedeckt. Aber jetzt hat er zum ersten Mal darüber gesprochen. In einer Sendung im amerikanischen “Independent Channel”. Und wer hat ihn interviewt? Natürlich ein Musiker: Henry Rollins

Ich bin jetzt schon gespannt wie Bolle, was da neues von Fiona Apples Ehemann kommt…