UPDATE: Aus dem gegebenem wie traurigen Anlass seines Todes hier nochmal ein Text von 2008 in dem ich damals erklärt habe, warum ich Roger Ebert verdammt gerne hatte. Sein Kampf gegen den Krebs, sein Mut und seine ungebrochene Liebe zum Film waren bewundernswert. Das er diesen Kampf jetzt im Alter von 70 Jahren doch verloren hat und damit wie sein Freund Gene Siskel viel zu früh starb, um so trauriger. Ich werd dich vermissen Roger. Deine Texte, deine Tweets und dein Glauben daran das Kino mehr ist als nur flackernde Vergänglichkeit.
Ich bin niemand der Idole hat. Denn Idole bedeuten immer eine unkritische Vergötterung und das liegt mir einfach nicht. Das bedeutet jedoch nicht, daß es nicht Menschen gibt vor denen ich immensen Respekt habe und eine große Zuneigung zu ihnen und ihrer Arbeit verspüre.
Rogert Ebert ist einer dieser Menschen. Er ist vielleicht der berühmteste Filmkritiker der Welt und eine der wenigen Legenden, die sich diesen Status hart erarbeitet haben. Ihm und seinem verstorbenen Kollegen Gene Siskel mit dem er 20 Jahre lang Siskel & Ebert moderierte gebührt der Verdienst ernsthafte, geistreiche, unterhaltsame, leidenschaftliche und spannende Filmkritik im Fernsehen populär gemacht zu haben.
Wenn sich Siskel und Ebert stritten flogen die Fetzen, es ging hart zur Sache und es wurde ernstlich gestritten. Die beiden zeigten dem Publikum, daß man sich mit Filmen auseinandersetzen kann, das man unterschiedlicher Meinung sein kann und sich dennoch respektieren.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- April 4th, 2013 •
- 10 Kommentare
- Schlagwörter: Interview, kritik, Review, Roger Ebert
Sherlock Holmes – Spiel im Schatten (Sherlock Holmes – A Games of Shadows) – USA 2011





Holmes und Watson sind wieder im Einsatz, diesmal gegen den Erzfeind Moriarty, der ein Politkomplott inszeniert, dass den Detektiv auf eine Jagd quer durch Europa treibt.
Als Holmes-Film immer noch nicht wirklich der Burner, ist der Film nichtsdestotrotz eine gewaltige Steigerung gegenüber dem Vorgänger. Statt peinlichen Green-Screen-Turnereien vor Renderkulisse sind Downey Jr. und Law diesmal meist in realer oder bestenfalls digital gepimpter Kulisse zu sehen. Der Scope ist dank Europa-Reise wesentlich größer und dank den gut aufgelegten Darstellern, die das Ermittler-Duo diesmal noch mehr an der Grenze zur Homo-Travestie spielen, macht das Ganze meist auch Spaß.
Weniger gut weg kommen die Nebendarsteller, denn außer Stephen Fry und Jared Harris als Moriarty ist keine Figur mehr als Raumdeko. Insbesondere die Zigeunerin Simsa in Form von Noomi Rapace ist sträflich verschwendet. Dazu kommt der arg holperige Plot, bei dem auch aufmerksame Zuschauer Probleme haben werden zu verstehen was jetzt genau warum passiert – zumindest bis Holmes seine Basil-Exposition-Szenen hat.
Die Anflüge moralischer Philosophie über das Wesen des Menschen, die Moriarty am Ende anbringt sind leider auch nur wenig ausgearbeitet und hingeworgen, ja beschädigen das Mastermind in seiner Brillanz sogar etwas, da sie alle seine Bemühungen ad absurdum führen.
Holmes selber bleibt als Konstrukt schwierig, seine Intelligenz wird angedeutet, doch beschränkt sie sich weniger auf kühle Deduktion, als auf MacGyverhafte Improvisation, die weniger Ermittlungsarbeit ist, als Mission Impossible im Schnelldurchlauf. Das der Film wichtige Informationen zurückhält und verschleiert damit Holmes am Ende ein Auflösung aus dem Allerwertesten ziehen darf ist dann bisweilen schon etwas anstrengend, genau wie die im Grunde stylishen Zeitlupe/Speedup-Szenen – die bisweilen so ausgewalzt sind, dass sie zum Selbstzweck verkommen und eher Ablenken als die Story vorranbringen.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Januar 15th, 2012 •
- 15 Kommentare
- Schlagwörter: Darkest Hour, Jonas, Review, Sherlock Holmes 2

Lisa Hanawait ist offensichtlich Pferdefan, hat sich Spielbergs War Horse angesehen und ein illustriertes Review gemalt. Großartig! (via Miss Cakehead)
- Renington Steele •
- Januar 13th, 2012 •
- 3 Kommentare
- Schlagwörter: Design, Review, Steven Spielberg, War Horse
Mr. Plinkett hat kurz vor Weihnachten – ach ja: ein Frohes Fest nachträglich! – wieder zugeschlagen und rezensiert auf gewohnt zynisch-psychotische Weise Indiana Jones und der Murks mit den Kristallköpfen. Oben der erste Teil, der zweite nach dem Klick, Da sich die Videos nicht einbetten lassen: hier das Teil auf seiner Website, noch viel mehr der Redletter Media-Review findet man unter unserem RLM-Tag. (via Pewpewpew)
- Renington Steele •
- Dezember 27th, 2011 •
- 4 Kommentare
- Schlagwörter: Filmfun, Indiana Jones 4, Redletter Media, Review
“I think I’m gonna be sick.”

Originaltitel: Twilight Saga: Breaking Dawn – Part 1, The
Herstellungsland: USA 2011
Regie: Bill Condon
Drehbuch: Melissa Rosenberg
Darsteller: Kristen Stewart, Robert Pattinson, Taylor Lautner, Dakota Fanning





Bella und Edward heiraten. Jacob ist mit der Gesamtsituation unzufrieden. Bella wird schwanger mit einem Monsterbaby. Werwölfe knurren. Über allen Wipfeln liegt Ruh. Warte nur, bald knurrest auch du.
Dem Klischee folgend, dass die Twilight-Serie sowieso nur für Mädchen gedacht ist, bleibt auch dieser Vorletzte Halbteil in erster Linie eine Variante von “Lass uns drüber reden” – lasst euch nicht täuschen von der Behauptung hier gäbe es mehr Action oder es würde mehr passieren, das ist eine gestörte Wahrnehmung die nur auf Grund der extrem gesenkten Erwartungshaltung durch die Vorgänger plausibel erscheint. Wenn man Stalaktiten beobachtet scheint jeder fallende Kieselstein irgendwann auch als nervenzerfetzender Actionmoment.
Trotz des Millionenerfolges bleibt das Budget der Twilight-Filme eher übersichtlich, was sich sowohl an der Anzahl der Locations, der Actionszenen sowie der Qualität der Spezialeffekte bemerkbar macht, die lediglich graduell besser ist als Teil 3.
Der Großteil des Films ist wie gehabt langwieriges Rumpalavern in und um das Haus der Cullens in dem sich Bella auf ihre Explosion vorbereitet. Bewährtes Soap-Feeling stellte sich ja schon bei Ansicht des Posters ein und ein Hauch von California Clan umweht auch stets die blassen Vampirdarsteller bei der Interpretation von Drei-Tage-Regenwetter beim Pauschalurlaub. Kristen Stewart sieht effektiv aus wie Christiane F. nach dem All-You-Can-Eat-Buffet, Edward schaut mit Darmgrippegesicht bedeutungsschwanger drein, Jacob behält sein Shirt zu oft an, ist aber bis zu seiner Prägung auch mal wieder der einzige zurechnungsfähige Charakter der Truppe, auch wenn Lautner nicht eben wesentlich mehr Gesichtsausdrücke hat als Pattinson.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Dezember 2nd, 2011 •
- 24 Kommentare
- Schlagwörter: Review, Twilight Breaking Dawn
Blue Valentine (USA 2010)





Bemerkenswert gespieltes Liebesmelodram, im Wesentlichen dem Duktus des US-amerikanischen Independent-Kinos verpflichtet (Shaky Cam, grober Schnitt, symbolbehaftete Alltagsbilder), zuweilen eindrucksvoll in der Verzahnung seiner Zeitebenen. Inhaltlich fällt Regisseur Derek Cianfrance hingegen nicht viel mehr ein, als lediglich heterosexuelle Beziehungsstandards anzuhäufen und diese dem kommoden Verlauf einer unglückseligen Liebe entsprechend aufzureihen: Zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt turteln, vögeln und entzweien sich Ryan Gosling und Michelle Williams bis zum bitteren Ende in einer auf Ultrarealismus kupierten Geschichte “wie aus dem Leben”. Das ist wenig profund und weitgehend belanglos, genauso wie sicherlich vollkommen unproblematisch und legitim – wirft dann aber gleichwohl die Frage auf, warum es eben nun ausgerechnet auch noch dieses einhunderttausendste Beziehungsdrama überforderter Endzwanziger gebraucht hat. In der Art, wie sich “Blue Valentine” gegenüber seinen Figuren positioniert (genervte Zicke vs. liebebedürftiger Verlierer), erscheint der Film überdies mitunter unangenehm befangen.
Film Socialisme (F 2010)





Fragmentarisch, essayistisch, assoziativ, dialektisch und leicht senil, irgendwas davon wird schon stimmen. Eindrucksvoll montiert ist er ja, Jean-Luc Godards erhabener Gedankenstrom in 16:9, HD und überaus faszinierend gemischtem 5.1-Ton. Und in gewisser Hinsicht hat das geballte Thesendreschen den Anstrich einer harmonischen Paarung all der emotionalen und intellektuellen Manierismen Godards als Abschlusscollage, aus der man vieles schon kennt, die Haltung zu den Juden in Hollywood genauso wie den Hang zum Kulturpessimismus (“Quo vadis Europa”).
- Jet Strajker •
- September 8th, 2011 •
- 34 Kommentare
- Schlagwörter: Blue Valentine, FFF, Godard, Minireview, Review, Sion Sono, The Woman, Woody Allen, Xavier Dolan
-”Du musst es da drin fühlen!”
-”In meiner Milz?”
Originaltitel: The Smurfs
Herstellungsland: USA 2011
Regie: Raja Gosnell
Buch: Peyo, J. David Stern, David N. Weiss, Jay Scherick, David Ronn
Darsteller: Hank Azaria, Neil Patrick Harris, Jayma Mays, Sofia Vergara, Katy Perry (Voice Smurfette), Jonathan Winters (Voice Papa)




(Klare Sternbegründung im Text – bitte erst NACH dem lesen meckernd “Warum hat DER mehr als XY!?!?!?” in die Kommentare schreiben…!)
Die Schlümpfe haben es gut in ihrem kleinen, unentdeckten Dorf. Einzig Gargamel, der böse Zauberer mit der bösen Katze Azrael, ist eine Gefahr für die kleinen blauben Wesen, aber der wird niemals die unsichtbare Barriere entdecken, die das Dorf mit den Pilzhütten mitten im Wald versteckt hält. Naja. Wäre da nicht Clumsy, der Tollpatsch-Schlumpf. Beim Schlumpfwurzel-Sammeln führt er Gargamel aus Versehen (so wie Clumsy eben alles aus Versehen passiert) auf die Fährte zum Dorf. Es riesiges Chaos bricht aus. Gargamel zerstört jede Hütte, auf die er treten kann. Die meisten Schlümpfe können fliehen, nur eine kleine Gruppe folgt Clumsy (der aus Versehen falsch abgebogen ist), um ihn zu retten: Natürlich der rotmützige Papa Schlumpf, Klugscheisser Schlaubi Schlumpf, die hübsche Schlumpfine, der schottische Draufgänger MacTapfer und der Grummelgriesgramschlechtelaune-Schlumpf.
Am Ende dieser falschen Abbiegung ist ein Dimensionstor in dem die Schlümpfe landen und das sie direkt nach New York in den Central Park katapultiert. Gargamel und Azrael springen hinterher. Sie dürfen die Schlümpfe, vor allem Papa Schlumpf, nicht entkommen lassen, denn Gargamel braucht immer etwas von einem Schlumpf, um daraus sein Zauberelixier gewinnen zu können. In New York landen die Schlümpfe durch Umwege beim Werber Patrick und seiner schwangeren Frau Grace. Während sie die Schlümpfe mit offenen Armen aufnimmt, hat Patrick noch so seine Probleme mit den kleinen, blauen Wesen. Aber er steht auch unter Druck, weil er nur zwei Tage Zeit hat eine komplette Kampagne für ein neues Parfum abzugeben. Dementsprechend angespannt ist er und kann sich keine zipfelmützigen Freunde leisten, die alles auf den Kopf stellen. Und dann ist da auch noch dieser knollennasige Typ in dem braunen Gewand und mit der Katze im Schlepptau. Patricks Leben wird ganz schön auf den Kopf gestellt und irgendwann muss er entscheiden, wie weit er das zulässt, während die Schlümpfe nur eins vor Augen haben: Zurück nach Hause zu kommen.
- Nilz N Burger •
- August 13th, 2011 •
- 8 Kommentare
- Schlagwörter: Animation, Hank Azaria, Kids, Neil Patrick Harris, Review, The Smurfs
“Peace was never an option”
Originaltitel: X-Men: First Class
Herstellungsland: USA 2011
Regie: Matthew Vaughn
Buch: Ashley Miller, Zack Stentz
Darsteller: James McAvoy, Michael Fassbender, Rose Byrne, January Jones, James McAvoy, Nicholas Hoult, Kevin Bacon






Anfang der 60er Jahre. Hochzeit des kalten Krieges. Vor dem Hintergrund der Kubakrise kreuzen sich die Wege von Professor Charles Xavier (James McAvoy) und Eric Lehnsherr (Michael Fassbender) – beides Mutanten. Im Dienst der zunächst skeptischen US-Regierung nehmen sie zusammen mit einer Gruppe junger Mutanten den Kampf gegen den übermächtigen Gegner Sebastian Shaw (Kevin Bacon) auf…
Was für eine erfreuliche Überraschung. Nachdem dummen Wolverine-Soloabenteuer und dem wirklich dummen Trailer hatte ich schon die schlimmsten Befürchtungen für dieses X-Men-Prequel. Zumal die beiden neuen Darsteller jetzt nicht wirklich viel gemein mit Patrick Stewart und Ian McKellen zu haben schienen und nur die übliche Blockbuster-Krach-Bumm-Action im Vordergrund zu stehen schien. Doch das glatte Gegenteil ist der Fall. X-Men:First Class ist ein Charakter-Film, der sich trotz Mutanten-Effekten immer auf seine Figuren konzentriert und die beiden Hauptprotagonisten in all ihren Ambivalenzen lebendig werden lässt. Als würdiges Prequel (trotz einiger ärgerlicher Continuity-Fehler zu den ersten drei X-Men-Filmen) inszeniert Vaughn teilweise mit kammerspielartiger Intensität und nimmt sich die Zeit Figuren emotional aufzubauen, ehe er sie ins Actiongetümmel schmeisst.
Auch wenn das gesprochene Deutsch der Darsteller in der Eingangsszenen im KZ nicht ohne komische Momente ist, legt dieses Intro einen wuchtigen Grundstein für Magnetos Figur und all das, was später aus ihm wird. Kevin Bacon spielt den Schurken hier mit diabolischer Präsenz und einem perfekten Gespür für den feinen Grad zwischen comichafter Überhöhung und völliger Karikatur. Zwischen ihm und Eric spielt sich eine teuflische Hassliebe ab, die als Parabel über Kindesmissbrauch angesehen werden kann, wenn aus dem Opfer langsam ein neuer Täter wird. Fassbender überrascht hier mit einer Intensität, die ich ihm bislang nicht zugetraut habe. Sein Eric Lehnsherr ist genau wie McKellens ein getriebener, unsteter Geist. Zerrissen zwischen Angst und Rachegefühlen. Wenn er sich in Südamerika an ein paar Altnazis rächt ist das sowohl als Actionthrill, wie auch als Psychodrama hochspannend – genau wie seine finale Konfrontation mit Bacons Sebastian Shaw.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Juni 13th, 2011 •
- 36 Kommentare
- Schlagwörter: Comics, Kickass, Matthew Vaughn, Review, X-Men, x-men first class
“I just missed your heart.”
Originaltitel: Hanna
Herstellungsland: Deutschland / Großbritannien 2011
Regie: Joe Wright
Drehbuch: David Farr, Seth Lochhead
Darsteller: Cate Blanchett, Saoirse Ronan, Eric Bana, Olivia Williams, Tom Hollander




Batzman




Jet Strajker (Review gibt’s hier)
Von ihrem vermeintlichen Vater in der Wildnis aufgezogen und zur Kämpferin ausgebildet, lernt die 16jr Hanna (Saoirse Ronan) bei ihrer Rückkehr in die Zivilisation, wer sie wirklich ist und warum eine Spezialeinheit versucht sie und ihren Vater umzubringen…
Inmitten eines Kinojahrs das noch trauriger wirkt als 2010, überrascht “Wer ist Hanna?” mit einer skurrilen Story, die in ungewöhnlichen Bildern mit wunderbarem Gespür für Tempowechsel, Emotionen und Action serviert werden.
Was auf dem Papier noch wie ein “Hit Girl – der Film” wirkte wird unter der Regie von Wright zu einem einfühlsamen, mitreissenden, humorvollen und immer wieder sehr surrealen Trip irgendwo zwischen Bourne mit SciFi-Einschlag und Entwicklungsroman.
Als Glücksgriff entpuppt sich dabei Saoirse Ronan die Hannas kindliche Verletzlichkeit, die Naivität ebenso wie ihre kämpferische und grausame Seite brillant spielt. Schon in Peter Jacksons (leider misratenem) Loveley Bones war sie eines der Highlights und hier kann sie jetzt zeigen was sie wirklich draufhat. Zwischen Schock, Angst, Überlebenswillen und überraschend zärtlicher Erotik trägt sie als Hanna meisterlich den Film über seine oft verwirrende und sicher nicht absolut logische Story.
Cate Blanchet als fast comichafte Antagonistin, steht ihrer jugendlichen Widersacherin nur wenig nach und spielt die Schurkin als eine Art Dana Scully in der Menopause. Wie ihre Neonazi-Handlanger ballanciert sie gekonnt auf dem schmalen Grad zum Grotesken, zum Overacting ohne je komplett lächerlich zu werden und erschafft somit Gegner die man zu hassen liebt.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Juni 3rd, 2011 •
- 62 Kommentare
- Schlagwörter: Action, Hanna, joe wright, Review, The Lovely Bones
“This is not time travel. This is time re-assignment.”
Originaltitel: Source Code
Herstellungsland: USA/F 2011
Regie: Duncan Jones
Darsteller: Jake Gyllenhaal, Michelle Monaghan, Vera Farmiga, Jeffrey Wright, Russell Peters, James A. Woods, Michael Arden, Cas Anvar




Jet Strajker




Batzman
Und täglich grüßt der Source Code. Immer wieder muss der einst im Irak stationierte Helikopterpilot Colter Stevens (Jake Gyllenhaal) acht Minuten eines tragischen Zugunglücks durchleben, das alle Fahrgäste nach einem Bombenanschlag in den Tod schickt. Gefangen in der geheimen technologischen Superwaffe eines Konzerns (angeführt von Jeffrey Wright), dem so genannten Source Code, wird Stevens gegen seinen Willen so lange in die entscheidenden Minuten vor der Explosion zurückgeschickt, bis er die Ursache für den Crash gefunden und damit das Unglück verhindert hat. Gelingt es ihm, die Bombe im Körper eines anderen zu finden, ist seine Mission erfüllt.
***Spoiler***
Ein weiterer Science-Fiction-Gebrauchsfilm von Bowie-Sohnemann Duncan Jones, der abermals ein klassisches Sujet des Genres nutzt, um Fragen nach dem Wert menschlichen Lebens, wissenschaftlicher Ethik und moralischer Verantwortung zu stellen. Diese Fragen spielen, wie bereits in “Moon”, keine allzu ausgeprägte oder gar diskursfähige Rolle, weil “Source Code” zugunsten straffer Handlung und reißerischer Spannung ausreichend mit einem Drehbuch voll von Zeitschleifen und Emotionen und Liebesgeschichte vergnügt ist. Erneut erinnert dies an viele schon da gewesene Filme, etwa an “12:01″, ” Deja Vu” oder “Inception”, wobei Jones seine ausweglose Paradoxieromanze vermutlich eher in Richtung “La Jetée” und damit besonders “Twelve Monkeys” gedacht wissen möchte.
- Jet Strajker •
- Juni 3rd, 2011 •
- 31 Kommentare
- Schlagwörter: Jake Gyllenhaal, Moon, Review, Science Fiction, Source Code
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- Renington Steele •
- Juni 2nd, 2011 •
- Keine Kommentare
- Schlagwörter: Review
“It happened again.”
Originaltitel: The Hangover Part II
Herstellungsland: USA 2011
Regie: Todd Phillips
Darsteller: Bradley Cooper, Ed Helms, Zach Galifianakis, Justin Bartha, Ken Jeong, Paul Giamatti, Jamie Chung, Mason Lee, Mike Tyson




Jet Strajker




Renington Steele




Batzman
Nachdem Phil (Bradley Cooper), Stu (Ed Helms), Alan (Zach Galifianakis) und Doug (Justin Bartha) den schwersten Filmriss ihres Lebens halbwegs verdaut haben, reisen die vier einmal um die halbe Welt, um in Thailand die Hochzeit von Zahnarzt Stu zu feiern. Obwohl sich die (Noch-)Junggesellen geschworen haben, es nicht wieder zum Äußersten kommen zu lassen, wachen drei von ihnen nach einer durchfeierten Nacht in einem Hotelzimmer in Bangkok auf (aus irgendeinem Grund ist der vierte im Bunde, Doug, erneut nicht direkt ins Geschehen verwickelt). Wieder haben die Jungs keine Erinnerungen daran, was passiert ist, und wieder bringen ihre Exzesse unangenehme Konsequenzen mit sich. Und der irrelustige asiatische Schwule (Ken Jeong) ist auch wieder mit von der Partie.
Der männliche Ritus, sich zum Ende der Junggeselligkeit mit Freunden noch einmal richtig abzuschießen, bevor es dem heiligen Bund der Ehe beizutreten gilt, kann sehr amüsant sein. Darüber wurden schon diverse komische Filme gedreht, zum Beispiel eben die elliptische Katerkomödie “The Hangover”. Sie verstand die letzte große Bachelor Party als Erinnerungslücke, die ihre Protagonisten nach einem bösen Erwachen Stück für Stück und voller Verzweiflung zu füllen bemüht waren. Die enthüllten Details der folgenreichen Sausenacht bewegten sich zwischen schwer harmlos und leicht aufregend und führten am Schluss selbstverständlich zur ehelichen und freundschaftlichen Versöhnung zwischen Mann und Frau und – garantiert platonisch – auch zwischen Mann und Mann.
Nicht ohne finale An- wie Aussprachen, leicht sentimentalem Läuterungsgestus und etwaigen geschmacklosen Witz wiedergutmachender Harmonie folgte “The Hangover” artig den neuerlichen Konventionen der US-Komödie, nach denen jedes Unheil stets wieder zur Ordnung gebracht und jede normative Verunsicherung gebannt werden muss.
- Jet Strajker •
- Juni 1st, 2011 •
- 81 Kommentare
- Schlagwörter: Comedy, Hangover, Hangover 2, Review
“Captain, I wish to report a mutiny. I can name fingers and point names.”
Originaltitel: Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides
Herstellungsland: USA 2011
Regie: Rob Marshall
Drehbuch: Ted Elliott, Terry Rossio
Darsteller: Johnny Depp, Penélope Cruz, Geoffrey Rush, Ian McShane, Stephen Graham, Gemma Ward, Richard Griffiths, Sam Claflin




Jet Strajker




Batzman (okay eigentlich eher 3.25 aber ich runde mal auf)




Nilz N. Burger
Captain Jack Sparrow (Johnny Depp), Captain Barbossa (Geoffrey Rush), Captain Blackbeard (Ian McShane), Angelica (Penélope Cruz) und ein Äffchen im Flaschenschiff machen sich auf die Suche nach der magischen Quelle ewiger Jugend. Ihre Wege kreuzen Nixen, Zombies und eine Handvoll miese One-Liner, ehe sich unterschiedliche Interessen zu einem finalen Kampf zuspitzen. That’s pretty much it.
Aus der vielleicht irgendwann einmal halbwegs reizvollen Idee, eine Disneyland-Attraktion zum digitalen Piratenfilm mit milden Fantasy- und Horroreinlagen aufzublasen, ist längst ein süffiger Familien-Franchise mutiert. Alle Versuche, aberwitzige Abenteuer auf See als epische Bombasttrilogie mit losem “Star Wars”-Mittelteil aufzuziehen, verlaufen sich in “Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides” nunmehr im verkrampften Vorhaben, Jack Sparrow nach Entledigung bisheriger Nebenfiguren endgültig die One-Man-Show überlassen und ihn als tapsigen Seemann zur Piratenversion eines Indiana Jones hochstilisieren zu können.
Ein grotesk überbezahlter Johnny Depp schultert den Film in gewohnt exaltiert tuntigen Posen und ungekonnter Komik im Over-Acting-Überbietungsduell mit Geoffrey Rush, der als Captain Barbossa noch einmal mehr aufdreht als in den Vorgängern.
- Jet Strajker •
- Mai 19th, 2011 •
- 49 Kommentare
- Schlagwörter: Adventure, Fantasy, Johnny Depp, Pirates Of The Caribbean, Pirates Of The Caribbean 4, Review
Hier zwei Starts der Woche: Thor +++ SCRE4M
Thor – USA 2010
Batzman: 




Renington: 




Thor wird auf Grund seines arroganten Verhaltens aus Asgard auf die Erde verbannt und seiner Kräfte beraubt, derweil Loki die Macht übernimmt…
[Hier Hammerwitz einsetzen]. Das Hauptproblem der quietschigen Göttersohn-Verfilmung ist wahrscheinlich ihre völlige Spannungsfreiheit. Nichts in dieser Geschichte lädt zum Mitfiebern ein, denn ob die aseptisch, nuttige Renderwelt von Asgard zerstört wird (in der abgesehen von einer Handvoll kostümierter Recken anscheinend sonst eh niemand wohnt),die Welt der Eisriesen vom Genozid bedroht ist oder ein austauschbares Wüstenkaff dem Erdboden gleichgemacht wird (was wahrscheinlich noch als Beitrag zur Aktion Unser Dorf Soll Schöner Werden ausgelegt werden kann) – nie besteht für den Zuschauer irgendein Anlaß sich wirklich über die reine Behauptung hinaus emotional für das Geschehen zu engagieren.
Branagh hat sich natürlich keine leichte Vorlage ausgesucht, denn mit seinem Pidgin-Shakespeare-English, den Regenbogenbrücken, den Rummelplatzkostümen und einem Vokabular das klingt als würde man vom Ikea-Katalog angegriffen, ist Thor tatsächlich ein ziemlich absurder Franchise, der noch schwerer ernstzunehmen ist, als Grüne Leuchte.
Am besten funktionieren dabei – und das muss man Branagh lassen – noch die Dialogszenen zwischen Thor, Odin und Loki, in denen er versucht ein bißchen echte Emotionen zu vermitteln. Doch davon gibt es leider viel zu wenig, denn schon nach kurzer Zeit liegt Odin in der galaktischen Tupperdose und Thor stolpert durch das erwähnte Wüstenkaff und dem Film fehlt eigentlich nur noch die Lachspur um völlig auf Sitcom-Niveau herunterzufallen. Chris Hemsworth, ist ja ein ganz sympathischer Kerl, aber sein halb debiles Dauergrinsen nagt, wie die unsäglichen Gags und Kalauer schon gewaltig an den Nerven. Nathalie Portmans Rolle ist fast nicht existent, genau wie eine echte Entwicklung, denn das was hier als Reifeprozess des arroganten Göttersohns gedacht ist, hat weniger Tiefgang als eine Folge der Cosby-Show und weniger Schauwerte als eine Season-Finale von Heroes.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Mai 4th, 2011 •
- 42 Kommentare
Die Starts der Woche: Paul – Ein Alien auf der Flucht +++ Winnie Puuh +++ Alles was wir geben mussten +++ World Invasion: Battle Los Angeles
Paul – Ein Alien auf der Flucht (Paul) – UK 2011





Zwei Freunde auf USA-Trip (Nick Frost und Simon Pegg) stolpern bei ihrer Reise zu den berühmtesten UFO-Orten unversehens über ein echtes Alien: Paul. Der ist auf der Flucht vor dem FBI und bittet die beiden um Hilfe…
Wie immer wenn Pegg und Frost einen neuen Film ankündigen war gespannt. Aber auch skeptisch, denn ihre Soloprojekte waren bisher ja durchaus durchwachsen und nachdem Edgar Wright diesmal nicht mit von der Partie war, weil er die brillante Scott Pilgrim-Verfilmung umsetzte, hatte ich meine Erwartungen zumindest reduziert. Dann kam der Trailer zum Film und ich senkte sie nochmals erheblich, denn der versprach einen durch und durch amerikanischen Klamauk-Film irgendwo zwischen American Pie und Hangover.
Doch der Trailer täuscht – zum Glück! Denn was dort krampfhaft auf Pipikaka-Debil-Humor für die Freunde des Urogenitalwitzes getrimmt wird, entpuppt sich dann im Kino (zumindest in der Originalfassung) als sympathischer, witziger und trotz kleiner Schwächen sehr unterhaltsame SciFi-Komödie mit hohem Zitierpotential.
Pegg und Frost, die diesmal erstmals gemeinsam das Drehbuch verfasst haben, unternehmen ihren ersten Ausflug in den Mainstream und bewahren sich dennoch viele der kleinen Eigenheiten die “Spaced”, “Shaun of the Dead” und “Hot Fuzz” so liebenswert machten. Denn trotz einiger Klischees und Charakteren die eher als Karikaturen angelegt sind, vom debilen Redneck bis zum verbohrten Kreationisten, bleiben die Figuren nachvollziehbar und sympathisch und auch Paul, den das Marketing sich müht “als Total Crazy Proll-Alien zu verkaufen” ist letztlich viel ruhiger, menschlicher und intelligenter als erwartet und wird von Seth Rogen mit subtilem Witz statt sprachlichen Verrenkungen gesprochen. Weniger American Dad, mehr relaxter Starman. Seine zotigen Momente sind fast alle im Trailer enthalten, denn zumeist ist Paul keineswegs ein notgeiler Alf-Verschnitt sondern ein ganz normaler Typ, der mehr mit Ford Prefect als mit Gordon Shumway gemein hat.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- April 16th, 2011 •
- 64 Kommentare
- Schlagwörter: Alles was wir geben mussten, Battle Los Angeles, Paul, Review, Winnie The Pooh
Drei Neustarts der Woche im Überblick: Rio +++ The Mechanic ++ Trollhunter
Rio – USA 2011





Der seltene Papagei Blu, der als verwöhntes Haustier in einem Buchladen aufwuchs, kehrt erstmals in seine Heimat Rio zurück, weil der dort mit dem letzten Weibchen seiner Art eben jene retten soll. Doch nicht nur die Vogelschützer sind die blauen Flatterviecher scharf, sondern auch sinistre Schurken und schon bald befindet sich der kleine, flugunfähige Nerd Bird auf der Flucht durch ein ihm unbekanntes Land.
Überraschungsfreier aber sehr unterhaltsamer Film der Ice-Age-Macher, der wesentlich witziger und optisch opulenter daherkommt, als die Abenteuer von Sid, Manni und Co.
Jesse Eisenberg als Fish-out-of-water Nerd-Bird sorgt im Zusammenspiel mit Anne Hathaways Jewel für viele liebenswerte Momente und auch wenn man schnell weiß wie die Story dieser Flucht-in-Ketten-Variante verlaufen wird und wahrlich jedes Rio-Klischee aus der Kiste gekramt wird, fällt es schwer bei der temporeichen Geschichte nicht doch mitzuwippen.
Denn die Schauwerte sind beachtlich, die Sets überzeugen durch knallige Farben und hohe Detailfülle und die Nebenfiguren sorgen für soliden Sidekick-Humor. Die Werbekooperation mit dem Erfolgs-Mobile-Game Angry Birds, die sich in kurzen Momenten auch im Film wiederfinden, dürfte dabei nur eine von vielen netten Ideen sein, die der Film für sich verbuchen kann. Emotional erreicht diese Liebeserklärung des brasilianisch-stämmigen Regisseurs Carlos Saldanha an seine Heimat zwar nie die Tiefe vergleichbarer Filme, hat aber dennoch einige rührende Momente und das knuffige Screwball-Gezicke der beiden Papageien lässt die 90min schnell ver… ähm -fliegen.
Nette Unterhaltung ohne Ewigkeitsanspruch, mit einer zumindest im Original, hervorragenden Voice-Cast.
The Mechanic – USA 2010





Auftragskiller (Jason Statham) wird von seinen Bossen dazu manipuliert seinen Mentor abzuknallen. Als er rausbekommt das er getäuscht wurde, nimmt er zusammen mit dem Sohn des Mentors blutige Rache…
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- April 11th, 2011 •
- 13 Kommentare
- Schlagwörter: Fantasy, Review, Rio, The Mechanic, Troll Hunter
Okay das ist kein volles Psycho-Plinkett-Review im Stil der legendären zweistündigen Star Wars-Analysen – sondern Teil der neuen Review-Serie namens “Half in the Bag” in der zwei TV-Techniker, die eigentlich Plinketts alten VCR reparieren sollen sich über Filme unterhalten. Das machen sie aber sehr amüsant und erhellend. Hier ist ihre Meinung zu Zack Snyders Zuckerpunsch.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- April 7th, 2011 •
- 12 Kommentare
- Schlagwörter: Redletter Media, Review, Sucker Punch, Zack Snyder
“This is not my story…”
Originaltitel: Sucker Punch
Herstellungsland: Kanada/USA 2011
Regie: Zack Snyder
Buch: Zack Snyder / Steve Shibuya
Darsteller: Emily Browning, Abbie Cornish, Jena Malone, Vanessa Hudgens, Jamie Chung, Carla Gugino, Jon Hamm, Scott Glenn, Oscar Isaac




Batzman




Jet Strajker

Pupsi Blubb (Emily Brown) wird von ihrem bösen Stiefvater in die Psychatrische Anstalt gesteckt, nachdem sie sich gegen seine diversen Übergriffe gewehrt hat. Dort ist alles aber auch eher unerfreulich, bis sich Pupsi im Rahmen einer lobotomievorbereitenden Maßnahme in eine Traumwelt flüchtet in der die Psychatrie ein Edelbordell ist, aus dem sie zusammen mit den anderen Mädels Bummsi, Schnucki, Stupsi und Mopsi fliehen will…
Okay was haben wir hier? Mätressens Flug über das Kuklux-Nest? Lord of the Dings? Pans Bordell? Alice im Arschlochland? Eigentlich ziemlich egal, Hauptsache es ist hibbelig und laut. Und das ist Sucker Punch für überlange 110min die im nicht auf PG13 getrimmten Directors Cut dem Vernehmen nach auf stolze 128min anwachsen sollen, falls die Firma Avid nicht doch noch eine Einstweilige Verfügung gegen Zack Snyder erlässt und ihm verbietet sich je wieder einem Schnittrechner zu nähern. Aber ich greife vor.
Man könnte behaupten Sucker Punch sei nicht so gut. Aber das wäre untertrieben. Sucker Punch ist etwa im selben Maße nicht so gelungen, wie der Golfkrieg jetzt keine so Super-Idee war. Zack Snyder – darauf deutet zumindest seine oft nur rudimentär von öden 90er Jahre-Musikvideos zu unterscheidende Inszenierung hin – wäre vermutlich gerne der Sohn von Baz Luhrman und Tarantino, der Bruder von Peter Jackson oder zumindest der besoffene Schwager von Michael Bay.
Leider ist er nur Zack “der Eulenfilmmann” Snyder und da er sich diesmal nicht bewusst an eine große Vorlage klammern kann, sondern seine eigene Idee umsetzt, die dem Vernehmen nach etliche Jahre in ihm gereift ist (wahrscheinlich so wie der eine Joghurt der seit Monaten bei mir ganz hinten im Kühlschrank steht und dessen Deckel sich bedrohlich wölbt), bleibt ihm mangels eigener visueller oder intellektueller Inspiration nur halbverdautes Klauen, von Leuten die er wahrscheinlich zutiefst verehrt.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- März 30th, 2011 •
- 195 Kommentare
- Schlagwörter: Fantasy, Review, Sucker Punch, Zack Snyder
Hier zwei Reviews zu aktuellen Starts, sowie ein nachgeholter Film: Ich bin Nummer Vier +++ Gnomeo und Julia +++ Wir wollen Sex +++ In einer besseren Welt
Ich bin Nummer Vier (I am number four) – USA 2011





John (Alex Pettyfer) ist eines von zehn ausserirdischen Kindern, die als letzte ihres Volkes vom Planten Lorien auf der Erde versteckt wurden. Doch böse Ausserirdische sind ihnen auf den Fersen und bringen die mittlerweile fast erwachsenen Kids in der Reihenfolge ihrer Nummern um. Nachdem Eins bis Drei schon das Zeitliche gesegnet haben, muss sich jetzt auch John, alias Nummer Vier seiner Haut erwehren… und dabei will er doch nur ein ganz normales Teenie-Leben führen.
Was auf dem Papier noch als ganz nettes Twilight für Jungen mit weniger schmollen und mehr Explosionen ausgesehen haben mag, entpuppt sich dann auf der Leinwand leider als uneinheitlicher Mischmasch, dem leider jedes Quentchen Originalität abgeht.
Auch wenn das Finale actionmässig mit Monsterhunden, ordentlich Krawumm und der (viel zu späten) Einführung des Kick-Ass-Babes Number Six durchaus punkten kann, dominiert zuvor leider der dramaturgische Leerlauf, Unlogik und Dialoge die einem wahrlich die Schuhe ausziehen. Das Subtilitätslevel der Inszenierung wird auf den Punkt gebracht, wenn dem Hauptcharakter John (gespielt vom Sympathiebolzen Alex Pettyfer, der sich selbst für den nächsten DeNiro zu halten scheint und der für einen Teenager dann doch etwas zu erwachsen und alt ausschaut) gesagt wird, er solle sich sich unauffällig verhalten und man ihn im nächsten Schnitt aus dem Bus steigen und sich die Kapuze eines Hoodies überstülpen sieht. Ah! Unauffällig. Wir haben verstanden.
Das ihm im folgenden pubertätsbedingte Superkräfte erwachsen und er wie jeder Junge feststellt, das er mit seinen Händen ganz wunderbare Sachen machen kann, mindert keinesfalls die unfreiwillige Komik, wenn dann später Sätze wie “Shoot me with your Lumen!” geäussert werden.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- März 26th, 2011 •
- 12 Kommentare
- Schlagwörter: Gnomeo and Juliet, I am Number Four, In einer besseren Welt, Review, We want Sex
Zwei aktuelle Starts der Woche im Halblang-Review: Rango +++ Der Plan
Rango – USA 2011





-”They say they are Thespians..!”
-”Thesbians? But that’s illegal in seven states!”
Eine frustrierte Echse mit Schauspielambitionen (Johnny Depp), die bisher als Haustier gelebt hat, strandet versehentlich in der Wüste nahe Las Vegas. In der Tier-Stadt Dirt erfindet er sich als Revolvergeld Rango neu und wird prompt zum Sheriff gemacht – doch damit fangen seine Probleme erst an.
Wunderschön und in einem sehr eigenen Stil animiert, der sich deutlich von Pixar, Dreamworks oder BlueSky unterscheidet, erzählt Rango eine sehr klassische Western-Story, die sich an ein deutlich erwachsenes Publikum wendet.
Die nicht sonderlich originelle Story, die im wesentlichen “Three Amigos”, “Galaxy Quest” und “Chinatown” paraphrasiert, funktioniert vor allem als Hommage an den klassischen Spaghetti- und grittigen Spätwestern – jedes Moment wirkt vertraut, denn Rango bedient sich nicht nur beim Namen bei Corbucci und bei den Fistful-Referenzen bei Leone, sondern auch in der liebevollen Detailfreude mit der er abstossende und eklige Charaktere entwirft (von denen eine Echse mit einem Pfeil durch den Kopf wahrscheinlich die irritierenste ist).
In wohltuendem 2D inszeniert, verlässt sich Regisseur Gore Verbinski neben den Bildern ganz auf die exzellente Voice-Cast, die neben Johnny Depp und Ned Beatty (der nach “Toy Story 3″ hier seine zweite Rolle als animierter Schurke spricht) bis in kleine Nebenrollen fantastisch anzuhören ist und viel Western-Atmosphäre vermittelt. Kleine One-Liner wechseln sich ab mit Pathos und Klamauk – oft kommt es mehr drauf an wie ein Satz gesagt wird, als auf die tatsächlichen Worte.
Dafür das es ihr erster reiner CGI-Film ist, haben sich die oft so gelangweilt wirkenden Trickser von ILM diesmal wirklich reingehängt und erschaffen fantastische Bilder, die an der Grenze zwischen Photorealismus und Cartoon liegen.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- März 13th, 2011 •
- 15 Kommentare
- Schlagwörter: Animation, Rango, Review, Science Fiction, The Adjustment Bureau

















































