The Hills have eyes – USA 2006

★★★☆☆

Irgendwo in der Wüste von Nevada. Weil Papa etwas von der Landschaft sehen will, kurvt eine Familie durch die Pampa. Genregemäß fragen sie bei der fiesesten Tankstelle weit und breit nach dem Weg und werden prompt in die Irre geschickt. Es kommt wie es immer kommt, das Wohnmobil bricht zusammen und binnen kurzer Zeit kommen die durch Atomtests verseuchten Mutanten von den Hügeln herunter und fangen an zu morden, schänden und brandschatzen, wie es so die Art der Atommutanten ist.

Ein weiteres Remake eines 70er Horrorklassikers. Ausnahmsweise aber mal ein leidlich spannender, der streckenweise aufregender ist als das Original von Wes Craven.

Nach dem vergurkten und völlig unlogischen "Haute Tension" schafft es Regisseur Alex Aja in seinem ersten Hollywoodfilm tatsächlich einen soliden Backwood-Slasher mit einigen ironischen Momenten zu basteln. Die Besetzung wird als sympathisch und glaubwürdig genug eingeführt, daß man ihnen nicht sofort die Schwindsucht an den Hals wünscht und man hinreichende Empathie empfindet, daß es einen unangenehm berührt wenn sie von den Mutanten zerlegt werden. Zudem verhalten sie sich nicht all zu blöde und die Zahl der Fake-Buh-Effekte bleibt überschaubar.

Kameraarbeit und Schnitt sind ordentlich und nutzen effektiv das Wüstensetting. Insgesamt ein schöner klassischer Horrorfilm der sich nicht in unnötigen Sadismen weidet, was in Zeiten von Saw2 und Hostel schon eine ganze Menge ist.

 

Ray Ferrier: They’re not from around here.

Robbie Ferrier: You mean they’re, like, from Europe?

Ray Ferrier: No, Robbie, they’re not from Europe.

Originaltitel: War of the Worlds
Herstellungsland: USA 2005
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Tom Cruise, Justin Chatwin, Dakota Fanning, Tim Robbins, Miranda Otto

★★★½☆

HellBent – USA 2004

★★★☆☆

Ein weiterer Slasherfilm, diesmal mit einem besonderen Gimmick: Hellbent ist der erste schwule Horrorfilm (Yentl mal ausgenommen). Alle Hauptfiguren des Films sind Schwuppen. Abgesehen davon ist der Film allerdings weniger innovativ und verlässt sich auf die bewährte "Irrer Killer jagt Leute durch die Gegend"-Dramaturgie, die wir alle so lieben. Halloween in West-Hollywood, dem Gay-District. Eine Gruppe von Freunden macht sich verkleidet auf zu einer Megaparty. Der Thrill des Geisterabends wird dadurch erhöht, daß am tag zuvor ein junges Schwuppenpärchen brutal abgeschlachtet wurde. Schon bald sieht sich die die Truppe von einem durchtrainierten Kerl mit Teufelsmaske verfolgt.

"Hast du ein Messer in der Hose, oder freust du dich nur mich zu sehen?" – In dem Fall ist es das Messer.

Paul Etheredge-Ouzts hat sich die Vorbilder von Halloween bis Scream gut angesehen und liefert hier einen soliden Slasher ab, der dank des Settings ein paar ungewohnte Momente für sich verbuchen kann. Die Charaktere sind sympathisch und bekommen ein paar Szenen zugestanden, die sie als echte Menschen erscheinen lässt, ehe der Killer loslegt und sie auf phantasievolle Weise abschlachtet. Für einen Low-Budget-Film sieht das Ganze auch ziemlich nett aus, gut gewählte Locations, ansprechende Beleuchtung und viele hübsche Kerle in den Partyszenen. Dazu ein zwei romantische Momente, wenn der Hauptdarsteller in all dem Tumult seinen Traumtypen kennenlernt und ein paar eklige Splattereinlagen.

Fast zeitgleich kamen dies Jahr zwei hochkarätig besetzte Politfilme aus den USA ins Kino, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Lord of War und Syriana

"Back then, I didn't sell to Osama Bin Laden. Not because of moral reasons, but because he was always bouncing checks."
LOW.jpgOriginaltitel: Lord of War
Herstellungsland: USA 2005
Regie: Andrew Niccol
Darsteller: Nicolas Cage, Jared Leto, Bridget Moynahan, Ian Holm, Ethan Hawke

★★½☆☆

Yuri Orlov (Nicolas Cage), ukrainischstämmiger Amerikaner, der in New York aufwuchs erzählt seine Geschichte: Er  ist  Waffenhändler, einer jeder Händler des Todes, wie uns der deutsche Titel wissen lässt.  Von den kleinen Anfängen in den 80ern über die Blütezeit nach dem Zusammenbruch der Sovietunion, in denen große Mengen Waffen der Armee "verfügbar" wurden, über die profitablen Kleinkriege in Afrika bis in die heutige Zeit. Yuri verkauft Waffen, verliebt sich und heiratet das gutherzige aber talentlose Model Ava und kümmert sich um seinen drogengefährdeten Bruder Vitaly (Jared Leto).
Lange schafft er es sich dem Zugriff des Gesetzes, verkörpert von Jack Valentine (ein ziemlich knittrig gewordener Ethan Hawke), zu entziehen, der ihm stets auf den Fersen ist.

Quips nennen die Amerikaner die kleinen Witzeleien, One-Liner die Stand-Up-Comedians abfeuern und die bisweilen durch ihre Geschmacklosigkeit, ihren Zynismus schockieren und lachen machen.

"Was ist der Unterschied zwischen einer Wagenladung Bowlingkugeln und einer Ladung toter Babies?"
"Die Bowlingkugeln kannst du nicht mit der Mistforke abladen.."

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“Como a te gusta me pinga?.”

Originaltitel: Trick
Herstellungsland: USA 1999
Regie: Jim Fall
Darsteller: Christian Campbell, John Paul Pitoc, Tori Spelling, Brad Beyer

★★★½☆

Trick

Eigentlich sollte es ja einfach sein, einen Platz zum Vögeln zu finden, sollte man meinen. Erst recht in einer Riesenstadt wie New York. Aber, ginge es um Realismus gäbe es keinen Film und das ganze hieße nicht Trick sondern „Prick“, würde 10 Minuten dauern und hätte eine andere Altersfreigabe.

Doch halt, der Reihe nach, es geht dann ja doch um einen Spielfilm, genauer eine “Romantic Comedy”. Und weil es eine schwule solche ist, spielen eben auch nicht Tom Hanks und Meg Ryan mit sondern zwei adrette junge Männer von denen man bisher nichts gehört hat. Christian Campbell treibt als Gabriel ein erfolgloser Nachwuchs Musical-Schreiber durch Manhattan – sein Coming Out ist noch nicht so lange her und irgendwie wirkt er noch immer etwas scheu und verklemmt. Seine beste Freundin Kathrin eine erfolglose Nachwuchsschauspielerin, hinreißend laut und nervig gespielt von der Berufstochter Tori Spelling, hofft eines Tages in dem von ihm verfassten Muscial die Hauptrolle zu ergattern – bei einer Probeaufführung, wird Gabriel von einem älteren Kollegen deutlich auf seine Mankos hingewiesen: Seine Lieder und Figuren klingen hölzern, die Emotionen unglaubwürdig – nicht zuletzt deswegen weil Gabriel selbst kaum emotionale Erfahrungen von stürmischer Liebe und heißem Verlangen kennt.

Also beschließt er dem abzuhelfen, zieht mal wieder durch die Szene – doch die platten Anbaggereien und Einladungen zu Gruppensex findet er doch eher befremdlich. Erst auf dem Rückweg in der U-Bahn ergibt sich dann doch etwas… der schnuffige GoGo-Boy Mark, gespielt von John Paul Pitoc erhascht seine Aufmerksamkeit… und überrumpelt Gabriel in seiner offenen Art. Also ein One-Night-Stand – doch wohin nur gehen?

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Fear me, if you dare…

Originaltitel: Shrek 2

Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2004
Regie: Andrew Adamson, Kelly Asbury, Conrad Vernon
Darsteller: Mike Myers, Eddie Murphy, Cameron Diaz, John Cleese,
Antonio Banderas, Julie Andrews, Jennifer Saunders
Rupert Everett

★★★★☆

Machs größer, machs grüner, machs besser. PDI schafft es wirklich den Vorgänger zu übertreffen. Die Animationen sind detaillierter, die Hintergründe ausgetüftelter, Die Gagrate ist nochmal glatt verdoppelt werden. Wie bei den Simpsons dürfte Freeze-Frame-Fun angesagt sein, wenn man den Film auf DVD schaut und immer wieder zurückspult um Backgroundgags und Popkulturreferenzen zu entdecken.

Es scheint sich zu bestätigen, was sich schon mit ANTZ und SHREK andeutete: PIXAR übernimmt die Altersgruppe 3-10 und bringt patentiert kunterbunte Filme, die harmlose und brave Kindergeschichten erzählen. PDI / Dreamworks konzentriert sich auf Jugendliche und Erwachsene Zuschauer, die sich an einer etwas sarkastischere Weltsicht und selbstreferenziellem Humor erfreuen.

Now its the time to repay my debt

Ebenfalls PDI-typisch ist die treffliche, hochkarätige Stimmbesetzung. Zumindest im Original darf man sich an Jennifer (AbFab) Saunders als Gute Fee und Antonio Banderas (Desperado, Spy Kids) als Gestiefeltem Kater erfreuen.

“Pray for mercy… from Puss’n'Boots”

Banderas nutzt die Rolle um ein weiteres mal sein Latin-Lover-Image gehörig zu veralbern. John Cleese und Julie Andrews (Mary Poppins, S.O.B.) geben ein herrlich zickiges Königspaar ab. Zahllos auch dort die Anspielungen auf frühere Filme.
Shrek 2 ist definitiv ein Werk, das mehrmaliges Ansehen belohnt. Im Gegensatz zum Fischfilm von PIXAR, bei dem ich im letzten Akt ein ums andere Mal das Ende herbeisehnte, schafft es Shrek durch abwechslunsgreiche Schauplätze, rasante Inszenierung und ein ständiges In-Joke-Feuerwerk die letztlich bekannte Story hinreißend zu erzählen.
Die Moral des “Sei wie du bist” ist sicher nicht neu und kann hinterfragt werden, die Art wie diese Story erzählt wird ist jedoch rundherum gelungen.

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usa.jpg
Trailer

Während des Abspanns darf man sogleich die amerikanische Staatsbürgerschaft beantragen, wenn man sie noch nicht bei Wir waren Helden oder Independence Day erworben hat. Dazu einfach das Formular auf der Rückseite der Kinokarte ausfüllen und beim US-Botschafter an der Kinokasse abgeben. Mal wieder wird eine schreckliche Tragödie Hollywood-gerecht, garniert mit einer Überdosis Patriotismus, dem Publikum serviert: World Trade Center

ist ein verkommener Hund von einem Film.Er läuft Dir hinterher um zu sehen, ob Du etwas fressbares fallen läßt und wenn Du es tust, beißt er Dir in die Wade.

Wolf Creek erzählt keine neue Geschichte, natürlich nicht. 3 Kinder gehen in den Wald (hier das australische Outback) und nur eines kommt zurück. Selbstverständlich basiert das Ganze auf einer wahren Geschichte, das kennt man sowohl von Blair Witch Project als auch von Texas Chainsaw Massacre. Soweit, so gewöhnlich.

Was den Film aber als wohl einen der besten im frischen Jahr dastehen lassen wird ist die Virtuosität der Bilder, die Gelungene Vermischung von Motiven aus Texas Chainsaw Massacre, Mad Max und Beim Sterben ist jeder der erste. Dieser Film fühlt sich anders an, als andere Horrorthriller. Tarantino’sche Handlungswendungen kann man sogar ausmachen, die Bilder besitzen hartgezeichnete Realismus und das Drehbuch hat Struktur, die Handlungsstränge sind streng sortiert, fließen jedoch anders als bei Tarantino ineinander und wechseln schleichend die Erzählperspektive. Einen solchen Anspruch an cineastische Formalismen hat man im modernen harten Horror-Film so bisher noch nicht gesehen.

Die Brillanz des Films zeigt sich vielleicht am ehesten in einer Szene, in der einer Protagonistin die vermeintliche Flucht gelingt. Sie hält einen Autofahrer an, der zunächst eine Kanne aus dem Kofferraum nimmt und auf das Dach stellt. Zeitgleich hört man eine zunächst undefinierbare Tonfolge. Einen Knall, ein Zischen, ein „Deng“. Verwirrt schauen Autofahrer und Zuschauer auf die Durchlöcherte Kanne währen ein weiterer Knall, ein weiteres Zischen und diesmal ein kräftiges „Splatt!“ erfolgt und die Protagonistin und der Zuschauer entsetzt auf die blutverschierte Scheibe starren. Ohnmächtig muss sie sich eingestehen, trotz der scheinbaren Freiheit der offenen Weite des australischen Outbacks ihrem Peiniger hoffnungslos ausgeliefert zu sein.

Wenn der Begriff Gewaltpoesie noch nicht erfunden wurde, für diesen Film wird man es tun müssen.

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