szmtag

“You wouldn’t have to change for me Bella. I’m in love with you, and I want you to pick me instead of him.”

Originaltitel: The Twilight Saga: Eclipse
Herstellungsland: USA 2010
Regie: David Slade
Darsteller: Kristen Stewart, Robert Pattinson, Taylor Lautner, Billy Burke, Ashley Greene, Bryce Dallas Howard, Dakota Fanning, Anna Kendrick, Nikki Reed, Peter Facinelli

★★★☆☆ Jet Strajker
★★½☆☆ Batzman

Alles wie gewohnt in Forks, Washington: Herzschmerz, Eifersucht, schlechtes Wetter. Bella (Kristen Stewart) steht immer noch zwischen den Fronten und ihre Perücke sieht gar fürchterlich aus. Edward und sein Vampirclan müssen sich gegen eine so genannte “New Blood”-Armee von Blutsaugern zur Wehr setzen, und die oberkörperfreien Indianerwölfe stehen ihm trotz aller Rivalitäten bei. Das macht die Sache für Bella nicht einfacher. Sie ist jetzt zwar verlobt mit dem Vampir (Robert Pattinson), empfindet aber auch Liebe für den Werwolf (Taylor Lautner). “I love you”, gesteht sie Jacob, bei Edward dann schon “I love you more”. Wirklich kompliziert war und ist das alles nach wie vor nicht, aber langsam geht’s ans Eingemachte: Die Hochzeitsglocken drohen zu läuten und der erste Sex kommt bestimmt. Endlich!

Ich hätte es damals nicht für möglich gehalten, dass die Teenie-Trash-Romanze “Twilight” – bis dato noch lediglich ein, ich sage mal: Jugendbuch-Phänomen – solch ein kommerzieller Erfolg werden würde. Nun muss man ja mittlerweile, neben den Adaptionen der “Harry Potter”-Romane, wohl vom größten und wahrscheinlich auch wichtigsten Kino-Franchise der letzten zehn Jahre sprechen. Das lässt sich als aufmerksamer Filmfreund nur noch schwer umgehen, auch wenn die Filme eigentlich, nun ja, etwas doof sind. Und konservativ und ein bisschen sehr langweilig. Aber immerhin sprechen wir von einer Serie, für die zum Teil hochinteressante Regisseure verpflichtet wurden, oder zumindest im Gespräch waren – zuletzt gar David Cronenberg, der den zentralen Vampirmensch-Konflikt der schönen Bella gewiss nicht nur als schmachtvolle Sehnsuchtsmetapher verhandelt hätte.

Den Beitrag „Eclipse – Biss zum Abendrot (Review)“ weiterlesen…

“Do the roar!”

Originaltitel: Shrek Forever After
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Mike Mitchell
Drehbuch: Josh Klausner, Darren Lemke
Sprecher: Mike Meyers, Eddie Murphy, Cameron Diaz, John Cleese, Antonio Banderas, Julie Andrews, john Hamm, Walt Dohrn

★★★☆☆

Shrek ist von der Familienidylle und dem familiären Einerlei angenervt. Am Geburtstag seiner Kinder platzt ihm der Kragen, er streitet sich mit Fiona und rennt wütend davon. Rumpelstilzchen (Walt Dohrn) nutzt die Situation aus und verführt Shrek für einen Tag sein altes Ogerleben zurückzubekommen, doch natürlich hat die Sache einen Haken und Shrek sieht sich einer Welt gegenüber in der er nie existiert hat…

Das Gute an Shrek 4 ist, dass er nicht Shrek 3 ist. Dreamworks hatte es mit dem lieblos heruntergerenderten dritten Teil ja schon sehr effektiv geschafft all die positiven Gefühle die die ersten beiden Abenteuer des grünen Oger begleiteten auf Null zu fahren. Das hilft diesem im Grunde reichlich überflüssigen vierten Teil, denn er ist deutlich besser und geht als anspruchslose Sommerunterhaltung ziemlich in Ordnung.

Natürlich kaschieren die Macher ihre Einfallslosigkeit in Bezug auf die Charaktere, ihr Potential und ihre Entwicklung eher schlecht als recht, wenn sie mal eben den Reset-Button drücken und Shrek wie weiland Jimmy Stewart durch eine Welt irren lassen, in der nichts aus den vorangegangenen Teilen passiert ist. Ein Far Far Away, in dem Shrek, Puss und Donkey sich nicht kennen, Drachen böse sind und Fiona sich aus eigener Kraft aus ihrem Verließ befreien musste.

Den Beitrag „Für immer Shrek / Shrek 4 (Review)“ weiterlesen…

“Ich bin nicht hier um euch zu mögen. Ich bin hier um euch zu lehren.”

Herstellungsland: Deutschland 2010
Regie: Christine Hartmann
Buch: Katharina Reschke, Christine Hartmann
Darsteller: Sophia und Jana Münster, Heino Ferch, Hannelore Elsner, Katharina Thalbach, Susanne von Borsody, Anja Kling, Oliver Pocher

★★★½☆

Die beiden eineiigen Zwillinge Hanni und Nanni werden von einer fiesen Mitschülerin ausgetrickst und infolgedessen beschuldigt, in einem Kaufhaus geklaut zu haben. Deswegen fliegen sie auch von ihrer Schule. Ihre Eltern müssen sich, zähneknirschend, nun dringend etwas einfallen lassen. Auch wenn sie ihren Töchtern glauben. Und da hat die Mutter der beiden die rettende Idee: Das Internat, auf das sie auch schon als junges Mädchen gegangen ist. Der “Lindenhof”.

Während Hanni vom ersten Moment an gegen das Internat ist und sich unnahbar gibt, weil sie davon überzeugt ist, sowieso bald wieder auf ihre alte Schule zurückzukehren, entdeckt ihre Schwester Nanni die Vorteile die das Internatsleben, im speziellen auf diesem Internat, so mit sich bringt. Die Loyalität der beiden Schwestern wird auf eine harte Probe gestellt und gipfelt in einem Hockeyspiel, das vermutlich über alles entscheidet: Ihre Zukunft, die Zukunft des Lindenhofs und die Beziehung zweier Schwestern.

Es ist mal wieder so weit! Eine weitere ultra-erfolgreiche Hörspiel/Jugendbuch-Reihe wurde verfilmt. Dazu muss ich vielleicht vorneweg folgendes anmerken: Ich habe die Hanni und Nanni-Hörspiele nie gehört. Meine Tochter auch nicht. Deswegen wird der Vergleich zur Vorlage, der ja gerade bei solchen Verfilmungen immer äusserst heikel ist, leider von mir nicht gezogen werden können. Aber Elternteile, die die Hörspiele liebten und jetzt den Film gesehen haben, dürfen sich gerne in den Kommentaren verewigen, wie sich beides zueinander verhält. Aber zum Film:

Den Beitrag „Hanni und Nanni (Review)“ weiterlesen…

“Dastan, where’s the Dagger?”

Originaltitel: Prince of Persia: The Sands of Time
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Mike Newell
Buch: Boaz Yakin & Doug Miro
Darsteller: Jake Gyllenhaal, Gemma Arterton, Ben Kingsley, Alfred Molina, Toby Kebbell, Reece Ritchie

★★★☆☆
★½☆☆☆ (Mal Sehen)

Persien irgendwann kurz vor Scheherazade: Der vom König Sharaman adoptierte Waisenknabe Dastan ist mittlerweile zu Jake Gyllenhaal herangewachsen und erstürmt mit seinen Brüder das Königreich Alamut, weil ihnen ihr sinisterer Onkel Nizam (Ben Kingsley) eingeflüstert hat, dort gäbe es Massenvernichtungswaffen.

Das ist natürlich eine Lüge, denn Nizam will in Wirklichkeit die Macht über den rieselnden Dolch erlangen, mit welchem er die Zeit zurückdrehen kann. Dafür muss er allerdings erst Dastan aus dem Weg räumen. Der Prince of Persia macht sich zusammen mit Prinzessin Tamida (Gemma Nochaufnbier) auf ins Abenteuer um das Schlimmste zu verhindern…

Bei allen Bedenken die ich hatte, muss zugeben, dass “Prince of Persia” ein rundrum solider Abenteuerfilm ist, der streckenweise viel Spaß macht. Auch wenn hier nur eine Variante vom König der Löwen mit Dastan als Simba, Kingsley als Scar , Arterton als Nala und Alfred Molina als Pumba mit ein bißchen Herr der Ringe verrührt wird, hat der Film ein paar Schauwerte und Schauspieler die im großen und ganzen einen guten Job machen.

Kingsley ist mal wieder ein ansehnlicher Bösewicht, auch wenn er schauspielerisch nicht gerade an neue Grenzen gebracht wird. Gyllenhaal gibt souverän den Helden, dessen Hauptaufgabe es ist dekorativ herumzustehen und verschmitzt zu grinsen und Gemma- nunja sie ist halt da und versucht das Beste aus der unterschriebenen Rolle zu machen. Richard Coyle und Toby Kebbell schaffen es auch Dastans Brüder die nötige Ambivalenz zu geben und machen die schlussendliche Wandlung glaubwürdig.

Den Beitrag „Prince of Persia – The Sands of Time (Review)“ weiterlesen…

Schnurz und schnerzlos geht es diesmal um: Gentlemen Broncos +++ The Girls of St. Trinian 1 +++ The Girls of St. Trinian 2 +++ The Wolfman Unrated

Gentlemen Broncos – USA 2009
★★½☆☆

Ein junger White-Trash Geek träumt davon, seine spinnerte Sci-Fi-Story verfilmt zu sehen. Leider muß er feststellen, dass sein großes schriftstellerisches Vorbild ihm die Geschichte auf einer Convention geklaut und als eigene ausgegeben hat.

Jared “Napoleon Dynamite” Hess bleibt seiner Linie treu und inszeniert einmal mehr seine Nerdphantasien. Allerdings weniger die liebenswerten Nerds a la Michael Cera oder Kevin Smith, sondern die wirklich debilen, die auch gutwilligen Leuten gerne mal auf den Sack gehen. Diesmal ist die Story (im Gegensatz zum Vorgänger Nacho Libre) sogar dazu angetan Interesse zu wecken, doch immer wieder verhindern unnötige Fäkaleinlagen, das die im Grunde ganz charmante Geschichte, so wirklich berühren will.

Der böse SciFi-Autor wird von einer Hälfte des Flight of the Conchords-Team zwar sehr komisch, aber auch jenseits jeder Karikatur gespielt. Wie die meisten Figuren ist auch sie zu verdreht um noch als echter Mensch durchzugehen. Dazu kommt die sehr lahmarschige Inszenierung, die die eigentliche Story erst im letzten Drittel abhandelt und zwischendurch viel zuviel Zeit mit Scheisse- und Kotzwitzen verplempert und uns mit visualisierten Szenen aus der Benjamins Story foltert, deren “Haha wir drehen einen bewusst trashigen Film”-Witz nach ca. 10 Minuten verpufft ist – genauso wie die Luchador-Nummer in Nacho Libre. Wie man sowas witziger und besser machen kann, zeigen die Flesh Gordon-Filme, die sogar Kacke-Witze souveräner durchgezogen haben als Hess der meint er müsste uns Kotz-Küsse zumuten.

Was bleibt ist ein wundervoller Vorspann, viele skurrile Momente und mit Michael Angarano und Sam Rockwell ein paar gute Hauptdarsteller – die alle mit einem etwas weniger aufs hässliche Extrem fixierten Regisseur wohl besser beraten gewesen wären.

Den Beitrag „Kurzreviews: Gentleman Broncos, The Girls of St. Trinian 1 +2, The Wolfman Unrated (Review)“ weiterlesen…

“Can I have another? Can I have another cup of coffee, please? “

Originaltitel: A Nightmare on Elm Street
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Samuel Bayer
Buch: Wesley Strick, Eric Heisserer
Darsteller: Jackie Earle Haley, Rooney Mara, Kyle Gallner, Katie Cassidy, Thomas Dekker
★½☆☆☆ Batzman
½☆☆☆☆ Jet Strajker

Der durch einen Akt von Selbstjustiz von einem Eltern-Mob hingerichtet Kinderschänder Freddy Krueger erscheint Teenies in ihren Träumen und will sie umbringen. Die Teenies finden das doof und überlegen, was sie dagegen tun können.

Another Year, another shitty Platinum Dunes-Remake. Es ist durchaus ermüdend, sich immer wieder durch die ebenso geleckt- wie gelangweilt heruntergekurbelten Leichenschändungen gestandener Horrorklassiker zu gucken. Denn Samuel Bayer – und seine Drehbuchautoren – haben natürlich ebensowenig Gespür für eine wirklich inspirierte Neu-Konzeption der genialen Pop-Ikone Freddy Krueger, wie es die anderen Video-Clip-Regisseure hatten, die aus unerfindlichen Gründen immer wieder aufs Kino losgelassen werden. Wie Kollege Marcus Nispel gebricht es Bayer an der Fähigkeit irgendeine Empathie für seine Figuren zu entwickeln, noch tatsächliche Spannung jenseits abgedroschener Buh-Momente zu erzeugen.

Der Verleih tat gut daran, die Tagline des Films “Never Sleep Again” zu nennen – denn die Werbezeile des Wes Cravens Original “Don’t fall asleep” hätte wohl noch mehr hämische Kommentare erzeugt, angesichts des völligen Fehlens jeglichen Grusels in diesem abgestandener-Kamillentee-schalen Neuaufguss, der sich in bemitleidenswerter Verzweiflung wenn ihm so gar nichts mehr einfällt an Shot-for-Shot-Imitation des alten Films versucht, ohne ihm auch nur im Mindesten das Wasser reichen zu können.

Es tut weh einen respektablen und keineswegs schlechten Schauspieler wie Jackie Earle Haley zu sehen, der sich sichtlich abmüht der Rolle ein paar Facetten abzugewinnen und dabei durch die Inszenierung und strunzöde Dramaturgie immer wieder ausgebremst wird. Da sein Make-Up ein totaler Griff ins Klo ist und er aussieht wie eine Mischung aus einem Zombie und einem Gummiebärchen das zuviel Sonne abbekommen hat, macht es ihm auch nicht leichter. Es erklärt aber viel grundlegendes: Die Macher haben die Qualitäten des Originals – und selbst den der schwächeren Sequels – nie kapiert. Selbst “Freddys Finale” ist im Vergleich zu diesem Stinker noch ein Ausbund an Spaß und originellen Einfällen.

Den Beitrag „Nightmare on Elmstreet (2010) (Review)“ weiterlesen…

Heute im gar-nicht-mal-so-kurz-Review: Der fantastische Mr. Fox +++ A Single Man +++ The Crazies (2010) +++ Cabin Fever 2 – Spring Fever

A Single Man – USA 2009
★★★½☆

Los Angeles kurz nach der Kuba-Krise: George Falconer (Collin Firth), Universitätsprofessor hangelt sich nach dem Tod seines langjährigen Lebensgefährten von Tag zu Tag. Nach außen der perfekte, adrette Gentleman, ist er innerlich kurz vor dem Zusammenbruch und denkt darüber nach allem ein Ende zu bereiten. Wie wird dieser vielleicht letzte Tag in seinem Leben ausgehen?

Das der Regisseur bislang Modemacher war, kann der Film nicht verleugnen. Viel ist hier der unbedingte Wille zum Stil. Ob es die übertriebene 60er Jahre Optik ist, in der alle Figuren aus “Father knows best” entsprungen zu sein scheinen (oder wahlweise aus der “Somewhere thats green”-Traumsequenz in “Little Shop of Horror”), die Erinnerungsflashbacks die hart am Kitsch kratzen oder die nicht eben subtile Farbdramaturgie, die immer dann die Sättigung hochschraubt, wenn unser Protagonist sich für Momente mal wieder mit dem Leben, mit angenehmen Erfahrungen und Zuneigung verbunden sieht. Dazwischen, so sagt es uns der Stil, ist sein Leben grau und öde. Das ist elegant, aber teilweise schon etwas geleckt und gestelzt und verliert damit an unmittelbarer Nähe.

Das der Film dennoch funktioniert und sich die eher behauptete als gefühlte Beziehung zum verstorbenen Ex verschmerzen lässt, liegt an der wunderbaren Besetzung, allen vorran natürlich Collin Firth, der hier angenehm nuanciert spielt. Auf den ersten Blick dröger Spießer, lauert unter der Oberfläche fast der Rebell, der gekonnt gelernt hat sich anzupassen, seine subversiven Gedanken nur unterschwellig zu akzentuieren. Das er eben nicht nur der konservative Nachbar “in den besten Jahren” ist, wie es die Umwelt wahrnimmt, zeigt sich immer wieder in kleinen Blicken und Gesten.

Den Beitrag „Kurzreviews: Der fantastische Mr. Fox, A Single Man, The Crazies 2010, Cabin Fever 2 (Review)“ weiterlesen…

Zur Kleinkinder-Doku „Babies“, dessen Trailer Nilz neulich gezeigt hatte, habe ich jetzt schon das zweite, superabsurde Review gelesen. Zunächst mal das Review von Dan Kois auf Village Voice (okay, das Review ist nur der erste Entwurf und es gibt noch ein seriöses, but still…)

Babies babies “Babies” babies Babies? Babies babies.

Babies babies babies babies babies babies babies babies babies babies Babies? Babies babies, babies.

Babies babies babies babies babies babies babies babies Babies? Babies babies babies babies.

Babies “Babies” babies babies babies? Babies babies babies. Babies babies babies babies babies—babies babies babies babies babies babies babies babies babies babies. Babies babies babies babies babies.

Und dann das sehr erheiternde Review von jemandem auf Kids-in-mind.org, die Filme auf Kindertauglichkeit hin rezensieren. „Babies“ erhält dort zwei von zehn Punkten für Gore & Violence und 5/10 Punkten für Sex & Nudity.

A toddler repeatedly hits an infant in the face with a biscuit until the infant begins to cry. An infant leans over to another infant and bites the child on the shoulder, causing the child to cry. A toddler hits an infant in the face and torso with a scarf until the infant begins to cry — the toddler continues to hit the baby with the scarf.

(via MeFi, Kottke)

“Hey, das ist doch nicht ihre Mauer!”

Herstellungsland: Deutschland/Österreich/Schweiz/China 2010
Regie: Peter Gersina
Buch: Thomas Brezina und Peter Gersina
Darsteller: Helena Siegmund-Schultze, Bruno Schubert, Justus Kammerer, Iris Berben, Stipe Erceg, Simon Schwarz, Nina Proll
★★★☆☆

Das Tiger Team Biggi, Patrick und Luk sind drei Kids aus Wien, die gemeinsam die rätselhaftesten Fälle lösen. Diesmal verschlägt es sie nach China, weil sie bei einer Freundin, die ein chinesisches Restaurant hat, einen Drachenschlüssel gefunden haben und herausfinden wollen, was es damit auf sich hat. Aber kaum in China angekommen, werden sie wegen dem Schlüssel gejagt von einer schrecklichen Frau namens Madame Q. Und sie erfahren das es nicht einen, sondern drei Drachenschlüssel gibt, die man braucht um den versteckten Palast des Kindkaisers im Berg der 1000 Drachen zu betreten. Dieser Kindkaiser soll im Besitz eines Elixiers der ewigen Jugend sein, das einem eben auch ewiges Leben schenkt. Und schon ist das Tiger Team mitten in einem brenzligen Fall in einem fremden Land. Werden sich die drei Kids gegen die Erwachsenen, die vor keinem noch so schmutzigen Trick zurpückschrecken, durchsetzten können?

Erstmal soviel: Ich bin schon zu alt um das “Tiger Team” gelesen zu haben. Das ist nämlich eigentlich eine Kinder/Jugendbuchreihe. In der es wohl in jedem Buch darum geht, selber mitzuraten und den Detektiven zu helfen, den jeweiligen Fall zu lösen (indem man Hinweise auf Bildern sucht, etc.). In Deutschland ist diese Serie wohl sehr erfolgreich und lustigerweise auch in China, wo sie mehr als die Harr POtter Bücher verkauft hat (WTF?!?!). Das zumindest erstmal die Infos, die ich von der Wikipedia hab (und die gar nicht mal so ausführlich sind). Nun, mir hätte die Serie als Kind wohl gefallen, ich mochte diese Geschichten wo man selber mitraten muss immer gern. Nun kommen wir aber zum Film (bei dem man, das kann ich schonmal verraten, nicht mitraten muss, zumindest wird man nicht dazu aufgefordert).

Den Beitrag „Tiger Team – Der Berg der 1000 Drachen (Review)“ weiterlesen…

“Pfffts!”

Originaltitel: Iron Man 2
Herstellungsland: USA 2010
Regie & Buch: Jon Favreau
Darsteller: Robert Downey Jr., Scarlett Johansson, Mickey Rourke, Sam Rockwell, Samuel L. Jackson, Gwyneth Paltrow, Don Cheadle, Jon Favreau, Garry Shandling
★★★☆☆ Batzman
★★☆☆☆ Jet Strajker
★★★★☆ Nilz N. Burger

Tony Stark genießt es Iron Man zu spielen. Er sieht sich als Hüter des Weltfriedens, posiert großspurig auf Magazincovern, lässt Keynotes zu Revuenummern werden und weigert sich standhaft sein Wissen mit dem US-Militär zu teilen.

Was niemand weiß: Tony ist krank, die Folge des Palladiums in seinem Brustreaktor, das ihn langsam vergiftet.
Obendrein macht ihm der rivalisierende Industrieboss Justin Hammer zu schaffen, der sich mit dem russischen Superbösewicht Whiplash zusammentut…

Jon Favreau ist ein guter Regisseur, der gerade in den Schauspielerszenen oft viel Gespür für Timing beweist und den Charakteren meist genug Zeit lässt sich zu entfalten, ehe die Action wieder ihren Tribut fordert. Auch Iron Man 2 hat viele schöne Kleinod-Momente, die sehr komisch sind. Seien es die ungelenken Steve-Ballmer-Verrenkungen des von Sam Rockwell mit neurotischer Schmierigkeit gespielten Justin Hammer oder das angeknackst-nervöse Machismo Tony Starks, wenn er mit Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) agiert (am schönsten in der Büro-Szene wenn Stark mit ein paar Erdbeeren bei Potts ankommt).

Auch kleine ruhigere Momente in denen die Kamera nur den hintergründig-schweigenden Mickey Rourke zeigt, sind spannende kleine Schauspiel-Momente, die vielen anderen Superhelden-Filmen, die nur auf Coolness und Posen achten, abgehen. Ja selbst sein sehr ausgedehntes Cameo als Happy Hogan, ist hübsch anzusehen, wenn auch etwas klamaukig.

SPOILER AHEAD

Den Beitrag „Iron Man 2 (Review)“ weiterlesen…

The Conman who wouldn’t go straight.

Originaltitel: I Love You Phillip Morris
Herstellungsland: USA/F 2009
Regie: Glenn Ficarra, John Requa
Darsteller: Jim Carrey, Ewan McGregor, Leslie Mann, Rodrigo Santoro, Jessica Heap, Marc Macaulay, David Jensen, Dameon Clarke, Antoni Corone, Griff Furst
★★★★☆ Jet Strajker
★★★½☆ Batzman

Eine wahre Geschichte, zumindest so weit es das Kino zulässt: Steven Russell (Jim Carrey) ist der All-American-Dad, er hat einen guten Job, eine Frau, ein Kind und auch ein schönes Haus. Das alles hakt dieser Film jedoch schon mit der Titelsequenz ab, um dem sorgenfreien Leben des Steven Russell zügig ein Ende zu bereiten. Mit einem Autounfall – man denke an John Waters’ “A Dirty Shame” – kommt dem Lebemann eine einschneidende Erkenntnis: Er ist schwul. Und damit nicht gemacht für sonntägliche Kirchengänge und kuscheligen Ehe-Sex. Jetzt sehen wir Steven ganz schnell ganz anders: In neuesten Designer-Klamotten und mit markigen Kerlen an seiner Seite. Das ist der Moment, an dem viele Besucher die Sneak Previews hierzulande auch angesichts durchaus etwas expliziterer Szenen schlagartig verließen. So kann man es zumindest immer wieder vernehmen.

Weil der Lebenswandel jedoch seine kostspieligen Schattenseiten hat, entschließt sich Steven zu eher unkonventionellen Methoden der Geldbeschaffung. Um sich und seinem neuen Freund finanziellen Wohlstand zu garantieren, betrügt er Versicherungen – und landet damit zügig im Gefängnis. Dort lernt er Phillip Morris (Ewan McGregor) kennen und lieben, und dort beginnt der Film seine eigentliche (Liebes)Geschichte zu erzählen. Was Steven hingegen an Lügen, Diebstählen und Trickbetrügereien auffährt, um diese Liebe halten und in die Freiheit verlagern zu können, das sprengt jeglichen Rahmen.

Den Beitrag „I Love You Phillip Morris (Review)“ weiterlesen…

“With no power comes no responsibility.”

Originaltitel: Kick-Ass
Herstellungsland: USA/GB 2010
Regie: Matthew Vaughn
Darsteller: Mark Strong, Nicolas Cage, Aaron Johnson, Chloe Moretz, Christopher Mintz-Plasse, Lyndsy Fonseca, Tamer Hassan, Xander Berkeley
★★★★☆ Jet Strajker
★★★½☆ Batzman
★★★½☆ Renington Steele

Ein Nerd kommt selten allein. Und deshalb fachsimpelt Dave Lizewski (Aaron Johnson) in und nach der Schule am Liebsten mit seinen beiden Kumpels über Comics, Superhelden und die unerreichbaren Brüste der Mitschülerinnen. Als der Teenager eines Nachmittags von zwei Vorstadtgangstern ausgeraubt wird, beschließt er das machtlose Nischenleben als unbemerkter Loser schlagartig zu beenden: Mit einem günstig erstandenen Ganzkörperkostüm zieht er als Kick-Ass in (s)einen Kampf gegen das Verbrechen – der mit zahlreichen Knochenbrüchen freilich rasch im Krankenhaus endet.

Doch der selbsternannte Superheld ist fest entschlossen, dem Unrecht weiterhin die Stirn zu bieten. Eher zufällig gelingt ihm die Rettung eines Mannes auf der Flucht vor Schlägern, die ihn schlagartig bekannt macht – MySpace, YouTube und der Macht des Handyvideos sei Dank. Der mediale Achtungserfolg ersetzt das Fehlen von Superkräften, ruft jedoch auch die wirklichen Bösewichte dieser Welt auf den Plan: Comic-Weisheiten helfen Kick-Ass bei der Verteidigung schwer bewaffneter Mafiosi nicht mehr weiter. Praktisch also, dass dem unbeholfenen Quasi-Superhelden eine 11-Jährige (Chloë Moretz) zur Hilfe eilt, die gemeinsam mit ihrem Vater (Nicolas Cage) ebenfalls beschlossen hat, das Recht in die Hand zu nehmen.

Vom töricht-sympathischen Möchtegern-Comicfilm mausert sich “Kick-Ass” schließlich doch noch irgendwie zum spektakulären Popcornhappening und lässt seine glanzlosen Stinos über Umwege zu Superhelden reifen. Dass der Film dabei schlussendlich selbst abzuheben droht, wenn er gänzlich seiner überdrehten Gewalt und auf Coolness geeichten Karikaturen erliegt, lässt sich nur mit Regisseur Matthew Vaughns unbedingtem (Stil)Willen erklären, stets auf Augenhöhe seiner Figuren bleiben zu wollen. Denn die wachsen in diesem Film weit über sich hinaus – sie müssen sich selbstredend nicht nur gegen zahlreiche Bösewichte, sondern auch die Klischees eines Genres behaupten, das seine Strahlehelden immer schon auserkoren und gefunden hat. “Kick-Ass” feiert den Aufstand der Verlierer, irgendwo zwischen Pickeln und Adoleszenz. Und er kürt sie zu Helden.

Den Beitrag „Kick-Ass (Review)“ weiterlesen…

Und hier noch zwei Filme, die ich jetzt erst sehen konnte, auch wenn sie schon eine Weile laufen:

Drachenzähmen leicht gemacht (How to train your dragon) – USA 2010
★★★½☆

Der junge Wikingersohn Hicks (Jay Baruchel) ist anders als die raubauzigen Bewohner der kleinen Insel Berk. Schmächtig, schlacksig und nicht gerade mutig benutzt er lieber den Kopf als die Fäuste. Statt wie alle anderen gegen die Drachenplage zu kämpfen, freundet er sich mit einem verletzten Drachen an und lernt langsam die Kreatur zu respektieren und sie nicht als Feind zu begreifen.
Was nur solange gut geht, bis die anderen Wikinger herausfinden, warum Hicks urplötzlich vom Schwächling zum Drachenbändiger mutiert…

Dreamworks liefert hier eine überraschend effektive und spannende Story ab, die nach einem ziemlich lahmen Start immer mehr an Fahrt gewinnt und in einem actiongeladenen und gerade in 3D sehr effektiven Finale mündet, dass optisch zu überzeugen weiß und erzählerisch zumindest solide daherkommt. Regisseur Peter Hastings (dessen furchtbaren Country Bears-Film ich lieber ganz schnell vergesse) erzählt sowas wie Wickie mit Eiern. Das Grundsetting ist dem Bully-Film durchaus ähnlich, nur ist der Emo-Bubi Hicks der wesentlich liebenswertere Charakter, dem Jay Baruchel (der Hicks optisch mal so gar nicht ähnelt) eine charmant-linkische Stimme leiht.

Natürlich kaspert der Film sich brav durch die üblichen Stationen, die so eine Geschichte nunmal hat (inkl. des typischen Vater/Sohn-Konflikts und eines “Du bist nicht mehr mein Sohn”-Moments, der schnell bedauert wird), aber er macht es mit viel Sympathie für die Figuren und schafft es der zu Beginn an eine Siedler-Cut-Szene erinnernde Optik überraschendes Eigenleben zu verleihen. Etwas weniger Training und etwas mehr Wumms zu Beginn wären vielleicht nicht schlecht gewesen, aber das ist vielleicht auch schon etwas viel verlangt, von einem Film der “How to train your dragon” heißt.

Den Beitrag „Kurzreviews: Drachen zähmen leicht gemacht, Soul Kitchen (Review)“ weiterlesen…

-”What’s this?”
-”Just leave it…”

Originaltitel: Clash of the Titans
Herstellungsland: Großbritannien / USA 2010
Regie: Louis Leterrier
Drehbuch: Travis Beacham, Phil Hay, Matt Manfredi
Darsteller: Sam Worthington, Ralph Fiennes, Liam Neeson, Gemma Arterton, Alexa Davalos, Mads Mikkelsen, Nicholas Hoult

★★★☆☆

Die Götter bezwisten sich und Perseus (Sam Worthington) darf für die Menschheit die Kastanien aus dem Kraken holen und sich unterwegs mit diversen Mythenmonstern herumprügeln.

Das Remake von Louis “Hulk” Leterrier bleibt dem Original treu: Es erzählt eine unglaublich trashige Geschichte mit bierernstem Gesicht in das sich nur manchmal ein augenzwinkerndes Grinsen einschleicht. Das ist natürlich ganz schön schlecht und schauspielerisch auch eher im Lande Tröt anzusiedeln, nimmt sich zum Glück dabei aber nie so ernst, dass es wirklich peinlich würde. Die Beteiligten wissen, dass sie hier eine ziemlich doofe Geschichte erzählen (“Release the Plot”, wie ein US-Kollege schrieb), die was mythologische Akkuratesse angeht wohl noch ein Grad unter Percy Jackson liegt. Dabei kleben das Drehbuchkollektiv erstaunlich an der Vorlage, deren Handlung bis auf den Tausch Bubo gegen Dschinns fast 1:1 kopiert wird. In gewisser Weise ein Meta-Film, der nicht ein Hollywoodbild der griechischen Sagenwelt bespielt, sondern eine Reflektion eines solchen Hollywoodbildes. Quasi das Klischee des Klischees. Teilweise liebevolle Hommage an die Zeiten in den Harryhausen seine Monster per Stoptrick Leben einhauchte, die sich nur an einer Stelle einen direkten Kommentar auf die unpassend modernistischen Anklänge des Originals erlaubt.

Die Trickeffekte und das Creature-Design erinnern sehr häufig und keinesfalls nachteilig an alte, knorrige Stop-Motion-Zeiten. Detailfreudigkeit und die Art der Animation unterscheiden sich dabei in vielen Szenen vom typischen CGI-Look. Besonders schön anzusehen: Die Skorpione und der Kraken, doch auch die generalüberholte Medusa macht etwas her. In den Trickszenen schafft es der Streifen, der immer dann durchhängt von Exposition oder der Versuch von Charakterentwicklung die Leinwand füllt, gut zu unterhalten und hübsch naives Augenfutter mit ungewohntem Retro-Charme zu servieren.

Den Beitrag „Kampf der Titanen (2010) (Review)“ weiterlesen…


(Youtube Direktclones, via /Film)

Der Epic-Long-StarWars-Videoreview-Typ ist zurück mit einem Review zu Attack of the Clones, die restlichen 8 Videos nach dem Klick.

Auf seiner Website gibt’s noch ein paar weitere StarTrek-Reviews, die habe ich mir aber noch nicht angesehen.

Den Beitrag „90 Minuten-Videoreview zu Attack of the Clones“ weiterlesen…

“Michael, I want you to have a good time but if you get a girl pregnant out of wedlock, I will crawl into the car, drive up to Oxford and cut off your penis.”

Originaltitel: The Blind Side
Herstellungsland: USA 2009
Regie: John Lee Hancock
Darsteller: Sandra Bullock, Lily Collins, Kathy Bates, Kim Dickens, Quinton Aaron, Tim McGraw, Jennifer Rose Locke, Rhoda Griffis
☆☆☆☆☆

Wie ein treudoofer Taugenichts mit Welpenblick stampft Michael Oher (Quinton Aaron) durch die Eingangspforten seiner neuen Schule, die Kinder bürgerlicher amerikanischer Christen zu vorbildhaften Gesellschaftern heranzieht. Sie werden erfolgreich sein im Leben, weil sie Geld haben. Da muss sich Michael, verniedlicht Big Mike genannt (weil er so groß und putzig und auch etwas doof ausschaut), natürlich wie ein Außenseiter fühlen, er kommt aus mittellosen Verhältnissen und er ist, im Gegensatz zu allen anderen, auch noch schwarz. Das ist hier, im Selbstverständnis des Films, ein natürlicher Nachteil, der ausgeglichen gehört. Und so kommt Michael das Schicksal in Gestalt einer weißen Frau zu Hilfe, als er eines Nachts im Regen den Highway entlang torkelt: Leigh Anne Tuohy (Sandra Bullock), glückliche Ehefrau und Mutter zweier Kinder, nimmt den hilflosen Tunichtgut selbstlos zu sich. In ihrer großen Villa richtet sie ihm die Couch her und lässt ihn bei sich und ihrer Familie wohnen. Es ist ein Akt der Nächstenliebe. Lediglich an gewisse Bedingungen geknüpft.

Michael ist von nun an das neue Haustier der Tuohys. In ihrer sorglosen Welt fremdelt er zunächst, aber die Familienmitglieder, allen voran der kleine Sohn, wissen ihn zu halten und abzurichten. Er darf beim kollektiven SuperBowl-Familienabend mitschauen, den jüngsten Spross mit Spiel, Spaß und Laune unterhalten, und er bekommt sogar ein Stück vom Thanksgiving-Braten ab. Das alles nimmt Michael stillschweigend hin, weil er eh nichts zu melden hat als jemand, der aus dem Ghetto kommt und keine Bildung genossen hat. Aber der Teenager wird erst noch erfahren müssen, was Demütigung bedeutet, als Leigh Anne in ihm das Potential eines echten Vorzeigehündchens entdeckt. Michael nämlich ist groß und schwer und massiv gebaut, also ein idealer Footballspieler. Deshalb wird er fortan zum Training geschickt und gezielt zum Sportstar ausgebildet, ehe sich die Vereine des Landes um ihn reißen und Mutter Tuohy sich auf die Schulter klopfen darf.

Den Beitrag „Blind Side – Die große Chance (Review)“ weiterlesen…

“Wo seid ihr meine Freunde…?”

Originaltitel: Jerry Cotton
Herstellungsland: Deutschland 2010
Regie: Cyrill Boss / Philipp Stennert
Buch: Boss, Stennert. Andreas Gaw
Darsteller: Christian Tramitz, Christian Ulmen, Mónica Cruz, Christiane Paul, Heino Ferch, Joram Voelklein, Jürgen Tarrach, Janek Rieke, Herbert Knaup, Moritz Bleibtreu

★★½☆☆

Jerry Cotton (Christian Tramitz), der beste Mann des FBI soll den Mord an einem dubiosen Unterwelt Sammy Serrano (Moritz Bleibtreu) aufklären. Er ist gar nicht begeistert, als ihm nach dem schweren Unfall seines letzten Partners, der ebenso übereifrige wie unerfahrene Phil Decker (Christian Ulmen) zur Seite gestellt wird. Doch das ist nur das geringste seiner Probleme…

Cottons Jerry, in dem Christian Tramitz markant posend auf den Spuren George Naders wandelt, bleibt leider ein eher halbgares Vergnügen. Viel Potential, musikalische Referenzen auf die legendäre Original-Musik von Peter Thomas und ein sehr gelungenes Intro trösten leider nur bedingt über den insgesamt sehr durchwachsenen Gesamteindruck weg.

Das Drehbuch bietet schon einige gute Gags, doch das Timing sowohl in Spiel als auch Schnitt hängt ständig durch. Immer verweilt die Kamera einen Tick zu lange auf der Action und viel zu oft scheinen die Darsteller Lachpausen zu lassen, anstatt die Dialoge einfach schnell und natürlich abzuliefern. Was Stennert und Boss beim zweiten Teil von Der Wixxer und in wenigen Folgen der Pro7-Märchenstunde noch gelang, mit todernster Miene extrem alberne Scherze zu servieren, gleitet hier leider oft in die Regionen des unwitzigen TV-Klamauks ab, bei dem nach Gags schonmal das Pointengesicht aufgesetzt werden darf.

Die Optik schwankt ebenfalls zwischen gelungenen Einfällen und Bildern die trotz des unzweifelhaften Aufwandes doch irgendwie “klein” wirken. Natürlich könnte man das als Referenz auf die alten Filme lesen, denn auch dieser Jerry Cotton entstand wie sein 60er Jahre Vorgänger hauptsächlich in Deutschland und nicht in New York, viel näher liegt aber die Interpretation, das die beiden Regisseure sich einfach mit dem ganz großen Kinobild doch ein wenig schwer tun (ein Umstand der sich ebenfalls bereits in Neues vom Wixxer abzeichnete).

Den Beitrag „Jerry Cotton (Review)“ weiterlesen…

“Now more than ever, we need the Jedi.”

Originaltitel: Men Who Stare at Goats, The
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Grant Heslov
Buch: Peter Straughan
Darsteller: Jeff Bridges, George Clooney, Kevin Spacey, Ewan McGregor, Robert Patrick, Stephen Lang

★★★☆☆

Durch Zufall stolpert der erfolglose Provinzreporter Bill Wilton (Ewan McGregor) im Irak über Lyn Cassidy (George Clooney), der behauptet teil einer streng geheimen Spezialeinheit der US-Armee gewesen zu sein, das sich in der Ausbildung sog. Jedi-Krieger verdingte. Kämpfer die nur mittels PSI-Kräften den Weltfrieden erstreiten sollten.

Durch Wände gehen, Ziegen durch Blicke töten, Hellsehen – nichts war für diese Supermänner unmöglich.
Das Projekt unter der Leitung des idealistischen Bill Django (Jeff Bridges) lief angeblich blendend, bis ein mißgünstiger Konkurrent (Kevin Spacey) Unfrieden in die Hippie-Soldaten-Truppe bringt.

Anfänglich skeptisch, gerät Bill immer tiefer in Lyns Bann und beginnt sich zu fragen, ob an der Geschichte nicht doch etwas dran sein könnte.

Regisseur Heslov hat sich hier eine feine, fast wahre Story rausgesucht, deren Prämisse direkt aus dem Lande WTF zu stammen scheint. Und es gelingt ihm auch, das Ganze mit leichtfüßigem Humor, Slapstick und sympathischen Darstellern zu erzählen, die alle froh zu sein scheinen noch einmal das alte Woodstock-Feeling durchleben zu dürfen. Natürlich ist Clooney als relaxter Jedi-Warrior von entwaffnendem Charme und auch Bridges und Spacey balancieren ihre Figuren gekannt am Rande der Karikatur.

Ins Schlingern gerät der Film immer dann, wenn er versucht aktuelle Themen aufzugreifen und “wichtige Botschaften” zu vermitteln, denn dann packt er ungeniert den moralischen Zeigefinger aus. Wenn Nebenfiguren vom schweren Kriegsschicksal erzählen und dabei die unbeschwerte Farce plötzlich zur bleischweren Moralfabel mutiert. Das fällt umso unangenehmer auf, da der Film an sich eher eine lose Skizzensammlung ist, als tatsächliche Geschichte. Die Rahmenhandlung holpert ebenso wie die Autos mit denen McGregor und Clooney durch die Wüste fahren und die zum Teil sehr komischen Flashback-Epsioden können sich nie so ganz entscheiden, ob sie die Eso-Auswüchse nun parodieren oder doch als exzentrische Ausläufer der Hippie-Bewegung verklären wollen. Wäre es nicht schön, wenn alle Soldaten nur debil grinsend und leicht bekifft herumsäßen und sich einredeten sie könnten mit Geisteskraft die Umwelt beeinflussen?

Den Beitrag „Männer die auf Ziegen starren (Review)“ weiterlesen…

“I need a pig!”

Originaltitel: Alice in Wonderland
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Tim Burton
Buch: Linda Woolverton
Darsteller: Mia Wasikowska, Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Crispin Glover, Anne Hathaway, Stephen Fry, Christopher Lee, Michael Sheen, Alan Rickman, Matt Lucas, Timothy Spall

★★★½☆ Batzman
★★★☆☆ Jet Strajker
(Review gibt’s hier)

Kurz vor ihrer unliebsamen Verlobung folgt die 19jährige Alice (Mia Wasikowska) abermals dem Weißen Kaninchen (Michael Sheen) und kehrt ins Wunderland (oder Underland) zurück.

Nur bruchstückhaft erinnert sie sich an ihren Besuch als Kind und ihre alten Bekannten, Tweedledee und Tweedledum (Matt Lucas), die Teemaus (Barbara Windsor), der verrückte Hutmacher (Johnny Depp) und die Grinsekatze (Stephen Fry) versuchen sie zu überzeugen, den Kampf gegen die Rote Königin (Helena Bonham-Carter) und deren Lieblingsmonster den Jabberwock (Christopher Lee) aufzunehmen.

Die Erwartungen an die Kombination von Burton und Lewis Carrols skurril-surrealen Büchern waren zweifellos riesig. Genausowenig verwundern die gespaltenen Meinungen zu dem Film. Einige Kollegen großer UK- und US-Publikationen haben den Film offensichtlich gehasst, wobei die Motivationen dafür höchst unterschiedlich sind. Dem einen war es zu schräg, dem anderen zu künstlich und einem anderen war es zu glatt erzählt.

Ein bißchen Recht haben sie vielleicht alle, aber dennoch tun sie dem Film damit ein wenig unrecht, denn auch wenn er sicher kein neuer “Ed Wood” ist, ist er auch sehr weit von “Planet der Affen” entfernt.

Burton liefert eine top besetzte und verschroben düster gespielte Alice Version, die Spaß macht und nicht zuletzt wegen der sympathischen Hauptdarstellerin Mia Wasikowska zu gefallen weiß. Stephen Frys Grinsekatze gehört stimmlich und optisch zu den absoluten Highlights, dieses an opulenten Bildern nicht eben armen Films. Helena Bonham Carter ist eine Red-Queen, die genial die launisch-pubertäre “Queenie” aus Black Adder gepaart mit einem Hauch Idi Amin channelt (interessanterweise spielte die echte Queenie Miranda Richardson die Rolle in der Alice Miniserie von 1999), und ebenso irrational zwischen Liebenswürdigkeit und tobsüchtiger Grausamkeit wechselt. Wie schon in früheren Versionen ist diese Figur eine Mischung aus der Red Queen und der Queen of Hearts der Vorlage.

Den Beitrag „Alice im Wunderland (2010) (Review)“ weiterlesen…

“I wanna talk about how bad you make this room look. I never knew what a dump it was until you came in here.”

Originaltitel: Crazy Heart
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Scott Cooper
Darsteller: Jeff Bridges, Maggie Gyllenhaal, Colin Farrell, Robert Duvall, Beth Grant, Sarah Jane Morris, Tom Bower, Luce Rains
★★★½☆

Crazy Heart. Mit einer verbraucht klingenden, tiefen rauen Stimme besingt Ryan Bingham im Titelsong dieses Films das Schicksal der einstigen Musiklegende Bad Blake: “Your body aches’ / Playing your guitar and sweating out the hate / The days and the nights all feel the same / Whiskey has been a thorn in your side / and it doesn’t forget / the highway that calls for your heart inside”.

Man sieht Blake als abgehalfterten Countrysänger von Bar zu Bar torkeln, jede Nacht spielt er seine Hits aus vergangenen Tagen vor kleinem Publikum. Sein Stolz aus besseren Zeiten scheint ungebrochen, erst wenn er sich vor Hinterausgängen übergeben und anschließend erniedrigende Telefongespräche mit seinem Manager führen muss verdeutlichen sich Demut und Enttäuschung über ein Leben, das irgendwann in eine falsche Richtung ausgeschlagen ist. Dem Alkohol verfallen, lebt Blake ein Leben aus dem Koffer, zwischen Highway und Truckstop, zwischen kleinen Gigs und der Erinnerung an jene Zeit, in der er ausverkaufte Konzerte vor tausenden Zuschauern spielte.

Jeff Bridges ist Bad Blake. Er IST dieser süffige Sänger mit der abgeschabten Gitarre, der alternde Country-Star mit der rauen Schale und dem weichen Kern. Würde er mit dieser Rolle nicht den Oscar nach 40 eindrucksvollen Jahren im Filmgeschäft nun endlich sicher in der Tasche haben, man müsste ein weiteres Mal ernsthaft beklagen, warum einer der brillantesten, subtilsten, wandlungsfähigsten, charismatischsten, meistunterschätzten amerikanischen Schauspieler noch immer als so etwas wie ein Geheimtipp gehandelt wird. Bridges hat viele ikonische Figuren interpretiert oder ganz gewöhnliche zu Ikonen hochgespielt – Bad Blake nun ist mit Sicherheit eine von ihnen. Es ist sein Film, jede Minute, jede Einstellung. “Crazy Heart” ist ganz auf Bridges zugeschnitten. Aber, und das ist einer der wesentlichen Unterschiede zum durchaus vergleichbaren “The Wrestler”, er spielt lediglich eine Rolle, er evoziert keine autobiographischen Verbindungen und stellt auch keine Nähe zu ihnen her. Es ist kein Comeback-Film und auch kein Aufmerksammachen auf einen der größten lebenden Schauspieler, es ist nur eine Rolle, die präzise, glaubhaft und authentisch erscheint.

Den Beitrag „Crazy Heart (Review)“ weiterlesen…

Seiten: Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Vor