Heute im Kurzreview: Verblendung +++ Telstar +++ Das Ende der Unschuld – 12 and Holding +++ Good
Verblendung – Dänemark / Schweden 2008





Der durch Verrat juristisch in Ungnade gefallene Enthüllungsjournalist Blomkvist wird von einem zurückgezogen lebenden Industriellen gebeten ein lange zurückliegendes Familiengeheimnis aufzuklären.
Cluedo auf Schwedisch. War es der Nazi-Opa mit dem Jagdgewehr im Roten Salon? Oder die verschwundene Tochter mit dem Schlachtermesser in der Waldeslichtung?
Die gut besetzte Bestseller-Verfilmung macht das beste aus der arg konstruierten Story, die in ihrem Hang zum Exzess durchaus exploitationhafte Züge hat. Starke intensive Momente, die meist mit Lisbeth zu tun haben (allen voran die einführende Nebenhandlung mit einem ekligen Amts-Vormund) stehen vielen gemütlich, gemächlichen Szenen gegenüber.
Die “Fremder ermittelt im Dorf”-Situation haben wir schon spannender umgesetzt gesehen und auch die Identität des Mörders lässt sich – mangels anderer Personen die ausführlicher vorgestellt werden – schon sehr zu Beginn erraten. Die eigentliche Motivation der handelnden Personen bleibt schwammig und wenig greifbar. Große Charakterstudien liegen dem Film nicht, der seine Figuren meist mit zwei-drei groben Pinselstrichen zeichnet und dem im Laufe der Handlung auch wenig hinzufügt.
Als netter TV-Krimi mit gemütlicher Spannung und nicht übermässig logischer Story ist der Film sehr unterhaltsam. Für den großen Kinokrimi fehlt es dann doch etwas an Originalität und wirklichem Nervenkitzel. Und irgendwie wäre es doch spannender gewesen, den großen Wirtschaftskrimi – der hier nur Beiwerk ist – oder Lisbeths Story ausführlicher zu schildern, als diesen klassischen Krimi mit Agatha Christie Anklängen.
Telstar – The Joe Meeks Story – UK 2009





- Batzman (Oliver Lysiak) •
- November 5th, 2009 •
- 10 Kommentare
- Schlagwörter: Good, joe meeks, telstar, The Girl with the Dragon Tattoo, Viggo Mortensen
What are you, Dad? Some kind of closet mobster?
Originaltitel: A History of Violence
Herstellungsland: USA 2005
Regie: David Cronenberg
Darsteller: Viggo Mortensen, Maria Bello, Ed Harris, William Hurt






Tom Stall ist ein ruhiger und angenehmer Zeitgenosse. Er lebt in einer Kleinstadt in den USA, hat eine Frau und zwei Kinder die er rührend umsorgt. Seine Frau ist Anwältin, er führt ein kleines Diner. In der Gemeinde kennen ihn viele mit Namen, er ist respektiert, man mag ihn.
Dies ändert sich jedoch nachdem unvermittelt die Gewalt in seine Welt einbricht oder besser: zurückkehrt. Zwei durchreisende Psychopathen, die schon einige Leute auf dem Gewissen haben beschließen auch in seinem Diner einzukehren und ein bißchen Terror zu verbreiten. Zur allgemeinen Überraschung kann Tom ein Blutbad jedoch verhindern, die Kerle überwältigen, entwaffnen und ausschalten. Er wird über Nacht zur Berühmtheit, ein Lokalheld, der sich mutig für die Leben seiner Kunden und Angstellten einsetzte. Das Fernsehen berichtet und reißt den stillen, wortkargen Mann aus seiner Anonymität.
Bald schon taucht eine weitere dubiose Gestalt auf, die Tom als Joey anredet und sich als Mitglied der Unterwelt Philadelphias entpuppt. Der Mann, der sich Fogarty nennt (schön schaurig gespielt von einem einäugigen Ed Harris), beginnt Toms Familie zu verfolgen. Er behauptet er kenne Tom aus Philadelphia. Binnen weniger Tage zerfällt das heile Leben in trudelnde Fragmente, als Toms Familie sich fragen muß, ob sie jahrelang belogen wurden und wer Tom Stall wirklich ist.
Der Kanadier David Cronenberg hat wieder einen düsteren und verstörenden Film abgeliefert, in dem neben der Dekonstruktion des menschlichen Körpers auch die innerliche Verkrüppelung durch Gewalt thematisiert wird. Setzte er sich früher gerne mit der Angst vor der Veränderung des eigenen Leibes auseinander, wie in “Videodrome“, “The Fly” oder “ExistenZ“, so ist es hier der seelische Schaden, der durch die Zerstörung anderer Körper ausgelöst wird. Basierend auf einem Comic-Roman und ebenso brutal wie Sin City, zeigt sich hier die reale Seite der Gewalt, herausgelöst aus der narrativen Ästehetisierung.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Juli 23rd, 2006 •
- 2 Kommentare
- Schlagwörter: A History of Violence, David Cronenberg, Review, Viggo Mortensen










































