DVD Review

Matrix

27. 9. 2006, Dog Hollywood, 84 Kommentare

„Hattest du schon mal einen Traum, Neo, der dir vollkommen real schien? Was wäre wenn du aus diesem Traum nicht mehr aufwachst. Woher würdest du wissen was Traum ist und was Realität?“

Originaltitel: The Matrix
Herstellungsland: USA 1999
Regie: Andy Wachowski, Larry Wachowski
Darsteller: Keanu Reeves, Hugo Weaving, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss, Joe Pantoliano u.a.

Matrix Im Netz finden sich bestimmt unendlich viele Filmbesprechungen zu „Matrix“. Ich erzähle euch hier sicher nichts neues bezüglich Handlung oder Kritik, einzig der Vollständigkeit halber möchte ich diesen Film im Archiv der Fünf Filmfreunde hinterlegen.

Laut meiner Vorstellung, dass man manche Filme einfach im Kino gesehen haben muss, hatte ich Glück, dass ich diesen Streifen damals auf einer großen Leinwand, umgeben von Dolby Digital und viel Popcorn sehen konnte. Mal Sehen und ich haben den zusammen gesehen (erinnerst du dich noch, Mal?). Wir hörten zuvor von spektakulären Kämpfen und einer coolen Geschichte. Das was wir dann im Lichtspielhaus sahen, übertraf zumindest meine Erwartungen bei weitem.
Wie gebannt konnte ich meinen Blick für ca. 136 Minuten nicht vom Geschehen abwenden. Für mich hat irgendwie alles gestimmt, die Sonnenbrillen, die coolen Klamotten, die Musik, die Geschichte und vor allem die Martial Arts. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass man Kampfkunst und Drahtakrobatik so gekonnt miteinander kombinieren könnte. All das wurde von der großartigen Bullet-time übertroffen, die meines Wissens nach in diesem Film erstmals eingesetzt und später wieder und wieder in anderen Filmen kopiert wurde.

Wer kennt die Geschichte nicht? Thomas A. Anderson (Keanu Reeves) führt nach außen hin ein bürgerliches Leben in einer unspektakulären Computerfirma. Des Abends, wenn die Lichter ausgehen, offenbart er sein wahres Gesicht und treibt als Hacker Neo sein Unwesen. So zieht er die Aufmerksamkeit von einem gewissen Morpheus (Laurence Fishburne) auf sich, der ihm das wahre Gesicht der Welt zeigen möchte.
Neo erfährt, dass das Leben wie er es kennt, die Ausgeburt einer hochtechnologisierten Computersimulation ist, die der Menschheit eine Welt des Jahres 1999 vorgaukelt. Die Wahrheit sieht anders aus: Die Menschen werden von Maschinen gezüchtet und als biologische Batterien missbraucht, um in einer postapokalyptischen Welt weiterhin zu funktionieren. Beginnend mit einer Person, die aus der fiktiven Welt fliehen konnte, heißt es, hat sich mittlerweile eine für die Maschinen ernstzunehmende Widerstandsbewegung erhoben. Zu ihnen gehören unter anderen Morpheus und nun auch Neo. Der Beginn einer verheißungsvollen Prophezeiung.

„Matrix“ sorgte im Fünf Filmfreunde-Hauptquartier schon für kleine Diskussionen, denn es gibt tatsächlich Freunde, die dem Film nichts abgewinnen können. Bei den Fortsetzungen kann ich die Kritik durchaus verstehen, obwohl ich ein Freund der gesamten Trilogie bin, kommen „Matrix Reloaded“ und „Revolutions“ ganz anders daher. Jedoch kann ich es nicht nachvollziehen wie man den ersten Teil, der die Filmbranche nachweislich so prägend beeinflusste, derart unterschätzen kann.

Im Nachhinein fällt es mir schwer die Negativkritik hier wiederzugeben, weil ich sie längst aus meinem Gedächtnis gelöscht habe. So bleibt für mich (fast) nur positives zu sagen, was durch die Kritiker vermutlich in Kürze revidiert wird: „Der Film ist großartig!“ Das Einzige was man ihm vielleicht absprechen könnte, wäre, dass die Geschichte nicht ganz neu ist, wenn man sich z.B. „Dark City“ anschaut. Andy und Larry Wachowski haben sich hier und da diverser Stilmittel und Ideen bedient und abschließend ist es ihnen meiner Meinung nach gut gelungen eine Filmwelt zu erschaffen, die beinahe so weit und breit erscheint wie die Realität.
Interessant sind vor allem die Gespräche und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen, die sich aus „Matrix“ ergeben haben. Manche Fans behaupten, dass die Matrix tatsächlich existiere und dass der Film deswegen gemacht wurde, um uns aus der Illusion zu befreien… Na ja, den Ausgang habe ich noch nicht gefunden, aber ich habe das Buch „Das Geheimnis der Matrix“ gelesen, welches sich mit vielen Theorien und Zusammenhängen der Story auseinandersetzt, ohne allzu albern zu wirken. Man darf den Film und das ganze Drumherum nur nicht ernster nehmen als all die anderen Hollywoodträume. Nach dem Aufwachen bleibt auch hier nichts weiter als die Erinnerung an einen unterhaltsamen, actionreichen Traum, dem ich 4.5 von 5 Sternen gebe.

2000 erschien die erste DVD-Version von „Matrix“ in der Snapper-Hülle, die neben dem Hauptfilm ein Making Of, Biographien, eine Film-Featurette und einen DVD-ROM-Teil boten. Darüber hinaus konnte man sich auf die „Spur des weißen Kaninchens“ begeben. Dadurch erhielt man die Möglichkeit während des Hauptfilms auf exklusive Making Of-Clips zuzugreifen.
Insgesamt gesehen keine starken Extras, was 2004 durch eine Neuauflage wieder gut gemacht wurde. Mit ihr bekam man alle drei Teile der „Matrix“ Trilogie, die „Animatrix“ DVD und darüber hinaus auf 5 zusätzlichen Discs weiteres brandheißes Zusatzmatierial. Mit dieser anfänglich kostbaren Ultimate Collection wurde man dem Machwerk der Wachowskis endlich gerecht! Die ganz großen Fans griffen vielleicht sogar zur Ultimate Limited Collection, der neben den 10 beschriebenen DVDs noch eine wenige hübsche Acrylbüste Neos beilag.

Nach knapp 7 Jahren „Matrix“ sind die Filme, ganz gleich in welcher Version, für relativ wenig Geld zu haben und wer sie noch nicht gesehen hat sollte hier endlich zugreifen:

Matrix (Single Disc Edition)

The Ultimate Matrix Collection (10 DVDs)

The Ultimate Matrix Collection (Limited Edition, 10 DVDs)

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René meint:

Aaaaalso, mein Lieber, das können wir natürlich nicht einfach so unkommentiert hier stehenlassen. Was sollen denn die Leute denken?
Ich hatte ja schon erwähnt, dass „Matrix“ die Auszeichnung trägt, der erste Film zu sein, der Rennington Steele im Kino in den Schlaf gewogen zu haben. Wenn das mal kein Verdienst ist!
Aber zum Film selbst: er verkauft uralte Tricks als Innovation, hat einen Hauptdarsteller, der seit „Bill und Teds verrückte Reise in die Zeit“ und „Point Break“ keinen einzigen wirklich guten Film gedreht hat, langweilt mit pseudophilosophischem Gewäsch (das Deines Artikels zufolge tatsächlich Menschen dazu anregt, über den Wahrheitsgehalt dieses Machwerks zu schwabulieren), 2 Pillen und einem Löffel, der gar keiner ist, bietet noch dazu fetischorientierte Mode und ist, wenn man es ganz auf die Spitze treiben will, gewaltvercoolende Kacke – und das sagt einer, der sich Splatterfilme im 90-Minutentakt reinnzieht. Alles in allem ist „Matrix“ nach dem brillanten Debut der Wachowskys „Bound“ ein langweiliger und unglaublich pathetischer Film, der nur äußerst schlichte Gemüter in helle Aufregung versetzen kann.

Als Kontrast zum oben gesagten biete ich das: Ich fand den zweiten Teil dank der schön trashigen Ultra-Schlägerei schon viel unterhaltsamer, obwohl ich die „Vergessen an der U-Bahn-Haltestelle“-Szene immer noch unsagbar peinlich finde. Und den dritten Teil finde ich sogar noch besser, wegen der völlig sinnlosen Ultra-Ballerei am Ende, bei der Unterarme flugs durch Superballermänner ersetzt werden. Das ist wenigstens konsequent und unterhält und ich brauche dafür keine Löffel, die keine sind.

Die Matrix-Trilogie war ein Versuch der Wachowskys, in meinen Augen kläglich gescheitert. Und das sie es besser können, bewiesen sie danach mit, dem Comic zwar nicht gerecht werdenden, aber immer noch aufrüttelnden, „V for Vendetta“. Aber die „Matrix“, die braucht echt kein Mensch.


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Batzman meint:

Sorry aber auch ich muß die Veto-Karte ziehen. Angetrieben von der geschickten Werbekampagne und dem Trailer versprach ich mir damals einen wirklich unterhaltsamen Film, war aber leider nach zwei Dritteln nur extrem gelangweilt und angenervt. Ich bin kein Freund von Style over Substance, aber noch schlimmer als sinnentleerte geleckte Bilder, finde ich Filme die Küchenphilosophisches Allgemeingut mit einem Gestus vortragenn, als hätten sie grade die Weltformel entdeckt. Und das Publikum glaubte es, nein betete es nach.

Aber Hey, die Prämisse von Matrix hat nen Bart. Sie ist nicht so originell wie behauptet wird, sie ist nicht so neu wie behauptet wird. Sie wurde schon vor zwei Millionen Jahren in der Buchverfilmung „Welt am Draht„, in dessen Remake „13th floor“ sowie in 500 Star Trek Holodeck-Episoden durchgeorgelt, von „Dark City“ den ein Kritiker zurecht „The thinking mans Matrix“ nannte, ganz zu schweigen.

Die ganze Fragestellung, was wäre wenn unsere Welt nur eine illusion ist, mag ja unbedarften Kinogängern die in einem Schuhkarton großgeworden sind damals als neu erschienen sein, aber je nun, Sophies Welt hat irgendwann auch jeder mal gelesen und es dann benutzt um nen wackelnden Tisch zu stabilisieren.

Matrix ist im Endeffekt Sophies Welt für die Playstation-Generation. Mit jeder Menge Ballerpeng wird am Ende in einer virtuellen Welt eine virtuelle Zentrale gestürmt, es gibt ein bißchen Käptn Nemo und Wire-Action-Fights und viel zuviel prätentiöses Gelabere, daß sich selbst unheimlich wichtig nimmt. Rote Pille, blaue Pille, zwei Aspirin und dann ist es vergessen.
Old Man Woodenface in der Hauptrolle konnte mich nun auch nicht recht begeistern, aber immerhin wunderte es nicht, das er aus dem Rechner stammt, war wohl Maya 03 mit dem Keanu animiert wurde.
Nachgrade ärgerlich machte mich zudem, daß der Film mit einer starken Frauenrolle beginnt, die im Laufe des Films immer mehr zu einem blöden Weibchen degradiert wird, die am Ende die typische Tussenrolle übernehmen und „Neeeooo stirb nicht“ jammern muß. Creutz.
Selbst ausgewiesene Schauspieler wie Fishbourne und der großartige Hugo Weaving verkommen zu mimisch behinderten Schwurbelsatzschwingern.

Über Teil 2 und 3 möchte ich auch lieber völlig den Mantel des Schweigens breiten, denn solche inhaltlich wie optischen Totalausfälle sind mir selten untergekommen. Vielleicht läßt mich die grandiose, unglaubliche Schlechtigkeit der Fortsetzungen deshalb heute sogar den Teil 1 milder sehen. Ich find ihn immer noch nicht gut, aber gegen seine Sequels ist er noch immer Citizen Kane. Am besten gefällt mir aus dem Ganzen Matrix-Merchendise eindeutig die Animatrix, die einige wirklich hervorragend animierte und inhaltlich akzeptable Stories zu bieten hat.

Die Collectors-Edition, ob nun mit oder ohne Keanu-Büste (die einen wunderbaren stumpfen Gegenstand abgibt – ihr wißt schon so wie im Krimi, wenn der Leichenbeschauer sagt: „Er wurde mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen.“) ist jedoch trotz all meiner Abneigung gegen die Serie eine sehr lohnende Anschaffung. Denn die Wachovskie-Brüder haben tatsächlich den Mut besessen, für den Audiokommentar aller drei Filme drei Filmkritiker zusammenzutrommeln, die den FIlm NICHT MÖGEN. Und diese Audiokommentare sind grandios. Über die volle Spielzeit sezieren drei Experten da genau was am ersten teil funktioniert und was nicht (meist der Esoterik-Mumbo-Jumbo) und warum die beiden Fortsetzungen so absolut grauenvoll sind.

Alleine dieser Schachzug versöhnt mich letztlich mit den Wachovskies, da er zeigt das sie kritikfähig sind, Sinn für Humor haben und einstecken können. Daran sollten sich andere Regisseure mal ein Beispiel nehmen. Ich hätte immer noch gerne eine Special-Edition von Joel Schumachers BATMAN-Filmen, auf denen er sich in voller Laufzeit für diese Werke entschuldigt.

  • renington steele 27. 9. 2006 an 15:22

    Er hat es getan! 4,5 Sterne für den Film, bei dem ich zum ersten mal in meinem Leben im Kino eingeschlafen bin! Ich erhohle mich jetzt erstmal und zerfetz das hier heute abend noch in der Luft!

    Jetzt nur soviel: Bullet Time wurde erstmals 1981 im Film „Kill and Kill again“ angewendet.

  • Jordi 27. 9. 2006 an 16:33

    5 von 5 Sternen.

  • Batzman 27. 9. 2006 an 16:57

    Mal gut, daß ich grad keine Zeit habe…

    (in der Zweinhalb-Sterne-Kiste rumkramt)

    Komm du mir mal nach Hause, Dog! ;))))

    Achja: Und die Bullet-Time Effekte gabs ebenfalls laaaange vor Matrix in einem Musik-Video der Stones zu bestaunen.

  • Petr Pivo 27. 9. 2006 an 20:08

    Mit dem Bulletzeugs kenn ich mich nicht so gut aus, als dass ich hier mitsprechen könnte. Aber der größte Fehler in der Matrix ist meiner Meinung Keanu „one face expression“ Reeves.

  • Der_Held 27. 9. 2006 an 20:51

    Ja wie seid ihr denn drauf??

    Also wenn Hollywoodfilme eine Aneinanderreihung von Metaphern sind, dann treibt Matrix das ganze wohl auf die Spitze. Nicht mehr und nicht weniger.

    OK. Unlogisch und dünn die Story, alles schon wesentlich komplexer, logischer und glaubwürdiger dagewesen. Die Dialoge sind teilweise sehr hölzern, aber trotzdem – Dank der unzähligen Metaphern und der Art der Inszenierung, gibt es für jeden die Chance, die Geschichte nach eigenem Ermessen einfach beim sehen umzuschreiben.

    ne ne, ihr habt verschissen :)

    Noch mal Glück gehabt, dass ich so wetterfühlig bin. Sonst hätte es erst richtig was gegeben ;)

    4 1/2 von 5 Sternen!

    You take the blue pill and the story ends. You wake in your bed and believe whatever you want to believe.
    You take the red pill and you stay in Wonderland and I show you how deep the rabbit-hole goes.

    Remember — all I am offering is the truth, nothing more.

  • Dog Hollywood 27. 9. 2006 an 21:51

    Hm, Bist du jetzt für oder gegen den Film, Der_Held? ;)

  • pascal 27. 9. 2006 an 22:10

    Ihr habt Amazon zerstört „Http/1.1 Internal Server Error“.

  • Der_Held 27. 9. 2006 an 22:10

    Sowohl als auch ;)

    Genug Freiraum zur Interpretation gewährt hehe

  • Nilz N Burger 28. 9. 2006 an 0:36

    cih erinner mich ja gerne an meine miami vice diskussion zurück, als nur wenige begriffen warum der film so eine hohe wertung bekommen kann, aber matrix? bitte. matrix gucken ist wie „pur“ hören. grosse gesten, grosse floskeln – null komma leider gar nix dahinter. schrottfilm. bitte weitergehen, es gibt hier nichts zu sehen.

  • Mal Sehen 28. 9. 2006 an 8:51

    Doggy, lass dir nicht reinreden – du stehst nicht alleine da! Mit dem einzigen Unterschied, dass ich nur 4 Sterne gegeben hätte.

  • Dog Hollywood 28. 9. 2006 an 9:05

    Haben wir auch alle den gleichen Film gesehen? Wenn der Film so scheiße ist, warum war er dann so erfolgreich und warum gehört die DVD zu den meistverkauftesten seit Einführung des Mediums, mit über 3 Millionen verkauften Exemplaren, allein in den USA?
    „Matrix“ mag so seine Fehler haben, allen voran Keanu Reeves (lustig: Old Man Woodenface), der die Filmfreundnation spaltet, aber wer hätte die Rolle des Neos besser verkörpern können? David Duchovny, Val Kilmer oder Will Smith, die ebenfalls für die Rolle des „Messias“ im Gespräch waren?
    2.5 Sterne von den Filmfreunden? Kritik von Nilz N Burger?

    Ich glaube die „drei Musketiere“ (alle für einen und alle gegen Dog) haben den Film nicht verstanden. :P

    Vielleicht sollte ich mich jetzt mit „Reloaded“ und „Revolutions“ befassen… hihi.

  • DraMaticK 28. 9. 2006 an 9:55

    Die DVD war so erfolgreich, weil es eine der ersten DVDs überhaupt war (und zu der Zeit ansprechende Specials bot). So schlimm wie der Rest fand ich ihn jetzt auch nicht. Denn auch BILD Leser müssen erst mit Sophies Welt begeistert werden; Bullet Time populär gemacht werden… nur Keanu, der stört immer.

  • Batzman 28. 9. 2006 an 11:44

    Auf jeden Fall wäre Duchovny eine bessere Besetzung gewesen :)

    Und das Massenargument find ich immer nur bedingt aussagekräftig, es gibt genug erfolgreichen Scheißdreck in allen Medien.
    von der Bild bis zu Bryan Adams, von Episode I-III bis Rosamunde Pilcher, von Guido Knopp bis Adolf Hitler – nur weil sich die Masse für irgendwas begeistert, bedeutet das in den seltensten Fällen, das es qualitativ hochwertig ist.

  • Dog Hollywood 28. 9. 2006 an 12:36

    Die Filmindustrie lebt vom Massenargument, dadurch wird ein Film nicht allen gerecht, aber irgendetwas muss doch dran sein. „Matrix“ auf ein behindertes Schwurbelsatzschwingen zu reduzieren finde ich ungerecht… Wie dem auch sei, jedem seine Meinung.

  • Der_Held 28. 9. 2006 an 12:51

    Dog, lass dich nicht beirren und bleib hart!

    Schau, der erste ist eingeschlafen und hat den Film nicht mal gesehen, der zweite ist schwul und hat die Matrix DVD ohnehin spätestens nach 15 Minuten gegen ein Film gewechselt, von dem noch nie zuvor irgendein Mensch auch nur ein einzelnes Wort gehört hat („Matrix? Zieh an meinem Finger!“).
    Der dritte hat bei VIVA gearbeitet und der vierte schreibt in seinem blog „Die Welt ist Scheisse. Besser wird’s nimmer“.

    Der Film hat zurecht 4 1/2 Sterne bekommen.

    Wer anderer Meinung ist, hat als kleines Kind niemals das TV Gerät auf stumm geschaltet un dazu eine Pat & Patterchon Audio Kassette mitlaufen lassen. So siehts doch aus.

    Batzman, wenn ich Carrie-Anne Moss als Trinity sehe, sehe ich nur Carrie-Anne Moss als Trinity.

  • Der_Held 28. 9. 2006 an 12:52

    „Soviel Tod. Was kann der Mensch ausrichten gegen soviel tollkühnen Hass.“

  • Renington Steele 28. 9. 2006 an 14:35

    Genau solche Zitate: Gähn! Matrix ist einfach furchtbar langweilig und gewaltverherrlichend, weil er Gewalt als „cool“ darstellt. Bei Tarantino sieht Gewalt wenigstens noch wie solche aus inklusive Gehirn an der Heckscheibe, bei Matrix ist es furchtbar cool, mit Maschinengewehren auf Menschen… entschuldigung: Programme zu halten…

    Ansonsten wie schon gesagt: pseudophilosophisches Gewäsch. Und dann diese ganze Theatralik, die so furchtbar weltengroß tun, Orakel hin und her, und dann kommt mir der Film mit LÖFFELN!!! Wie schlecht gehts denn noch? Eben!

  • Der_Held 28. 9. 2006 an 14:47

    Der Film ist mir jetzt nicht so wichtig, als das ich mir dafür jetzt den Finger in den Hals stecken würde.

  • Renington Steele 28. 9. 2006 an 15:17

    Kannst Du gerne machen, das bringt ja dann endlich mal was inhaltliches, wa?

  • Mal Sehen 28. 9. 2006 an 15:26

    Über die Folgeteile von Matrix kann man sich wirklich streiten, was den ersten teil angeht, darf man nicht vergessen, wie man ihn damals gesehen hatte.

    Dass er heute wenig Chancen hätte so einen Erfolg zu verbuchen, sollte den meisten von uns klar sein. Damals war es aber für die Masse etwas Neues, was ja nicht gleich schlimm ist. Natürlich lassen sich einfach Beispiele aufzählen, die die Masse negativ beeinflusst hat, auf der anderen Seite gibt es auch eine Menge Beispiele, wie Massen beeinflusst wurden und es war gut (Metropolis und diverse andere Beispiele auch gern außerhalb des Films).

    Heute ist es einfach an dem ersten Teil von Matrix etwas auszusetzen, gerade bei Leuten die für das Genre nichts übrig haben. Sogar ich (und ich mochte auch die beiden Folgeteile) könnte heute jede Menge Schwachstellen an dem Film finden, aber was ändert es daran, dass es nunmal nicht zu leugnende Maßstäbe gesetzt hat? Und sei es eben was die DVD angeht.

    Außerdem sollte uns allen klar sein, dass kein Film der Welt (bis auf SLC Punk) es wert ist jemand anderen zu diffamieren. Egal ob VIVA, schwul oder Zombieliebhaber.

    Und jetzt wollen wir uns alle mal umarmen und sagen, wie lieb wir uns haben!

  • Dog Hollywood 28. 9. 2006 an 15:28

    Ich hätte es nicht besser schreiben können. Danke Mal!

  • Mal Sehen 28. 9. 2006 an 15:32

    Ich hätte immer noch gerne eine Special-Edition von Joel Schumachers BATMAN-Filmen, auf denen er sich in voller Laufzeit für diese Werke entschuldigt.

    Ich muss so lachen!
    Hätte ich nicht besser ausdrücken können!

  • Der_Held 28. 9. 2006 an 16:21

    Hier wird niemand diffamiert, aber wer ständig Schubladen aufmacht, darf sich nicht aufregen, wenn er selbst in eine gesteckt wird.

    Ich bleibe dabei, wenn man den Film und sich selbst nicht zu ernst nimmt, kann man sich wunderbar unterhalten.

    Mir auch nicht ganz klar, wie man 50 versteckte Filme in einem Bild suchen kann, aber den bewusst einfach gehaltenen Metaphern in „Matrix“ nichts abgewinnen kann. Für mich ein und dasselbe.
    Abgesehen davon ist „Matrix“ ein guter Action Film.

    @Renington
    AUA *smile*

  • Jordi 28. 9. 2006 an 16:23

    Es ist schön und gut, dass jemand bei einem Film einschläft. Es schlafen auch Leute bei klassischer Musik ein. Heißt das etwa, dass sie damit Recht haben? Oder heißt es nicht vielmehr, dass sie was ihre Aufnahmegabe angeht überreizt und abgestumpft sind, unfähig wahre Größe zu intuieren, die ihnen erst nach mehreren erneuten Beschäftigungsversuchen mit der Materie erst so allmählich dämmern würde. Sich einen Cineast zu schimpfen ist eine tolle Sache. Man kann vor anderen, aber in erster Linie vor sich selbst die Überzeugung schüren, MEHR Ahnung zu haben als der Rest und das bei einem Medium welchem sich heutzutage nun wirklich keiner mehr entzieht (entziehen kann). Großartig. Nur leider bleiben bei so einer absoluten Einstellung viele für die Kritikfähigkeit (nach außen wie nach innen) wichtige Eigenschaften auf der Strecke. Wenn mir ein guter Freund oder Bekannter von dem ich etwas halte erzählt, er habe großen Gefallen an etwas gefunden was ich langweilig oder schlecht fand, dann werde ich doch irgendwie versuchen seine Vorliebe zu verstehen. Entweder es gefällt ihm nur weil es etwas mit ihm persönlich zu tun hat und mit mir nicht oder es steckt eine Allgemeingültigkeit hinter seiner Faszination.
    Konkret gesagt, es ist sehr einfach einen Film wie Matrix nach erstmaligem (Nicht-) Sehen als Mist abzutun und danach die Ohren vor allem zu versperren was in der Welt über diesen Film gesagt wird. „Egal, denn ICH habe die Nichtigkeit dieses Films durch meine geringstmögliche Beschäftigung mit demselbigen festgestellt, also ist er scheiße“.
    Und an die Aussage von Batzmann, er lobe die Fähigkeit zur Selbstkritik der Wachowskis indem sie den Kommentar von Filmkritikern auf ihre DVD nehmen die v.a. Teil 2 und 3 NICHT mochten: auf diesen DVDs gibt es noch einen weiteren Kommentar und zwar von 2 amerikanischen Philosophen/Religionswissenschaftlern die von der ganzen Trilogie begeistert sind und zwar aus einem einfachen Grund: weil sie die Filme verstanden haben.
    Ich habe kein Problem damit, mit Leuten über das ganze zu diskutieren, die sich auch wenigstens die Mühe gemacht haben rasuzufinden warum sie die ganze Geschichte, die Action und das ganze „Pseudo-Philosophische“ unter aller Sau finden. Bestimmt kommen da interessante Gespräche zustande. Aber das was ihr hier teilweise betreibt, ist in seiner Einfachheit und Subjektivität doch nun wirklich keiner ernstzunehmenden Meinung würdig, sondern nur ein unkonstruktives Bashing das niemandem auch nur irgendwie weiterhilft.

  • Renington Steele 28. 9. 2006 an 17:52

    Also… hihihi… ich muss ja schon schmunzeln jetz…

    „wahre Größe“… ja genau.

    Und ja klar, ich hab Matrix noch nie gesehen und sage dennoch, er sei scheiße. Natüüüürlich, so bin ich. Die Wahrheit ist, ich habe mir den Film mindestens 10mal angeschaut und kann mir sehr wohl eine dezidierte Meinung über ihn bilden, und die steht da oben.

    Die Unterschiedlichen Meinungen gehören hier zum Konzept und Doggy und ich verstehen uns prächtig und Dog findet auch den ein oder anderen Burner schlecht, was immer wieder zu Diskussionen aber niemals zu streit führt.

    War aber auch irgendwie klar, dass der Verriß der Matrix zu Diskussionen führen wird. Nur bitte tut mal nicht so, als habe einer Eure Weltreligion beleidigt.

  • Der_Held 28. 9. 2006 an 18:56

    Da gibt es diese Szene im ersten Teil, in der Neo entkabelt wird und die Röhre runterrutscht. Keanu Reeves Genitalien sind dort digital wegretuschiert worden und es gibt tatsächlich Leute, die versuchen dies nun logisch in die Story zu verweben. Manche Erklärungen dazu sind echt grandios – die Matrix Fans haben jedenfalls ihren Spass, soviel steht fest! Kommt fast an die unglaublichen Verschwörungstheorien (die millionenfach im Internet kursieren) ran :)

    Die „weltgrossen“ Botschaften und Anagramme würde ich eher als Kaninchenbau sehen, in den man so tief vordringen mag, wie man kann und will. Oder halt einfach wie euer Bilderrätsel. Oder was für Batzmans Metaebene, wenn er mal wieder schlechten shit geraucht hat.

    http://www.matrix-forum.de

    Als „Matrix Reloaded“ in die Kinos kam, war unser kleines 3-Mann IT Unternehmen gerade erfolgreich von Hackern „unterwandert“ worden. Wenn es nicht so scheiss destruktiv gewesen wäre und uns nicht 3 Tage und 3 Nächte gekostet hätte, hätte man fast von den vielen kleinen Sicherheitssystemen, die der Hacker uns hinterlassen hat, fasziniert sein können. Teile des Betriebssystems ausgetauscht z.B. Am Ende half nur eine komplette Neu-Installation. „Matrix Reloaded“ bekommt von mir daher auch mindestens 3 1/2 Sterne. Überhaupt, wisst ihr, wie Sicherheitssysteme in Bankcomputern funktionieren? Nein? Wird aber Zeit.

  • Der_Held 28. 9. 2006 an 19:09

    noch subjektiver geht es jetzt aber nimmer

  • Der_Held 28. 9. 2006 an 20:11

    Ansonsten noch von Bedeutung um den Film zu verstehen:
    http://www.thematrixshop.com/

  • Sebastian Sachse 28. 9. 2006 an 23:02

    Kleiner Einschub: Keanu Reeves hat auch nach Bill & Ted noch gute Filme gehabt, Speed ist zwar von der Stange, aber unterhaltsam, und Johnny Mnemonic wird eh oft unterschätzt. Ich meine: Takeshi Kitano! Ice T! Dolph Lundgren! Flipper! Der Film ist gut!
    Bullet Time habe ich persönlich das erste mal in Lost in Space gesehen.

  • renington steele 28. 9. 2006 an 23:04

    Hach, um einen Film zu verstehen, brauch ich keine Shops oder Foren oder Sicherheitssysteme. Ich brauche dazu nur den Film, that’s it.

    Überhaupt, was gibts an Matrix groß nicht zu verstehen? Etwa die metaphysische Ebene? Die von wegen „was ist, wenn das da Draußen alles Schein und Trug”? Hatten wir das nicht etwa schon bei Platons Höhlengleichnis? Sehr innovativ, der Film, in der Tat. Und wow! Wie philosophisch! Schnapp sich griechische Philosohpie, mixt die ein bisserl mit Neuromancer-Elementen, dazu noch jede Menge Pathos und Pillen und Löffel und schwupps! Hamwa eine Film, der hier die Gemüter bewegt.

    Aber stimmt ja, nee, den Film hab ich nich verstanden. Kann mir den nochmal jemand erklären? Wir war das mit der Matrix?

  • Renington Steele 28. 9. 2006 an 23:08

    @ Sebastian: „Speed“ ist okay, doch, der geht, aber Johnny Mnemonic ist purer Schrott! ;-)

  • Dog Hollywood 28. 9. 2006 an 23:09

    Man kann jeden Film in seine Einzelteile auseinandernehmen und totkritisieren. Wollen wir es nicht dabei belassen, dass der Film superspitze war? Die Diskussion zieht sich hier lang wie ein Kaugummi, jetzt hab ich keinen Hunger mehr.

  • Renington Steele 28. 9. 2006 an 23:47

    Na gut, Matrix war das ultimative Erlebnis meiner Filmrezeption und ward niemals vergessen… Zum Glück hab ich die rote (oder die blaue?) Pille gegessen!

  • dee! 29. 9. 2006 an 1:24

    für mich hat der erste matrix gut funktioniert.nachwievor finde ich ihn ausgezeichnet inzeniert.ein super B picure, eigentlich ähnlich wie speed.
    frisch, auf ausgeleierten pfaden.
    Das mag man manchmal, ist wirklich ne stimmungssache.Die ballerei, das halbgare gequatsche, die ununterhaltsamen nachfolger…ja, stimmt
    unerträglich. Trotzdem, der erste ist
    wirklich kurzweilig und unterhaltsam.
    aber das ist spiderman 2 auch, und den mochtet ihr auch nicht….

  • Nilz N Burger 29. 9. 2006 an 10:57

    johnny mnemonic ist total geil! der bessere matrix! und speed ist der burner! und ich hab überhaupt gar nichts gegen keanu reeves, ich mag auch constantine. oder diesen…moment mal…prinz aus pennsylvania, genau. und my own private idaho. und bill und ted, vor allem der zweite, natürlich auf keinen fall zu vergessen. er hat halt manchmal einfach nur aussetzer. den film dieses topics, oder scanner darkly. aber überwiegend hat er doch gute sachen gemacht: im auftrag des teufels übrigens auch nicht zu vergessen…

  • Der_Held 29. 9. 2006 an 12:26

    Renington, das Forum und die Beispiele zeigen nur, dass man von dem Film auch weit jenseits von Höhlen, Pillen, Löffeln und Auserwählten unterhalten werden kann.

  • F5 - Die Fünf Filmfreunde 30. 9. 2006 an 13:28

    […] […]

  • SirDregan 4. 10. 2006 an 23:58

    ahahaha *heul*
    Danke für die 4 1/2 Sterne. Mein Lieblingsfilm.

    Ich geb zu ich bin 100% pro Matrix, egal ob man mich dadurch als „schlichtes Gemüt“ tituliert. Aber ich höre von vielen Seiten immer, der Film sei „unlogisch“ (*zu der_Held schiel*), habe aber noch nirgends gelesen, warum er unlogisch ist? Gibt es Plotlücken o.ä.? Ich hab keine gefunden. Und ich hab ihn mittlerweile knapp 60 mal gesehn…

  • Der_Held 5. 10. 2006 an 10:49

    Ich bin auf deiner Seite *mit dem Finger auf Batzman und Renington zeig*

    Aber erklär mal bitte das Insektenviech im Bauch von Neo und, überhaupt, warum schliessen die nicht einfach Kühe an und gut is? Kühe, man!

  • SirDregan 5. 10. 2006 an 11:22

    Ah Kung Pow, der mit den Hamster-nunchakus ;)

    Das Insektenviech? Versteh nich was du meinst. Die Wanze die er implantiert gekriegt hat? War doch alles nachzuvollziehen?
    Kühe -> ganz einfach, die sind alle tot. Du siehst doch wie die Erde aussieht? Tiere wirds wohl keine mehr geben. Und der Energiebedarf der Maschinen ist groß ;)

  • Der_Held 6. 10. 2006 an 11:14

    Durch den Bauchnabel – alles klar

    Das mit den Kühen könnte ich dir richtig erklären ;)

  • Manuel G. 7. 10. 2006 an 16:11

    Ich würde gerne mal von den „großen Kritikern“ hier wissen, was sie denken was der Film kritisiert und was er doch für „flache“ Metaphern beinhaltet… Bin mal gespannt.

  • Sebastian Sachse 7. 10. 2006 an 16:56

    Plotlücken? Erklär mir nur eine Sache:
    Wie kann ein Mensch mehr Energie liefern, als in ihn investiert wird? Sesamstraße, erste Folge: Ein Mensch verbraucht Energie. Dieser nimmt er durch Nahrung wieder auf. Diese entsteht letztendlich durch Photosynthese (entweder wir essen Pflanzen, oder die Tiere die wir essen, fressen Pflanzen oder die Tiere, die wir essen, fressen Tiere, die Pflanzen fressen etc.) Ohne Sonne, keine Energie. Das geht nicht lange gut. Man kann die gefangenen Menschen nicht mit den Resten der toten Menschen füttern, diese habe ihre Energie verbrannt. Das wäre ein Perpetuum Mobile. Jibbet nich‘!

    Flache Metapher? Kannste haben: Wir sind Batterien. Erklärung siehe oben. Alles was wir sind, ist Sand im Wind, Hoschi. All we are is dust in the wind (Sockratte, Kansas).

    Der Film hat keine Logikfehler, der Film IST ein Logikfehler, Stichwort Prämisse. Dann kommt in Teil 2 sowas wie die Zwiebelmatrix á la Welt am Draht, dann wird das nicht mal durchgezogen.
    Ehrlich man, Matrix ist ein Scheiss, und ab Teil 2 nicht mal mehr stilsicher wie der erste.

  • Manuel G. 7. 10. 2006 an 19:18

    Abgesehen davon, dass du sowas von gar nicht auf meine Frage eingegangen bist, hast du natürlich recht. Natürlich könnte man fachsimpeln, dass man in der Zukunft auch die Wärmeenergie ähnlich wie die Lageenergie oder die Kinetischeernergie gelernt hat zu nutzen, jeodch lassen wir die diskussion.
    Aber ich denke nicht, dass man Matrix einfach so als Scheiß abstempeln kann, denn hinter den von den Kritikern angesprochenen „pseudo-philosophischen“ Gesprächen steckt wirklich Philosophie, ob man es nun glaub oder nicht. Es wird die Frage aufgeworfen ob wir nun in einer Gesetzmäßigen Welt leben (also kausalität, wie der merowinger so schön sagte) oder in einer Welt in der wir selbst die Entscheidungen treffen, also wir aktiv an der Zeitlinie mitwirken. Das ist nur ein Thema welches in Matrix angesprochen wird, aber das wusstest du natürlich und du fandest es nur zu „flach“ behandelt, nicht wahr?

  • Batzman 7. 10. 2006 an 21:59

    Ich schrieb ja bereits zum philosophischen Gewicht des Films: Matrix ist „Sophies Welt“ für die X-Box-Generation. Philosophische Allgemeinplätze, erklärt für Leute die glauben die Glauben „Amelie“ wäre poetisch…

    Nur weil ich Film ein paar Floskeln aufgreift, die sich in jedem „Philosophie für Dummies“-Buch finden, macht ihn das nicht unbedingt zu einer wertvollen Auseinandersetzung mit dem Thema. Entschließt er sich doch im Zweifel alle Probleme in Renderorgien und Rumgeballere zu ersticken. Ich glaube ernstlich das in einigen Star Trek-Folgen mehr zum Thema gesagt wird, als in Matrix 1-3

  • Sebastian Sachse 8. 10. 2006 an 2:16

    Ich mag ja eh keinen rhetorischen Schwanzvergelich, aber zu glauben, dass eine Filmreihe, bei dem die Hälfte der Spiellänge für Actioneinlagen draufgeht, philosophische Fragen derart bearbeiten kann, dass man diese Reihe dann als „wirkliche Philosophie“ betrachten kann, ist dann doch bisschen hoch gegriffen.
    Matrix stellt die Frage. Aber Philosophie hat einen leicht höheren Anspruch als nur die Frage zu stellen. Die netten Jungs in den Kashmirkragenpullis quatschen auch noch ne Runde drüber.

  • Manuel G. 8. 10. 2006 an 16:17

    Mehr als die Frage aufwerfen geht aber nicht. Wenn man diese Frage beantworten könnte, wäre die Menschheit in gewissen Fragen um einiges weiter.

  • Renington Steele 8. 10. 2006 an 20:50

    Genau dieses „Die Frage“-Gebabbel macht diesen Film zu dümmlichen Mist. Ich fühle mich bestätigt.

  • Manuel G. 9. 10. 2006 an 0:48

    Naja, deine extreme Subjektivität lässt deine Meinung auch nicht unbedingt glaubwürdig darstehen. Das ist nämlich keine Kritik was du da übst.

  • Renington Steele 9. 10. 2006 an 13:28

    Die Kritik steht komplett da in den Kommentaren, man muss ja nicht immer wieder wiederkäuen, das der Film pseudophilosophischer Blödsinn ist. Und das hier ist ein Blog, keine Magazin, kein Forum, kein Portal, hier geht es um Meinung, um Subjektivität.

    Und jetzt hätte ich gerne mal gewusst, welche Frage der Film aufwirft.

  • Batzman 9. 10. 2006 an 14:37

    Ich möchte an dieser Stelle nochmal auf die vorzügliche Ultimate-Edition der Matrix-Serie hinweisen. Dort kann man neben den wirklich sehr treffenden und witzigen Kommentaren von drei Kritikern, die die Filme nicht mochten und sehr genau analysieren warum vieles von dem was an Philosophie in Matrix steckt eigentlich eher verquaste Teenager-Tiefsinnigkeit ist („for a movie that is basicly about a rebellion, the movie is remarkable apolitical. Which ponders to the teenage mind, which is often extremly one-tracked. Matrix never explains what exactly went wrong so the querstion, what couldve been done different to prevent it never arises.“), sondern auch die Kommentare von zwei Philosophie-Professoren hören.

    Okay der eine klingt als wäre er mit Goldkettchen behängt und würd um eine brennende Mülltonne rumstehen und sagt im wesentlichen immer nur „wow man, this well you know is kinda deep and has you know.. tons of meaning“ aber der andere gibt sich zumindest etwas mühe, das zu erläutern, was die leute an Tiefsinn in Matrix hineininterpretieren. Wo bei es oft tatsächlich bei diesen Andeutungen und einem „wow man, this is so deep… ye’kna?“ bleibt.

    Was bisher in der Diskussion zuwenig angesprochen wurde ist der sehr unangenehme religiöse Unterton den die Serie hat mit all seiner Erlöser und Heilsbringer-Metaphorik.

  • Der_Held 10. 10. 2006 an 10:07

    Ich frag mich die ganze Zeit, wer eigentlich zu viel in den Film und deren Metaphorik hineininterpretiert. Die Kritiker, die den Film scheisse finden, oder die Jungs, die sich gut unterhalten fühlen?
    Scheint fast so als hättet ihr eine heilige Kuh voller „tiefsinniger Phillosophie“ (bitte? ist ein Action Film) erwartet und „Matrix“ bekommen und seid jetzt masslos enttäuscht.
    Der Film ist voller Allegorien, stellt aber IMO keine Fragen, beantwortet keine und will/soll auch nicht besonders tiefsinnig sein. Gibt höchstens Hinweise, wo man dann wirklich Fragen finden kann, wenn man denn in diese Richtung denn unbedingt denken möchte.
    Ich persönlich glaube immer noch, dass die Wachowskis da einfach auf den fahrenden Zug aufgesprungen sind (siehe Teil 2+3).
    Was bleibt ist ein guter Film, den einige gut und andere scheisse finden.

    Also alles so wie immer – weitermachen mit Weitermachen

  • SirDregan 10. 10. 2006 an 18:40

    @51: Diese Aussage von dem Kritiker („Matrix never explains what went wrong…“ „…what could have been done to prevent this“) hat aber auf der Ultimate Edition rein gar nichts verloren. Dieses Thema wird ja ganzheitlich in „The Second Renaissance“ Teil 1 und 2 erklärt.
    Klar erklärt Matrix und auch Teil 2 und 3 nicht die ganze Geschichte. Aber das ist halt Merchandise ;)

    @43: Das mit der Energie ist ein interessanter Punkt. Untermauerte Kritik find ich gut. Mehr Beispiele bitte! :)

  • Der_Held 11. 10. 2006 an 9:37

    Das die Maschinen Menschen nur als Energiequelle am Leben erhalten, wird so in „Matrix“ nur von Morpheus gesagt. Und der weiss nicht mal in welchem Jahr er eigentlich lebt.
    Wenn so ein 2m grosser Schwarzer mit Pockennarben und Sonnenbrille zu Dir sagt: „Ich bin deine Mutter!“, glaubst Du ihm das auch?

    Das Wanzenvieh ist sehr wohl eine Art von „Plotlücke“. Wenn die Welt in sich nicht funktioniert und unlogisch ist, dann damit letztlich der Plot -> https://de.wikipedia.org/wiki/Plot

    Leg los, erklär „Wanzenvieh das durch Bauchnabel flutscht“ im „kausalen“ Zusammenhang.

  • Manuel G. 11. 10. 2006 an 19:44

    Pssst, hey :)
    Zitier mich mal grad, wo ich gesagt habe, dass der Film realistisch ist? Kann mich grad nicht dran erinnern, aber du genie des realismusses kannst es mir sicher erklären…
    Übrigens, fliegen geht ja in echt auch gar nicht, boa ist das eine plotlücke, würd ich mal an die macher von matrix schreiben, das wussten die bestimmt noch gar nicht :P
    Man bist du ein Heini, der Film erhebt auch keinen Anspruch auf Realismus -.-„

  • Sebastian Sachse 11. 10. 2006 an 20:57

    Nein, aber er sollte in sich stimmig sein. An dieser Stelle befolgt er seine eigene Logik nicht.

    Und hey, wenn ein 2m großer Schwarzer mit Pockennarben und Sonnenbrille vor mir steht und sagt, er ist meine Mutter, dann IST er meine Mutter ;-)

  • Der_Held 11. 10. 2006 an 21:43

    Sebastian, das wollte ich nur hören ;)

  • Der_Held 11. 10. 2006 an 22:11

    Pssst Manuel, kleiner Schnuckel. Bist Du auch schon drin?

  • Manuel G. 12. 10. 2006 an 12:30

    Danke, das brauchte ich :D

  • michael 15. 10. 2006 an 0:54

    Matrix ist ein warmer Strom, den man nachdem der Abspann gelaufen ist wenig Denkzeit opfert.

    Kein schlechter Film deshalb, aber etwas, über dessen philosophische Tiefe man sich streiten könnte? Hä?

    Dieses Höhlengleichnis-Motiv kann man schon in einem Film verwursten, und schlecht ist das bei Matrix (trotz Löffel und nicht unerheblicher Vereinfachung) nicht geworden. Aber wer würde je auf die Idee kommen, Matrix als mehr zu sehen als „Höhlengleichnis Light”?

    Oha, doch ein paar. Am Film selbst ändert das für mich jetzt eher wenig. Ich find ihn immer noch gut. Lässt mich dann eher an denen zweifeln die in Matrix mehr sehen wollen (oder die in Matrix gerne mehr gesehen hätten), das nicht da ist.

  • SirDregan 26. 10. 2006 an 10:46

    @Der_Held: Also ich hab über die Wanze noch nie großartig nachgedacht, da er die Wanze ja IN der Matrix implantiert und entfernt bekommt. Und wie du gesehen hast ist da vieles möglich. Ein Peilsender dem sie einen „Skin“ (oder eher noch mehr als das) einer organischen Lebensform verpassen damit er sich flinker bewegen und besser im Körper verstecken kann. Wär ziemlich unappetitlich Neo das metallene Ding in den Bauchnabel zu stossen.
    Warum der Bauchnabel? Klar, da fällt eine Narbe nicht ganz so auf, da die Stelle eh vernarbt ist.

    Reicht das als Erklärung? Ich versteh nicht wo du die Plotlücke siehst, würde mich aber wirklich mal brennend interessieren :) (also jetzt ganz im Ernst, ohne Sarkasmus)

  • Der_Held 26. 10. 2006 an 13:21

    Wenn Du so argumentierst („In der Matrix ist vieles möglich“), warum dann nicht einfach eine mikroskopisch kleine Wanze, oder halt sonst irgendetwas anderes? Etwas ähnliches wird in allen drei Teilen kein zweites mal gezeigt.

    Aber mir gings eigentlich darum, dass es für jedes unwichtige Detail im Film eine Erklärung gibt, oder zumindest irgendjemand schnell mit einer Erklärung aus der Hecke springt (siehe fehlende Genitialien oben (oder auch deine Antwort jetzt ;), aber für dieses Wanzenvieh gibt es einfach nichts.

    Ich mag den Film, wenn auch mittlerweile vielleicht etwas nostalgisch verklärt.

  • Manuel G. 27. 10. 2006 an 17:31

    Weil man das dann nicht sehen könnte…

  • Carsten 27. 10. 2006 an 21:22

    Philosophie hin oder her: Matrix ist ein Actionfilm. Und ein guter dazu – solche Bilder und Effekte hat man zumindest so konzentriert vorher noch nicht gesehen. Außerdem ist er konsequent durchgestylt – und auch das in einer vorher noch nicht gesehenen Weise.

    Klar, das Motiv gabs vorher schon mal – aber will man Matrix wirklich mit 13. Floor vergleichen? Wollen diese Filme wirklich das Gleiche? Vergleicht man nicht eher Äpfel mit Birnen?

    Matrix verspricht tolle Action – und liefert ein tolles Actionfeuerwerk. Mission accomplished.

  • Sebastian Sachse 28. 10. 2006 an 0:08

    Okay, wenn man sich auf diesen Aspekt einlässt – da bleibt meiner Meinung nach auch viel im Argen. Im Ersten Teil gibt es für einen Actionfilm ja eher weniger Action, was auch okay ist. Weil es meiner Meinung nach kein Actionfilm sein will.
    In den Nachfolgeteilen wiederum gibt es zuviel Action. Die Sequenzen ziehen sich einfach. Autobahn, anyone?
    Und mal ehrlich: Der Kampf gegen The Smiths(tm) sah einfach nur lächerlich aus.

  • SirDregan 30. 10. 2006 an 18:47

    @Sebastian: Weiche von uns, Matrixlästerer ;)

    @Der_Held: Verstehe, was du meinst. Aber die Wanze macht mir nicht so viel Sorgen, das mit den Genitalien schon eher.
    Damnit! Das diese Amis immer so prüde sein müssen!

  • Kat 23. 11. 2006 an 12:00

    In letzter Zeit habe ich mich sehr mit der Matrix-Trilogie beschäftigt.

    Und ich verstehe auch die Kritik vonwegen sinnloses Rumgeballere. Erscheint oberflächlich auch so. Aber (und jetzt kommts es): die Idee hinter der Matrix ist „Die Gesellschaft möchte unterhalten werden. Die Gesellschaft steht auf Gewalt. Wir geben der Gesellschaft die Unterhaltung und auch Gewalt. Jedoch mit Intellegenz.“

    Es sind sehr viele Parallenen zur Biebel erwiesen. Besonders im ersten Teil: Neo erfährt von Morpheus, er sei der Auserwählte (Jesus erfährt es von Johannes dem Täufer). Neu stirbt für die Menschen, dann kommt die Wiederauferstehung mit übernatürlichen Kräften (mal simpel zusammengefasst). Das ist der religiose Aspekt.

    Wer sich mit dem Film befasst hat, merkt, dass das Orakel nicht einfach so gewählt wurde. Der lateinische Satz „Erkenne dich selbst“ ist ein Verweis auf das Orakel von Delphi (ich werde das hier nicht so breit erklären,man kann es z. B. in Wikipedia anschauen). Genau so ist auch die in Orange/Braun und Grün gehaltene Kleidung vom Orakel der Verweis auf den Orakel von Delphi (in der Sixtinischen Kapelle hat Michelangelo den Orakel in diesen Farben bekleidet gemalt). Das ist in allgemeinen der Aspekt des Schicksales – es wird passieren, was passieren muss.
    Beschäftigt sich man mit den Namen Merowinger, Morpheus, Trinity – alle haben einen zum Charakter passenden Namen, der auch die Eigenschaften der Figur difiniert. Oder Zion (biblisch – der letzte Zufluchtsort der Menschheit).

    Schaut euch mal die Autoschilder an (Autobahnscene) – es sind Bibelstellen, die auch oft zum Verständnis der Handlung beitragen.

    Setzt euch mit der Zahl 6 (der 6 Auserwählte) in Auseinander: es ist die Perfekte Zahl, die Summer der eigenen Teiler (1, 2, 3). Dreimal die 6 ist laut der Bibel die Zahl des Tieres und Weltunterganges (Untergang der Matrix).

    Für die Kritiker der Löffel: es wird hier an einem simplen, allbekannten Gegenstand die Anregung zu dem Gedanken gegeben – „Ist die Welt so, wie ich sie sehe und wahrnehme? Oder sehen die anderen die Welt anders?“.

    Klar der Mensch braucht Energie zum Leben. Aber hab ihr mal gedacht, wie viel Energie der Mensch verbraucht, wenn er sich nicht bewegt? Ich hab diese Feststellung gemacht, als meine Cousine nach einem schweren Unfall gelähmt wurde – was Essen anbelangt, brauchte sie kaum noch was.
    Und irgendwo oben habe ich den Kritikpunkt gelesen, von wegen ein toter Mensch hat seiner Energie verbraucht – sind die Fleischtücke beim Metzger lebendig? Sind genau so tote Lebewesen, oder? O.K. veilleicht wird auch gemeint, dass ein alter Mensch kaum Energie hat – aber wer weiß, vielleich haben die Maschinen „unser“ Lebensalter mit absich um so 10-15 Jahren gekürzt, die Menschen in der Matrix glauben, sie sterben an alterschwäche, werden aber abgeschaltet?

    An der Tiefgründigkeit der Geschichte lässt sich nicht rütteln. Auch ist der Film eine Anlehung an Platons Höhlengleichniss – liest mal nach, was das ist.
    Nach dem Film sollte man sich z. B. (nur so an der Oberfläche gekratzt) mit den Fragen beschäftigen: ist die Welt wirklich so, wie ich sie sehe? (Allein an Kleinigkeiten, z. B. ich finde die Farbe Grün schön, meine Kollegin kannst du damit jagen oder aktuell: Manche sehen Matrix als reinen gewaltverhärrlichenden Film an und manche als Geniestreich).
    Wird das Leben von einem selbst bestimmt oder gibt es sowas wie Schicksal?
    Was passiert, wenn wir nicht langfristig über unsere Taten nachdenken? (Sonne verdunklen um Maschinen auszuschalten und dann stirbt die ganze Vegitation ///Bereits in der gegenwahrt: Umweltverschmutzung und Klimawandel).

    Gewaltverherrlichung? Nee, inderekte Kritik daran, dass Menschen an Gewalt interessiert sind. Würde sich jemand ins Kino trauen, wenn da eine Geschichte über Platon, Bibel (ja die Passion Christi, ich weiß – aber auch hier wurde ein Skandal und Blutbad geliefert, damit die Leute sich für den Film interessieren), grichische Mythologie gezeigt wird? Glaube ich nicht.

    Die Präzision, mit welcher die ganzen Hinweise bearbeitetet werden, wie sie sich in die Geschichte einfügen, kann auf gar keinen Fall nur reininterpretiert werden bzw. Zufall sein, das war schon Absicht.

  • SirDregan 25. 11. 2006 an 14:51

    Dankeschön, du sprichst mir aus dem Herzen :)

  • Der_Held 25. 11. 2006 an 21:13

    Wenn man den Kommentaren der 5 Filmfreunde glauben schenken darf (siehe ganz weit oben), müssten sie deinen Kommentar eigentlich jetzt in der Luft zerreissen. Aber ich fürchte, die eine Hälfte hat die November-Depression dahingerafft und die andere spielt jetzt was anderes

  • Renington Steele 26. 11. 2006 an 21:58

    @ Kat: Ich hab mir deinen Kommentar jetz mal komplett durchgelesen und darin viel gelesen, was auch stimmt:

    Matrix klaubt sich Motive aus der griechischen Antike, puzzelt sie mit Bibelmotiven und Philosophie-Lehren durcheinander und verkauft das als tiefgründig.

    Du hast vergessen, dass Neo erblindet. Gabs doch auch irgendwo.

    Leider hat das mit dem Film an sich erstmal nix zu tun. Die Filme sind tricktechnisch einwandfrei, aber sobald gesprochen wird, verklebt einem dieses Pseudogewäsch die Hörgänge.

    Aber ich wiederhole mich. Wer in der Matrix ein hochanspruchsvolles und tiefgründiges Werk sehen will, bitte. Ich halte niemanden davon ab.

  • Batzman 26. 11. 2006 an 22:59

    Bösartig aber nicht ganz falsch formuliert es einer der Kritiker im Kommentar zu Matrix 1: (sinngemäß) Grad Jugendliche springen auf diesen Kram an, weil er der oft etwas einfachen Weltsicht, der küchenphilosophisch so tut, als würde er sich mit tieferen Inhalten beschäftigen, die auch Jugendliche oft interessieren (wenn man mal den Gedichtseiten von Schülerzeitungen glauben schenken darf).

    Kurz gesagt: Whoa man, this is so deep.

    Ein gefühlter Anspruch, der grad Erstkonsumenten von philosophischen Ideen beeindruckt, weil sie das Gefühl bekommen „mehr“ zu bekommen als nur einen Actionfilm. Und es ist ja ein gutes Gefühl etwas scheinbar tiefgründiges zu verstehen und zu mögen, daß einem dennoch nicht viel Anstrengung abverlangt.

    Also in etwa dasselbe gute Gefühl das man hatte, wenn man Jurrassic Park liest und hinterher glaubt etwas von Chaos-Theorie und Genetik zu verstehen…

  • Kat 27. 11. 2006 an 11:35

    Nee, hab mich glaub ich nicht so deutlich ausgedrückt: ich habe nicht behauptet, das man, nach man den Film gesehen hat, alles versteht (von wegen Gott und die Welt) und zur Erleuchung gelangt, blos nicht.
    Ich meine, es ist eine Anregung, sich damit zu beschäftigen. Ich z. B. kenne mich in der griechischen Mythologie nicht schlecht aus und auch in den religionsangelegehneiten. Bin aber durch Matrix auf Platon gestoßen und lese mich seit dem in dem Bereich durch. Oder durch dieses Orakel bin ich auf die Sixtinische Kapelle und dadurch auf Michelangelo gestoßen (hab mich früher noch nie mit seiner Kunst beschäftigt, bin eher Dali-Fan).
    Kurz und knapp: Matrix ist nicht die Lösung auf alle Fragen, die verschleiert durch ein paar Baller-Scenen presentiert wird, sondern eine Anregung, sich mit bestimmten Themen zu beschäftigen.

  • Kat 27. 11. 2006 an 12:05

    PS: küchenphilosophisch – den Ausdruck muss ich mir merken ;-).

    Hab vergessen zu fragen ob sich jemand in mit Philosophie beschäftigt hat? Ich habe jetzt seit kurzem damit angefangen, kann mich also (noch) nicht als Experte aufspielen. Aber auch hier kann mann einen direkten Matrixvergleich anstreben. Oft werden Geschichten erzält, um Vergleiche anzustreben. Und viele Thesen darf man nicht im direktem Sinn annehemen, sondern muss sich mit der Bedeutung auseinandersetzen, hier werden kriegt mann auch keine direkten Antworten. „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ – heißt noch lange nicht, dass ich einen IQ von 0,00 habe, sondern dass mein Wissen im Verleich zu dem Wissen im Universum undebedeutend ist.

  • imYemeth 28. 11. 2006 an 17:16

    Die Story hat Macken ohne Ende, die Dialoge sind pseudophilosophisch und der ganze Film ist mit bedeutungsschwangeren Gesten, Metaphern und Bibelkitsch nur so aufgeladen. Neu ist das Ganze auch nicht wirklich. Dazu die schwarze „Coolness“, das Geballer, die Kamerafahrten während er Zeitlupensequenzen…

    Letztlich alles style over substance, aber im ersten Teil funktioniert das irgendwie erstaunlich gut: Toll inszenierte Action, aber nicht zu viel, eine brauchbare Geschiche, aber nicht zu kompliziert, dazu etwas Hollywoodkitsch. Kein Meisterwerk, aber schöne Unterhaltung über die man auf dem Heimweg noch etwas palavern kann.

    Das Problem mit Matrix ist glaube ich einfach dass sich einige Leute da etwas hineinsteigern und das ganze überbewerten, aber das ist bei Star Wars und dem Herrn der Ringe genau so. Jeder hat Dinge die ihn persönlich besonders begeistern, man sollte es nur unterlassen Leute „bekehren“ zu wollen.

  • Kat 4. 12. 2006 an 8:27

    Natürlich, Jedem das Seine, mir das Meine. Das schließt das Recht auf freie Meinung mit ein. Ich habe Stellung genommen, dazu eine Erklärung abgegeben und ein Beispiel gebracht.
    Jedoch ist es für mich entäuschend, dass man im jeden 2tem Kommentar das Wort „pseudophilosophisch“ zu lesen kriegt, ohne die genauere Erklärung dafür. Würd mich schon interessieren, warum das so ist – also nicht nur die Behauptung, sondern die Ursache dafür. Mit „bekehren“ hat es meinerseitzs nichts zu tun, ich will keinem meine Meinung aufzwingen, sondern die Meinung des anderen verstehen.

  • Manuel G. 4. 12. 2006 an 21:37

    @Kat, erstmal ein großes Lob für deine wirklich gute Erläuterung, sehr gut gelungen.
    Jedoch kann ich dir gerne den Grund nennen, warum immer das Wort “pseudophilosophisch” auftaucht, aber niemand die Ursachen erklärt, ich denke mal, es ist einfach so, dass sie es nicht wissen. Ich denke mal, dass man den Film damit ohne großes Wissen über bestimmte Themen, wie die Philosophie kritisieren kann.

    Manuel

  • MO 14. 12. 2006 an 12:44

    Riss in der Matrix? Die schwarze Katze die beim Zweiten hinschauen nicht da ist…war das nicht so?

    Ein mittelmäßiger Actionfilm. Die Kampfszenen hatten mich damals schon beeindruckt.

  • Moviesteve 14. 12. 2006 an 14:21

    Zu Kommentar 71.:
    Das stimmt sicherlich, doch warum muß man das grndsätzlich als etwas Schlechtes ansehen?
    Ist es nicht gut, wenn Action-Freaks und soap-verdummte Jugendliche mal vorgeführt bekommen, daß durchaus mehr möglich ist?
    Um irgendwann mal Nietzsche zu lesen und vielleicht sogar was daraus zu mitzunehmen, muß man doch überhaupt erstmal lesen lernen, falls Ihr versteht was ich meine. Sicherlich ist Matrix nichts für Leute, die sich schon tiefgründig mit Philosophie beschäftigt haben. Als Einstieg in die Materie, der mal eben so nebenbei zur Unterhaltung dazugeliefert wird, finde ich den Film durchaus gelungen.
    C.S.I. ist auch nichts für echte Tatortspurensachverständige. ER läßt viele Ärzte auch nur müde lächeln. Aber vielen anderen haben diese beiden Beispiele doch mal auf unterhaltsame Weise echte Wissensansätze nähergebracht. Wer weiß, wieviele animiert wurden, sich dadurch mal ernsthaft mit den Themen auseinanderzusetzen.

  • Dog Hollywood 14. 12. 2006 an 15:06

    Ich finde Moviesteve hat recht. Für Leute die sich ansonsten nicht mit Philosophie o.ä. auseinandersetzen (wollen oder können), ist „Matrix“ doch ein netter Einstieg. Nicht, dass sie darauf aufbauend ihren Doktor der Philosophie absolvieren könnten, aber vielleicht werden jene Menschen einfach mal dazu angeregt hinter den Spiegel zu schauen… und vielleicht sehen die Kritiker letztendlich den Film ernster als die Fans? ;)

  • Mal Sehen 14. 12. 2006 an 15:26

    Woooort!

  • Moviesteve 14. 12. 2006 an 16:18

    Nett geschrieben, Dog. (Thx!) Ich glaube sowieso, daß wir bei dem Film vollkommen einer Meinung sind. Meine Rezension würde jedenfalls Deiner sehr ähneln.

  • Der_Held 14. 12. 2006 an 15:54

    81 Kommentare! Ich würde vorschlage, sobald die 100 geknackt sind, werden Renington und Batzman verkehrt herum gekreuzigt.
    Zumindest aber sollte Dog seine Worte (Drohung?) wahr machen und ein review zu „Reloaded“ und „Revolutions“ bringen…

  • Herbert 16. 9. 2007 an 0:41

    ……“Was stört es die Eiche wenn sich die Sau dran schabt?“

  • pev 6. 10. 2007 an 8:14

    Ich finde es unglaublich peinlich,
    wie hier einige über „Philosophie“ sprechen und urteilen. „Ne, das ist pseudophilosophisch.“, „Ne, das ist pure Philosophie“, „Ne, das ist leichte Philosophie“. Ist die hier so besungene (vorhandene bzw. eben doch nicht vorhandene) Philosophie für euch das höchste Gut eines intellektuellen Menschen dar? Gott-o-Gott.

    „The Matrix“ behandelt philosophische Themen. Weil: alles sind philosophische Themen. Was ist denn _keine_ Philosophie?

    Mir kommt’s hier vor, als ob die, die den Film negativ kritisieren, sich dagegen wehren wollen, einen Film gut zu finden, in dem eine andere Fraktion, die den Film positiv kritisiert, sowas wie die Basis oder besser Manifestation ihrer Lebenseinstellung erkennt.

    The Matrix muss nichts „Neues“ liefern. Der Film muss keine „philo *kotz* sophischen Theorien“ präsentieren, aufdröseln und in kleinen Häppchen servieren, an die bisher noch kein Philosoph gedacht hat. Der Film will es doch gar nicht. Wie kann man eben dieses negativ kritisieren? Ich habe vollstes Verständnis dafür, wenn jemand nichts an „The Matrix“ findet. Filme sind Geschmackssache. Aber diese negative Kritik mit einer Begründung ala „Der Film ist ja gar nicht so toll, wie er gemacht wird, deshalb ist er schlecht“ zu be-gründen … ne.

    Ja, aber „The Matrix“ hat ja da und da geklaut. Und überhaupt! Platon hat doch schon damals das da mit dem Höhlengleichnis gedacht. Jaa…?

    Verdammt, und LiebesfilmX hat nämlich auch da geklaut, weil damals, da haben sich die Leute auch geküsst, umarmt und vermehrt. Und ich sehe in diesem LiebesfilmX also gar nichts Tolles, weil, das gabs schon mal, und das wird mir hier viel zu seicht präsentiert. Ein Liebesfilm für die neue Generation, pff.

    JA, all diese Ansätze und Gedanken, wie man es auch nennen mag, all diese waren schon mal in anderen Medien erörtert wurden. Soll deshalb dazu geschwiegen werden?

    Darf daraus nichts Neues geschaffen werden? Und darf dieses Neue nicht auch das Alte übertreffen? Das Alte verliert dadurch doch nichts. Darf nichts gesagt werden, was schon gesagt wurde?

    Wo stellt Matrix den Anspruch, mit dem „phi… *würg …“ Kram Neuland betreten zu haben?

    Jedes Kind macht sich von alleine Gedanken über all das, was „The Matrix“ und all die anderen Werke vermitteln. „Virtuelle Realität? Pff, geh weg, alter Hut!“ ist doch Quatsch. Es wird verpackt. In einen Film. In ein Buch. In ein Lied. In ein Gedicht. Damals. Heute. Morgen. Wie alles.

    Die Wachowskis haben es grandios und genial verpackt. Sie haben einen grandiosen und genialen Film geschaffen.

    Und sie haben offen erklärt, was sie zu diesem Film bewegt, was sie inspiriert hat. In praktisch jeder relevanten Szene homagieren sie Science-Fiction- und Cyberpunk-Werke.

    Urteilt über den Film,
    und nicht über das, was die Fans daraus machen.

    Ich für meinen Teil bin für jeden Film dankbar, der sich auf die Science-Fiction-Schiene traut, die Science-Fiction dabei aber nicht bloß als Aufhänger benutzt, um die gute alte Leier aufzuziehen, die natürlich funktioniert („die Ladies lieben es…“), aber eben aufgesetzt ist.

  • DS 6. 10. 2007 an 11:56

    *Applaus*

  • F5 — Terminator 1-3 27. 2. 2008 an 1:28

    […] gelegentlich von ihren Machern auch gesehen und angepriesen, wie z.B. bei Der Herr der Ringe oder The Matrix. Bei zweitem fehlen mir zwar die Kritiken zu Teil 2 und 3, aber aus den zahlreichen Kommentaren […]

  • The Matrix Revolutions « Zivilschein 16. 4. 2009 an 12:38

    […] genehm? Im Agitpopblog-Trilogientest werden die Matrix-Forsetzungen leidenschaftlich zerrissen. Auch bei den fünf Filmfreunden wird kein gutes Haar an den Sequels und auch nur wenige am ersten Te…. xkcd bedauert, dass nie Fortestzungen des ersten “Matrix”-Films gemacht […]