DVD Review

Nightmare Before Christmas

31. 10. 2006, Dog Hollywood, 7 Kommentare

„Attacked by Christmas toys? That’s strange, that’s the second toy complaint we’ve had.“

Originaltitel: The Nightmare Before Christmas
Herstellungsland: USA 1993
Regie: Henry Selick
Darsteller: Danny Elfman, Catherine O’Hara, William Hickey, Ken Page, Carmen Twillie

Nightmare Before Christmas

1993 schuf Tim Burton unter der Regie von Henry Selick ein Puppen-Musical, das die Geschichte des Kürbis-Königs Jack Skeleton erzählt.

In Halloween Town findet man die gruseligsten Gestalten; Monster, Geister und Untote leben hier Tür an Tür. Der Bekannteste unter ihnen ist Jack Skellington, für alle der Held und sehr beliebt. Jedes Jahr zu Halloween wird das Skelett groß gefeiert, doch irgendwann hat er den Schädel voll und geht fort. Durch einen Zauberwald gelangt Jack nach Christmas Town, die Stadt in der Weihnachten groß zelebriert wird. Überall stehen bunt beschmückte Tannenbäume und von oben fallen watteweiche Schneeflocken, die die Landschaft in ein friedliches Weihnachtsmärchen verwandeln. Alle sind fröhlich und leben friedsam miteinander. Das gefällt dem melancholischen Gebein so gut, dass er das Fest mit nach Halloween Town nehmen möchte. Seine Freunde und Bekannte sollen mit ihm Weihnachten feiern und so lässt er den Weihnachtsmann entführen und verkleidet sich als „Nikki-Graus“, um allen das Fest der Liebe näher zu bringen. Einzig seine Freundin Sally erkennt, dass Jacks Vorgehen nicht richtig ist und versucht ihn auf zu halten.

Dass Tim Burton hier seine Finger im Spiel hatte, ist unschwer zu erkennen. Zum einen ist das Design extrem obskur und eigenwillig, wie man es von ihm gewohnt ist und zum anderen kommt die Musik aus dem Hause Elfman, Burtons Hauskomponist, der zudem die Gesangsrolle von Jack Skellington übernimmt. Das Halloween-Weihnachts-Abenteuer gehört meiner Ansicht nach zu einem der besten Werke Tim Burtons. Selbst Freunde, die sich nicht für Musicals begeistern können, sollten sich auf diese phantastische Reise einlassen, denn es gibt viel zu entdecken. Die vielen kleinen Details, die nicht nur die Puppen, sondern auch das ganze Setting schmücken, sind wirklich sehenswert und verleihen der Welt der Monster, Geister und Untote eine gewisse Lebendigkeit. Durch die Musik erhält der Film seinen letzten Schliff, von fröhlichen Gesangseinlagen, bis hin zu melancholischen Balladen, ist hier für jeden was dabei, denn hier zählt vor allem der Inhalt. Die Texte sind fernab jeglichen Kitschs, voller Humor und Ironie. Interessant ist auch der Soundtrack, der neben den üblichen Stücken eine Zusatz-CD bietet, auf der Marilyn Manson, Fall Out Boy, Panic At The Disco und andere, ihre Interpretation von „Nightmare Before Christmas darbieten.

Wer sich bisher noch nicht von Jack Skellington hat entführen lassen, für den bietet sich gerade zu Halloween und in der Vorweihnachtszeit die optimale Gelegenheit, den grauen Alltag hinter sich zu lassen, und dies nach zu holen… Die DVD ist bereits für knappe 10 Euro im gut sortierten Fachhandel erhältlich und bietet neben einem scharfen und kontrastreichem Bild, guten Sound und jede Menge Extras: D.h. ein Making Of zur Entstehung des „Grusicals“, zusätzliche Szenen mit Audiokommentar des Regisseurs, Audiokommentare von Regisseur und Kameramann, Kurzfilme aus Tim Burtons kleinem Gruselkabinett, ein Film-Featurette und noch vieles mehr!

Zu Halloween startet außerdem eine Wiederuraufführung des Klassikers in ausgewählten Städten. Dazu hat Buena Vista den Film mittels Disney-Digital-3D-Technik neu überarbeitet, damit wir das Abenteuer in neuem Glanz, d.h. „mittendrin statt nur dabei“, erneut durchleben können. Seit dem 26. Oktober 2006 ist „The Nightmare Before Christmas 3-D“ im Cinema in München und im Cinecitta in Nürnberg zu sehen.

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Gute Unterhaltung und Happy Halloween!

  • Batzman 31. 10. 2006 an 15:09

    Die Kurzfilme sind mindestens genauso gut, wie der Hauptfilm.

    Besonders Burtons Animationsfilm „Vincent“ über einen kleinen Jungen der sich für Vincent Price hält ist umwerfend. Der echte Vincent Price hat damals dafür den Erzähler eingesprochen.

    Tödlich ist bei Nightmare ist allerdings die deutsche Synchro mal wieder. NIna Hagen und Ron Williams *brrrr*

  • Dog Hollywood 1. 11. 2006 an 10:59

    Auf der Myspace-Nightmare3D Seite kann man unter anderem ganz legal in die Musik von Marilyn Manson, Fall Out Boy und Co reinhören. Einfach dem Link folgen und nach unten scrollen.

  • Prospero 23. 11. 2006 an 5:04

    Schaue ich mir mindestens zweimal im Jahr an: Einmal zu Halloween, einmal kurz vor Weihnachten. „Corpse Bride“ ist ja auch nett übrigens…
    Ad Astra

  • dan 21. 12. 2006 an 0:37

    Na, wunderbar. Dejavu. Haben den Film heute noch mit drei Englischkursen in der Schule geguckt. Sehr unterhaltsam, denn ich habe nun mehrere Ohrwürmer auf einmal. Sind die Songs auch synchronisiert worden? Falls ja, kann ich mir das einfach nicht vorstellen, da sie dann sicherlich nicht so eingängig sind wie auf Englisch.

  • Dog Hollywood 21. 12. 2006 an 1:39

    Die Songs sind in der Tat ins Deutsche übersetzt worden, unter anderem von Alexander Goebel und anderen gesungen.

    Hier ein paar Auszüge der deutschen Interpretation:

    This is Hallowenn

    Jacks Lament

    What’s This

  • Batzman 21. 12. 2006 an 6:10

    Sheeesh. Dabei fiel mir grade auf, das ich bei meiner DVD noch nie die deutsche Tonspur anhatte und deswegen schon fast verdrängt hatte wie schlecht das deutsche Gesinge ist…

  • Moviesteve 21. 12. 2006 an 23:55

    Klar versaut die deutsche Synchro so manchen Film. (Ich hab jetzt noch kalten Schweiß vom gestrigen Filmbesuch, bei dem der neue Trailer für „Arthur und die Minimoys“ lief, in dem nicht mehr der Film sondern einzig und allein die Synchronsprecher Bill Kaulitz und Nena beworben werden.) Vor allem wenn trendige B-Promis statt ausgebildeten Sprechern besetzt werden.
    ABER NmbC ist m.E. ganz eindeutig nicht so ein Fall. Die Übersetzung ist tadellos (die Wörtlichkeit bei gleichzeitiger Beibehaltung der Eingängigkeit und Melodiösität ist auf Niveau der besten Musicalproduktionen) und alle Sänger und Sprecher können, was sie sollen: Singen und Sprechen. Besonders Jack klingt in Original und Synchro beinahe gleich.
    Der Film ist einfach aus einer Zeit, als Synchronarbeit noch mit Liebe fürs Detail und Originaltreue gemacht wurde.
    Aber die O-Ton-Puristen wird es immer geben – und bei anderen Filmen zähle ich ja auch dazu.

  • F5 - Die Fünf Filmfreunde 30. 12. 2006 an 14:16

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