DVD Review

Pre-Python: Do not adjust your set / At last… the 1948 Show

18. 5. 2007, Batzman (Oliver Lysiak), 0 Kommentare

„The Minister of Transport issued this appeal to motorists: Can anyone give him a lift to Leicester? „

Originaltitel: Do Not Adjust Your Set
Herstellungsland: Großbritannien 1967
Regie: Adrian Cooper / Daphne Shadwell
Darsteller: Michael Palin, Terry Jones, Eric Idle, David Jason

Originaltitel: At Last the 1948 Show
Herstellungsland: Großbritannien 1967
Regie: Ian Fordyce
Darsteller: John Cleese, Graham Chapman, Tim Brooke-Taylor, Marty Feldman, Aimi MacDonald

DNAYS„First of all, a big hello to all our viewers. Hello Mrs. Green, hello Mr. Green, hello Mum. I think that’s everyone“

Hardcore-Fans der Monty Python-Truppe wissen es natürlich: Bevor die fünf Engländer mit ihrem Adoptivamerikaner Terry Gilliam mit dem Flying Circus TV-Geschichte schrieben, haben sie in anderen Sendungen ihre ersten Gehversuche unternommen, die sie schließlich zusammenführen sollten.

Zeitgleich produzierte der Privatsender ITV damals zwei neue Comedy-Formate, in denen alle Mitglieder der künftigen Python-Truppe ihre Talente ausprobieren konnten. Hatten sie zuvor in den Footlights, satirischen Shows die von Cambridge-Studenten produziert wurden Erfahrungen gesammelt und als Autoren für innovative Formate wie den „Frost Report“ gearbeitet, so durften sie im Jahr 1967 erstmals in eigenen Sendungen brillieren.

Michael Palin, Terry Jones und Eric Idle (und als Animateur auch Gilliam) waren Teil des Ensembles von „Do Not Adjust Your Set!„, einer ursprünglich für Kinder konzipierten Serie, die aber schon bald ein erwachsenes Publikum für sich begeisterte.

DNAYS präsentierte erstmals jenen „stream of conscience“-Stil, der zum Markenzeichen des „Flying Circus“ wurde. Sketche mussten nicht mehr zwingend in einer Pointe enden, sondern konnten ineinander übergehen, assoziativ verbunden oder surreal aufgelöst werden.

Neben Palin, Jones und Idle gehörten David Jason (mittlerweile zum Sir berufen und sowohl als Komiker wie auch als dramatischer Schauspieler etabliert) und Denise Coffey zur festen Besetzung der Show, genau wie die „Bonzo the Dog Doodah Band“, deren Chef Neil Innes auch später immer wieder für die Pythons arbeiten sollte und in der vierten Circus-Staffel sogar mithalf den ausgeschiedenen Cleese zu ersetzen.

At lastÄhnlich wie DNAYS arbeitete auch „At last the 1948 Show“ (deren Titel keine weitere Bedeutung hatte und lediglich als Seitenhieb auf die BBC zu verstehen war, deren bürokratische Programmplanung dazu führte, daß viele Sendungen jahrelang in der Entwicklungshölle verbrachten, ehe sie mal ausgestrahlt wurden). Hier traten nicht nur die späteren Pythons John Cleese und Graham Chapman auf, auch Marty Feldman begann in dieser Sketch-Show seine Karriere.

Vervollständigt wurde das Team durch Tim-Brooke Taylor (der fast auch ein Python geworden wäre) und die „liebliche“ Amie McDonald, die als selbstverliebte Moderatorin der Sendung auch schon mal Spenden für sich selbst sammeln lässt.

Einer der bekanntesten Monty-Python-Sketche, der „Four Yorkshire“-Man-Sketch – in dem vier wohlbetuchte Herren sich in der Schilderung ihrer ärmlichen Herkunft und schweren Kindheit überbieten – erlebte in der „1948 Show“ sein Erstaufführung und wurde erst später von den Pythons recycelt.

Beide Shows enthalten viele Elemente dessen, was später MPFC ausmachen sollte. Surrealen Humor, schwarzhumorige Einschübe, Travestien bekannter Fernsehformate die ins absurde übersteigert werden und klassische Sketche die auch heute noch abgedrehter sind als vieles was in Deutschland produziert wird.

Unglücklicherweise sind die meisten Episoden der „1948 Show“ und von „Do Not Adjust Your Set!“ unwiderbringlich verloren, denn zur damaligen Zeit erkannte man den Wert eines guten Archivs noch nicht. Um Platz und Material zu sparen wurde viele Episoden gnadenlos überspielt, was dazu führte das diese Sendungen den meisten Zuschauern unbekannt sind und nie die Popularität erreichten die Python zuteil wurde.

Das ist schade, denn auch wenn einiges noch konventioneller ist als beim „Circus“, so erkennt man doch sehr deutlich die Einflüsse des Pythonschen Humors und kann speziell die unterschiedlichen Schreibstile von Cleese und Chapman, die mit ihrem dialoglastigen Witz die „1948 Show“ prägten, mit dem oftmals visuellen Humor der übrigen Pythons in DNAYS vergleichen.

Zum Glück sind wenigstens ein paar Folgen beider Serien in diversen Archiven erhalten geblieben und Epix-Media veröffentlich sie jetzt dankenswerter Weise beide auf DVD.

DVD-Bewertung

Von der Bildqualität darf man natürlich keine Wunder erwarten, beide Serien liegen in relativ griseligem Schwarz/Weiss vor (sie wurden kurz vor der Umstellung auf Farbe aufgezeichnet), was dem Spaß allerdings keinen Abbruch tun sollte, es kommt ja eher auf den Inhalt an. Der Ton ist etwas knisterig, aber gut verständlich, auf eine Synchro wurde verzichtet, was wohl auch besser ist. Dank deutscher Untertitel kommt man aber auch ohne Englischkenntnisse gut mit.

Wer sich wirklich für Pythons interessiert und wissen möchte, wie sie anfingen, dem können die DVDs wärmstens empfohlen werden. Neben einem schick animierten Menue finden sich auch Interviews mit Terry Jones, Tim Brooke Taylor und ein Mini-Poster mit einem Komödienstammbaum der Pythons auf den Scheiben.

Hier als kleine Kostprobe ein Ausschnitt aus DNAYS!

und ein Clip aus „At last… the 1948 Show“ mit Graham Chapman:

  • BatzLog - Noch etwas Salz? » Rutland Weekend Television: Zu normal 19. 5. 2007 an 15:00

    […] Widmete ich mich bei den Filmfreunden grade der Frühzeit der Monty Python-Mitglieder, so stolperte ich im Zuge dessen auch auf eines der in Deutschland nicht so bekannten Python-Related-Projekte. John Cleese “Fawlty Towers” konnte sich ja auch in Deutschland seine Fangmeinde erspielen, die Show “Rutland Weekend Television” seines Kollegen Eric Idle (aus der dann auch die großartige Beatles-Parodie “The Rutles” hervorging) ist hierzulande jedoch nahezu unbekannt. […]

  • F5 — Four Yorkshiremen 25. 7. 2007 an 11:24

    […] Sketch wurde ursprünglich für die britische Fernsehserie At Last the 1948 Show geschrieben, wobei alle vier Autoren und Darsteller der Show daran mitwirkten: John Cleese, Graham […]