Review

Der goldene Kompass

31. 12. 2007, Batzman (Oliver Lysiak), 20 Kommentare

„Is that what they pay you with? Whiskey?“

Originaltitel: Golden Compass, The
Herstellungsland: Großbritannien / USA 2007
Regie: Chris Weitz
Darsteller: Nicole Kidman, Daniel Craig, Sam Elliot, Dakota Blue Richards

Golden Compass

Irgendwo in einer Parallelwelt in der alle Menschen ihre Seele als kleines Dämonenwesen in Tiergestalt mit sich herumführen. Die kleine Lyra wächst im Jordan College in Oxford auf, ihre Eltern sollen umgekommen sein und nur ihr Onkel (Daniel Craig), ein Wissenschaftler und Draufgänger schaut ab und an mal vorbei. Währendessen werden die Kinder des Landes von einer mysteriösen Organisation verschleppt, die alle nur furchtsam die Gobbler nennen, denen auch Lyras Freund der Küchenjunge Roger zum Opfer fällt.
Lyra wird bald von der eleganten und weltgewandten Mrs. Coulter (Nicole Kidman) als Gehilfin angefordert, die sie mit nach London nimmt. Doch die Freundlichkeit von Mrs. Coulter ist nur oberflächlich, wie Lyra bald lernen muß, denn diese Frau mit dem goldenen Affen als Dämon steht den Gobblern näher als dem Mädchen lieb sein kann. Bald schon ist sie auf der Flucht…

Nicht ganz zu unrecht haben kirchliche und christliche Organisationen zum Boykott dieses Filmes aufgerufen, stellen doch die Buchvorlagen einen recht deutlichen Angriff auf organisierte Religion, ihren Herrschafts- und Wahrheitsanspruch dar. Das die Gobbler einer kirchlichen Organisation unterstehen und das sämtliche Bösewichte im Dienste der Kirche stehen, kann im Film erkennen, wer sehr genau hinschaut, wirklich deutlich wird es nicht. Was auch erklären dürfte, welche intellektuellen Verrenkungen die Boykottaufrufer machen: Der eher harmlose Film könnte Eltern dazu bringen ihren Kindern die Bücher zu kaufen, die dann aus ihren Kinder Atheisten machen. Wäre es so einfach, wäre dies wohl ein Grund die Bücher weiträumig über Schulen abzuwerfen.

Fest steht, daß der Film von New Line unter Erfolgsdruck als neuer „Lord of the Rings“ konzipiert, einen gewissen Biss vermissen lässt, den die Vorlage durchaus hat. Was nicht heißt, daß er für sich genommen ganz schick anzusehen ist und mit Frau Kidmann, Herrn Craig und vor allem der frech-forschen Dakota Blue Richards eine wirklich attraktive Besetzung aufweist, die auch über die Stellen hinweghilft, in denen dramaturgisch allzusehr gehudelt wird. Vieles überstürzt sich, viele episoden wirken, auch wenn man die Bücher nicht kennt, sehr eingedampft und insgesamt schleicht sich immer wieder eine etwas gehetzte Grundstimmung ein, der ein Mangel an Erklärung und emotionaler Tiefe gegenübersteht.

Andererseits überrascht der Film auch immer wieder positiv, durch einen Mut zur Härte, der in einem „Kinderfilm“ als den das Ganze ja verkauft wird, ungewöhnlich erscheint. Der Bodyount ist nicht grade gering, der Kampf der Eisbären durchaus brutal und auch die Schlußschlacht weit entfernt vom zahmen Schwertgefuchtel aus Narnia. Schwierig bleibt jedoch, das recht Abstrakte Konzept des Staubs, des Dust das versucht wird mit einigen Einschüben und vielen Animationen zu erklären. Was sich im Buch langsam entfaltet, muß im Film sofort verstanden werden und da sich letztlich alles um den Staub dreht, is es essenziell, daß die Zuschauer verstehen warum überhaupt soviel Gewese darum gemacht wird. Zusammen mit der stark religiös geprägten Einstellung der Bösewichte, hat es der Film oft schwer die tatsächliche Tragweite des „Staubs“ zu vermitteln und warum er so wichtig ist. Nicht zu seinem Nachteil bleibt am Ende ein Gefühl nur halb gesättigt zu sein und eigentlich nur ein Fragment einer vielschichtigeren Story bekommen zu haben, vor allem wenn man weiß, das es keinesfalls sicher ist ob die Fortsetzungen das Licht der Leinwand erblicken.

Durchwachsen auch der Look des Film, von den zumeist sehr liebevoll und überzeugend animierten Dämonen, denen jener Hauch digitaler Irrealität ganz gut tut, bis zu den leider etwas schäbig aussehenden Stadtansichten, Luftschiffen und Kutschen schwankt das Niveau leider beträchtlich. Ist man in den Sets immer um eine angenehme Rauhheit bemüht, die den Dingen einen gebrauchten, echten Look geben möchte, bieten die gerenderten Objekte und totalen zu oft einen sehr nach CGI-aussehenden Märchenlook, der der Glaubwürdigkeit der Story nicht gut tut und es schwer macht sich wirklich ganz in die Geschichte fallen zu lassen.

Ähnlich wie Stardust hat Golden Compass viele sehr gelungen und schöne Momente, die vor allem auf das Konto der Darsteller gehen unter denen die Neuentdeckung Richards wirklich hervorsticht, denn es ist nicht leicht ein selbstbewusstes Mädchen zu spielen, das weder als verkappter Junge noch als schnippische Ziege oder Pipi Langstrumpf-Verschnitt daherkommt. Sie trifft jedoch in der Regel den richtigen Ton, ob in komischen oder dramatischen Momenten. Sam Elliot bringt dem Film die dringend benötigte Menschlichkeit und dramaturgische Schwere, während Freddie Highmore als Stimme von Lyras Dämon immer wieder sehr ulkige wie niedliche Momente einbringen darf.

Ein durchwachsener Film, der nicht völlig funktioniert, aber genug Gutes hat um ihn zu empfehlen und auf die Fortsetzungen zu hoffen.

Und Anlaß vielleicht doch mal die Bücher zu lesen. Allein schon um die christliche Rechte zu ärgern ;)

  • schoeppchen 31. 12. 2007 an 11:41

    Gestern gesehen – kann der Review voll zustimmen. Kenne die Vorlage nicht, fand den Film kurzweilig und unterhaltsam.

    Ist schon bekannt ob/wann der zweite Teil gedreht wird – oder wartet man hier erst mal auf das Zweitverwertunsggeschäft (DVD)?

  • justus_jonas 31. 12. 2007 an 15:09

    Dem ist nichts hinzuzufügen. Vielleicht noch, dass es schon ärgerlich ist, das New Line in letzter Minute noch das Ende des Films umschneiden lies. Immerhin fielen so die letzten 3 Kapitel des ersten Buches weg und ein vielversprechender Cliffhanger landete auf dem Boden des Schneideraums. Gefilmt wurde das Ganze natürlich (was man teilweise sogar in den Trailern sieht und in diesem unveröffentlichten Clip Naja. Mit einem nationalen Einspielergebnis von 187 Million Dollar (weltweit) und nur 56 Millionen (US) braucht man wohl ohnehin nicht mit angehaltenem Atem auf eine Fortsetzung warten.

  • DexterWard 31. 12. 2007 an 17:33

    Also ich kenne und liebe die Bücher und war dem Film gegenüber superskeptisch, schon alleine wegen Kidman. Im Nachhinein fand ich den Film ganz gelungen auch wenn einiges fehlt, der Schluss gekürzt wurde und die wirklich brutalen Sachen nicht verfilmt wurden. Sehenswert ist er schon alleine wegen der Kostüme. Und den Vergleich mit HdR finde ich wirklich albern. Wäre schade, wenn die anderen beiden Bücher nicht verfilmt würden.

  • Thomas 31. 12. 2007 an 18:32

    Für mich war das letztlich nicht mehr als ein Schnelldurchlauf der schönen Bilder. Schöne Einfälle fallen diesem atemlosen Schnelldurchlauf dabei ebenso zum Opfer wie ruhige Momente, in denen man dem Gefühlsleben der Protagonisten hätte näher kommen können. Ein Beispiel: Der König der Eisbären wäre gern ein Mensch und deswegen wünscht er sich nichts sehnlicher als einen Seelendämon, wie ihn alle Menschen in Lyras Welt haben. Als Lyra dem Bärenkönig gegenüber steht, sitzt er auf seinem Thron und spielt – wie ein großes, unglückliches Kind – mit einer kleinen Puppe, ein schattenhafter Ersatz für den so schmerzhaft vermissten Seelendämon. Statt aber mit diesem wunderbaren Detail zu spielen, schwenkt die Aufmerksamkeit sofort wieder auf Lyras Listen, auf ein Bärenduell, auf eine Verfolgungsjagd, und und und – Regisseur Weitz hat den Finger ständig auf der Vorspultaste. (http://schoener-denken.de/blog/index.php/schnelldurchlauf-der-schonen-bilder/)

  • Kooyanisqaatsi 31. 12. 2007 an 18:58

    Da Weitz’es sich nun der Romane um Elric und dem Ende der Zeit annehmen, braucht man in den nächsten Jahren nicht mehr auf die Fortsetzungen hoffen. Wobei ich ohnehin nicht weiß ob ich das unbedingt will – rein handwerklich, mal ganz davon abgesehen ob die Vorlage stark christlich geprägt war oder nicht, war der erste Narnia-Streifen wesentlich ausgereifter… und der Trailer von Teil 2 lässt vermuten, dass auch diese Serie etwas erwachsener wird.

  • PatWorker 1. 1. 2008 an 3:18
  • Die Fünf Filmfreunde » Beitrag » Der Netzperlentaucher 8. 1. 2008 an 13:51

    […] Beispiel hier einmal ein paar kurze Auszüge aus der Kritik zu dem Film “Der Goldene Kompass“: “Fest steht, daß der Film von New Line unter Erfolgsdruck als neuer “Lord of […]

  • Azurelle 15. 1. 2008 an 2:42

    Hm lustig ich wurde von allen Seiten vor diesem Film gewarnt – was bei I Am Legend nicht der Fall war – du sagst aber, er ist sehenswert und eigentlich wollte ich ihn mir auch ansehn… verdammt ich verhungere noch zwischen zwei Heuballen!!!!!11111one

  • wavescapenet 15. 1. 2008 an 17:53

    Der Film ist klasse und gehört zusammen mit Dem Sternwanderer zu den besten Filmen 2007….Fantasymäßig mein ich natürlich…und mit diesem Schrott von Narniafilm überhaupt nicht zu vergleichen.

  • phylthia 21. 1. 2008 an 21:49

    Naja, ich kenne und liebe die Bücher.
    Die Trailer sahen auch durchaus vielversprechend aus, doch war der Film so kurz ich hätte heulen können vor enttäuschung. Man hatte ständig den Eindruck Lyra sei allwissend. Auch sieht man ihre Fortschritte mit dem Alethiometer nicht. Als der Film zuende war hatte man den Eindruck er finge grade erst an.
    Meine Mutter (die das Buch nicht gelesen hat) machte grosse Augen als der Abspann anfing.
    „Delia, wieso ist der schon zuende? Hat der eine Pause?“
    „Nein dann würd da Pause stehen.“
    „Doof ich wollte doch sehen wohin der Cowboy mit denen jetzt fliegt.“

    Mieser fieser Cliffhanger.
    Und ja, ich sollte nicht soo streng sein. Sonst bin ich es immer die sagt, gibt den Filmemachern ne Chance, viele viele Seiten in 2 Stunden zu pressen ist nicht einfach.
    Die Verdrehung einiger Handlungsstränge fand ich nicht schlimm, nur die Länge.
    Wie gesagt. Ich hätte noch zwei Stunden da sitzen können.
    Ansonsten kann man noch sagen das der erste Teil bei weitem der am schwierigste ist, weil er nicht soooo viel bietet was sich zum verfilmen bietet. Man kann ja schlecht alle „Abenteuer“ die Lyra und Roger zusammen erlebt haben mit reinpacken.
    Ja horray für Sinnlose Comments. Sorry.

  • pascal 31. 1. 2008 an 0:01

    nach lektüre der bücher habe ich leider die hoffnung auf eine fortsetzung aufgegeben, außer auf eine unheimlich stark beschnittene, oder als independent-film aus nicht-usa…
    schon die darstellung der „authority“, und vor allem wie die kinder sie einfach mal im vorbeigehen um die ecke bringen, dürfte wohl den meisten etwas zu „pikant“ sein… (oder die schwulen engel! das dürfte noch schlimmer als schwule cowboys sein,…)

    aber schon lustig, wie der vatikan seine übliche verurteilung exakt mit dem erscheinen des trailers etc. getimed hat :)

  • Jörg 4. 2. 2008 an 22:25

    Schon wieder eine lieblose Verfilmung eines guten Fantasyromans. Wann hört das endlich auf? Herr der Ringe hat gezündet, die Nachahmer langweilen nur. Und das alles nur, um eine paar schnelle Dollars zu machen.

  • Mona 10. 2. 2008 an 10:39

    Spielt Nicole Kidman auch im 2. Teil von der goldener Kompass mit??

  • Marsellus 25. 2. 2008 an 18:56

    In der letzten Cinema-Ausgabe wurde auf Leseranfrage mitgeteilt, daß Teil 2 u. 3 nicht gedreht werden, da der Film nicht die finanziellen Erwartungen erfüllt hat. Meine persönliche Meinung ist auch, daß der Film eine typische 08/15 Hollywood-Fantasy-Produktion ist. Eine Aneinanderreihung von Höhepunkten und dabei die Geschichte aus den Augen verloren. Vielleicht hätte Peter Jackson den Film umsetzen sollen……

  • Raphael 1. 3. 2008 an 8:24

    Ich bin total Faziniert von dem Film. Ich frage mich wieso die letzte szene herausgeschnitten wurde. Ich habe das zweite Buch „Das Magische Messer“ schon gelesen und jetzt lese ich den dritten:“Das BernsteinTeleskop“ Ich habe mich im Internet erkundikt ob Das Magische Messer auch Verfilmt wird. Und ich habe herausgefunden, dass er irgendwann 2009 auf die Große Leinwand kommt. Und ich Glaube die müssen den dritten teil Verfilmen.

  • Loreley 6. 3. 2008 an 14:58

    Man kann nur hoffen…

    Als großer Fantasy-Fan habe ich jahrelang auf eine Verfilmung von „Herr der Ringe“ und „His dark materials“ gewartet. Für mich zwei der besten Trilogien ever (neben Sabriel/Lirael/Abhorsen, der Neschan-Trilogie sowie der Merle-Trilogie).

    Hier wurde inzwischen schon so einiges dazu geschrieben, dass ich mich nun einfach nicht mehr zurück halten kann: Es handelt sich bei beiden Werken um derart unterschiedliche Literatur, dass ein „Vergleich“ einfach gar nicht möglich ist. Das ist, als würde man vergleichen, was denn nun leckerer ist – Pizza oder Pasta! Gibt es darauf etwa eine Antwort?? Nein, denn zum einen ist es wirklich eine Geschmacksache, zum anderen kann man darauf keine vernünftige Antwort finden, denn man redet von zwei völlig unterschiedlichen Dingen. Und ehrlich gesagt – mir schmeckt beides!

    Herr der Ringe wurde zum Kino der Superlative. Das war ein Aufwand und ein Budget, das seines gleichen noch lange suchen wird. Die Ansprüche sind extrem hoch geschraubt worden. Ein wahres Meisterwerk.

    Bevor der Film jedoch erschien, hatte ich Zweifel. Wie sollte man Figuren, die in der Phantasiewelt eines Buches im Kopf zu leben erweckt wurden, auf einer Leinwand darstellen, ohne sie vollkommen lächerlich wirken zu lassen? Eine übergroße Spinne, die kämpft? Sprechende, lebende, laufende Bäume?

    Dann kam der große Moment und ich muss sagen, ich war überwältigt. Nie zuvor hatte ich das Vergnügen, mir einen Film anzusehen, in dem mir jede Feinheit, jeder Charakter und jede Situation so vertraut war. Selbst die schwierigsten Szenen sahen 1:1 aus, wie in meiner Vorstellungskraft – das was ich zuvor gelesen hatte, war in Form von Bildern in meinem Kopf – und plötzlich vor mir auf der Leinwand.

    Um nun wieder den Bogen zurück zu „Der goldene Kompass“ zu bekommen, steige ich am selben Ansatz ein: was erwartet mich im Kino, nach jahrelanger Liebe zu der Trilogie und meinem „eigenen“ Film im Kopf..?

    Von vorn herein war klar: unterschiedliche Schreibstile der Autoren, komplett andere Konzepte/Figuren/Charaktere und Welten, die so unglaublich wenig gemeinsam haben. Es würde vom Gefühl her etwas ganz anderes werden, als bei Herr der Ringe. Mir war auch sofort klar: Teil I wird für die „Nichtleser“ nicht leicht zu verstehen sein, bei den Büchern verschmelzen für mich erst alle drei Bände zu einem großen Ganzen, das verständlich ist und alles erklärt.

    Von allen drei Teilen ist „Der goldene Kompass“ der Aufbau – ein Ansatz, diese erste Welt und ihre Charaktere kennenzulernen. Ein Grundgefühl dafür zur vermitteln. Wer den goldenen Kompass gelesen hat, weiß, wie lang sich das erste Buch zieht. Wunderbar geschrieben, aber manchmal einfach doch zu langatmig. Richtig los geht es doch eigentlich erst nach 3/4 des Buches. Und ab da gibt es kein Halten mehr, Teil II und III direkt hinterher…

    Nehmt Euch das Buch (Teil I) und setzt es als Film auf eine Leinwand. Es bietet einfach nicht den gigantischen Reichtum an tausend Dingen und großen Gefühlen, wie der erste Teil von HdR. Es bietet eine weit weniger große Palette der Darstellung. Und diese ist meiner Meinung nach in den meisten Details gut gelungen. Ist das Alethiometer nicht einfach wunderschön geworden, wie man es sich erträumt hat? Und Pan und Iorek? Sie waren auf der Leinwand, als seien sie aus dem Buch dorthin gehüpft! Ich hätte sie in jedem mir unbekannten Film erkennen können! Eindrucksvoll auch die Szene des betrunkenen Iorek Byrnison: erst beim Blick auf die Leinwand kam mir die exakte Szene aus dem Buch wieder in den Kopf und stellte sich dann auch genauso skuril dar, wie ich es damals, beim ersten lesen empfunden habe.

    Fakt ist: Der Film war nah an der Buchvorlage. Die Stimmung, die der Film erzeugte, war die gleiche, mit „Unterkühlung“ durchzogene Stimmung des ersten Buches. Ohne sie sonderlich zu mögen, bin ich der Meinung, dass die Hauptdarsteller passender nicht hätten ausgewählt sein können! Eine ständig unterkühlte Nicole Kidman, eiskalt, gierig, ein cooler Daniel Craig. Herrlicher Kontrast zur in Teil I nur selten auftauchenden, wilden, temperamentvollen, warmblütigen Hexe Serafina Pekkala!

    Die wirklich „warmen“ Charaktere, eine ganz andere Gefühlsebene, wahre Freundschaften und neue Abenteuer auf dem nun vorhandenen Fundament stellt sich in „Das magische Messer“ (Teil II) dar. Die schon vorhandenen, eingeführten Charaktere lernt man besser kennen, erfährt mehr über ihre Seele und wird zu ihrem Freund. Sie gewinnen an Farbe, man kann sie besser verstehen, sich einfinden in diese Welt.

    Da ich endlos über diese mir so liebe Trilogie berichten könnte, breche ich an dieser Stelle mit ein paar möglichst „objektiven“ Fakten meine Schreibflut ab:
    Der Film ist ohne Vorinformationen nicht für jedermann leicht zu verstehen. Zudem ist er auch nicht so kindgerecht, wie z.B. Narnia. Meiner Meinung nach auch erst für etwas ältere Kinder zu empfehlen. Der Film ist wie das Buch von einer gewissen Kühle und Schwere durchzogen, die einen fasziniert aber nicht unmittelbar mitnimmt und zum Teil des Ganzen werden lässt, wie nach wenigen Minuten Herr der Ringe. Für mich trotz deutlich länger gewünschter Spielzeit eine sehr gute Umsetzung des Buches, der an manchen Stellen ein intensiveres Auskosten der wunderschönen, vorhandenen Details fehlte, um richtig damit warm zu werden. Wer Phantasie mag und liebt, sollte sich Teil II und III einfach mal durchlesen und mitnehmen lassen, in andere Welten…Wie gesagt, Teil I war nur der Anfang… : )

    Aus diesem Grunde: ganz doll *daumendrück für die Verfilmung von „Das magische Messer“ und „Das Bernsteinteleskop“, damit alles zu einem „groooßen Ganzen“ werden kann!!

    Ganz liebe Grüße an alle Phantasiefreunde dort draußen : )

  • CharlesDexterWard 6. 3. 2008 an 18:11

    @ Loreley
    Ich stimme Dir vollstens zu. Der Vergleich mit HDR bringt mich auch zur Weißglut und obwohl ich Kidman nicht besonders mag, fand ich die Verfilmung ganz gelungen. Weitere Teile soll es wohl nicht mehr geben, aber wir haben ja die Bücher ;)

  • Danny 19. 4. 2008 an 22:26

    Ich habe auch alle Bücher gelesen und auch ich habe sie sehr gemocht. Dann hab ich mir den Film dazu angesehen und war sehr enttäuscht. Es wurden soviele sachen weggelassen, dann werden mal einfach so 6 kapitel des Buches übersprungen und später einfach so eingesetzt.Dann gab es da noch das Ende was weggelassen und der film mitten im Buch zuende war.

  • andi 7. 12. 2008 an 17:59

    hallo
    ich habe gelesen, das teil 2 und 3 doch verfilmt werden sollen, stimmt das nun doch nicht???

    Ich gehören nämlich auch zu denen die den Film toll finden…

  • Gu 1. 1. 2010 an 22:44

    Hallo Leute,

    Biiiitttteeeeeee!
    Vergleicht doch nicht immer Filme mit Büchern.
    Klar das immer viel fehlt,
    klar das das buch immer besser ist,
    klar das daß Buch detailreicher ist.

    Wenn man einen Film 1 zu 1 nach dem Buch macht würde das erste Kapitel schon ein paar Stunden dauern. Das bei einem mehrteiligem Film?
    24 Stunden Kino spaß :). Ich hätt echt nix dagegen!

  • Leonidas 27. 6. 2010 an 20:56

    Interessant. Der Autor des Buches – Philip Pullman – hasst Religion und wirft der Kirche vor, dass sie die Menschen durch unterschwellige Botschaften zu ihrer Meinung bekehren wollen, aber was er in seinem Buch und dem Film macht ist ja genau DASSELBE. Er propagiert den Atheismus und übt in seinem Buch andauernd Kritik an der Kirche und dem Christentum.

    Ausserdem: wie kann man das grösste Arschloch aller Zeiten zu einer Buch und Filmheldin machen? Zitat: „Du bist eine richtige Lady“ – „Nimm das zurück, oder ich verprügle dich!“. Ein selten unsympathisches Kind! Aggressiv, schwer verhaltensgestört, zornig und eindeutig moralgestört. Das Psychopathen-Kind eben.

    Wow, dieser Pullman-Typ hat die Intelligenz einer halbtoten Mistfliege.