Review

Die Welle

11. 3. 2008, Batzman (Oliver Lysiak), 21 Kommentare

„Aber ich wollte doch Anarchie machen….“

Originaltitel: Die Welle
Herstellungsland: Deutschland 2008
Regie: Dennis Gansel
Darsteller: Jürgen Vogel, Max Riemelt, Christiane Paul, Maximilian Mauff, Jennifer Ulrich, Jacob Matschenz, Frederick Lau

Welle Poster

Projektwoche an der Schule einer deutschen Kleinstadt. Lehrer Rainer Wenger (Jürgen Vogel) hat sich schon drauf gefreut das Thema „Anarchie“ zu lehren, wird aber dazu verdonnert seinen Schülern „Autokratie“ beizubringen. Ein Thema das dem Lehrer mit Punk- und Rockrebellen Vergangenheit so gar nicht liegt.

„Faschismus kann eh nicht wieder passieren“, glauben seine Schüler. Dazu ist man viel zu aufgeklärt. Doch Wenger denkt sich etwas aus. Statt langweiligem Faktendreschen will er seine Schüler hautnah spüren lassen wie sich Autokratie (hier als Verbrämung für Faschismus genutzt) anfühlt. Er verordnet zunächst einmal Einheitskleidung, weiße Hemden und eine neue Sitzordnung – und ist selbst überrascht wie willig die Schüler seine Ideen aufnehmen.

Aus dem ungeordneten Haufen wird innerhalb von zwei Tagen eine straffe Truppe, in der selbst Aussenseiter wie Tim (Frederick Lau) plötzlich ihren Platz haben. Die Begeisterung verselbständigt sich schnell. Bald werden auch ausserhalb des Projektkurses neue Schüler rekrutiert, das Experiment wird zur Bewegung, zu „Die Welle“ komplett mit Logo, Internetauftritt und eigenem Gruß.

Lehrer Wenger droht zeitweise von diesem Sog, von der Eigendynamik dieser Bewegung mitgerissen zu werden, sich in der Rolle des Anführers zu gefallen . Erst als es zu Übergriffen von Wellemitgliedern gegenübern anderen Schülern kommt, als sich Tim ihm als Leibwächter andient realisiert wie ernst die Situation ist. Doch es ist nicht so einfach das „Experiment“ zu beenden…

Die Story ist bekannt. Wer in den 80ern und frühen 90ern die Schulbank drückte, wird um die Pflichtlektüre „Die Welle“ von Todd Strasser (als Morton Rhue), wie auch um den TV-Film der aus dem dünnen Büchlein gemacht wurde, kaum herumgekommen sein. Der damalige Film wurde als sog. „After School Special“ produziert, als Teil einer Reihe von Filmen die meist mit dem pädagogischen Holzhammer „wichtige Themen“ abhandelten. Drogen sind doof. Alkohol ist gefährlich. Zu Behinderten soll man lieb sein. Scheidungen sind schwer für Kinder. Faschismus ist irgendwie nicht so toll.

Film und Buch basieren auf einem schlecht dokumentierten tatsächlichen Vorfall, der sich so 1967 an einer Schule in Palo Alto abgespielt haben soll. Es gibt nur wenige wenige Dokumente über das was dort abgelaufen ist, die Schulzeitungen berichteten nur kurz darüber und selbst der echte Lehrer Ron Jones, auf dessen Schilderung die gesamte „Welle“-Legende beruht hat seine Story erst 6 Jahre später zu Papier gebracht und sparte dabei wohl aus dramaturgischen Gründen aus, daß es sehr wohl organisierte und wirkungsvolle Proteste gegen „The Third Wave“ gab und keineswegs alle Schüler wie brave Schäfchen innerhalb von 3 Tagen zu willigen Mitläufern wurden. Jones hat seine Karriere auf diesem Experiment aufgebaut und zieht seitdem durch die Welt und warnt die Menschen davor wie schnell man zu Nazi, pardon zum Autokraten werden kann.

Jones war natürlich auch bei der Neuverfilmung von Dennis „Napola“ Gansel mit von der Partie, als Berater, aber wahrscheinlich auch, weil er es als gute Werbung für sein in die Jahre gekommenes Projekt ansieht.

Leider schafft es Gansel nicht wirklich etwas anderes als ein modernisiertes „After School Special“ abzuliefern. Die Optik ist hip, der Schnitt ist schnell und schick, der Musikeinsatz packend und passend. Denn wenn Gansel etwas beherrscht ist es Bilder zu schaffen die gut aussehen, Stimmungsbilder von Größe und cineastischer Eleganz. Vom „Kleinen Fernsehspiel“-Muff der Erstverfilmung ist nicht viel geblieben, Gansel liefert modernes, schniekes Kino ab.

Was ihm leider wie schon bei Napola nicht so liegt ist Figuren zu entwerfen, die über ihre Klischeefunktion hinausgehen, die ein Eigenleben entwickelt und mit allen Zwischentönen als vielschichtige Persönlichkeiten erscheinen. Das ist sehr schade, denn wieder einmal hat er eine ausgesuchte und talentierte Besetzung zusammengetrommelt.

Jürgen Vogel, der zwar sowieso in jedem Film mitspielt, aber deswegen nicht weniger gut ist, gibt einen hinreichend sympathischen alternativen Lehrer, der im Endeffekt selbst noch nicht richtig erwachsen ist. Frederick Lau gibt den psychisch angeknacksten Außenseiter Tim ebenfalls sehr überzeugend und schafft es die mit vielen dramaturgischen Allgemeinplätzen beladene Figur nicht zur Karikatur werden zu lassen. Max Riemelt als All-Arian-Smiley sieht hübsch aus und darf seine Rolle aus Napola variieren und auch die restlichen Jungdarsteller wissen zu gefallen. An ihnen liegt es nicht, wenn sich bei den pädagisch-platten Dialogen ein ums andere Mal auch die Nackenhaare des gutwilligsten Zuschauers aufstellen werden. Sie haben einfach wenig andere Wahl, bei dem was ihnen das Drehbuch vorgibt. Die Dialoge sind streckenweise so schmerzhaft plakativ, als wolle man ängstlich jede Uneindeutigkeit ausräumen. Die guten Schauspieler werden verheizt, die eigentliche Entwicklung, mit dem Ergebnis, daß der bedrohliche Sog der Bewegung – auch hier eine Parallele zu Napola – nie wirklich spürbar wird.

Größtes Glaubwürdigkeitsproblem des Films, neben seinem penetrant pädagogischen Habitus, ist vor allem seine These, die unreflektiert Ron Jones These wiederkäut, so simpel würde Faschismus funktionieren. War das schon im original-Setting, Ende der 60er, schwer zu schlucken (und letztlich lief es ja auch anders ab), so braucht es in der modernen, nach Deutschland verlegten Fassung nochmehr Goodwill vom Zuschauer, um diese Hauruck-Autokratie zu schlucken. Es braucht mehr als ein paar flotte Parolen, gemeinsame Hemdchen und Gruppenturnen, um einen derartigen Wandel zu vollziehen. Selbst junge Neonazis in der Provinz geben sich in Interviews bisweilen differenzierter als die Schülerschablonen die Gansel auftreten lässt. Zumal er bewusst ein eher gutbürgerliches Setting einer Kleinstadt wählt. Es soll zeigen: Sowas kann überall passieren, nicht nur in Problemgebieten. Aber es reibt einem noch deutlicher unter die Nase, wie unwahrscheinlich die Brechstangen-Entwicklung ist mit der sich „Die Welle“ entwickelt. Viele Probleme hätten hier vermieden werden können, wenn man von Anfang an die Laufzeit des Projekts verlängert hätte und zeigen würde, wie die Schüler langsam und allmählich dem Reiz einer faschistischen Ideologie erliegen.

Glaubwürdiger und besser wurde da ein anderes berühmtes Terror-Experiment nach Deutschland verpflanzt. „Das Experiment„, von Oliver Hirschbiegel orientierte sich an dem berüchtigten Standford-Versuch, der willkürlich zufällig in Wärter und Gefangene eingeteilte Freiwillige aufeinander losließ. Doch Hirschbiegel schaffte es Figuren mit mehr Innenleben zu erschaffen, den Schrecken, die Grenzüberschreitungen langsam in Szene zu setzen. Bei ihm war der überaus gewaltätige Klimax am Ende glaubwürdiger, weil er als logische Konsequenz aus dem Handeln der Figuren erwuchs.

Ganselns Westentaschen-Autokraten sind als Charaktere reine Behauptung, die „subtil“ wahrscheinlich für ein Waschpulver halten. Sie unterhalten sich in bewusst jugendlichem Slang (oder dem was man dafür halten mag) und reden Sätze die man ansonsten in Soaps erwartet. Wenn jemand traurig ist, sagt er ich bin traurig. Wenn jemand zu einer Gruppe dazugehören will, wird dies ebenso platt ausgedrückt. Selbst ein gestandener Mime wie Jürgen Vogel liefert letztlich das Klischee eines „jungen“ Revoluzzer-Lehrers, so wie man hierzulande eben als junger unangepasster Lehrer zu sein hat.

Das Ansinnen des Films ist ehrenwert, die Besetzung ist toll und sicher werden ganze Schulklassen in Sondervorführungen geschleppt um sich das ganze anzusehen. Und damit hat der Film sein Ziel vermutlich auch erreicht.

Fazit: Hübsch anzusehen, schicke Bilder, toll geschnitten, aber teilweise sehr anbiedernd jugendlich und sehr weit weg von der Realität, die der Film so gerne abbilden würde.

  • Batzman 11. 3. 2008 an 20:18

    @sudo

    Ich hab den Verlinkunsgtext modifiziert und die Links zu den eigentlichen Ausgaben der Schülerzeitungen eingesetzt, auch wenn dort die Gegenbewegung „The Breakers“ nicht so explizit benannt wird. Ich hatte im wesentlichen die verlinkte Seite selbst gelesen. Danke für den Hinweis. Die übergeordnete Seite ist sicher diskussionswürdig. Dennoch scheinen mir die Aussagen, daß es eben nicht so ablief wie Jones es schildert, sondern das es eine starke Gegenbewegung gab durch die Artikel aus der Schülerzeitung gedeckt zu sein, egal wie man zu den Schlußfolgerungen steht, die der Autor der Third Wave Debunked-Seite letztlich aus dem Ganzen zieht.

  • sudo 11. 3. 2008 an 20:02

    Die zum Link mit den „wenigen belegbaren Beweisen“ zugehörige „Main Third Wave Site“ enthält übrigens (etwas weiter unten) ziemlich miesen Antisemitismus, Holocaust-Leugnen etc.

    Ich habe zwar ein bisschen die Vermutung, das der Autor sein eigenes Third-Wave-Spielchen spielt, und dem Leser, nachdem er über längere Zeit Glaubwürdigkeit aufgebaut hat, eine Lektion erteilen will, aber trotzdem ist es wohl nicht so toll, auf sowas zu verlinken. Mindestens sollte man das nicht als sichere Beweise verkaufen.

  • kekkon 11. 3. 2008 an 20:42

    im übrigen wurden die zwei gruppen im standford-experiment nicht willkürlich, sondern zufällig eingeteilt, was durchaus einen unterschied macht.

  • agitpop - the mariner’s revenge blog » Blog Archive » Die, Welle, Die! 12. 3. 2008 an 10:52

    […] Fenstern Hakenkreuzflaggen hingen. Und der durchschnittliche Zuschauer beginnt zu erahnen: “Faschismus ist irgendwie nicht so toll.” Selbst zeitgemäßer Faschismus […]

  • blueplanet 18. 3. 2008 an 10:41

    Übrigens – den energiegeladenen Soundtrack zum Film liefert Empty Trash mit ihrem Frontmann Max Buskohl. Dieser dürfte wohl spätestens nach dem RTL-Casting “DSDS” auch ein Begriff für die Allgemeinheit geworden sein.

  • Batzman 18. 3. 2008 an 12:05

    Wow das klingt ja so gar nicht nach Marketing-Spam :)

  • Thilo 18. 3. 2008 an 21:49

    Ich musste das Buch „Die Welle“ in der Realschule lesen und fand es zum kotzen, später habe ich es dann noch einmal gelesen und es hatte mich gefasst, ich muss heute immer wieder dran denken, wenn ich über Gleichschaltung und heutigen Naziolnalsozialismus denke.

  • “Die Welle” « Max macht Abitur 20. 3. 2008 an 10:31

    […] für den Sozialkunde/Geschichte-LK. Die herkömmlichen Kritiken kann man ja überall lesen, zum Beispiel bei den von mir sehr geschätzten Fünf Filmfreunden, deswegen habe ich mich entschieden, einfach ein paar Sachen zu notieren, die mir aufgefallen […]

  • Piet 25. 3. 2008 an 19:58

    Normal mag ich Jürgen Vogel sehr, aber das Thema dieses Films kommt mir beim durchlesen der Beschreibung zu weit hergeholt und komisch rüber, dass ich ihn mir wohl nicht anschauen werde.

  • horst 6. 4. 2008 an 19:22

    der film ist absoluter schrott. viel zu viel drumherum und trotzdem nur soapniveau, vom drehbuch her, nicht von den darstellern. die machen ihre sache gut.
    das ende an den haaren herbeigezogen und jürgen vogel spielt wie immer jürgen vogel.
    das original ist mittlerweile etwas altgebacken, aber um längen besser und kommt mit der hälfte der zeit aus.

  • Abby Krueger 25. 4. 2008 an 0:54

    Meiner Meinung nach ist der Film ganz gut, aber das Buch ist besser!

  • Tobias 16. 5. 2008 an 14:37

    „anbiedernd jugendlich“ trifft zur Zeit noch auf mich zu,u.A. deshalb gefällt mir der Film sehr.
    Jürgen Vogel als Lehrer kommt für mich glaubwürdig rüber,außerdem geht der immer.

  • Check it again: In der Videothek mit Oktay, Jacob und Ludwig - F5 17. 5. 2008 an 18:30

    […] Matschenz ist derzeit gleich dreimal im Kino zu erleben: in “Die Welle“, “1. Mai” und […]

  • mojoba 30. 5. 2008 an 11:34

    @Meiner Meinung nach ist der Film ganz gut, aber das Buch ist besser!

    Das sehe ich auch so. Ich finde den Film trotzdem gelungen. Ein zweites mal würde ich ihn mir jedoch nicht angucken.

  • Jana 31. 5. 2008 an 16:47

    Wir haben den Film mit unserem Direktor im Kino angeschaut. Der Teil unserer Klasse, der das Buch schon gelesen hatte, fand, dass der Film nicht wirklich ihre Erwartungen bestätigt hat und das Buch besser ist. Ich selbst fand die schauspielerische Leistung von Frederick Lau enorm und auch alle anderen haben ihre Sache gut gemacht. In der Klasse waren wir uns jedoch einig, dass so eine Entwicklung nur schwer innerhalb von nur einer Woche geschieht. An sich ist der Film okay, wenn auch manchmal etwas weit hergeholt.

  • Laura 2. 6. 2008 an 17:27

    wie haben das Buch erst vor ein paar Wochen gelesen und…ja ich besuche 9. Klasse, Realschule..das Buch war wirklich super, spannend, aber ich persöhnlich finde der Film ist viel besser und auch das Ende, in dem sich Tim (im Buch Robert) erschiesst und davor auch noch einen Mitschüler!
    Nur eines hab ich vermisst: Das Zeigen des Bildes von Hitler usw…das wäre eine besseres Ende gewesen den Jugendlichen zu zeigen was sie eigentlich getan haben, aber gerade da der Film schon sehr anders ist als im Buch( z.B. die Charakter der Personen, also vom Lehrer usw.) finde ich ihn eig. super, weil wenn er genauso spielen würde wie im Buch, dann wär das nicht so super, schließlich gab es ja schon einmal eine Verfilmung, die genauso wie das Buch war…
    Prima Film, Prima Schauspieler, SUPER!

  • Boff 7. 6. 2008 an 17:01

    Ich war im Film und fand ihn auch ziemlich unglaubwürdig. Auch sonst kann ich dem Bericht hier voll und ganz zustimmen, zudem er noch klasse geschrieben ist ;-)

    P.S.: Oh ja, bei uns wurden alle Schulklassen der Stufen 10 hineingeschleppt :-D

  • Sebastian 30. 6. 2008 an 21:43

    Mir hat der Film sehr gut gefallen…Ich fand die Leistung von Jürgen Vogel überragend und ich habe in ihm sogar einen meiner alten Lehrer widererkannt. Ob nun unglaubwürdig oder nicht ist geschmackssache…Phasenweise war es vielleicht nur etwas zu viel des Guten…

  • Bateman 25. 10. 2008 an 10:26

    Ich finde wenn man den Film mehr als Parabel sieht dann kann man ruhig damit leben, dass die Wandlung der Schüler so schnell geschieht wie es hier angeprangert wird. Wenn man die Geschwindigkeit der Wandlung akzeptiert ist der Film wirklich klasse finde ich. Moderne Sachen wurden eingebaut ohne zu stören, und die Schauspieler sind echt gut.

  • Stevie 3. 2. 2009 an 4:05

    Ich habe das Buch nicht gelesen und wusste auch ueber die Hintergruende
    des Filmprojekts nicht wirklich bescheid. Ich wusste nur soviel, das der Film auf einer wahren Begebenheit beruhen soll und habe ihn mir auf DVD
    angeschaut. Ich finde den Film fuer eine deutsche Produktion und als
    eigenstaendiges Werk gesehen (ohne Vergleiche zum Buch, etc.) sehr ge-
    lungen. Vermittelt der Film doch recht eindrucksvoll (uebertragen ins richtige Leben), das sich Menschen, gleich welchen Alters, Herkunft und Geschlecht alles dafuer tun, um zu dieser Gesellschaft dazu zu gehoeren.
    Das, so finde ich, vermittelt Jung-Darsteller Frederick Lau in seiner Figur
    Tim hervorragend. Am Anfang ist er der Depp, stammt aus sozial ver- ruetten Verhaeltnissen und tut alles, um Anschluss in der Klasse zu finden.
    Als die Welle in Gang kommt, sieht Tim seinen Leher, Herr Wenger als Vor- und Leibild, begibt sich in Lebensgefahr, nur um seinen Mitschuelern zu zeigen, das er nicht zu feige ist um das Wellesymbol hoch oben in gross an die Hauswand zu sprayen. Er fuehlt sich durch diese Bewegung auf ein- mal als dazugehoerig, gleichbereichtigt und sieht seine „Aufgabe“ im be- schuetzen seines Lehers Wenger. Als Herr Wenger am Ende das Projekt
    stoppen will, rastet Tim aus, will das Fortbestehen der Welle, da er Angst
    hat, wieder als Depp dazustehen und keine Perspektive zu haben, ent-
    schliesst er sich kurzer Hand, seinem Leben unter diesen Umstaenden ein
    Ende zu setzen. Soweit hergeholt ist diese Handlung doch nicht, ueber- traegt man diese auf das reale Leben, stellt man fest, das es in jeder Firma
    einen gewissen Faschismuss gibt. Der Chef entscheidet, welcher Arbeits- kleidung zu tragen ist, wann und wie lange Pause gemacht wird, ob und wo
    geraucht wird, ob Ueberstunden gemacht werden, wer wann Urlaub hat, etc. Die Arbeiter, die sich daran halten und alles machen, was der Chef will,
    kommen weiter, und die Arbeiter, die das nicht hinnehmen wollen, werden
    gekuendigt und sind arbeitslos. Und wer arbeitslos ist, fuehlt sich nicht
    mehr dazugehoerig. Wer laenger arbeitslos ist, fuehlt sich ueberfluessig
    und ohne Perspektive. Denn ohne Arbeit kein Geld, ohne Geld Hartz4 und
    das reicht in der Regel kaum fuer mehr als eine einfache Lebensfuehrung.

    Guter Film und mit Frederick Lau in der Ausnahme-Rolle des Tim als Rote-Faden-Figur genial besetzt. Darueber hinaus glaentzt Frederick Lau
    auch in Filmen wie dem Reamake „Das fliegende Kassenzimmer“ und
    dem TV-Drama“Wer kuesst schon einen Leguan?“ produziert fuer die ARD/MDR.

  • Kultcut 24. 2. 2011 an 21:34

    Nachdem ich das Buch gelesen habe, fand ich den Film etwas enttäuschend. Ich meine damit keines wegs, dass er schlecht ist, ich hätte mir nur mehr davon erwartet. Jürgen Vogel war eindeutig das Highlight – deutsche Schauspielkunst pur !

  • Rammeldammel 1. 3. 2011 an 1:58

    ach Mojoba suckt doch ! Die Texte wirken seelenlos. Da steckt doch kein privatmann dahinter…

  • Kultfilme 2. 3. 2011 an 21:35

    ich liebe jürgen vogel!!leider hat mich der film etwas entäuscht,hab mir mehr erwartet

  • projekt2501 10. 4. 2011 an 18:39

    Sehr gute Kritik