Review

Ein Quantum Trost

6. 11. 2008, Batzman (Oliver Lysiak), 97 Kommentare

„…but you make a fine couple – you are both, what is the expression? Damaged goods.“

Originaltitel: Quantum of Solace
Herstellungsland: Großbritannien / USA 2008
Regie: Marc Forster
Darsteller: Daniel Craig, Mathieu Amalric, Judi Dench, Gemma Arterton, Olga Kurylenko, Jeffrey Wright

Kaum sind die Endcredits von Casino Royal abgespult hetzt James Bond (Daniel Craig) auch schon weiter: Er will Rache für den Tod von Dingensbums, die im letzten Film starb. Dabei gerät er in einige Actionszenen und findet heraus, das die Organisation Quantum mittlerweile SPECTRE als Bösen Wutz vom Dienst abgelöst hat.

Einer von Quantums Leuten ist der Umwelt-Schutz Busniness-Bembel Dominic Greene (Mathieu Amalric), der stets dreinschaut wie Horst Köhler wenns donnert. Der will die Vorherrschaft über das bolivianische Trinkwasser und macht deswegen mit den Amis gemeinsame Sache.

Bond widersetzt sich dem Befehl von M (Dame Judi Winter Dench) und investigiert die ganze Sache und nutzt seine Lizenz zum Massakrieren dabei sehr ausgiebig. Ach ja eine Frau mit lustigem Akzent und unverwirklichten Rachephantasien ist auch dabei.

Bond is back. Naja okay, nicht wirklich. Zurück ist der blonde, etwas zu kurz geratene Typ, der seit dem Reboot James Bond genannt wird, der sich aber benimmt, wie das schlecht gelaunte Ziehkind von Jason Bourne und Jack Bauer.

Regie führte diesmal der deutschstämmige Marc Forster, der bisher durch stilvollen, aber langatmigen Edelkitsch wie „Monsters Ball“ und „Finding Neverland“ oder den etwas verschenkten High Concept-Film „Stranger than Fiction“ auffiel. Keine besonders gelungene Wahl für einen Bondfilm, wie man gleich zu Beginn und danach in jeder Actionszene merkt. Forster hat so überhaupt kein Händchen für gut inszenierte Action.

Er schneidet wild herum in der Hoffnung Dynamik durch Hektik erzeugen zu können. Die Orientierung im filmischen Raum, die den Zuschauern vermittelt was grade wo und warum passiert, bleibt dabei die meiste Zeit auf der Strecke.

Nahaufnahmen, Wackelkamera und unmotivierte Schnitte machen die Übersicht schnell zunichte. Wer verfolgt bei der initialen Autojagd wen? Welches Auto fährt hinter welchem? Scheissegal, die Karren sehen eh alle gleich aus. Gleiches gilt auch für die an sich spektakuläre Hangelei unter eine Hallenkuppel, die aber ebenfalls so unmotiviert und wirr geschnitten ist, dass nie so recht klar ist, wer sich grade wo befindet oder wer von wo nach wo pendelt. Egal. Hauptsache es bewegt sich was.

Dort wo er nicht wackelt, kupfert der Film gnadenlos bei sich selbst und bei den Bourne-Filmen ab, etwa wenn mehrfach in Parcour-Manier über Dächer und Terrassen geturnt wird. Es stellt sich ein unwohles Deja Vu Gefühl ein, wenn man merkt, dass Daniel Craig nicht nur hinter den austauschbaren Gegnern, sondern vor allem panisch dem Zeitgeist hinterherhechelt.

Zwar fällt auf, dass man deutlich versucht die eher statische Inszenierung von Casino Royal durch bondtypischen Jet-Set durch die Weltgeschichte aufzupeppen, doch mehr noch als früher erscheinen diese Reisen unmotiviert und forciert. Der Zwischenstopp in Wien Bregenz, der das wunderbare Opernhaus als Kulisse hat, macht dabei leider auch so gar nichts aus dieser Chance. Was in anderen Bonds ein grandiose Hatz und ein Riesenspektakel geworden wäre, bleibt hier eine Fußnote mit schlechten und gelangweilten Actioneinlagen. Die Story gibt sich dabei komplexer als sie ist und vertuscht, mit vielen modischen Kommentaren zum Tagesgeschehen, mehr schlecht als recht, dass sie nicht wirklich so spannend ist.

Der neue Bond, so lernen wir, rettet nicht mehr die Welt. Er verhindert hier mal einen Schwarzgeldtransfer oder eine Wasserschiebereien in Bolivien (ein Fall dem man 1:1 der Realität entnahm) aber ganz ehrlich: So tragisch das im Einzelfall sein mag, wen kümmert es ernsthaft ob in Bolivien das Wasser privatisiert wird? Wenn die Macher weiterhin so der aktuellen Weltlage hinterherlaufen, darf Bond wahrscheinlich im nächsten Film im Banken-Milieu aufräumen und gnadenlos Tagesgeldkonten aufdecken.

Dazu passt es, dass die Figuren irgendwie alle wenig her machen. Oberbösewicht Amalcric wäre unter Blofeld oder Stromberg wohl eher Bürobote geworden. Seine nerdig-cholerische Art wirkt zu keiner Zeit wirklich bedrohlich. Andere Nebenfiguren werden langatmig aufgebaut um dann plottechnisch völlig verschenkt zu werden. Strawberry Fields ist genauso belanglos, wie ihr aufgesetzter Tod als Goldfinger-Zitat ärgerlich ist.

Giancarlo Giannini der als Mathis aus Casino Royal übernommen wurde, bekommt undankbarer Weise einige der peinlichsten Szenen des Films verpasst. Fremdschämen ist angesagt, wenn Bond ihm gegenüber seine „tiefen Gefühle“ zeigt, sein Herz ausschüttet und man sich gegenseitig in einer überlangen und peinlichen Sterbeszene verzeiht und gute Tipps fürs weitere Leben gibt.

Womit wir auch bei meinem Problem mit dem neuen Bond sind, der eigentlich nur zwei verschiedene Stimmungen kennt: Brutal Leute umbringend und jammernd weinerlich. Beides ist wenig dazu angetan ihn sympathisch zu finden und die eingeschränkte Basset-Mimik von Daniel Craig (der stellenweise fast so alt aussieht wie Roger Moore in „A View to a kill“) tun ihr übriges, dass mir Bond als Held ziemlich am Arsch vorbei geht. Als kleinster der bisherigen Bond-Darsteller hat er zudem mit ungünstigen Kamerawinkeln zu kämpfen, die ihn bisweilen wie ein breitschultriges Kind aussehen lassen. Wo andere Bonds weltmännische Grandezza und Überlegenheit schon durch ihre Physis transportieren, schaut Craig immer noch aus – und ich wiederhole mich hier – als würde er den Konfirmandenanzug seines Bruders auftragen.

Judi Dench wird unterdess immer mehr zur altjüngferlichen Ersatzmutter von Bond und scheint ihm ständig Händchen zu halten, wenns brenzlig wird. Gadgets gibt’s auch diesmal keine und Bondgirl Camille mit ihrer schweren Kindheit, die sie in einer weiteren Fremdscham-Szene mit den Komplexen Bonds vergleicht, bleibt auch seltsam blass und verschwindet immer wieder aus diesem extrem unkonzentrierten Film.

Tiefpunkt: Der Showdown, der soviel Potential an Spannung und Suspense verschenkt wenn die Zentrale des Bösen Wichts am Ende in einer Kettenreaktion ohne jedes dramaturgische Setup in die Luft fliegt. Es reicht nicht ordentlich Kaboom zu zeigen, es sollte auch irgendwie spannend sein. Und der einzige Gedanke, der mir bei dieser Szene durch den Kopf ging war: Wer hat dieses Gebäude designt? Der Architekt vom Todesstern? Das Ende ist eine einzige öde Klopperei im Flammenmeer, weder wirklich spannend noch optisch hinreichend spektakulär anzusehen, was auch am blassen Bösewicht liegen dürfte.

Positiv: Die Titelsequenz sieht mal wieder nach Bond aus und bietet einige hübsche Bilder. Leider passt die Musik so gar nicht dazu. Und ein paar der Oneliner waren zumindest passabel.

Es bleibt dabei: „Quantum“ ist ein passabler Bourne-Film, eine überambitionierte 24-Folge, aber ein furchtbarer Bond.

  • Tippi 6. 11. 2008 an 0:46

    Du hast so Recht Batzman, ich habe soeben auch einen Bourne-Film gesehen, in dem James Bond mitspielt. Schade eigentlich, Casino Royale mochte ich. Aber das hier war vollkommen unentschlossen. Ein Film, der mir egal ist.

    Positiv an »Quantum«: Jede Menge alte 007-Filme werden dieser Tage fleißig im Fernsehen ausgestrahlt.

  • sohnvomgastwirt 6. 11. 2008 an 1:42

    Ja so irgendwie… Die Action fand ich ok aber die Story is blöd. Es stimmt, keine Sau interessiert das Bolivianische Trinkwasservorkommen. Wo sind die wahnsinnigen Psychopathen die, die Welt beherrschen wollen?
    Bond selbst ist zu nem Bad Ass Motherfucker geworden. Etwas charm wie in alten Zeiten würde ihm echt gut stehen.

    Die Sonnenbrille ist aber echt Arschgeil! ;-)

  • PhilipS 6. 11. 2008 an 3:10

    Mir fehlt noch ein sarkastischer Kommentar über den furchtbaren Titel…

  • Jet Strajker 6. 11. 2008 an 3:35

    Ich fand den film auch enttäuschend und kann eigentlich nicht viel gegen dein Pamphlet sagen. *g*

    Aber die CASINO-Kritik geht nach wie vor gar nicht. ;)

  • Monsieur J. 6. 11. 2008 an 6:06

    Mal abgesehen davon, dass ich die Titelmusik in Kombi mit dem wirklich schicken Vorspann echt gut finde, kann ich mich der Kritik auch nur in allen Punkten anschliessen. Ein bisschen nervig fand ich auch, dass die Macher ihre dollen am-Computer-von-Hand-Icons-und-Fotos-und-so-rumschieben anscheinend total cool fanden und ständig zeigen mussten, wenns nur ging. Dabei hatte man das doch auch schon vor Jahren in diesem Tom Cruise-Film (war es Minority Report? Oder doch Mission Impossible irgendwas?) gesehen – und nicht mal technisch viel schlechter.
    Finde die Bemühungen, sich stilistisch aktuell erfolgreichen Agentenfilmen/Serien anzupassen, auch sehr mässig. Dabei war Bond früher mal originell, und die anderen haben dort abgekupfert … Sowohl bei Casino als auch bei Quentchen sind mittelspannende Actionfilme rausgekommen, die mit Bond noch so viel zu tun haben wie Viva/MTV mit Musikfernsehen – nämlich leider so gut wie gar nix mehr.

  • Maik 6. 11. 2008 an 8:21

    Auch wenn Du sicherlich bei vielem Recht hast, ich konnte mich unterhalten fühlen. War okay, wenn auch nicht klasse.

  • ramses101 6. 11. 2008 an 9:53

    Sorry, aber Connery und Brosnan in einem Atemzug zu nennen, finde ich schon gewagt. Ich gebe zu, dass man über den Film streiten kann und die Schnitttechnik fand ich auch äußerst ärgerlich. Trotzdem hat mirQoS als Bond gefallen. Es ist zwar unfair, mit Buchverweisen zu kommen, aber genau so hat Flemming seinen Bond gezeichnet: Grausam. Bond ist ein Killer, kein Dandy. Dass Bond jetzt blond ist, seis drum, er hat schließlich auch seine brünette Phase überstanden.

    Übrigens fand ich die SPECTRE-Momente und das Goldfingerzitat großartig.

  • Zetterberg 6. 11. 2008 an 8:56

    „[W]en kümmert es ernsthaft ob in Bolivien das Wasser privatisiert wird.“

    „Es stimmt, keine Sau interessiert das Bolivianische Trinkwasservorkommen. “

    Ähem… legt mal für einen Moment bitte eure Filmbrille ab. Nur weil der neue Bond mal wieder schlecht ist, muss man nicht solch „ignorante“ Aussagen treffen. Agreed, passt nicht ins Bond theme. Schafft keine Weltuntergangsatmosphäre. Dafür können die Bolivianer aber nichts… also hört auf, alles immer aus einer verwöhnten, selbstzufriedenen deutschen Sichtweise zu sehen. Die Privatisierung des Wassers ist keine Banalität, dort gefährdet sowas Millionen von Existenzen. Deswegen interessiert mich das auch, wenn auch nicht im Bond.

  • Alex40k 6. 11. 2008 an 9:24

    Ich habe den Film noch nicht gesehen, aber in einer Sache kann ich bereits nach dem ersten Film zustimmen: Bond ist nicht mehr Bond!

    Connery und Brosnan, das waren Schauspieler, die den Bond so rüberbrachten, wie ihn sich sein Erfinder wohl einmal vorgestellt hat. Beeindruckend, gentlemanlike. Der neue Bond wirkt zu oft wie ein Grobian oder Schulhofschläger.

  • Bateman 6. 11. 2008 an 10:32

    Hoch lebe Pierce Brosnan. Seine Rocher-Werbung hat mehr echten Bond in sich als Daniel Craig in 120 Minuten mehr oder weniger unterhaltsamem Actionfilm.

  • Batzman 6. 11. 2008 an 10:52

    @Zetterberg

    Du ignorierst den Zusammenhang der Aussagen. Es geht hier lediglich um die Tauglichkeit des (durch viele Dokus – nicht zuletzt The Corporation – hinlänglich bekannten) Bolivien/Wasser-Plots für einen Bondfilm. Natürlich gibt es wichtige Themen, die in der Realität eine sehr hohe Bedeutung haben, aber wenn es danach ginge hätte Bond sich immer um die Machenschaften der Weltbank kümmern müssen und nicht um Super Villains, die mit Laserstrahlen die Erde rösten wollen.

    Als Plot-Device für einen Bondfilm taugt die Story nicht, ja ich würde sogar sagen das reale Elend wird banalisiert dadurch, das sie als pitoresken Hintergrund für Bonds Privatwehwehchen mißbraucht wird.

    Die Aussage „keine Sau…“ bezieht sich genau darauf und sollte nicht bewusst verdreht werden.

  • Batzman 6. 11. 2008 an 12:19

    @chris

    Du liebe Güte…

    Sorry, wenn du in der Lage bist die Opernhäuser Europas spontan auseinander zu halten. Ich kann es nicht und es ist schon einige Wochen her das ich den Film sah, insofern sei es mir nachgesehen, wenn ich den eh für die Handlung belanglosen Ort verwechselt habe. Ich fand jedoch das die gezeigte Opernbühne eine wunderbare Vorlage für eine gut inszenierte Action-Szene abgegeben hätte – eine Chance die nicht genutzt wurde.

    Die Kritik wegen einer Beckmesserei als falsch zu bezeichnen ist schon ein bißchen gewagt.

    Und auch wenn ich es mir stellenweise gewünscht hab raus zu gehen, ich hab den Film komplett gesehen.

  • Zetterberg 6. 11. 2008 an 11:23

    „Als Plot-Device für einen Bondfilm taugt die Story nicht, ja ich würde sogar sagen das reale Elend wird banalisiert dadurch, das sie als pitoresken Hintergrund für Bonds Privatwehwehchen mißbraucht wird.“

    Stimme dir absolut zu. Mir war auch eigentlich klar, wie du das gemeint hast (und nicht weil es aus dem Kontext hervorging). Nur finde ich das Kommentare wie „keine sau…“ oder „wen interessiert’s…“ ein wenig falsch formuliert sind. Belassen wir es mal dabei… Fazit: Der neue Bond ist nur durschnittlich.

  • Chris 6. 11. 2008 an 12:07

    @Batz: Abgesehen davon, dass ich diese „Kritik“ eher für vorgefertigtes Gemeckere halte (da hab ich (hier) schon bessere Kritiken gelesen), dass Du wahrscheinlich auch hättest schreiben können, ohne den Film gesehen zu haben – mich würde es tatsächlich nicht wundern, wenn Du zwischendurch rausgegangen bist um…zu sehen wie das Wetter ist -, stimme ich zu, das dieser Film Mist ist.
    Man sollte sich aber doch die Mühe machen, sich vorher zu informieren, dann wäre Dir aufgefallen, dass das Wiener Opernhaus, welches Du hier als Kulisse deragdiert siehst, gar nicht im Film vorkommt – ich dachte mir, als ich das las, welchen Film hat der gesehen? – sondern es handelt sich vielmher um die Bregenzer Festspielbühne und das Festspielhaus (das keineswegs wunderbar ist) – was übrigens ein vermutlich nicht unabsichtlicher Verweis auf Forster selbst ist, der nur eine Stunde entfernt aufwuchs.
    Man sieht dieser Kritik an, dass Du nicht sonderlich Freude daran hattest, sie zu schreiben.

  • mickey 6. 11. 2008 an 12:34

    ich bin mir nicht sicher, wenn ihr sagt ihr hättet den alten bond gerne wieder…denn ich fand nur eins zwei filme von damals richtig gut. die meisten sind ja wohl sehr trashig. dieses ewige frauen verachtende zeug, konnte nicht einfach so weitergehn‘. klar war es irgendwo cool. aber nicht mehr zeitgemäß.
    die meisten von euch haben die filme damals wahrscheinlich nicht gesehen.
    mein vater hat mir gesagt, das es damals schon eher „peinlich“ war james bond anzusehen. eher was für picklige, pubertierende die auf ein paar nacktszenen aus wahren.
    ich werd den neuen erst am sonntag sehen, aber das mit dem bourne vergleich ist ziemlich klar. james bond muss wieder mehr englischer gentleman werden.

    ach ja: habt ihr den eigentlich in der OV gesehen?

  • fridge 6. 11. 2008 an 12:55

    Ich persönlich freue mich schon auf die ersten Verballhornungen dieses unglaublichen Titels. Mein Tipp: Hape Kerkeling in „Ein Quantum Soest“. Außerdem verlange ich die Umtitelung von „Moonraker“ in „Mondharke“ und „Octopussy“ in „Achtmuschi“. Letztere sind Ideen von Titanic, find ich genial…

  • sohnvomgastwirt 6. 11. 2008 an 14:27

    Man verzeihe mir die Wortwahl. Ich war wohl noch in Kino Stimmung. Ich wollte damit ausdrücken das es halt einfach keine Bond Story ist. Bond war ja immer etwas abgehoben bzw eigen und das würde ich und vielleicht auch andere gerne wieder sehen.

  • SuppenkaZper 6. 11. 2008 an 14:43

    Naja aufgrund dessen das die Organisation den Namen Quantum trägt fand ich den Titel jetzt nicht mehr so schlimm ^^.

    Zum Film im Allgemeinen:
    Ich war positiv überrascht ^^(ja schlagt mich) .. erstmal einleitend muss man sagen das ich finde das Daniel Craig ein ziemlich guter Schauspieler ist (siehe Layer Cake) man kann seine Mimik hassen oder mögen, ich mag sie.
    Ich fand den Film keineswegs so „dämlich“ wie es an vielen ecken heisst, (nicht nur in dieser Review). Die Hintergrund Geschichte und den Bösewicht, fande ich eine schöne Mischung aus den Superbösewichten von früher und dem zu realistischen in Casino Royal…
    Gerade das kein Action Regiesseur (z.B Michael Bay) am Werk war, fand ich äusserst erfrischend, ich fand die Actionszenen wie sie waren (bis auf das Seilgerangel) richtig gut und schön eingefangen, auch die Explosionen am Ende waren eher „beiwerk“ und nicht das Hauptaugenmerk, das hat mir gefallen… Alles in Allem finde ich persönlich als ein Mensch der ein paar alte Bonds mag (die genannten klassischen, Goldfinger,Auftrag ihrer… usw ..) aber längst nicht alle, QoS wirklich interessant und sehenswert. Glaube bei Bond ist das Subjektive Bild der Figur und deren Filme noch intensiver und noch größeres Streitthema als bei vergleichbaren (wie Indiana Jones (R.I.P) usw).
    Was ich nicht verstehe ist, warum kein Film ausserhalb der Bourne Reihe eine Verfolgungsjagd über Dächer zeigen darf… ^^

  • Björn 6. 11. 2008 an 16:26

    Hab ihn noch nicht gesehen, aber das du Finding Neverland und Stranger than Fiction schlecht machst nehm ich dir übel! Gehören beide in meine Top 50 Liste, genau wie Stay übrigens, und für die gekonnte Vermischung von Realität und Fiktion in seinen Filmen halte ich viel auf Forster. Dass da ein Actionfilm nicht ganz in Konzept passt ist sicher verständlich, ich glaube mit dem „alten“ Bond wäre Forster besser zurecht gekommen als mit dem neuen realistischen.

  • Batzman 6. 11. 2008 an 16:30

    @Mickey

    Ich weiß nicht was dir dein Vater erzählt hat, aber ich glaube kaum das seine Einschätzung konsensfähig ist. Bond-Filme waren immer in gewisser Weise Fantasy-Filme. Eskapismus in eine comichafte Welt in der es immer um Wohl und Wehe der Welt geht, in der es phantastische Gadgets gab und ein Kerl selbst dann unwiderstehlich ist, wenn er aussieht wie Roger Moore. Bond-Filme haben sich nie sehr ernst genommen und boten spektakuläre Action in einem sehr straffen Handlungskorsett, dass in jedem Film gleich ablief, aber immer wieder erstaunlich originell varriert wurde.

    Und frauenverachtend war Bond spätestens seit Ende der 60er nicht mehr, denn mit dem erstarken der Feminismusbewegung wurden auch die Bondinen smarter und dem guten James ebenbürtiger… Er mag als Figur ein Macho gewesen sein, aber er lief damit oft genauso gegen die Wand wie Austin Powers…

  • Andreas A. 6. 11. 2008 an 17:42

    Also so schlecht war der Film nun auch wieder nicht. Nicht so gut wie Casino Royale, aber auch nicht so unterirdisch, wie er hier dargestellt wird. Die Kritik liest sich eher so, als wäre sie von einem verbitterten Fan der alten Filme geschrieben worden, der sich Pierce Brosnan oder wen auch immer als 007 zurückwünscht. Dabei wurde doch schon in Casino Royale ganz deutlich, dass man mit Daniel Craig einen Neuanfang machen will. Und genau den Weg ist man mit Ein Quantum Trost weitergegangen.

    Ich persönlich finds ja auch schade, dass man einen Q einfach ersatzlos gestrichen hat, und dass es keine coolen Gadgets mehr gibt, aber die Zeiten sind nunmal vorbei. Und nach 20 Filmen schadet es auch nicht, dass in den Bond-Filmen mal ein anderer Stil Einkehr hält.

  • CowVirus 6. 11. 2008 an 16:46

    Mhh…..ich fand den Titel genial oO….etwas unteilbares, ganz und gar unvorstellbar kleines ausgerechnet mit „Trost“ zu verbinden, fängt doch die Atmosphäre der jetzigen Bondfilme (zumindest die des letzten, den hier hab ich noch nich gesehen) sehr gut ein!?!

  • -sKy- 6. 11. 2008 an 19:56

    Fazit: Ein Netter Actionfilm im Stile eines J. Bourne… aber einfach zu realistisch für eine Bond Film.

    Und mag sein das Flemmings Figur so gezeichnet wurde… schön für die Figur, hat aber rein garnichts mit der Art Bond zu tun die man gewohnt ist.

    Bud Spencer und Terence Hill wurden bei uns auch nur erfolgreich weil die Synchro nichts mehr mit dem Original zu tun hatte…

  • Bommel 6. 11. 2008 an 20:29

    Das nächste Mal bitte in die erste Zeile schreiben, dass der Rezensent Daniel Craig nicht mag. Dann kann ich mir das Lesen des dahingerotzen, unsachlichen Textes sparen.

  • Axel 6. 11. 2008 an 20:29

    Die gleiche Rezession hätte ich wahrscheinlich selber geschrieben, wenn sie hier nicht schon stehen würde, als ich ausm Kino kam. Der neue Bond ist einfach austauschbar. Wer den alten Bond nicht mochte dem sollte zumindest klar sein, dass dieser ein Unikat war. In Ein Quantum Trost könnte genauso gut irgendein anderer Agent mitspielen. Man hat einfach alles was Bond zu Bond macht weggeschnitten und nennt das ganze jetzt Reboot.
    Meiner Meinung nach ein sehr guter Actionfilm, aber ein miserabler Bond.

  • marc 6. 11. 2008 an 21:07

    ohh gott sooo schlecht?!……….. bolivianisches trinkwasser (?)… hm, klar ist das cheesy, aber würde bond einfach nur der bond von damals mit den irren welteroberern sein, würden die kritiker wieder aus ihren kellerverliesen kriechen und sagen: „wie kann man das bringen? das ist so ein überholtes weltbild.. “

    kann man wohl nur onkel quentin dran lassen, dem werden ja old school anleihen nicht um die ohren gehauen..

    aber da das review von batzman ist kann man geTROST auf 4 sterne aufrunden!

    achja, pierce brosnan ist scheiße!

  • Lobold 6. 11. 2008 an 21:53

    Na toll. Ihr habt mich jetzt total verunsichert. Geh ich nun ins Kino oder nicht?
    Also ich fand die Bourne Trilogie besser als die Bonds mit Pierce Brosnan und ich mag Daniel Craig.
    So so, ein sehr guter Actionfilm aber ein miserabler Bond. Wenn das so ist, würde ich ihn im Kino schauen – weil Action kommt auf großer Leinwand halt besser. Was ist nun aber mit den Wackelkameraaussagen? Den schlechten Schnitten? Sieht der Trailer besser aus als der Film? Sind alle guten Szenen dort schon drin?
    Fragen über Fragen….
    Eine hab ich noch: Was ist es denn, was den Alten Bond ausmacht der hier so vermisst wird? Könnte es etwas mit Gewohnheit und den immer wiederkehrenden Aspekten zu tun haben?

  • Sven 6. 11. 2008 an 22:12

    Nö, eigentlich hat das mit Gewohnheit nur wenig zu tun. Bond hat für mich einfach ein Gentleman zu sein, kein Haudrauf-Geheimagent wie viele anderen Figuren auch.

    Ich finde, das hat nix mit Daniel Craig selbst zu tun, Bond wird einfach druch den Regisseur und das Drehbuch vollkommen anders dargestellt als ich ihn mir wünschen würde. Nicht aus Gewohnheit, sondern weil ich Bond so mochte.

  • Batzman 6. 11. 2008 an 23:27

    @Bommel

    Wenn dir zu den Kritikpunkten sonst nichts einfällt… Sheesh.

    Und ich hab nix gegen Craig. In Golden Compass war er okay, in Infamous ebenfalls sehr gut. Nur als Bond taugt er nicht, dafür fehlt es ihm einfach an Klasse und Eleganz. Ich schätze Colm Meany und Jason Statham – aber beide wären als Bond ebenfalls völlig fehlbesetzt.

  • SchönerDenken » Blog Archive » Agent ohne Alleinstellungsmerkmal 7. 11. 2008 an 0:21

    […] Batzman ist ebenfalls leicht angepisst: “Es bleibt dabei: “Quantum” ist ein passabler Bourne-Film, eine überambitionierte 24-Folg… […]

  • www.liveh8.de » Ein Quantum Trost 7. 11. 2008 an 2:13

    […] auf jeden Fall gut getan, so wirkt alles wie Michael Bay mit Handlung. Leider muss ich mich den Fünf Filmfreunden anschließen, das war leider eher ein Bourne-Film und kein Bond. Und die Bourne-Filme mag ich wegen […]

  • matthias 7. 11. 2008 an 3:20

    man man man.
    vielen dank für die nicht gesetzten spoiler..
    ;-)

    ich fand ja den letzten schon (einigermaßen sehr‘) genial.. und ich glaub ja auch dass ich diesen hier super finden werde.. ..

    toi toi toi

  • Bomster 7. 11. 2008 an 6:48

    Immerhin werden sich die Jungs und Mädels auf „danielcraigisnotbond.com“ freuen, dass sie auf noch eine Rezi verlinken dürfen.

    Ich hab mich bei dem Film trotz der zugegeben eher farblosen Bösewichte ausgesprochen gut unterhalten und fand gerade die Schlussszen einen der bondigsten Filmmomente überhaupt. Abgesehen davon sehe ich grundsätzlich lieber einen ordentlichen Film mit einem verschrumpelten Daniel Craig als solche Gurken wie das gesamte Brosnan-Bond-Oeuvre, achtzig Prozent der Moore-Filme (Moonraker?!?) oder ‚Diamantenfieber‘ mit seinem grausigen schwulen Killerpärchen. Ohne das deutliche Versprechen, dass es anders werden würde, hätte ich nach so einem lausigen Machwerk wie ‚Die Another Day‘ nie, nie wieder einen Bondfilm auch nur mit dem Arsch angesehen. Da half es dann auch nicht, dass Herr Brosnan (andernorts ein durchaus sehenswerter Schauspieler) den schöneren Scheitel und den glatteren Teint hatte.

    Der Wackelkameravorwurf, der nicht nur hier geäußert wird, sollte mittlerweile eigentlich durch sein. Wir haben inzwischen 2008 und irgendwie hat sich die Kombination aus unruhiger Kamera und schnellen Schnitten schon seit dem letzten Jahrtausend zum Standardmittel entwickelt, um Action zu inszenieren – und hier nicht schlechter als in anderen Filmen umgesetzt: beim Betrachten von QoS konnte ich eigentlich immer nachvollziehen, in welchen räumlichen Bezug die handelnden Personen zueinander standen. Abgesehen davon: Das ist schließlich kein Wuxia-Film, in dem Kampfszenen als Ballett abgefeiert werden – somit verstehe ist die Kritik an unübersichtlichen Kampfszenen hier ebenso wenig wie bei den Nolan-Batmännern.

  • Batzman 7. 11. 2008 an 10:46

    @bomster

    Du bestätigst ja im Endeffekt was ich schon zu Casino Royale geschrieben hab: Die Craig-Bonds sind ideale Filme für Leute die das was Bond immer ausgemacht hat eigentlich scheisse finden.

    Und die Wackelkamera zu verteidigen mit dem Argument „Machen ja alle so“ ist etwas schwach. Nur weil etwas überall scheisse ist, wird es nicht unbedingt besser. Sich bei Actionszenen in Nahaufnahmen flüchten ist einfach lazy filmmaking. Man spart sich ein genaues Konzept sondern weiß, dass man das Material sowieso irgendwie zusammenklatschen kann. Es gibt immer noch genug Filme, die sich mehr Mühe geben und anständige Action choreographieren und denen wichtig ist, dass das Publikum den Überblick behält.

    Und ganz ehrlich ich bezweifle das du mehr als eine vage Idee hast, was genau in den Actionszenen passiert, denn gewisse Informationen werden im Bild einfach nicht gegeben.

  • Batzman 7. 11. 2008 an 11:56

    Ich hab die Methode nicht als Bond-fremd abgelehnt, sondern einfach als „schlecht Art Actionszenen zu inszenieren“. Das trifft auf einige Momente in Dark Knight genauso zu, wie auf den kompletten Transformers, Resident Evil 2, 28 Weeks Later und viele andere uninspirierte Filme, die statt Action zu inszenieren einfach wacklige Closen aneinandercutten in der (berechtigten) Hoffnung, das Publikum würde eh alles schlucken und es einfach als Code für „da passiert grade Action“ lesen.

    Es ist optisch aber einfach extrem langweilig und austauschbar. Der Korkenziehersprung aus „Man with the golden gun“ ist heute noch beeindruckend und bleibt im Gedächnis – genau wie der Kampf auf der Seilbahn in Moonraker oder der Bungeesprung und die Panzerszene aus Goldeneye. Weder in Casino Royal noch in Quantum waren irgendwelche Actionszenen drin, die auch nur im entferntesten gut inszeniert waren.

    Und was die Essenz von Bond angeht: Die Filme vor Goldfinger werden ja nicht umsonst als Übergangsfilme angesehen. Erst mit Goldfinger war das Konzept und die Idee Bond perfekt, die genau richtige Mixtur gefunden. Dr. No, From Russia und Thunderball fand ich immer sehr öde, weil es halt irgendwie Agentenfilme waren aber eben genau die speziellen Zutaten fehlten, die das ganze für mich spannend machen. Es ist sehr spannend sich alte Making Ofs anzusehen, in denen eben gewisse Charakteristika immer hervorgehoben werden, die Bond definieren. Und diese Alleinstellungsmerkmale, die ihn von allen anderen Actionhelden unterscheiden schmeisst man hier über Bord.

    Das ist als ob man sagt: Hey lass uns Superman neu drehen. Aber rebooten. Die unrealistische Fliegerei lassen wir mal weg. Und die Superkräfte auch… und er kommt auch nicht von Krypton sondern ist in Detroit aufgewachsen und hatte ne schwere Kindheit…

    Mag ja ein passabler Film bei rauskommen, aber es wäre dennoch kein Superman-Film.

  • Ranor 7. 11. 2008 an 12:20

    Man kann ja viel gegen Transformers sagen, aber von einer wackeligen, SchnittSchnittSchnitt-Inszenierung war da eigentlich nicht viel zu sehen. Würde mich auch wundern, schließlich hat der Bay seine Filme noch nie auf so eine Art gemacht.

    Und keine gut inszenierten Actionszenen in Casino Royal? Was ist denn mit der Eingangssequenz in Afrika?
    Sicherlich hatte der aktuelle Bond keine Actionsszenen für die Ewigkeit. Aber auch ich zähle mich zu den Leuten, die der Action des Films eigentlich immer gut folgen konnten. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen, welche auf so ein Gewackel setzen, war das in Quantum noch wirklich gut gemacht (als Negativbeispiel der jüngeren Zeit lässt sich „Babylon A.D. anführen). Allerdings fanden meine Begleiter auch alles zu hektisch – anscheinend Ansichtssache.

    Ach ja, dein Superman-Vergleich hinkt dermaßen…

  • Bomster 7. 11. 2008 an 11:36

    @Batzman:

    Bedingt – als ich elf war fand ich die Moore-Bonds total heiß und die mit Connery eher doof. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass nach Thunderball der totale Niedergang einer eigentlich guten Serie eingesetzt hat, der nach beinahe 40 Jahren endlich gestoppt wurde.
    Das heißt nicht, dass der elfjährige Bomster und alle, die die Moore-Bonds gut finden, Vollidioten sind*, sondern nur dass mir diese Filme nicht mehr gefallen.

    Ich halte nur nichts von der Behauptung, dass alle Filme der Serie vor Casino Royale irgendwie zeitlose Filmkunst gewesen seien – die Bond-Filme haben sich schließlich *permanent* dem Zeitgeist angepasst, denn sonst sähen die vielleicht immer noch aus wie From Russia With Love. Letzterer (mein Lieblingsbond) ist für mich in seinem weitgehenden Verzicht auf Gadgets, fliegende Untertassen, Weltenbedrohung und Schurkenhideouts einer der drei deutlichsten Verwandten von CR (zusammen mit For Your Eyes Only und dem als Film leider nur bestenfalls mittelmäßigen Licence to Kill).

    Will sagen, die Sachen, die angeblich Bond ausmachen, sind für mich nicht so charakteristisch für die Serie an sich, sondern lediglich für die Zeit, zu der sie gedreht wurden (ich denke nur an den potthässlichen Lotus Esprit im Gegensatz zu nem coolen Aston Martin).
    So gesehen ist das doch legitim, wenn die Inszenierung jetzt auch zeitgenössisch ist. Bond war seit 20 Jahren nicht mehr cool und over the top, sondern der olle Spießer, der den anderen Actionfilmen hinterherhechelt. Wenn Austin Powers nicht mehr wie eine Bond-Parodie wirkt, sondern Bond wie eine Austin-Powers-Parodie, dann muss man was ändern.

    Ich finde auch Craig nicht so fehlbesetzt; für mich war dieser Bond genau der Typ, der in Dr. No den Eindringling in seinem Hotelzimmer eiskalt über den Haufen schießt oder Robert Shaw im Zug garottiert. Was den Gentleman angeht, der hier sicherlich nicht wirklich ausgeprägt ist – wir sind hier immer noch in der Origin Story; den „fertigen“ Bond haben wir offensichtlich erst am Ende des Films.

    „Machen ja alle so“ ist eine etwas einfache Verkürzung meines Arguments. Ich wollte damit sagen, dass diese Art, Action zu inszenieren einfach mittlerweile ein fundamentaler Bestandteil des filmischen Handwerkszeugs geworden ist; genauso wie Parallelmontagen oder meinetwegen auch Farbfilm. Ich glaube eben nicht, dass daraus dann automatisch das filmische Unvermögen oder die Faulheit des Regisseurs spricht, sondern eine bewusste Entscheidung, eben keinen Kungfu-B-Movie-ich-sehe-jeden-Move-am-besten-in-Zeitlupe-Wank a la JCVD zu bringen. Vielleicht komme ich dem Regisseur da zu sehr entgegen, aber ich deute das als „Für uns Normalsterbliche ist dieser Kampf ein Wirbel von Eindrücken, aber der coole Held weiß genau, was er tut.“
    Dass das mal besser und mal schlechter funktioniert, steht außer Frage, aber das als Methode pauschal oder auch nur als „Bond-fremd“ abzulehnen, kann ich nicht nachvollziehen.

    *Wer allerdings Die Another Day gut findet, ist definitiv nicht mehr zu retten.

  • Bomster 7. 11. 2008 an 12:49

    @ Batzmann
    Ich fürchte dann kommen wir auf keinen grünen Zweig, weil es bei uns wohl an der Grundprämisse scheitert, was einen Bond-Film ausmacht. Goldfinger* finde ich auch sehr gut und kann durchaus nachvollziehen, dass man den als besten der Serie einschätzt.
    Aber bei den folgenden gut 15 Filmen hatte ich fast immer den Eindruck, dass man sich krampfhaft auf diese Elemente beschränkt hat, in der Hoffnung, das gebe schon irgendwie ’nen Bond-Film. Nach einigen Sichtungen in der letzten Zeit (das erste Mal seit meiner Pubertät) finde ich die allermeisten Bondfilme der 70er bis 90er furchtbar altbacken bis langweilig. Für eine Serie, die behauptet, das Spektakel zum Programm zu machen, ist das eher schade…

    *Wo der Evil Masterplan übrigens so aussieht, dass man das Gold anderer Leute verstrahlt, damit das eigene wertvoller wird. Soviel zum Topos des „Weltrettens“ – ungefähr so abgefahren wie Drogenhandel, Rache oder Waffenschmuggel. :)

  • Ranor 7. 11. 2008 an 14:25

    @ Bomster

    SEHR schönes Beispiel.

  • bondwatch 7. 11. 2008 an 13:35

    also leude, eigentlich halte ich ja die idee für recht gut, filme auf einer internetseite zu besprechen. aber je länger ich eure diskussionen verfolge, desto mehr hat man den eindruck ein paar verwöhnte pennäler feiern ihren eigenen konservativismus ab. dieses ewige geplärre auf diesen seiten von wegen früher war alles besser führt dazu, dass man diese seite hier nach und nach getrost vergessen kann.
    herrjeh, was ist mit euch jungen leuten bloß los? träumt ihr wirklich von der guten alten zeit. das ist traurig, das braucht keiner…

  • Batzman 7. 11. 2008 an 14:41

    @Bomster

    Das Ergebnis haben wir ja bei Dark Knight gesehen: Einen Batman der so blass bleibt und sowenig Charakter hat und so austauschbar wird, dass der Film komplett unansehbar wäre, wenn er nicht einen wirklich effektvollen Gegner wie den Joker böte. Wenigstens hat Burton sich mit der Figur des Batman beschäftigt. Nolan macht einen austauschbaren High-Tech-Schäuble aus ihm, der eine Stimme hat wie man sie sonst nur kennt, wenn das Band leiert…

  • marc 7. 11. 2008 an 13:55

    sorry, aber den moore bash kann ich nur teilweise nachvollziehen… gerade die frühen moores sind sehenswert (live and let die, man with the golden gun..) und „goldfinger“ und „man lebt nur zweimal“ auch mit in ein schlechtes licht zu rücken ist einfach nur lächerlich!

    aber pierce ist wirklich doof. war genauso entäuscht von „die another day“, der ja als jahrhundertwerk angepriesen wurde und mir nicht mal 1/10 wert ist…

  • Ranor 7. 11. 2008 an 14:55

    Da ist mit Boomster wohl zuvorgekommen, aber ich betone es trotzdem nochmal: Burton hat sich nie wirklich mit Batman beschäftigt.
    Und wieso Batman in „The Dark Knight“ blass, charakterlos und austauschbar sein soll, versteht ich nicht. Aber ich habe manchmal sowieso Probleme, deinen Filmgeschmack zu verstehen ;)

  • Batzman 7. 11. 2008 an 14:56

    @Boomster & Ranor

    sehe ich anders, auch wenn du in der Tendenz durchaus recht hast. Aber grade bei Batman find ich trifft es nicht zu. Bruce Wayne ist kein liebenswerter Aussenseiter, kein freakiger Träumer. Er ist ein neurotischer, sexuell verklemmter Spießer und ein selbstgerechtes Arschloch. Die Sympathie Burtons gilt bei Batman Returns viel eher dem Penguin und Catwomen, aber Batman stellt er sehr negativ und unsympathisch dar. Das wird in den Konfrontationen mit Catwomen immer sehr deutlich.

    Und Sweeney Todd war auch alles andere als ein sympathischer, bissel verschrobener Aussenseiter.

  • Bomster 7. 11. 2008 an 14:13

    Ich wollte Moores Bond-Film auch gar nicht wirklich bashen, „In Tödlicher Mission“ ist ja auch einer meiner persönlichen Favoriten. (auch wenn der gute Mann in seinen letzten zwei Filmen schon ein bisschen alt war und die Liebesszenen dadurch etwas gruselig ausfielen). Ich find sie halt nur heute lange nicht mehr so gut wie vor fünfundzwanzig Jahren.

    Man Lebt Nur Zweimal: Abgesehen von der etwas lächerlichen Idee, Sean Connery als japanischen Fischer zu verkleiden und dem Satellitenschlucker-Raumschiff fand ich den auch noch ganz gut. Ist für mich aber trotzdem der Anfang vom Ende.

  • Bomster 7. 11. 2008 an 14:18

    @Batzmann:

    Das Superman-Beispiel ist natürlich ein wenig überspitzt. Ich würde dagegen ja eher so argumentieren:

    „Das ist als ob man sagt: Hey lasst uns Batman neu drehen. Aber rebooten. Den doofen Robin lassen wir mal weg. Und die Nippel auf dem Kostüm auch. Und er hat auch kein Haifisch-Spray mehr. Und er ist nicht mehr wie *jeder* ausgelutschte Tim-Burton-Charakter ein trauriger Einzelgänger-Clown.

    Das wäre dann ein passabler Film. Und ein Batman-Film.“

  • Bomster 7. 11. 2008 an 14:46

    @ Batzman:

    Und schon wieder sind wir nicht einer Meinung (ich wusste aber, dass du von Dark Knight nicht so begeistert warst): Tim Burton *beschäftigt* sich nicht mit Charakteren; er sucht sich gezielt Projekte aus, bei denen er die Hauptfigur in seine „freaky outsider“-Schablone quetschen kann (vermutlich weil er sich selber für einen hält). Koste es, was es wolle. Die Unterschiede zwischen Batman, Beetlejuice, Jack Skellington, Ed Wood, Ichabod Crane und Edward Bloom sind rein kosmetischer Natur.

  • randyzac 7. 11. 2008 an 14:56

    @Bomster
    Nur:
    …lebt Batman in den Comics und in den Filmen von der Interpretation des jeweiligen Schreibers bzw. Regisseurs…
    d.h.:
    Neben dem Setting „Waisenjunge verkleidet sich als Fledermaus und geht mit dem Millionenerbe auf Verbrecherjagt“ ist so gut wie alles erlaubt…

    Batzman hat völlig recht, wenn er schreibt, dass Bond seinen ureigenen Stil erst mit Goldfinger bekommt und sich damit erst von der Vorlage von Fleming emanzipiert. Dadurch wurde eine Ikone geschaffen.

    Bond lebt von den Superschurken, von der Bedrohung der ganzen Welt oder zumindest der Weltordnung.

    Dass Bond letztens seiner Zeit hinterherhechelte und dringend eine Frischzellenkur brauchte ist ist konsens…

    Ob nun der Craig-Bond auf dem richtigen Weg ist, darf bezweifelt werden. Die Gründe hat Batzman zu genüge aufgeführt

  • dexterkane 7. 11. 2008 an 16:33

    Um mal zu zitieren:

    „I have never read a comic book in my life and I would especially never read anything from Kevin Smith!“ (Tim Burton)

    Finde das Ganze ein wenig müßig. Das Batzman der neue Bond nicht gefallen würde war aus allen oben genannten Gründen ja eigentlich schon vorher klar. Nehme das jedenfalls als jemand, dem CR gefallen hat eher als Empfehlung ihn mir im Kino anzugucken. Allen anderen wünsche ich noch viel Spaß beim diskutieren :)

  • Batzman 7. 11. 2008 an 16:40

    Wäre aber vorsichtig das als Empfehlung zu nehmen. Jede Menge Leute die im Gegensatz zu mir CR supergeil fanden gingen genauso ernüchtert und enttäuscht aus der Pressevorführung… und die Begeisterung ist bisher auch auf Zuschauerseite eher ähm… verhalten, wenn ich mir mal die bisherigen Kommentare bei moviepilot dazu ansehe: https://www.moviepilot.de/movies/james-bond-007-ein-quantum-trost/comments

  • BeauRivage 7. 11. 2008 an 16:56

    Habe den Film gestern in der 10. Reihe des Sony Center Multiplex gesehen und mir ist noch immer ganz flau im Magen. Batzman, deine Kritik an der Wackelwut des Kameramannes und Forsters Schnipp-Schnapp-Schnappi-Schneidetechnik aus den Schlünden schlimmster VIVA-Verirrungen ist berechtigt. Jede Actionszene wurde in ihrer Lesbarkeit komplett dekonstruiert. Der Wunsch nach Kunstfertigkeit sprang aus jedem 1/10-Sekunde-Close-Up, aus jeder Parallelmontage. Da hat sich ein Arthouse-Fachmann auf die Reise in ein Land begeben, dessen Klima, Topographie und Landessprache ihm vollkommen fremd bleibt.

    Der Film hat allerdings auch eine große Stärke: Daniel Craig. Es ist immer wieder ein Vergnügen, Craig bei der Arbeit zuzuschauen. Seine physische Präsenz aber auch und vor allem seine Arbeit mit der Stimme sind beeindruckend. Während „The Dark Knight“ in erster Linie an Batmans Hirschröhren scheitert, besticht „Quantum of Solace“ durch die verbalakrobatische Brillanz eines Daniel Craig. So kommt es auch, dass alle Dialog getriebenen Szenen bestens funktionieren (von besagter Sterbeszene von Mathis einmal abgesehen) und sämtliche (!) aktionsgetriebenen Anteile komplett auseinanderfallen.

    Es bleibt die Frage: Ist das alles noch Bond? Und gerade aus dem obengenannten DC-Argument heraus sage ich – aber natürlich! Auf dem Plakat von „You Only Live Twice“ hieß es erstmals: „Sean Connery Is James Bond“. Und dieser Satz hat für mich nach wie vor Geltung. Niemand ist besser als Connery. Und Ziel des gesamten Reboots der Reihe kann spätestens mit Bond 23 nur sein, die Figur wieder der Attitude der Connery-Zeit anzunähern. Bond 23 wird Craigs „Goldfinger“ werden müssen. „Casino Royale“ war sein „Dr. No“, „Quantum of Solance“ war die Verfeinerung im Sinne von „From Russia With Love“. Die Ausdefinition der Daniel-Craig-Bond-Figur MUSS im dritten Film ihren Abschluss finden. Daher auch die Gunbarrel-Sequenz am Ende des Films. Ab jetzt wird alles wieder Bond. Und zwar im Idealfall als Schnittmenge aus dem gewonnenen Craig-Rohmaterial der beiden ersten Filme und vielen vermissten Connery-Charakteristika in zeitgemäßem Gewand.

  • Nilz N Burger 7. 11. 2008 an 20:16

    muss mich kurz einschalten: den burton batmans die vision abzusprechen, die der regisseur hatte und sie als reine kosmetik abzutun zeugt von akuter nolan-eritis. ganz abgesehen davon, das ich buron überhaupt einen der letzten echten visionäre des modernen kinos nennen würde, hat kein einziger batman der serie (und die peinlichen schuhmachers sollten schnell unter den teppich gekehrt werden) jemals wieder die figur des bruce wayne, mit all seinen ecken und kanten, mit seinen zwiespälten und gleichzeitigen machoismen besser verkörpert als michael keaton. christian bale? ich bitte euch. gute mann, aber kein wayne. mit craig als 007 hab ich dagegen kein richtiges problem, habe aber QoS auch noch nicht gesehen.

  • dexterkane 7. 11. 2008 an 20:50

    Da halte ich mal spontan dagegen, dass es DEN Bruce Wayne nicht gibt. Batman ist seit seiner Erfindung (1939!) so oft umgeschrieben und reinterpretiert worden, dass man nicht sagen kann, so und nicht anders ist die Figur. Batman + Robin ist, von Adam West mal abgesehen, näher am Silver Age Batman inklusive der lächerlichen Gimmicks und schlechter Wortwitze als jeder andere.
    Versteht mich nicht falsch, B+R ist grauenhaft, aber nahe an den Comics aus den Sechzigern.

    Als jemand, dessen erste Begegnung mit dem Fledermaußmann „The killing joke“ war, kann ich mit dem Bale Wayne wesentlich mehr anfangen als mit Burtons „artsy“ Ansatz.

    Ähnlich gehts mir mit Craig als Bond. Ich konnte mit Moore nie was anfangen, zumindest nicht seid ich was älter bin. Ich mochte „license to kill“ und die alten Filme und fand zumindest „Golden Eye“ ansprechend, aber „Die Another Day“ war nun wirklich albern. Bond als Parodie seiner selbst geht für mich nunmal nicht, wer das anders sieht, kann mit CS natürlich nix anfangen. Die Jungs bei Spill mochten QoS jedenfalls, werd ihn mir morgen oder Sonntag mal ansehen, dann auch ne Meinung nicht nur aus 2ter hand.

  • Kazoo 7. 11. 2008 an 21:40

    ich war auch sehr enttäuscht von dem Film. Da hat mir Casino Royal noch um einiges besser gefallen. In einem muss ich dem Batzmeister allerdings widersprechen: das beste am Film war der Titelsong von Jack White und Alicia Keys, dich ich beide sehr schätze.

  • Stryke 8. 11. 2008 an 0:04

    ich werd mich mal kurz fassen, weil eigentlich hast du schon meine gesamte meinung wiedergespiegelt. treffender hätte mans nicht sagen können, also schreib ich mal ein altmodisches
    .signed :)

  • Bomster 8. 11. 2008 an 0:47

    Seine Vision würde ich Burton nicht absprechen; nur finde ich einfach, dass für mein Empfinden alle Filme in die gleiche Kerbe hauen – „Freaky Outsider“ heißt für mich auch nicht unbedingt „schrullig-sympathisch“, sondern eben nur „Freaky“ (im Sinne von „seltsam/verstörend/verwirrend für den Normalbürger) und „Outsider“(im Sinne von „nicht wirklich in die Gesellschaft und ihre Konventionen integriert“); und damit ist wirklich jeder Protagonist eines Burton-Films beschrieben. Das Wikipedia-Zitat stammt wohl aus „Burton on Burton“:
    „When discussing the central theme of Batman, director Tim Burton explained, „the whole film and mythology of the character is a complete duel of the freaks. It’s a fight between two disfigured people.“ He continued, „the Joker is such a great character because there’s a complete freedom to him. Any character who operates on the outside of society and is deemed a freak and an outcast then has the freedom to do what they want.““
    Hab ich sowas schon mal gehört oder gesehen? Klar, in jedem anderen Burton-Film.

    Das will ich ihm auch durchaus belassen, wenn er damit glücklich ist, aber ich finde spätestens seit Sleepy Hollow sein Werk ausgesprochen ermüdend; ungefähr so wie es mich etwas nervt wenn ein Spielberg in jedem zweiten Film eine zerrüttete Familie kittet.

    Und das mit der „Nolan-Eritis“ fasse ich gar nicht als Kritik auf – stimmt ja durchaus. Ich finde die Figur des Batman (und eigentlich auch die von Bond) durchaus „mythisch“ genug, als dass sie eine Vielzahl von – vielleicht auch mal albernen – Interpretationen zulassen sollten. Als Kinogeher bin ich momentan lediglich ganz glücklich über den Umstand, dass die Filmschaffenden gerade eine Vision dieser Figuren verfolgen, die mir gefällt. Zehn Jahre weiter gehen die Serien vielleicht wieder in eine andere Richtung, die meinetwegen genauso legitim sein mag. Eventuell fühlen sich der Batzman und andere ‚Middle School‘-Bond-Fans mit der besser aufgehoben, kann aber sein, dass ich dann wiederum nichts damit anfangen kann.

    Ist aber keine Tragödie, man muss ja gönnen können. :)

  • vic 8. 11. 2008 an 10:17

    Ich hab mich noch immer nicht von Casino Royale erholt, James Bond war immer etwas auf dass man sich verlassen konnte, viel Action, lässige Sprüche, verspielte Gadgets, doch was ist daraus geworden?
    Viel Action ist noch da, die ist meiner Meinung nach auch gut inszeniert, aber alles andere ist leider nicht da, der Plan von Dominic Greene ist an Brisanz wohl kaum zu untertreffen, die Privatisierung von Trinkwasser in Bolivien, also da trauere ich Weltbeherrschungsplänen wie die Kontrolle über alle Medien in „TOMMOROW never dies“ auf jeden Fall nach. Um es brutal auszudrücken: „Mit Casino Royale ist ein kleiner Teil von mir gestorben“^^
    Und die Bond Musik hats nicht einmal richtig in den Abspann geschafft, schade um Bond, schade um das Geld, schade um die Zeit, in der gute Bond Filme enstehen hätten können und nicht einfach Filme mit guter Action und naiven MI6 Agenten (M: „Sie sind böse Bond!“ Bond:“Nein, bin ich nicht“ M:“OK“). Nebenbei wird auch noch die Betitelung der Schauplätze zur Kunstform erhoben.

  • Director 8. 11. 2008 an 12:18

    Das einzige, was mir an dem Film nicht gefallen hat waren die Titelmusik, die unbeholfenen Schnitte, die Spannungsarmut, die Filmdauer, der Regisseur… oh… ups… ich hab falsch angefangen… also nochmal:
    Das einzige, was mir an dem Film gefallen hat war die Titelsequenz (ohne die Musik). Eigentlich hatte ich mir von Marc Forster mehr erhofft. Ich dachte, gerade wegen seiner Unerfahrenheit in der Action-Inszenierung würde er sich mehr auf die Charaktere und deren Bezug zum Plot konzentrieren, vielleicht sogar den alten Bond wieder ein Stück zurückholen. Er hatte es mit diesem Film bestimmt nicht leicht aber er hätte es auch besser hinbekommen können. Schade, Casino Royale gefiel mir eigentlich sehr gut. Ich denke aber, der nächste Bond wird wieder ein Knüller, wenn es „Quantum“ an den Kragen geht.

  • Batzman 8. 11. 2008 an 15:28

    Tja da sieht man mal wieder wie man Zitate aus dem Zusammenhang reißen kann… den im Endeffekt ist das eher ein Zitat, dass zeigt wie humorlos und zickig Tim Burton bisweilen reagiert.

    Der Kommentar bezog sich auf Smith flapsige Bemerkung wie ähnlich sich eine Szene des Comics Chasing Dogma und das Ende von Planet of the Apes sind..

    https://www.youtube.com/watch?v=fKbAEmvZyKQ

    https://www.youtube.com/watch?v=vgYhLIThTvk

  • Muffin Man 8. 11. 2008 an 14:35

    Der Film wird hier ja regelmässig verrissen… sorry, ich konnte aber damals mit dem langweiligen „Casino Royale“ nichts anfangen, dafür hat mir „Quantum Of Solace“ jetzt viel besser gefallen. Das Überraschende war, dass „Quantum“ meiner Meinung nach sehr viel bondiger ist als „Casino“. Gut, die Actionszenen sind zu schnell geschnitten und der Titelsong saugt, aber ansonsten kann ich nur sagen: Lizenz erteilt.

  • Batzman 8. 11. 2008 an 15:54

    Die Evenings with Kevin Smith fand ich ehrlich gesagt unterhaltsamer als Sweeney Todd, Planet of the Apes und Big Fish zusammen…

    Ich mag viel von Burton, aber er ist nicht grade der selbstironischste Mensch der Welt und schon eine ziemliche Diva.

    Never idolize people.

  • Batzman 8. 11. 2008 an 16:04

    ganz ruhig :)

    wenn du Chasing Amy homophob findest, hast du wirklich irgendwas völlig in den falschen hals bekommen. Smith ist so ziemlich einer der unhomophobsten Promis die ich mir denken kann…

    Zu dem Zitat das scheint recht gut belegt, da es auf einem Artikel der New York Post beruht der u.a. auch hier von der L.A. Times zitiert wird:

    http://www.latimes.com/entertainment/news/photos/lat-kevinsmith_j9219mnc20080606115340,0,1628940.photo

  • Jet Strajker 8. 11. 2008 an 15:04

    So viel Blasphemie über meinen Lieblingsregisseur … und das auch noch in einer Bond-Diskussion.

    Aber sei’s drum, das hier:

    „I have never read a comic book in my life and I would especially never read anything from Kevin Smith!“ (Tim Burton)

    hat mir den Tag versüßt. Hach, wie ich diesen Mann liebe.

  • Jet Strajker 8. 11. 2008 an 15:46

    Das „Zitat“ (ob Burton das gesagt hat, muss erstmal jemand belegen, ich finde das nur von Smith rezitiert in Zusammenhang mit seinem peinlichen Gelaber) wäre aber trotzdem geil, sofern es stimmt. Und zickig ist ja wohl mal nur eins: Dieser angeblich witzige „Evening with Kevon Smith“, wo er sich ausheult, dass Burton sein (vermutlich schlechtes) Superman-Script gekickt hat.

  • Jet Strajker 8. 11. 2008 an 16:01

    Woher willst du wissen, dass er keine Selbstironie hat und eine Diva sei? Weil ein stümperhafter Regisseur sowas der Bewältigung seines angeknacksten Egos wegen auf irgendeiner Bühne behauptet?

    Lächerlich.

    Und ich idealisiere nichts, bin sogar sehr kritisch mit Burton, aber ich lasse mir bestimmt nicht von jemandem erzählen, der mit CHASING AMY einen der homophobsten Filme aller Zeiten verbrochen hat, dass Burton ein Freak sei.

  • Jet Strajker 8. 11. 2008 an 16:32

    Na ja, „scheint“. Immerhin wird das sekundär zitiert, zufälligerweise auf einer Website von Smith. Aber darum geht es auch gar nicht, wie gesagt, sofern Burton das so meinte, fänd ich es sogar sehr witzig.

    Ob Smith privat homophob ist oder nicht, tut erstmal nichts zur Sache, weil der Film da eine eindeutige Sprache spricht mit seiner Uralt-Heterofantasie von der zu bekehrenden Lesbe…

    Zur Selbstironie Burtons: Da muss man sich nur mal die Filme genau anschauen, BIG FISH und CHARLIE strotzen nur so davor, wenn Burton durch versteckte Selbstzitate seine eigenen Vorlieben trivialisiert und deren Klischeecharakter ausstellt. Darüber hinaus könnte ich mir keinen uneitleren Menschen vorstellen. Alles, was ich bisher von ihm und über ihn gelesen habe (Burton on Burton, Inner Views…), zeigt ganz klar, wie selbstreflexiv und -kritisch der Mann ist. Der macht keinen Hehl daraus, wie misslungen BATMAN ist. Umso unnötiger, dass Nervbacke Smith sich da so aufspielt und meint, er müsse Burton für sein Aussehen denunzieren. Ganz arm, einfach nur arm.

  • Batzman 8. 11. 2008 an 19:49

    *g* ich glaube mit dieser sehr oberflächlichen Betrachtungsweise von Chasing Amy wirst du dem Film so gar nicht gerecht und ignorierst die Vielschichtigkeit der Story.

    Es gibt glaube ich auch ansonsten niemand aus der GLBT-Ecke der dem Film ernsthaft Homophobie unterstellt, denn im Grunde ist der Film da schon sehr deutlich…

    Ich kenne keinen nicht schwulen Regisseuer, der mit schwulen Anspielungen und Themen so selbstverständlich, humorvoll umgeht und homophobes Verhalten so oft ironisiert und vorführt, wie Smith.

  • Benane 9. 11. 2008 an 16:28

    Ich hab an dem Film die aktionszenen so gehasst die sind so scheiße geschnitten jede sekunde ist ein wechsel der kameraeinstellung da hast von der aktion nicht mehr viel mitbekommen. was bringen einem die tollsten stunts wenn man die eh nicht realisieren kann. schade schade schade

  • Nilz N Burger 10. 11. 2008 an 0:59

    jet, ich bin bei dir. total. es gibt nunmal kein vernünftigs argument gegen burton. und big fish war super. und sweeny auch. und das planet der affen scheisse war, weiss er ja auch selbst. ob smith einsieht, das clerks 2 eher so semi.gut war, das bezweifel ich dann doch. obwohl ich smith ja auch mag, aber er hat eben nicht die klasse eines burton.

  • The MichaMel 10. 11. 2008 an 9:34

    Erstmal möchte ich den neuen Bourne…ähh Bauer…hmmm…ne es war James Bond beurteilen,ich hatte mir bevor ich mir QoS eigentlich einen Bond wie früher vorgestellt,Ich wusste ja seit Casino Royal das er anders werden würde,aber was ich da im Multiplex sah war einfach nur Bullshit ! Kann sein das im nächsten Bond ja Q dazu stossen wird und das die alterschwache M ne Sekretärin namens Moneypenny bekommen wird aber ich glaube nicht das er dann wieder Bond sein wird.Sollten meine vorher genannten Punkte nicht zu treffen sollten sie wenigstens einen waschechten Bondbösewicht schaffen und nicht so einen Halbgaren Pokerspieler oder jemanden der alleine durch Ben Stillers Synchro lächelich wirkt.Ich will den Bond zurück den ich kannte und liebte ! So und nun zu etwas völlig anderen: Burton ist ein genialer Regiseur und Kevin Smith auch,aber jeder auf seine Art.Beide hatten ihre grossen Erfolge und jeweils geniale Filme.Aber beide hatten auch ein paar Hänger. Smith glänzte in letzter Zeit eher durch coole Gastrollen anstatt durch gute Filme,ich wollte Jersey Girl mögen…wollte ! Aber ich hoffe das Zac and Miri besser wird,der trailer sieht wieder nach Smith aus.Und Burton, Sweeney Todd war zwar nicht der Hammer aber er passte zu ihm.Ich gönne beiden das sie zu alter Frische kommen und mal wieder etwas aussergewöhnliches bringen ! Ok Dogma 2 und Ed Wood 2 werdens wohl nicht, aber mal sehen.

  • olaf buschendorf 10. 11. 2008 an 14:06

    Nach diesem „Bond“ braucht man selbst ein bischen Trost.
    Wo war SEIN Auto ? Welches ihm von Q ? (wer ist Q) mit allerlei technischem Schnickschnack (kommt fast garnicht vor) vorgestellt wird, nach dem er von Mannypenny? (Wo war sie) ein bischen hofiert wurde.

    Dieser „Bond“ kämpft um den Titel „schlechtester Bond aller Zeiten“

    In den letzten 22 Filmen bereitete Bond sich als Wegweisend für andere Filme… wars das??? Diesmal wurde sich nur bei anderen angelehnt.

    Aber bei aller Kritik, als Standart – Aktion – Film war er ok.

  • FalsusProcurator 10. 11. 2008 an 17:15

    Möchte jetzt nicht in aller Ausführlichkeit Kritik am neuen Bond üben, oder meine Vorredner zitieren … Wollte nur einen Dank an Herrn Batzman für diese gute und vorallendingen ehrliche Kritik abgeben. Ansonsten liest man über Marc Forsters Werk rein positives … von einem komplexen Plotkonstrukt ist die Rede, von furiosen Action Sequenzen für 250 Millionen Dollar aufregend insziniert, von „kunstvoller Einbindung eines wilden und brutalen Gefechts in die Bregenzer Seebühnen Oper Tosca“ hab ich schon gehört … Und was habe ich gesehen ? Das bisher unwichtigste Stück Zelluloid in der 22-filmigen Bond Ära … Warum und weshalb (und bestimmt wegen dem furchtbaren Song von White/Keys) will hier bestimmt nach 69 Kommentaren keiner mehr lesen ^^ … Aber Danke an Batzman für die Erkenntnis das nicht jeder Kritiker diesen Streifen in den siebten Hollywoodhimmel loben will (oder bei dem exorbitanten Budget „loben muss“) … Weil das hat dieser „Jason Bond“ leider nicht verdient …

  • Ein Leser 11. 11. 2008 an 21:56

    Kommt Jungs, Bond ist halt nicht nur der Lovertyp der dauernd Mietzen flachlegt, die neuen Facetten an seinem Charakter kommen gut rüber, QoS ist prima unterhaltung auch wenn man das eine oder andere hätte besser machen können order mehr als dem Film rausholen, ich finde, das Mr Craig seine Sache ganz hervorragend macht auch wenn er blond und ein bisserl zu kurz geraten ist, er zeigt halt „die Sau“ Bond ein bisserl, alle das was sich in den anderen Filmen hinter Martini schlürfen und mit Moneypenny flirten verborgen hat, der erste Film ohne „Bond, James Bond“ Spruch mittendrin und Martinifrei.
    Das schlechteste an dem 22igsten Bond ist und bleibt der unsägliche Titelsong für mich.

  • bbinho 11. 11. 2008 an 23:48

    Ich hab sie alle gesehen – alle Bond Filme. Sogar Lazenby und Dalton. Aber der heute war eine Frechheit! Von der Action hat man nix gesehen aufgrund der schnellen Schnitte. Die Charaktere waren (wenn überhaupt) nur oberflächlich beschrieben. (Was zum Beispiel sollte Greenes „rechte Hand“ darstellen?) Und die Story?? Hmm, hatte eigentlich gar keine. Aber das oberpeinlichste war das Finale – das an dieser Stelle keines weiteren Kommentars bedarf und eigentlich den Begriff Finale nicht verdient.
    Oh man bin ich enttäuscht. Ich fand Casino Royal wirklich gut und hab Daniel Craig gute Chancen eingeräumt die Bond-Reihe auf Jahre hinaus würdig weiterzuführen – aber das heute war vielleicht mein letzter Bond. Wenn die Reihe so fortgesetzt wird, dann ohne mich.

  • flex 13. 11. 2008 an 15:11

    der film war klasse. die action genial. einige szenen die ich so noch nicht gesehen habe. z.b. die anfangsszene in dem bond mit seinem wiedersacher durch die glaskuppel fällt. dort war überhaupt kein schnitt und man hatte das gefühl mitten drin zu sein. so war die action im ganzen film- nachvollziehbar und mitreißend.
    und der plott war der hammer. bond war stellenweise kaum mehr vom bösewicht zu unterscheiden und ist durch seine identitätskrise zu einer identifiationsfigur geworden – was man von den ’nicht-craig-bonds‘ ja wohl nicht behaupten kann. insgesammt ein sehr glaubwürdiger bond, was nicht zu letzt durch den verzicht auf die total überflüssigen gadgets/mr.q gelungen ist.

    außerdem ging es primär nich um wasser in bolivien. das war nur eine nebenhandlung die sich aus der eigentlichen handlung (bond rettet sich selber) ergeben hat. echt, was ihr hier für nen müll schreibt und vergleiche zieht, ist nur lachhaft und lässt mich doch an eurem verständniss für gute unterhaltung zweifeln. hauptsache dagegen. gute nacht 5ff. danke james.

  • Batzman 13. 11. 2008 an 17:36

    @Flex

    Grade der Sturz durch die Kuppel war gar nicht mal so gut getrickst.

    Was die Hammer-Story angeht: ich bin immer wieder überrascht mit wie wenig eine Leute sich zufrieden geben und welche banalen Versatzstücke als Tiefgang empfunden werden…

  • Ein Leser 13. 11. 2008 an 17:31

    @ flex, ich gehe mit deiner einschätzung d’accord, nur weil bond nicht rumgentlement wie in 20 streifen zuvor ist es immer noch bond, nur eine andere facette.

  • flex 13. 11. 2008 an 18:57

    was erwartet ihr wenn ihr in einen james bond geht? ich erwarte jedenfalls nichts mit tiefgang. habe es auch nicht bekommen. lediglich eine neue facette die bond menschlich und greifbar macht.

    einerseits wird hier mit den kritiken gegen den strom geschwommen um scheinbar etwas besonders zu sein, andererseits wird das gegen den strom schwimmen der filmemacher nicht toleriert. schreib lieber noch ne tolle kritik für high school musical 3… voll der witz

  • Powl 14. 11. 2008 an 12:22

    Ich werd mich nach all den Diskussionen über Burton, Batman, Nolan und Smith wieder etwas mehr Richtung QoS begeben (wobei ich die Argumentationen sehr interessant fand).

    Zum Einem muss man sagen: nach 22 Bond Filmen hat jeder sein eigenes Bild eines Bonds, manche freuen sich über drastische Änderungen, manche hängen an dem Bild des Bonds wie man sieaus den alten Streifen kennt. Im Prinzip ist die Interpretation eines guten oder „echten“ Bonds genauso individuell wie der Filmgeschmack. Jeder hat andere Schwerpunkte, die er an den typisch prägnanten Bondcharakteristika mag. Für mich ist es in erster Linie die die Darstellung des Womanizer, Gentleman, Alleskönner Agenten der sich aus jeder noch so gefährlichen Situation mit einer coolen Attitude rettet. Dazu jemand der auf Stil und Protz steht. Weitere bondige Merkmale waren nun mal auch die aussergewöhnlichen Gadgets und, ganz wichtig, interessante, ausgefallene und überzeugende Schurken und Gegenspieler, sprich das typische Bild eines Schurken wie er sich im Sessel umdreht, eine Katze streichelnd mit entsprechend böser Lache und völlig überzogenen und größenwahnsinnigen Plänen. Spezifische einzelne Szenen die mehrere Schritte über den Realismus hinausgehen gingen mir wiederum gegen den Strich. Eine unrealistische Grundidee und dazugehörige Charaktere sind ja ok, aber einzelne Szenen die dann so abgefahren neben der Spur sind, dass sie dann doch eher lächerlich als unterhaltend wirken, machen den Witz und die Originalität kaputt.
    Ausserdem, auch wenn die alten Bondfilme essentiell sind und sozusagen den Grundstein und Voraussetzung gesetzt haben…das war vor meiner Zeit. Ich erkenne das Besondere an diesen Filmen, allerdings muss ich mich der Meinung anschließen dass sie altbacken sind. Die wenigsten der alten Bond Filme haben mich nun mal umgehauen, ich musste unweigerlich an Stellen schmunzeln, die eigentlich als dramatisch und todernst gelten sollten. Ich bin sicher dass die Filme ihrerzeit auf ihre Art und Weise revolutionär waren, aber die Zeiten ändern sich nun mal, und in den über dreißig Jahren Filmgeschichte hat man ja schon andere, beeindruckendere Dinge gesehen. Deshalb gefällt mir die Idee neuere Bond Filme dem Zeitgeist anzupassen, solange man elementare Dinge beibehält. Ich muss zugeben, dass das bei den neueren Teilen teilweise sehr vernachlässigt wurde, teilweise aber auch super umgesetzt wurde.
    Mein erster Bondfilm war Goldeneye. Ein Film der meiner Meinung nach perfekt ins Bond Schema passt, auch wen ich zu dem Zeitpunkt die alten Filme noch nicht gesehen habe, muss ich sagen dass mich genau die typischen Bondkriterien eben überzeugt haben. Brosnan hat in Goldeneye den Bond perfekt gemimt, der dauerhafte englische, cocky Gentleman Blick, die Coolness, alles da. Auch „Tomorrow never dies“ hat mir gefallen, auch wenn nicht der selbe Effekt wie Goldeneye. Ab The world is not enough gings dann meiner Meinung nach hinsichtlich Brosnan und den Filmen an sich, bergab. Besonders „die another day“ war der größte Hunz! Ich meine wie kann ein Satelitenlaser durch die dicke Eisschicht von Island schneiden wie durch Butter, aber für den Showdown Eispalast braucht es mehrere Minuten bevor es anfängt leicht zu schmelzen, während die Protagonisten drinnen im Kreis rumfahren (der lächerliche Cyborg Bösewicht auch noch im Cabrio, welches sich fortlaufend mit Wasser füllt. Das meine ich mit einzelnen Szenen die soweit übertrieben sind, dass es nur noch lächerlich bzw. nervig wirkt.)

    Mit Casino Royal kam dann endlich wieder eine positive Wendung. Ich kann durchaus nachvollziehen wenn Hardcore Bondfans so nun mal gar nichts mit den Craig Filmen anfangen konnten, aber ich für meinen Teil war von CR begeistert. Definitv realistischer, ein anderer, tiefgründiger Bond der auch Selbstzweifel hat (Ob das allerdings zum typischen Bondtyp passt, bleibt dahingestellt). Ich fand allerdings es war ein mehr als frischer Ansatz, Bond etwas mehr Facettenreichtum zu geben. Als ich damals hörte, dass Daniel Craig der neue Bond werden soll, dachte ich mir: „Das kann ja nie was werden, einen unbondigeren Schauspieler gibt es doch kaum.“ Ich wurde aber eines Besseren belehrt. Besonders die Szene im Zug, das Gespräch mit Vesper, hat mich überzeugt, dass der Mann doch den Bond mimen kann, das selbstbewusste Flirten, der typisch britische bondige Charme (Ich spreche hier von dem Originalton, Synchronisation ist generell ein Verbrechen wie ich finde), der Gentleman und trotzdem Badass. Auch wie er mal eben die Frau von einem der Bad Guys vernascht nachdem er dessen Auto gewonnen hat, nur um an Informationen zu kommen, ist für mich unter anderem das, was Bond als Charakter ausmacht. „Warum können die guten Jungs nicht mehr von dir haben?“ – „Dann wären sie ja böse“. Genau das ist es, Bond hat nun mal was von nem eingebildetem Arsch, was ja genau das ist was Frauen irgendwo anziehend finden.
    Ein andere positiver Aspekt in CR war der Bösewicht. Le chiffre hatte von der Optik genau das was ich von einem Bond Bösewicht erwarte: Eine gewisse Eleganz, ein markantes Gesicht mit einem kleinem Detail wie der Narbe. Aber seine Motivation war mehr als profan: Geld. Ebenso die Szene wo die Afrikaner ihn in seinem Zimmer zu fassen bekommen. Das lässt ihn als Bösewicht inkompetent wirken, auch wen es dem Realismus zu gute kommt. Auch sein Tod war zwar unerwartet, aber mehr als unspektakulär. Zwar zeigt das, dass Le Chiffre nur ein kleiner, fast unbedeutender Teil einer größeren Organisation war, aber es war vergeudetes Potential.
    Drehortwahl war gut, Inszenierung war fantastisch, die Aktionszenen waren brisant und abwechslungsreich (die Afrika Eröffnungsszene, die Flughafenszene, die elgentare Poker Szenerie). Was ich vermisst habe, waren Q und seine Gadgets. Man hätte nicht unbedingt völlig übertriebene Gimmicks wie teilweise in den alten Filmen nehmen müssen, aber ein paar interessantere Sachen als eine Knarre und Mini Defibrilator im Handschuhfach hätte drin sein können.

    Jetzt zu Quantum of Solace. Hat mich nich so begeistert wie CR, unter anderem weil hier auch gar keine Gadgets zum Einsatz kamen, zum anderen wegen der mir auch teilweise zu hektischen Actionschnitte. Daniel Craig wirkt hier auch teilweise wesentlich älter, was nicht gut ist, denn jeder Bond Schauspieler dem man das Alter zu sehr ansieht an Glaubwürdigkeit verliert, das war bei Moore, Brosnan und jetzt auch bei Craig so. Lediglich Sean Connery könnte das wohl selbst jetzt noch glaubhaft durchziehen ;D
    Der Plot begeistert auch nciht besonders wie ich finde. Die Sache mit dem Trinkwasser fand ich gar nicht mal so schlecht, auch wenn ich Batzmans Einwände voll und ganz nachvollziehen kann. Aber Dominic Greene, der Bösewicht? Ich weiss nicht, irgendwie kann ich ihn nicht ernstnehmen.
    Schauplätze waren gut gewählt, auch wenn ich hier Batzman wieder recht geben muss, die Inszenierung hat den Orten was von der Imposanz und Bedeutung genommen.
    Auch wenn die Kamera meist sehr hektisch war, muss ich zugeben dass mir die Kuppelszene sehr gut gefallen hat, ich hab damit echt nicht gerechnet und hatte kurzzeitig auch das Gefühl im Bauch, als wenn man fallen würde, sehr wirksam also. Eine besondere Szene hat mir auch sehr gefallen, weil sie wieder bond’sche Charaktereigenschaften verdeutlicht. Nämlich die Szene wo Fields in dem runtergekommenen Hotel zur Tarnung einchecken will, was für Bond ein absolutes No Go ist, egal was für eine Situation. Wortlos geht er raus, Fields muss ihm zwangsweise folgen. Stil muss es haben und so checkt er in einem schicken Hotel ein, betritt selbstbewusst die Suite, lässt einen lockeren Spruch los und schon hat er Fields rumgekriegt. Nice ;)
    Ab der Hälfte verliert der Film aber an Spannung. Das Hotel in der Wüste hat mich ebenfalls nicht besonders beeindruckt, der Showdown im Flammenmeer war ok, aber irgendwas hat mir gefehlt. Ein nettes Bild ist allerdings Bond und Camille, wie sie in zwar im Top Dress, aber völlig verdreckt und mit Wunden durch die Wüste laufen. Hat was.
    Mathis Sterbeszene hat wirklich viel kaputtgemacht, einfach unnötig.
    Alles in Allem ein unterhaltsamer Film, im Vergleich zu CR bondtechnisch und generell aber eher mit Tendenz nach unten. Ich hoffe ja das der 23. Bondfilm das wieder wett macht. Die Hoffnung stirbt zuletzt….wäre in diesen Zeiten wohl ein angebrachter Bond Filmtitel.

  • flex 15. 11. 2008 an 15:26

    sehr gute rezension powl. kann ich zwar nur teilweise unterschreiben aber die art und weise ist doch sehr differenziert und unvoreingenommen. kann sich so manch einer eine scheibe von abschneiden.

  • Sven 15. 11. 2008 an 17:15

    Powl, Deine Ansichten kann ich von hinten bis vorne Teilen. In Casino Royal fand ich auch die Szene im Zug sehr bond-mässig, endlich kam mal der typische Gentleman-Charme durch, nach all dem Hau Drauf.

    Schmunzeln musste ich bei jenem Satz in Deinem Review:
    „…sprich das typische Bild eines Schurken wie er sich im Sessel umdreht, eine Katze streichelnd mit entsprechend böser Lache und völlig überzogenen und größenwahnsinnigen Plänen.“

    Denn zum einen Stimmt es voll und ganz mit meinem Bild eines überzeugenden Bond-Schurken überein, zum anderen habe ich festgestellt, daß Ich wohl genau wie Du als Kind zu viel die „Inspector-Gadget“ Zeichentrickserie gesehen hab. Die beschriebene Schurken-Blaupause entspricht ziemlich genau dem dort gezeigten „Dr. Kralle“ ;)

    MFG Sven

  • Powl 15. 11. 2008 an 17:36

    Tatsächlich war Inspector Gadget Teil meiner Kindheit ^^
    Aber Dr. Kralle passt doch auch eigentlich ganz gut ins Bond-Schurken-Schema, oder? Zumindest die Richtung.

  • James Bond - Quantum of Solace - onsline 16. 11. 2008 an 4:23

    […] Quantum of Solace macht nun da weiter, wo Casino Royale aufgehört hat. Verspielte Gadgets gehören der Vergangenheit an, dieser Bond braucht keine schmierigen Tricks mehr (hätte nie gedacht, daß ich das einmal sagen würde), er handelt geradlinig, konsequent und skrupellos. Wie weggeblasen ist die britische Zurückhaltung und das betrifft die Figur des James Bond ebenso wie die filmischen Mittel. Quantum of Solace ist brutal, er ist dreckig und er tut weh. Halsbrecherisch geschnitten lösen sich die Actionsequenzen buchstäblich in ihre Einzeteile auf, stroboskopartig aufblitzende Fragmente von Gewalt, ächzenden Körpern und berstenden Flächen. Hier geht es nicht um orchestriertes Actionballet vor eindrucksvollem Setting. Hier geht es um Momentaufnahmen, Bruchteile die einem im Gedächtnis haften. Mit dieser Form der Inszenierung hat sich Quantum of Solace allerdings keineswegs nur Freunde gemacht: Nahaufnahmen, Wackelkamera und unmotivierte Schnitte machen die Übersicht schnell zunichte. Wer verfolgt bei der initialen Autojagd wen? Welches Auto fährt hinter welchem? Scheissegal, die Karren sehen eh alle gleich aus. […] Fünf Filmfreunde […]

  • Sven 16. 11. 2008 an 8:13

    Natürlich, ich denke mal, die Figur ist vor dem Hintergrund der James-Bond-Schurken entstanden. Darum kommt er uns so passend vor ;)

    MFG Sven

  • Grabowski 17. 11. 2008 an 23:44

    Subjektiv betrachtet fand ich den Bond ganz unterhaltsam. Daniel Craig hat mich als Schauspieler auch überzeugt, für mich muss ein guter Bond nicht mehr tun als böse/gut gucken können, nen toughen badass draufhaben und hin und wieder durch ein klitzekleines bischen köpfchen und schlagfertige kommentare glänzen…das alles schafft Craig.

    Das Problem ist nicht das die alten Bonds besser sind, mit ein bischen Aufmerksamkeit geguckt sind die Plots noch bescheuerter als Bolivianisches Trinkwasser.
    Das Problem besteht darin das altes mit jedem Jahr besser wird…Nostalgie und so.

    Wie gesagt ich fand ihn unterhaltsam. Mehr muss ein Bond auch nicht sein, ein Bond muss nicht nachdenklich stimmen.

    Doof fand ich allerdings das vermeintlich wichtige Charaktere die noch viele tolle szenen bieten könnten nach gebrauch „weggeworfen“ wurden (die alte im öl oder der italiener)

    Naja jedem das seine, ich fand ihn besser als Casino Royal

  • zideshowbob 18. 11. 2008 an 21:36

    Ich teile die Meinung bis auf ein paar Kleinigkeiten voll und ganz!

    Das mit dem Hoteldesign hab ich mich auch gefragt :D Und auch wer wen verfolgt (Nachdem auf M geschossen wurde allerdings) usw. usf.

    Aber dennoch gefällt mir Craig als Bond. Ich hab zu Casino Royal gelesen, dass Ian Flemming den Bond Darsteller so kantig und schorf wie Craig gedacht hatte, nicht so Gentlemanlike wie die Anderen.

    Unterm Strich: Tröpfelt so dahin…

  • Batzman 19. 11. 2008 an 13:38

    @USP

    Du hast eine Sache vergessen: Außer Live and let die waren die beiden genannten Filme Scheiß-Bonds. Mit Dalton hat man ja schonmal versucht Bond langweiliger, realistischer, monogamer und härter zu machen und kehrte dann Gott sei Dank mit Goldeneye zum pompösen Gadget-Bond zurück.

    Und Live and let die hatte zwar den Drogenplot, aber dennoch war der Bösewicht ein larger-than-life Überbösewicht. Alleine sein Tod war schon Comichaft und die übersinnliche Tante und der ganze Vodookram passten auch bestens ins Konzept des unrealistischen Superschurken. Die ganzen Blaxploitation-Momente gaben dem Film noch eine zusätzlich trashig-comichafte Ebene.

  • usp 19. 11. 2008 an 13:29

    Ok, eine kurze Zusammenfassung der Handlungen aus alten Bonds:

    Bösewicht will Monopolstellung im Drogenhandel: Leben und Sterben lassen
    Bösewicht will augenscheinlich einen Weltkrieg auslösen, aber dann doch nur Kohle mit Opium scheffeln: Der Hauch des Todes
    Bösewicht will Kohle mit Koks scheffeln: Lizenz zum Töten

    Auch wenn man es häufig vergisst, es war nicht immer Blofeld und es ging auch nicht immer um Atombomben. Und da Bond immer recht zeitnahe Themn hatte (Koks, Wettrüsten, …) ist das aktuelle Wasserthema mehr als passend.

  • einfachnurtom 19. 11. 2008 an 19:49

    also, hab den film gestern gesehen. der titelsong ist ganz gut. das war´s dann. gut, er war kurzweilig, weil viel action. handlung ist platt. gut, wassernot wird mal ein riesenproblem. und deswegen gibt es noch viel streit, merkt man allein schon daran dass viele erdölfirmen jetzt sehr großes interesse an wasser haben. komisch oder? aber das hilft dem film nicht. geschichte ist sehr inszeniert. er hat eine hübsche gespielin. aber ansonsten recht zusammengeschustert. und überhaupt sehr kurz der film.

  • Unten 20. 11. 2008 an 15:04

    Oh man, ich werde ihn morgen antun und ich habe jetzt schon so was von keine Lust. Ich hasse es! Warum kann Bond nicht mehr Bond sein. Warum müssen diese miesen Regisseure immer mit ihrem Scheiß Ego versuchen, ihren eigenen Stempel aufzudrücken anstatt einfach mal zuzugeben, dass eine gewisse Tradition gewahrt bleiben muss.
    Ich hasse es, wenn Filme austauschbar werden. Ich könnte wetten, wenn man Daniel Craig durch Tom Cruise ersetzt man den perfekten „Mission Impossible“ erhielte und wenn man ihn durch Matt Damon ersetzt, dann hat man das Ultimatum.
    Keine Gadgets mehr, keine Sprüche mehr, keine Frauen am laufenden Band, nur noch ein verweichlichter Schleimiger Assi, der mir vorgaukeln will, dass er der härteste Agent der Welt ist. Und wie gesagt, ich habe den Film noch nicht gesehen, bin aber jetzt schon sauer, dass ich nicht das präsentiert bekommen werde, was ich eigentlich erwarte. Lange habe ich überlegt, ob ich ihn überhaupt anschauen soll, aber man kommt einfach nicht drum herum.

  • Björn 3. 12. 2008 an 19:03

    @ Flex : Um ehrlich zu sein, finde ich deine Kritiken grottenschlecht.

    Du bist doch der Chefredakteur von Bravo-News , oder ?

  • Hetzer 5. 12. 2008 an 12:36

    Weiß auch nicht, vielleicht lags auch einfach nur daran, dass uns der Kerl am Telefon eindeutig „Mitte Mitte“ verkauft hatte und wir dann irgendwo im vorderen Drittel am Rand sitzen mussten…

    Der Film wurde von allen in den 7. Himmel gelobt und ich versteh einfach nicht warum..

    Das war – ums genau zu nehmen – ein stinknormaler Actionstreifen für die breite Masse. Angefangen bei der neuen Titelmusik. Passt NULL zu einem Bond Film, aber sowas von gar nicht! Und die Gunbarrel-Sequenz wurde an den Schluss gesetzt. Alle anderen Bond-Features wurden „gewollt“ entfernt. Kein Martini und auch kein „Bond… James Bond“ mehr.
    Dafür wurden alle, aber auch wirklich alle Klischees von vorn bis hinten bedient. Um es etwas zu vereinfachen hab ich mir herausgenommen ein simple Contra-Liste zu erstellten. Der Film ist von andere Stelle bereits genug gelobt worden, deshalb werde ich jetzt die andere Richtung einschlagen:

    – Die mysteriöse 2. Rolle die irgendein Trauma aus der Kindheit verarbeiten oder rächen will (Mein Gott, ich kanns nichtmehr hören) und deren Erzfeind – der fette General mit der kubanischen Zigarre – die nette Dame natürlich ahhhnungslos mit an Bord nimmt (obwohl dieser anscheinend noch genau wusste wer sie war). SCHWACH

    – Langweile und altbackene Verfolgungsjagden… Jedes Fischerboot dient dem Superhelden als Fluchtvehikel und bekommt – sobald gestartet – den Bond-Bonus in Form von weiteren 400 PS :gaehner: Selbiges gilt natürlich auch für schwere Transportmaschinen die nun beinahe mit Links wendige Kampfflieger in einem Gebirgszug abhängen -.-

    – Das typische CIA-Vorgesetzen-Arschloch, das sich sofort als selbiges zu erkennen gibt: Übergewichtig, arrogant, intrigant und natürlich die peinliche Lache. Das nächste Mal wahrscheinlich mit Namensschild – dass es der Letzte auch noch kapiert.

    – Die allseits beliebte Wackelkamera, um langweile Verfolgungsjagden durch alltägliche St. Patricks-Paraden interessanter zu gestalten – Halt, diesmal wars ja ein Pferderennen… Und natürlich flieht man am besten über die Dächer! Da das dann aber – trotz Handkamera und unnötigem Gewackel – sogar für den Regisseur zu langweilig wirkte, muss noch schnell eine Mission-Impossible Seilnummer einstudiert werden in der alle Protagonisten SPEKTAKULÄR durch die Bude gewirbelt werden. Schnitt auf den Flaschenzug, Schnitt auf Bond, Schnitt auf umstürzendes Gerüst, Schnitt auf Bond, Schnitt Schnitt Schnitt… LANGWEILIG
    Ebenso wie die Szene in Bregenz, als Bond schließlich entdeckt wird und sich einen Schusswechsel mit Mr. Greens Bodyguards leistet. Man erkennt hier eindeutig Forsters Handwerk, da hin- und hergeschnitten und bis zum Abwinken verwirrt wird, dass man am Ende nichtmehr weiß ob man träumt oder noch wach ist (kleine Anspielung auf „Stay“ ^^) Anstatt eine interessante Actionszene zu gestalten wird der Schusswechsel lieber mit Schnitten auf die „Tosca“-Vorstellung überblendet und überspielt. Wow, total bahnbrechend und… LANGWEILIG!

    Der Bösewicht, sein Adujtant und deren geheiiiimes Geheimnis…
    Nachdem Le Chiffre ein absolut genialer Bond-Bösewicht mit kleinem Tick (hier: das blutende Auge) war, ist Mr. Greene eher eine Witzfigur der nichts weiter als ein gemeiner und zudem feiger Geschäftsmann ist. Er lässt seine Rivalin (oder eben Ex-Freundin) lieber von einem „Profi“ umlegen, als selbst Hand anzulegen oder einen seiner Schergen damit zu beauftragen… sogar als diese überlebt und zurückkehrt, fällt ihm nicht mehr ein als „Hoppla ähmmm, naja es war auch nicht leicht für mich und ähhh…“
    Nicht zu vergessen sein schwuler Schweizer Helfer mit der Klo-Schüssel-Frisur, der wohl für dein ein oder anderen Lacher, den Comedian-Sidekick sorgen sollte, aber nicht mehr als ein wenig Verachtung für den Regisseur bei mir hervor gebracht hat.
    Und schließlich das mysteröse, gut behütete Ziel der Organisation – welches für jeden halbintelligenten Schimpansen eigentlich von Anfang an klar gewesen sein durfte: Die Wasservorräte in irgendeinem armen 3. Welts-Ländchen (Auch sehr dramatisch und wanna-be-greenpeace: die armen Einwohner die sich über dem letzten Tropfen Wasser beinahe die Rübe einschlagen. Das wirkte einfach so forciert und scheinheilig, dass es schon fast an Schadenfreude grenzte)

    Und überhaupt: Wen juckts? Sollen die doch ihr Wasser kriegen – Mein Gott, dann lieber wieder Weltherrschaft und Atombomben, das hatte noch Hand und Fuß! (In einem Bond-Film!!!)

    – Der Superheld, der mit Begleitperson aus 300 Metern Höhe DIREKT in ein „Schluckloch“ fällt, anstatt auf dem Wüstenboden aufzuschlagen und anschließend auch noch DIREKT nebem dem großen Geheimnis von Mr. Greene ladet – dem bestgehütetsten „unterirdischen Wüsten Staudamm“ für die rieeesigen Wüsten-Wasser-Vorräte. Pffff!
    Ob dessen Bau Aufsehen erregt magen hab oder nicht, das lass ich mal außen vor.
    Jaja…Der Sprung aus der AC-Transportmaschine. Man konnte den Green(e)Screen fast riechen, so virtuell hat die Nahaufnahme gewirkt. Und die Gesichter hat man wohl im Nachhinein noch mit Photoshop verzerrt… für den „Backen-im-Freien-Fall“-Effekt.
    Und außerdem, war da nicht noch ein Helikopter, der nach den beiden Leichen hätte suchen könnnen, wenn er nicht gesehen hätte dass die beiden zuuuufällig in ein Erdloch gefallen wären?? Wahrscheinlich hat man sich gesagt „Ach, nichtmal James Bond hätte diesen Sturz überlebt“ -.-
    Vielleicht hab ich dessen Absturz auch nur verpasst, weil man wieder mal eine EXTREMST-NAHAUFNAHME des Piloten und dessen entsetztem Gesicht zeigen musste.

    – Ähnlich wie kurz davor mit dem Kampfpiloten. Warum zum Teufel ist der in die Felsen geflogen?? Mein Gott, der wird doch mit seinem kleinen Flitzer ein bisschen wendiger sein als Bond. So einfach „abdrängen“ wie auf der Autobahn geht da nicht so einfach. Aber in dem Fall einfach wieder: EXTREMSTNAHAUFNAHME!! (Ein bisschen Wackelwackel zum abschmecken der Hektik-Suppe) !!! BUMM !! Und schon frägt keiner mehr nach -.-

    – Das „Geheimversteck“ oder das „Brennstoffzellen“-Gebäude, das den Hauptquartieren älterer Bond-Bösewichte gleicht aber in das neue Reboot-Schema gerade deshalb absolut nichtmehr hineinpasst: Alles andere als unauffällig, bis an die Zähne bewaffnet, uneinnehmbar und trotzdem durch Bond und eine Anfängerin mit Links zu infiltrieren…
    Und da der rote Knopf zur Self-Destruction ja anscheinend „out“ ist, hat man sich schnell die Geschichte mit den Brennstoffzellen einfallen lassen. Da reicht es dann gottseidank auch, wenn ein Wagen im Leerlauf rückwärts gegen die Gebäudewand rollt und schon gibts ne dicke dicke Kettenreaktion. HALLO ? Brennstoffzellen??? Hat man keine andere Ausrede für die Show-Down-Explosion gefunden? Munition im Kühlschrank, Atomraketen in der Garage, TNT im Briefkasten?

    – Die Organisation Quantum… Ist ja schön und gut wenn niemand was über sie weiß, aber wenn schon die ganze Story auf dieser böööösen böööösen Organisation basiert, finde ich es ist wohl angebracht dem Zuschauer zumindest am Schluss etwas mehr Einsicht zu verschaffen, anstatt diese „Niemand-Weiß-was-in-dem-Koffer-war“-Nummer abzuziehen die schon von „Ronin“ und „M:I3“ etc. ausgelutscht wurde.
    Sonst wurde dem Zuschauer doch auch jedes Detail (Die Ortsangaben!!! Das war einfach nur überflüssig… So dumm ist der Zuschauer dann wirklich nicht) bis zum Abwinken aufgezwängt.

    – Felix Leiter. Seine Rolle war in Casino Royal symphatisch und trotzdem Agentenwürdig. Entweder hat man die Rolle nun umgeschrieben oder Vin Diesel hat kurzfristig vor dem Dreh abgesagt. Denn der „Qantum“-Felix Leiter hat plötzlich eine Männlichkeits- und Coolnes-Spritze erhalten dass sogar Bond nebem ihm wie ein Schulmädchen wirkte.
    Einfach nur lächerlich! Da fliegen die Fetzen und der tolle Felix trinkt gelassen sein Bierchen aus oder tauscht „Ich-hasse-dich-du-Penner“-Blicke mit dem Bösewicht im Flugzeug aus.

    Das sind nur wenige der lächerlichen Punkte, die mir ins Auge gefallen sind und mir in meiner Enttäuschung jetzt noch einfallen.
    Alle Ansätze die erfrischend, innovativ oder zumindest anderweitig interessant gewesen wären, hat man entweder schnell wieder verworfen oder nur angedeutet:

    – Die Moto-Cross Szene, in der Bond über den die Hafenanlage rast, hätte man ruhig etwas exzessiver und übertriebener gestalten können. Unrealisitsch? Na und, ist doch der Rest auch… aber hier hätte es wenigstens Spaß gemacht!

    – Der CIA-Hinterhalt… Bond hockt noch gemütlich neben Leiter als die „Delta Force Special Recon Group FBI-CIA Night-Vision-SWAT“-Truppe die Bar stürmt um Bond dann gähndenderweise über den nächsten Balkon zfliehen zu lassen. Was soll das? Hätte so eine schöne Actioneinlage geben können – Bond vs CIA.
    Aber nein, dann doch lieber am Anfang 10 Minuten länger über italienische Dächer rennen, mit viel Kameragewackel.

    – Ganz am Schluss, als Bond mit dem Gedanken spielt Camille zu erschießen um sie vor dem Flammentod zu bewahren. DAS hätte mal geschockt! DAS wär was Neues gewesen! Der neue Bond ist doch sonst überall so herzlos und erbarmungslos! (Anstatt Informationen aus einem Verdächtigen zu quetschen wird er lieber brutal umgelegt (gleich 2Mal: Der Verräter zu Beginn des Films und der Auftragskiller für Kamille)
    Die Aktion hätte dem Film zusätzlich noch einen Dramatik-Schub verliehen, über den man sicher noch Stunden später hätte nachdenken müssen. Aber nein, dann lassen wir doch lieber noch ne Brennstoffzelle in die Luft fliegen, somit kann sich der Zuschauer endlich zu Ende langweilen und das Happy End kann kommen.

    Alles in allem eine herbe Enttäuschung!
    Keine Ahnung warum die ganzen Previews und Kritiken auf diesen „Besser-als-jemals-zuvor“-Zug aufgesprungen sind, aber der Hipe war total übertrieben. Meine Erwartungen waren sicher nicht zu hoch, aber das was Marc Forster da abgeliefert hat, hätte er ruhig stecken lassen können. Er sollte lieber bei Independet-Produktionen bleiben und für Geheimtips wie „Stay“ sorgen. Bond war eine Nummer zu groß!
    Armer Daniel Craig – im Nachhinein glaube ich, dass seine „Bescheidenheit“ während den Interviews und der Premiere in London eher als „Scham“ zu beschreiben war, da er schon wusste was Sache war.
    6 von 10 Punkten !

  • usp 5. 12. 2008 an 13:18

    Es gab einen Martini! Er hatte (ich glaub im Hotel) einen Gin mit einem Schuss Wermut bestellt. Und zwar geschüttelt.
    Und genau das ist ein Martini!

  • usp 5. 12. 2008 an 13:19

    Aaah, stop! – Es war im Flugzeug! Und er hatte sogar 5 oder 6!

  • pausmann 28. 12. 2008 an 14:47

    Vergesst die bisherigen Kritiken, hier die Review von Maddox:
    http://www.thebestpageintheuniverse.net/c.cgi?u=quantum_of_phallus
    grüße,
    pausmann.

  • Azurelle 31. 12. 2008 an 15:34

    Weil ich nett sein will, hier mal das Positive zuerst:

    Erst wird gemeckert, dass sich keiner etwas traut und alle mutlos sind, und dann macht es mal jemand anders und das ist nun auch scheiße?
    Ich hatte keinerlei Probleme den Verfolgungsjagden zu folgen oder die Abfolgen der Actionszenen zu verstehen. Meistens wurden Szenen von Dingen entfernt, die man in jedem anderen Film erwartet hätte, dadurch hat man verstanden worum es ging, auch wenn Informationen fehlten.
    Eine Einsparung die dem Ganzen sehr viel mehr Tempo und Dynamik verleiht und mit der Konditionierung des Zuschauers spielt. So komplett dumm ist das gar nicht. Ist aber auch das Einzige, was mir so richtig „gefallen“ hat.
    Ich fand es sehr erfrischend mal einen Actionfilm zu sehen, der in dieser Hinsicht „untypisch“ war.

    Hier der Rest:
    Bond soll wohl pädagogisch wertvoll werden.
    Abgesehn davon fand ich einige Begebenheiten in dem Film auch recht merkwürdig… sie waren ungewöhnlich, ich habe bisher wirklich noch nicht gesehn, wie so mit eigentlich für die Handlung wichtig gehaltenen Charakteren umgegangen wird und kann mich daher immer noch nicht entscheiden, ob ich das gut finden soll.
    Seinen besten Freund einfach in einer Mülltonne liegen zu lassen zeugt entweder davon, dass Bond ein riesen Arschloch ist, oder dass die Figur einfach doch nicht so überzeugend ist, wie sie rüberkommen sollte.

    Von Bond habe ich darüber hinaus aber auch nie Anspruch erwartet, und bin dadurch ganz gut vor Enttäuschungne geschützt. Denn gerade jetzt klingt es ganz danach als würde er uns in seinem nächsten Film vor dem Treibhauseffekt retten.
    Andererseits ist es aber vielleicht auch gar nicht so schlecht, nach 20 Bondfilmen mal eine andere Schiene zu fahren, dachten sich wohl die Produzenten.
    Die produzieren nämlich so viele Clone vom lieben Bond und die Leute gehen immer wieder ins Kino, dass sie wenigstens keine Ausrede haben warum sie sich Experimente nicht leisten könnten.

  • ari 9. 1. 2009 an 20:01

    also,ich fand den film ganz gut und der neue bond ist auch nicht schlecht

  • Leonidas 29. 6. 2010 an 12:46

    Ein guter Actionfilm, sicher. Aber KEIN Bond. Erinnert ihr euch an James Bond? den galanten Gentleman-Spion mit Charme und einer grossen Vorliebe für Frauen und seinen geliebten Wodka Martini (natürlich geschüttelt, nicht gerührt).

    Der neue Bond ist ein asozialer Killer mit den Manieren eines Schweines. Q fehlt, Moneypenny fehlt, M ist ein Arschloch… was soll das? Verdammt noch mal! Wir wollen Bond wenn wir einen Bond sehen!

  • Mr. Bond 12. 9. 2010 an 22:46

    Auch wenn ich die Kritik zu „Casino Royale“ nicht so dufte finde, bin ich hier eher konform mit der Rezension.
    Vor allem was diese hektischen Actionszenen betrifft. Am schlimmsten sind die Autoverfolgungsjagd, Bonds jagt über die Dächer, inklusive Kampf am Gerüst und die Motorbootaction. Furchtbar eingefangen und geschnitten.
    Amalric ist als Bösewicht auch ein Witz. Wen man aber vergessen hat, dieser oberdämliche Vollpfosten, der sich wohl Handlanger von Greene nennen soll. Was ist das denn für ein Trottel?
    „Casino Royale“ hatte für mich sehr wohl James-Bond-Style, wesentlich mehr als die Brosnan-Bonds, aber „Ein Quantum Trost“ ist wirklich nur ein x-beliebiger Actionfilm.

  • Tremor 7. 11. 2011 an 20:51

    Hallo Batzman.
    Ich habe mich auf http://www.razyboard.com/system/morethread-die-aera-daniel-craig-eine-zwischenbilanz-jamesbond-1669860-6125082-0.html ebenfalls zu den Craig-Bonds geäussert und wüsste gern – wenn es deine Zeit erlaubt – was du über diese Statements denkst.