Review

Tintenherz

13. 12. 2008, Nilz N Burger, 12 Kommentare

– Hey Zauberzunge!

Originaltitel: Inkheart
Herstellungsland: USA 2008
Regie: Iain Softley
Darsteller: Brendan Fraser, Eliza Bennett, Paul Bettany, Helen Mirren
Nilz N Burger
Batzman

TH

Mo hat eine besondere Gabe: Wenn er etwas vorliest, so kommt es aus dem Buch heraus. Gute wie schlechte Dinge, was genau sich aus dem Buch materialisiert, weiss man vorher nie so genau. Vor 9 Jahren hat er seiner kleinen Tochter aus einem Buch namens „Tintenherz“ vorgelesen. Das Problem an der Sache ist nur: Es haben sich nicht nur die Bösewichte des Romans in der wirklichen Welt eingefunden, sondern Mos Frau ist auch noch in dem Buch verschwunden. Denn für alles, was rausgelesen wird, muss auch wieder etwas aus unserer Welt in das Buch hinein. So ist also Mo seint Jahren auf der Suche nach dem Buch, um seine Frau wieder herauszulesen. Was seine Tochter nicht weiss, sie denkt ihre Mutter wäre einfach so verschwunden. Als sich die Ereignisse überschlagen, weil zum Beispiel ein Charakter, Staubfinger, aus dem Roman Mo auflauert, weil er endlich wieder zurückgelesen werden will um wieder bei seiner Familie im Buch zu sein, und der Oberschurke Capricorn mit Hilfe von Mos Fähigkeit das böseste Monster aus Tintenherz, den Schatten, rauslesen möchte, muss er seiner Tochter alles gestehen.

Sie aber bemerkt schon bald, das sie auch eine Zauberzunge ist. Was auch dem bösen Capricorn nicht verborgen bleibt. Und somit braucht er Mo gar nicht mehr, sondern nimmt Vorlieb mit seiner Tochter, um endlich seinen Plan umzusetzen und die Welt mit dem Schatten in Angst und Schrecken zu versetzen.

Puh. Ich merke gerade das es gar nicht so einfach ist eine kurze Beschreibung der Geschichte zu machen, so viele Charaktere gibt es und der permanente Sprung zwischen den Ebenen „echte Welt“ und „Fantasiewelt“ macht es auch nicht gerade leichter. Cornelia Funke, die Autorin der überaus erfolgreichen Romanvorlage (Es handelt sich bei „Tintenherz“ um den ersten Teil einer Trilogie), hat ja die Lizenz zum Gelddrucken. 47 Jugend- resp. Kinderbücher hat sie nun schon veröffentlicht, davon eines erfolgreicher als das andere. Ebenso erfolgreich sind dann auch meistens die Verfilmungen ihrer Bücher. „Die wilden Hühner“ kommen im Januar mit einem dritten Teil ins Kino und erfreuen sich bei den jungen Mädchen nachwievor allergrösster Beliebtheit (Eine Klassenkameradin meiner Tochter hat zuletzt eine „Wilde-Hühner-Party“ gefeiert, deswegen weiss ich das so genau), der „Herr der Diebe“ war auch nicht gerade ein Flop und „Hände weg von Mississippi“ ein charmanter Kinderfilm. Nun also wird, mehr oder weniger, ihr Hauptwerk verfilmt. Tintenherz.

Erstmal dies: Ich habe das Buch nicht gelesen, weswegen sich meine Einlassungen immer auf den Film beziehen. Aber ich sehe schon: Frau Funke hat grossen Spass am zitieren. An anderen Stellen wird ihr das sicher als „klauen“ ausgelegt, das sehe ich aber ganz anders. Eines der zentralen Bücher, um die es bei Tintenherz unter anderem geht, ist „Der Zauberer von OZ“, als nämlich Mos Tochter zum ersten Mal ihre Gabe bemerkt, weil sie aus Versehen Toto, den Hund von Dorothy, aus dem Buch gelesen hat. Dann schwingt natürlich in der ganzen Geschichte ein gewisses „Die unendliche Geschichte“-Gschmäckle mit, weil es eben um die Macht/Kraft von Büchern, vom geschriebenen Wort geht. Das war bei Bastian ja auch nicht anders. Ob man die Anekdote rund um Brendan Fraser nun glauben mag oder nicht, sei dahin gestellt, aber: Cornelia Funke erzählt, das sie Fraser im Kopf gehabt hat, als sie das Buch schrieb und sich Mo genau wie ihn vorgestellt hat. Daraufhin hat sie ihm, nach erscheinen des ersten Romans, eine signierte Ausgabe geschickt in der sie ihm gebeichtet hat, ihn als Vorlage „missbraucht“ zu haben. Fraser selbst fand das natürlich erstmal etwas komisch, einfach so ein Buch geschickt zu bekommen, von jemandem den er nicht kennt. Aber der Roman hat es ihm angetan. Als er auf Promotour für einen anderen Film war, hat er Funke dann in Hamburg besucht. Und sich sofort mit ihrer ganzen Familie angefreundet. Wie gesagt: Ich kann schon verstehen, wenn man das für eine klassische Presseheftlegende hält, erzählt sich ja auch schön, aber ich war auf der Premiere und hab gesehen wie gut sich Fraser mit dem Sohn von Funke versteht und gehe schon davon aus, das die Story stimmt. Ist ja eigentlich auch egal.

Fraser passt gut in die Rolle. Der dackelblickende, alleinerziehende Vater, der seit Jahren auf der ganzen Welt unterwegs ist, um das eine Buch zu finden. Das kriegt er gut hin. Auch seine Tochter Meggie, die geht für mich locker als 12 Jahre alt durch, macht einen guten Job. Der Bösewicht des Films, Capricorn, hat zu wenig Screen-Time um seiner Figur wirklich Tiefe zu geben, aber da der Film sowieso munter von einem Schauplatz zum nächsten und wieder zurück galoppiert, ist das verschmerzbar. Die Landschaften sind wundervoll fotografiert und ausgewählt, das schöne Ligurien diente als Kulisse. Und ist eine Art unwirkliche, wirkliche Welt. Deswegen passt das auch so gut. Man könnte fast meinen das die Landschaft eine zusätzliche Figur der Geschichte ist, so viel Augenmerk bekommt sie in dem Film.

Das ist aber auch ein bischen das Problem von Tintenherz: Es wird versucht möglichst viel zu beachten, reinzupacken, passieren zu lassen. Dadurch hat man manchmal das Gefühl gerade ein paar Drehbuchfüllseln aufzusitzen. Die Gruppe flieht von Capricorns Schloss, fährt in das Dorf vom Tintenherz-Autor. Dort fährt die Hälfte der Gruppe wieder zurück in Capricorns Schloss, die andere Hälfte wird von Capricorns Helfern zurück zum Schloss entführt und die Grosstante, die eigentlich wieder nach Hause fahren wollte, beschliesst auf eigene Faust zum Schloss zurückzukehren. Schon sehr ungelenk alles. Warum müssen die denn alle vom Schloss weg, um sofort danach wieder hinzukommen? Das ist ein bischen gepfuscht. Und solche Script-Tricksereien gibt es mehrmals in dem Film. Unschön. Kein Drama, aber unschön. Wirkt dadurch ein bischen wie mit der heissen Nadel gestrickt.

Denn der Film hat Potential, der hat was. Ich habe nach der Vorführung an der Garderobe einen Bekannten getroffen, der meinte er fände den Film irgendwie „altmodisch“. Das ist es eigentlich genau. Und zwar in einem positiven Sinne. Der Film ist wunderbar altmodisch. Nicht nur vom filmischen her, sondern auch von der Geschichte. Klarer Spannungsbogen, keine besonderen Überraschungen. Die Athmosphäre ist dicht, bleibt dicht. Die Stimmung hat Regisseur Softley wunderbar eingefangen und nicht mehr losgelassen. Irgendwie kann man die Zeit nie so richtig einordnen. Alles in einem alten Schloss, aber die Bösewichte haben trotzdem Maschinenpistolen und die Tochter ein Handy. Das ist alles eine Unzeit, das passt sehr gut zur Geschichte.

Auch die Gags der Geschichte funktionieren. Capricorns Zauberzunge ist ein Stotterer, deswegen liest er die Figuren immer nur recht unvollständig aus den Büchern, was man daran erkennt, das sie alle noch ganze Sätze oder Schriftzeichen im Gesicht haben. Oder der böse Helfershelfer Flachnase, der den Autor von Tintenherz anfleht, ihn doch schöner zu schreiben. Und natürlich immerwieder die Szenen, von den Leuten die für rausgelesene Figuren ihre Stellen in den Büchern einnehmen. Das ist wirklich ein grosser Spass und hätte ruhig auch noch etwas weiter strapaziert werden können.

Fazit: Schwer. Ich bin sehr zwiespältig. Mir hat der Film sehr gut gefallen, ich gand die Geschichte recht originell und habe ein Cast gesehen, das wirklich Spass an der Arbeit hatte, sowie das Werk eines ambitionierten Regisseurs. Tintenherz funktioniert. Diese ärgerlichen Drehbuchschlenker haben mich aber ein paar Mal aus der Geschichte gerissen, das muss aber nicht jedem so gehen. Vielleicht bin ich an der Stelle auch nur etwas zu überkandidelt? Wer weiss. Ich habe schon gehört: Fans des Buchs sind enttäuscht, dann bin ich ja froh das ich die Vorlage nicht gelesen habe. So habe ich einfach einen guten Fantasy-Film gesehen, der zum Glück in der wahren Welt spielte. Schöner Film zur Weihnachtszeit. Gute Stimmung. Viel Spass.


[gravatar email=“kadewe1@gmx.de“ size=“96″]Batzman meint:

Es liegt wohl nicht nur daran, dass ich die Vorlage kenne, dass mir Inkheart weit weniger gut gefiel als Nilz. Natürlich irritiert es, wenn man merkt wie sehr die Story umgebaut und kondensiert wurde, aber das ist für Kinoadaptionen langer Bücher nunmal unausweichlich. Das akzeptiere ich, solange der Geist des Buches erhalten bleibt.

Harry Potter and the Prisoner of Azkaban“ war ein exzellentes Beispiel dafür, wie ein Buch radikal zusammengestrichen wurde und dennoch genau dasselbe Gefühl vermittelte wie die Vorlage. Iain Softley ist leider kein zweiter Alfonso Cuaron – er ist derjenige der den Edelschnarcher „The Skeleton Key“ gedreht hat – und er scheint mit dem komplizierten hin und her der Vorlage ziemlich überfordert. Pflichtschuldig hakt er gewisse Wegmarkierungen der Story ab ohne jedoch ein echtes Gefühl dafür zu haben, was sie bedeutet.

Tintenherz lebt als Buch auch von seinen Wegen, den Entfernungen die die Figuren zurücklegen. Es lebt von vom Innehalten und dem Einfühlen in die Figuren. Der Film hetzt beständig vorran und entfernt bewusst alle Wege, alle Reisen und alle ruhigen Momente in denen wir die Charaktere kennenlernen könnten. Das führt dazu, dass man sehr oft das Gefühl hat ein Stückwerk zu sehen, eine Aneinanderreihung von Szenen, die mal mehr, meist weniger gut funktionieren, die aber keinen echten innere Zusammenhalt haben. Das liegt neben der unausgegorenen Kameraarbeit, die selten wirkliche Kinobilder abliefert und dem unentschlossenen Color-Grading und technischen Schlampereien (die Tageszeit wechselt oft innerhalb derselben Szene von Nacht auf Abend und Tag und wieder zurück), vor allem auch an der Besetzung.

Egal was Frau Funke erzählt und egal wie toll sie Brendan Fraser findet: Er ist eine Fehlbesetzung, der sich mit den leisen und subtilen Momenten seiner Figur hoffnungslos übernimmt. Nicht nur, dass er wie immer aussieht wie Brendan Fraser (ich meine wäre es zuviel verlangt alle paar Filme wenigstens EINMAL die verdammte Frisur zu wechseln und sich die fiese Schleimtolle abschneiden zu lassen), er ist als jemand der intellektuell ist, Bücher liebt und für sie lebt ein absoluter Witz. Fraser mag ja als sympathischer Simpel in anderen Filmen funktionieren, aber er strahlt nun mal die Intelligenz von jemandem aus, der unschlüssig ist, wie herum man ein Buch wirklich halten muss. Seine Heart-to-Heart-Momente mit Meggie sind fremdschamwürdig.

Wobei wir auch bei Meggie gespielt von Eliza Bennet wären. Sie funktioniert so gar nicht. Selbst Leute die die Vorlage nicht kennen, fragten mich am Ende des Films entgeistert „Die soll 13 sein?“. Und dabei mogelt der Film das Alter gegenüber der Vorlage schon um ein Jahr nach oben, was aber auch nicht viel hilft. Bennet sieht aus wie 17 und verfügt über ein erstaunlich ausdrucksloses Mopsgesicht. Vage erinnert sie an eine junge Kirsten Dunst nach einer Überdosis Botox. Das Feuer, die Neugierde, die Verletzlichkeit aber auch die Entschlossenheit, die Meggie in der Vorlage auszeichnet, all das geht bei ihr verloren. Verglichen mit Dakota Blue Richards, die es schaffte eine ähnliche Rolle im ansonsten eher zwispältigen „Golden Compass“ souverän zu spielen, ist Bennet völlig überfordert und trägt die volle Laufzeit im wesentlichen ihre Denver-Clan-Gedächnis-Föhnfrisur spazieren ohne sich emotional wirklich zu verausgaben.

Ein Film hat eindeutig Probleme, wenn seine Hauptfiguren so spannend sind wie Joghurt beim Schimmeln zuzusehen. Doch das Casting und die Inszenierungsmängel gehen noch weiter: Wer auf die Idee kam die Figur des Basta mit dem ausdruckslosen Langweiler Jamie Foreman zu besetzen, gehört geschlagen. Basta – in den Büchern eine der horribelsten Figuren, der auch dann noch Schrecken verbreitet, wenn seine Chefs längst weg vom Fenster sind, eine Figur die auf Grund ihrer psychopathischen Ader von allen gefürchtet wird, verkommt im Film zu einer ausdruckslosen Witzfigur, die aussieht wie Der Pate in der Fassung fürs Schülertheater.

Doch es gibt auch Lichtblicke: In den Nebenrollen wissen britische Edelmimen wie Jim Broadbent als Autor von Inkheart (der aussieht wie Robin Williams als Mrs Doubtfire) und Helen Mirren als Karikatur der tolldreisten Tante durchaus zu gefallen. Auch Andy Serkis gibt den Bösewicht Capricon mit Verve und süffisanter Boshaftigkeit. Und Rafi Gavron sieht als Farid zumindest ganz süß aus, auch wenn er genauso zu alt besetzt ist wie Meggie. Wirklich herausragend ist Paul Bettany, der es schafft Dustfinger, sehr nahe an der Vorlage, eine tragische Ambivalent zu geben. Sein gequälter gejagter Gesichtsausdruck lässt ihn sehr authentisch als jemanden erscheinen, der am Leben in der realen Welt leidet und sich in seine „Tintenwelt“ zurück sehnt. Es sind die Qualitäten der guten Schauspieler, deren Spielfreude ansteckend ist, die leider in den gemeinsamen Szenen die schauspielerische Beschränktheit der Hauptdarsteller umso schmerzlich erkennen lassen.

Die Geschichte selbst rumpelt und holpert und es scheint fast, als hielten die Macher das Publikum für grenzdebil. Alles wird von Anfang an erklärt, Exposition erfolgt immer auf die plattest mögliche Weise. Schone ehe der Film losgeht enthüllt ein Erzähler das, was sich im Buch erst nach und nach erschliesst: Mos Fähigkeiten, die magische Begabung der „Zauberzungen“ oder „Silvertongues“ – wie sie im englischen etwas schöner heißen. Das „herauslesen“ der Figuren und Schätze aus den Büchern wird hier fast zur Nebensache, sowenig Anstrengung sowenig Mühe und Entdeckung steckt dahinter. Ist es im Buch ein qualvoller Prozess, eine angst- und fasziniationsbehafteter Vorgang, wenn Meggie entdeckt, dass auch sie zu den „Zauberzungen“ gehört, so wird die Szene im Film als lästige Erklärung freudlos umgesetzt. Die Figuren verspüren nie echte Ehrfurcht vor dem Geschehen, sie akzeptieren viel zu leicht was passiert und entkräften damit die dramatische Wucht die der Geschichte innewohnt. Selbst der Minotaurus verkommt so zum platten Witz, weil man ihm jeder Würde beraubt. Literatur hat auch immer etwas mit Eskapismus, mit Reflektion, mit dem Widerhall der Realität in der Fiktion zu tun – doch hier wird nicht reflektiert. Hier wohnt den Gestalten aus dem Buch, die in die Realität gezogen wurden kein Zauber inne, geschweige denn dass sie Lust darauf machen selbst zu lesen.

Auch wenn immer wieder schöne Momente aufblitzen und einzelne Szenen funktionieren – das Shadow-Monster ist ganz ansehnlich getrickst – es wird nie zu einem epischen Ganzen, weil man selten wirklich um die Figuren bangt, die durch die Szenerie tollen wie durch einen Vergnügungspark. Es ist erstaunlich, wie unausgereift und schlampig montiert der FIlm wirkt, wenn man bedenkt, dass er von seinem ursprünglichen Release-Date im Frühjahr auf Weihnachten verschoben wurde. Man sollte meinen, dass ein guter Regisseur diese Zeit nutzt um wirklich das Beste aus seinem Material herauszuholen, zu tweaken, zu verbessern. Was Iain „killing me“ Softley hier abliefert, wirkt in seiner Stoppeligekeit stellenweise eher wie ein Workprint.

Wirklich ärgerlich ist dann auch noch das aufgepropfte, uninspirierte und tatsächlich wie ein angepappter Nachdreh wirkende Happy End, das die positive, aber leicht melancholische Grundstimmung des Buches zunichte macht und gleichzeitig die Geschichte so aprilfrisch und propper abschließt, dass man sich fragen muss, ob irgendjemand vom Studio ernsthaft damit rechnet, dass noch eine Fortsetzung gedreht werden soll. Nichts, aber auch gar nichts bleibt offen – so kitschig und öde enden mittlerweile nichtmal mehr Disneyfilme.

Fazit: Viel verschenktes Potential in einem halbgaren Film, dessen erkennbare Stärken durch die schauspielerischen aber vor allem inszenatorischen Mängel leider in den Hintergrund gedrängt werden. Schade.

  • nils 13. 12. 2008 an 17:53

    Na bei dem Verriss von Batzman hätte ich aber weniger Sternchen erwartet. Dachte nach dem Teil von Burger, dass ich den zweiten Teil vlt. gar nicht lesen bräuchte weil er ja nicht viel schlechter bewertet hat.

    Sonst sehr nett zu lesen. Werd mich wohl eher mal dem Buch zuwenden… Danke für die Hilfe bei der Entscheidungsfindung :)
    nils

  • Director 13. 12. 2008 an 19:55

    Was will man von einem Film, der „Tintenherz“ heißt, erwarten?

  • matthias 14. 12. 2008 an 2:59

    Komm gerade aus dem Film und war schon sehr enttäuscht.
    Vielleicht wirkt der Film anders wenn man die Bücher nicht kennt.
    Doch falls man die Bücher gelesen hat, wird man dem Film wohl schwer etwas Positives abgewinnen. Capricorn erinnerte mich irgendwie in jeder Szene an Mr. Bean und mit dem Akzent von Farid hatte Ich auch so meine Problemchen. ;-)
    Netter DVD-Film, aber dafür ins Kino zu gehen rate Ich keinem..

    Falls man die Bücher noch nicht gelesen hat sollte man lieber das nachholen, statt sich nen extrem langweiligen film anzutun.

    Matthias

  • Banquo 14. 12. 2008 an 13:07

    „[…]Die Geschichte selbst rumpelt und holpert und es scheint fast, als hielten die Macher das Publikum für grenzdebil […]“

    Darum wohl auch das brechreizerregende Ende…. ich bin von meiner Mutter reingezwungen worden (klingt komisch, ist aber so, hehe) und habe mich im viel zu engen Saal schon geärgert. Ich hatte – entweder wegen angesprochenem Color Grading oder genereller Schlampigkeit – bei manchen Szenen das Gefühl, dass da komplett anderes Material verarbeitet worden ist; das sah manchmal zu rauh und manchmal zu künstlich aus. Aber abgesehen von den technischen Mängeln ist wirklich nur nickend zu bestätigen, was der Batz schon erwähnt hat: radikale Fehlbesetzungen der tragenden Rollen und entsprechend verzerrtes Mimenspiel.

    Der Film ist nicht zufällig zu Weihnachten erschienen, nein. Er geht mit dem Buch so scheinheilig um wie die Message des „Festes der Liebe“ in diesen Zeiten pervertiert ist: kommerzielle Ausschlachtung. Nicht mehr und nicht weniger.

  • sanddorn 14. 12. 2008 an 16:27

    Mich gruselt es schon bei dem lieblosen Plakat, schaut aus wie die Werbung für eine Sat 1 „Weltpremiere“.

  • PhilipS 15. 12. 2008 an 1:52

    @Batzman „Viel verschenktes Potential in einem halbgaren Film, dessen erkennbare Stärken durch die schauspielerischen aber vor allem inszenatorischen Mängel lange nicht wett gemacht werden. Schade.“

    Es ist schade dass die Stärken nicht durch die Mängel wett gemacht werden?

    Meinst du nicht dass die Mängel nicht durch die erkennbaren Stärken wett gemacht werden?

    Sorry für Klugscheißerei.

  • Batzman 15. 12. 2008 an 10:49

    @PhilipS

    Nee keine Klugscheisserei sondern völlig richtig. Das war verdreht, habs korrigiert. Danke :)

  • Tania 28. 12. 2008 an 23:53

    Sehe ich echt genau so! Was ein Glück, dass ich hier Gleihgesinnte finde. Die Leutz, die mit mir im Kino waren fanden es alle voll gut. Und ich fands grauslich! Wenn die noch nen zweiten Teil oder gar einen dritten drehen wollen müssen die an der Story noch mehr basteln, weil entscheidende Dinge fehlen oder umgearbeitet wurden. Naja, wenn sie Lust haben, nochmal 70 Millionen auszugeben: Für mich muss es nicht sein.

  • Nora Saaler 30. 12. 2008 an 23:06

    Mensch Batzman, Du sprichst mir aus der Seele. Und ich sehe es eigentlich noch ein bisschen schlimmer: Im Vergleich zu den Büchern empfinde ich den Film als absoluten -sohoorry:)- SCHROTT. Ich habe glaube ich noch nie so einen flachen, anspruchslosen und schlecht inszenierten Film gesehen. Da denkt man doch ab und zu, man habe es fälschlicherweise mit Klamauk zu tun!!!??? (nicht etwa wegen ‚Schleimtolle‘?) Außerdem finde ich, dass die Buchstaben auf der Haut der Akteure wirken, als seien sie schnell mit schwarzem Kajalstift aufgemalt worden. Kann sich außerdem jemand an dieses total authentische Lebkuchen-Haus im Hintergrund erinnern? Wohl eher aus Plastik…und viel zu klein für eine Hexe…naja. Das Wichtigste wurde eigentlich alles schon gesagt! Danke Batzman:o)

  • Azurelle 31. 12. 2008 an 15:15

    Das ist doch die Filmproduktion, die vor allem dadurch Skandalreporte erlangt hat, dass sie diversen Künstlern zusammengenommen noch rund ne Millionen Dollar schuldet und die einfach nicht bezahlt…
    Mal wieder sehr bezeichnend für die Filmbranche, wann kriegen die endlich mal eins aufn Deckel?
    Ach ganz vergessen… sie nehmen ja zu viel Geld ein um wirklich verklagbar zu sein.

  • joe 26. 1. 2009 an 16:02

    selten so über ne filmkritik gelacht! ja, der film war superplatt! und brandon frazer erst! also bitte! der typ kennt sich mit buchrestauration so gut aus wie ne katze mit obst! und er ist so intelligent wien toaster! und wem bitte soll die mopsige meggie ähneln? doch nicht etwa der schönen blonden im roten kleid, die allerdings wenig mütterlich wirkt? einzige lichtblicke waren nebencharaktere, wie der sehr sensibel gespielte dustfinger und die schaurig schrullige tante.
    ach ja: mit dem buch hat das alles wenig zu tun. ich finde allerdings auch das buch nicht sooo besonders. künstlich hochgepeitschter aufgepusteter und lieblos zusammengeschriebener fantasykram…

  • Nina 14. 6. 2009 an 9:13

    Noch nie hat mit jemand so aus der Seele gesprochen wie Batzman in seiner Review. *g* Ich hab extra noch das Buch gelesen bevor ich mir den Film – von dem ich schon nicht wirklich positives gehört hab – angetan habe, und das war wohl ein schlimmer Fehler. Ich hab mir während des Guckens echt nur an den Staubfinger-Szenen entlanggehangelt. Und beim Ende wär ich dann am liebsten aufs Klo kotzen gegangen…

  • Die Buchvorlage | Endl.de Weblog 8. 8. 2010 an 11:53

    […] sah ich zum ersten Mal die Verfilmung von Tintenherz von Cornelia Funke und Batzmann von den Fünf Filmfreunden spricht (wieder einmal) die richtigen Worte: Man versteht, dass es ‘unausweichlich ist, dass […]