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Eine schöne neue Welt mit Ridley Scott und Leonardo DiCaprio

6. 8. 2009, Mal Sehen (Malcolm Bunge), 13 Kommentare

Mit 18 hat man noch Träume und Ziele. Mit 18 leidet man allerdings auch schneller an einer Geschmacksverunreinigung: Mit 18 sah ich Independence Day und war der festen Überzeugung den weltbestesten Film der Welt aller Zeiten ever gesehen zu haben. Ich war so begeistert, dass ich mir schwor, von nun an jeden guten Film zu sehen, den man seit 1996 gedreht hatte. Der Schwur kostet mich seitdem viel zuviele Stunden, die ich eigentlich mit… lesen verbringen könnte.


Mit 18 las ich zum ersten Mal Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“, die Geschichte um eine Gesellschaft, die nicht groß anders ist, als die worauf wir geradewegs zusteuern. Seitdem hat sich mein Pensum an Büchern von einem im Monat beinahe vervierfacht, da ich auch hier immer auf der Suche nach dem nächsten Huxley war. Allerdings liegt der Unterschied zwischen „Schöne neue Welt“ und „Independence Day“ auf der Hand: Das Buch ist zweifelsfrei immernoch einer der besten Bücher aller Zeiten ever, während es mir beinahe peinlich ist zuzugeben, dass Independence Day der einzige Film ist, den ich im Kino mehrmals sah.

Es ist also eine große Bürde, die sich Ridley Scott und Leonardo DiCaprio da aufgeladen haben, denn immerhin wollen sie mit zusammen mit Farhad Safinia (Screenwriter von Apocalypto), das Buch zum ersten Mal auf die große Leinwand bringen. Und wir, die große Huxley-Fangemeinde, sind da nicht so zimperlich, wie die Herr der Ringe Fraktion, wenn man ihre Bücher verstümmelt.

In diesem Sinne,
Gemeinschaftlichkeit, Einheitlichkeit, Beständigkeit.

via

  • P Briehl (coldsphinx) 's status on Thursday, 06-Aug-09 19:15:52 UTC - Identi.ca 6. 8. 2009 an 20:15

    […] https://www.fuenf-filmfreunde.de/2009/08/06/eine-schone-neue-welt-mit-ridley-scott-und-leonardo-dicaprio/. […]

  • Jott 6. 8. 2009 an 20:20

    Stell dir mal vor, Uwe Boll hätte das angekündigt…
    Scott ist nun wirklich nicht der schlechteste, er hat schon ein anderes SF-Meisterwerk von Philip K. Dick adäquat umgesetzt. Hoffen wir das Beste…

  • hannes 6. 8. 2009 an 20:27

    Independence Day ist der weltbesteste Film der Welt aller Zeiten ever !

  • karmacoma 6. 8. 2009 an 21:41

    Ich fand Independence Day auch toll als ich im Kino drin war. (war allerdings 12 oder 13 ;)) Hab ihn irgendwann wieder im Fernsehen gesehen und fand den immernoch ganz nett, ist halt Popcornkino, dafür aber gut gemacht oder nicht?

    Und warum ist eigentlich noch nie jemand vorher auf die Idee gekommen, das Buch zu verfilmen?

  • Sascha 6. 8. 2009 an 22:21

    Warum noch keiner auf die Idee kam?
    Vermutlich, weil jeder Produzent und jeder Regisseur, der clever genug ist, das Buch zu verstehen, weiß, dass er mit einem Film die Vorstellung der Allgemeinheit von dem Buch prägen wird.
    D.h. er weiß, dass er mit dem Film ein bisschen von der Seele des Buches tötet. Und vor so einem Buch hat man dann doch zu viel Respekt.

    Das war ja auch bei HdR der Grund, warum man sich so lange nicht gewagt hat, zu versuchen, das Buch umzusetzen.

  • V'kar 6. 8. 2009 an 23:07

    @Sascha: Ja klar, Hollywood hat Respekt vor Büchern…
    Und Filme werden von kleinen Menschen gespielt, die in meinem Fernseher wohnen…

  • Zetterberg 6. 8. 2009 an 23:44

    Wer nichts erwartet, kann auch nicht enttäuscht werden. Man sollte diese Spin-Offs nicht überbewerten. Auch wenn sie das Buch „verstümmeln“, am Ende ist es nur ein Film. Das Buch bleibt. Die Filme vergisst man, wenn es keine Meisterwerke sind, so wie bei Catch-22 oder 1984 oder The Great Gatsby… keine schlechten Filme, but nothing to write home about im Gegensatz zu den brillianten Buchvorlagen.

  • meistermochi 7. 8. 2009 an 0:18

    independence day hat absolut was. der film hatte damals momentum. es war ganz komisch. aber in jedem fall ne gute sache.

  • Pascal 7. 8. 2009 an 8:32

    Mit efühlten drei Jahren fand ich Independence Day super! Hab ihn aber glaube ich seitdem nicht mehr gesehen. Und Herr der Ringe ist ein toller Film. So.

  • Chris 7. 8. 2009 an 12:52

    Das Buch wurde schon einmal verfilmt. Mit Leonard Nimoy.

    https://www.imdb.com/title/tt0145600/

  • GunGrave 7. 8. 2009 an 12:58

    … puh Scott Scott Scott – wohin führen Dich – Deine Wege wohl noch und dann auch noch mit Di Caprio… der pumpt doch grad überall Geld rein und hebt dutzende Projekte aus dem Boden – alles heiße Luft denke ich… naja – schwingt nen Trailer rüber und man kann mehr zu sagen.

  • Huxleys “Brave New World” wird verfilmt » Read It! Rezensionen und Literaturblog 7. 8. 2009 an 20:25

    […] Fünf Filmfreunde & […]

  • lilly. 8. 8. 2009 an 14:27

    als ich vor acht jahren oder so das buch im englischunterricht las, fand ich es ganz großartig. das einzige, an das ich mich jetzt konkret erinner ist die kleinkinder/bücher/stromschläge situation. und wenn sie diese szene ordentlich umsetzen, könnte ich unter umständen gefallen an einem film mit dicaprio finden…

  • Leuchtie 9. 8. 2009 an 3:49

    Ich kenne das Buch zwar nicht aber das was ich in der wikipedia darüber gelesen lässt mich daran zweifel. Aber trotzdem danke für den Buch tipp.

  • Suppenkazper 9. 8. 2009 an 7:12

    @ #9

    Zitat aus der Review : „das Buch zum ersten Mal auf die große Leinwand bringen“

    … Große Leinwand bedeutet Kino… nicht das es nicht schon einmal irgendwann verfilmt wurde, in deinem Beispiel an dem „TV“ zu erkennen fürs Fernsehen…