Review

Public Enemies (Review)

6. 8. 2009, Batzman (Oliver Lysiak), 47 Kommentare

-„What keeps you up nights, Mr. Dillinger?“
-„Coffee.“

Originaltitel: Public Enemies
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Michael Mann
Drehbuch: Ronan Bennet / Michael Mann
Darsteller: Johnny Depp, Christian Bale, Billy Crudup, Channing Tatum, Leelee Sobieski, Emilie de Ravin, Stephen Dorff, Marion Cotillard, Giovanni Ribisi
Batzman
Jet Strajker (Review gibt’s hier)

1933 – John Dillinger (Johnny Depp) hat grade in einer tolldreisten Aktion einen Gefängnisausbruch inszeniert und ist der meistgesuchte Bankräuber der USA. Wieder und wieder hat er die Staatsmacht als impotente Versager dastehen lassen, die nun versucht zu resoluteren Mitteln zu greifen und Verbrecher wie Dillinger künftig effektiver aus dem Verkehr zu ziehen.
Unter Führung von J. Edgar Hoover (Billy Crudup), versucht Melvin Purvis (Christian Bale) das FBI zu einer bundesweiten Ermittlungsmacht auszubauen.
Doch Dillinger schafft es immer wieder knapp zu entwischen und selbst als Purvis ihn schon sicher im Gefängnis wähnt, schafft Dillinger einen weiteren spektakulären Ausbruch und setzt seine Raubzüge immer dreister fort. Doch die zunehmende Aufmerksamkeit durch die Polizei und das FBI, halten ihn beständig auf Trab und seine Selbstinszenierung stößt auch bei der organisierten Unterwelt auf wenig Gegenliebe, denn auch die subtiler agierende Mafia bekommt den Druck des FBI zu spüren…

Der erste Eindruck dieses langen und leider auch oft langweiligen Films ist: Dreht Michael Mann jetzt aus Kosten- oder falsch verstandenen Coolnessgründen eigentlich auf Mini-DV? Public Enemies – der rund 80 Mio. Dollar gekostet haben soll – sieht aus wie für ne halbe Million mitm Camcorder und nem Halogenstrahler runtergekurbelt. Das Bild ist dank Handkamera extrem unruhig und wenn es mal nicht wackelt und Schlieren zieht, viel zu scharf, wie man es von Aufnahmen bei Ommas Geburtstag kennt. Mann hat schon zuvor mit digitalen Kameras experimentiert und in der Tat hat die Technik ja mittlerweile einen Stand erreicht, der auch Zelluloid-Puristen zum Umdenken bewegen kann.

Ja digital geschossenen Filme und Serien können schick aussehen, das wissen spätestens seit Robert Rodriguez auf Digi umschwenkte. Es muß also eine bewusste Entscheidung Manns sein, dass sein neuer Film diesen YouTube-Look benutzt, der auch teure Sets aussehen lässt wie von Rudis Resterampe geklaut. Experimentieren ist toll und eine neue Ästhetik ausprobieren kann sehr spannend sein – ein Mixfilm wie „Tarnation“ gewinnt grade aus der unterschiedlichen Qualität seines Videomaterials eine eindringliche Kraft. Doch in diesem, ansonsten unglaublich konservativ inszenierten und erzählerisch belanglosen Film, funktioniert der DV-Look gar nicht. Anstatt ein Gefühl der Unmittelbarkeit zu vermitteln, hält die Video-Ästhetik auf Distanz und lässt die Schauspieler mehr als Schauspieler wirken, als es jeder verkitschte Hochglanzlook könnte.

Da rettet auch die aufwendige Ausstattung nichts, mit denen versucht wird ein authentisches 30er Jahre Feeling zu erzeugen. Das Setdesign sieht durch die Art der Aufnahme sehr „gebaut“ aus, es entfaltet nichtmal den kalten, aber doch realen Charme von Dingen die mit Polaroid geknipst wurden, es wirkt wie das B-Roll-Material, das sich auf manchen DVDs findet und beim dem man auch immer staunt, dass die Sets die im fertigen Film so stimmig aussehen, plötzlich Fake und kullissig wirken, wenn sie mit einer einfachen Videokamera und ungesetztem Licht gedreht werden.

Die dramatrötende altbacksche Überwältigungs-Musik, die an klassische Filmserials und 30er Jahre Krimis erinnert, will dazu so gar nicht passen und unterstützt noch das Gefühl, dass hier nichts zusammengepanscht wird, was nicht zusammengehört. Der wirre Soundmix, der viele Dialoge im Lärmbrei erstickt, will als Stilmittel ebensowenig gefallen, wie die schäbigen Bilder.
Vielleicht wären der Look und die diversen kuriosen technischen Entscheidungen aber sogar noch erträglich, würde Mann eine Story erzählen, die irgendwie spannend daherkäme. Doch was er uns über Dillinger erzählt, ist nicht der Rede wert und bis auf zwei-drei spannende Momente plätschert der Film über gefühlte vier Stunden an einem vorbei, ohne das man sich je für eine der Figuren wirklich interessieren würde.

Bale und Depp spielen konsequent gelangweilt auf Autopilot, denn mehr als zwei verschiedene Emotionen werden ihnen im Film nie abverlangt. Sie bleiben – wie oft bei Mann – Risszeichnungen, die in Ausrufesätzen reden und wohl irgendwie als männliche Antihelden gemeint sind, letztlich jedoch so gar kein Profil entwickeln. Sollte der Film das Verbrechen entglamourisieren wollen, leistet er allerdings ganze Arbeit – so öde wurde der Alltag eines Gangsters wohl selten dargestellt. Was aber wohl weniger Absicht ist, als an Manns fehlendes Nähe zu seinen Figuren liegt, denn ihm fehlt selbst jegliches Interesse für die Protagonisten und die eigentliche Jagd auf Dillinger und seine Spaßgesellen.

Immer wenn Depp ins Kino geht und für Sekunden ein Gangster-Film der 30er Jahre zu sehen war (was recht oft vorkommt), ertappte ich mich dabei, eigentlich lieber diesen Film weitersehen zu wollen, als diesen charmelosen und eindimensionalen Dillinger, der dutzendfach dasselbe Bankset überfallen muß und in wenigen Szenen für wenige Sekunden glänzen darf. Der zweite Gefängnisausbruch ist stark inszeniert, der Moment als Dillinger frech das Polizeirevier besucht, in dem seine Spezialeinheit sitzt, bleibt in Erinnerung und das die letzten Sekunden des etwas in die Länge gezogenen Finales bieten nochmal ein wenig Spannung und zeigen etwas von Manns zweifellos vorhandenem visuellem Talent.

Der Rest des Films sind leider vielle billige Bilder, machismotriefende Papp-Dialoge, Frauenfiguren die den Regisseur wie immer nicht interessieren und deswegen völlig vernachlässigt werden und unglaublich viel Leerlauf, sowie ein Christian Bale mit gewohnter Gutural-Grunzestimme, der die Minuten bis Drehschluss zählt und sich zu fragen scheint, wie lange er als Schauspieler noch ernst genommen wird, wenn er weiterhin nur Batman mit Verstopfung channelt. Nicht das Film seiner Rolle irgendeine Chance gäbe, sich tatsächlich zu profilieren.
Denn im Gegensatz zum Sachbuch, das Public Enemies als Grundlage diente und die Jagd nach Dillinger aus FBI-Sicht schildert und nebenbei die Einführung neuer Ermittlungsmethoden und die schillernden Figuren auf beiden Seiten portraitiert, beschränkt sich der Film auf die eindimensionale, quasi romantisierte Sichtweise die Dillinger als Opfer darstellt, der von der bösen und brutalen Staatsmacht gehetzt wird. Ohne dabei die Figur Dillingers auch nur halb so interessant erscheinen zu lassen, wie es klassische Gangster-Epen a la „Bonnie & Clyde“ oder „The Wild Bunch“ schaffen.

Bales Figur und das Ganze FBI sind nur Staffage die hart an der Verleumdung inszeniert werden, genau wie die dutzende anderen Gangster, die im Film so schnell durchgereicht werden, dass man ohne genaue Vorkenntnis der historischen Geschichte wohl kaum zuordnen kann, wer da jetzt grade seinen Auftritt hatte. Anstatt sich auf wenige Figuren zu beschränken verliert sich Mann in Namedropping und lässt z.b. eine hochspannende Figur wie Baby Face Nelson (ein verschwendeter Stephen Graham) als quasi Cameo auslaufen. Da passt es ins Bild, dass sich das Drehbuch von Bennet und Mann kaum um die historischen Fakten kümmert und nachträglich sogar einen B-Film wie „Dillinger“ von John Millius wie eine Doku aussehen lässt. Public Enemies ist ein Film, der so gar nichts zu sagen hat und obendrein nicht mal wirklich fesselnd oder unterhaltsam ist. Er verblasst neben den Klassikern, er ignoriert das gewaltige Potential der Buchvorlage, er schafft es die ödeste Depp-Performance seit vielen Jahren zu präsentieren (ein US-Kollege schrieb treffend Depp würde eine Smaller-than-Life-Performance abliefern), er ignoriert die Chance ein echtes Duell zwischen den Antagonisten aufzubauen (wie es selbst Catch me if you can gelang) und er verteilt seine wenigen Highlights auf eine gesäßstrapazierende Laufzeit, die inhaltlich durch nichts gedeckt wird.

Darf ich jetzt nochmal The Untouchables sehen, bitte?

+++

Hier noch ein ganz unterhaltsames Videoreview von Robbie Collin / NewsofTheWorld:

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Wen es interessiert, hier ist das Sachbuch, das dem Film zur Vorlage diente und das einige erhellende Einsichten bietet, die wahrscheinlich spannender sind, als der ganze Film.

  • Chris (seraphyn) 's status on Thursday, 06-Aug-09 07:46:29 UTC - Identi.ca 6. 8. 2009 an 8:46

    […] https://www.fuenf-filmfreunde.de/2009/08/06/public-enemies-review/ […]

  • Tino 6. 8. 2009 an 8:44

    Ich habe leider den Film noch nicht gesehen, aber der ausufernde Kinotrailer versprach genau das, was Ihr bemängelt.
    Dann werd ich mir hier das Eintrittsgeld sparen können.

  • kasumi 6. 8. 2009 an 10:53

    eure bewertung macht mir angst =( ich erfahre es erst am di

  • kapoow 6. 8. 2009 an 12:28

    “ es wirkt wie das B-Roll-Material das sich auf manchen DVDs findet und beim dem man auch immer staunt, dass die Sets die im fertigen Film so stimmig aussehen, plötzlich Fake und kullisig wirken, wenn sie mit einer einfachen Videokamera und ungesetztem Licht gedreht werden.“

    YES! genau das beschreibt es am besten.
    wie kommt es zu diesem look. liegt das nur and der HD kamera oder fehlen hier evtl. auch filter etc ?

  • Andreas 6. 8. 2009 an 12:53

    „Bay hat schon zuvor mit digitalen Kameras experimentiert…“
    wieso Bay? Du meinst Mann oder?

  • Marcel 6. 8. 2009 an 14:05

    wollte ich auch grad anmerken. mann hat die cams schon in collateral genutzt, und da sah es echt gut aus

  • Madner Kami 6. 8. 2009 an 14:49

    Lasst euch von dem Verriss nicht beirren und geht trotzdem in den Film. Er ist hervorragend und selbst das überall bemängelte digitale Bla funktioniert einwandfrei, denn endlich sehen die Schauspieler nicht mehr wie glattgebügelte Schaufensterfiguren aus, sondern wie richtig echte Menschen.

    Einen Mangel an guten Kulsissen kann man nirgendwo erkennen und auch mit Details in der Staffage wurde nicht gespart. Die Kleidung, die Autos, die Häuser ja sogar die Musik, alles wirkt echt und stimmig.

    Was ich jedoch ungemein witzig finde, lieber Batzmann, ist dann aber dieses hier: Gestern, nach dem Film, unterhalte ich mich mit meinen Freunden über die bereits gelesenen Kritikien und jemand merkte an, daß die vermutlich eh alle nur von einem mies gelaunten Misanthropen abschreiben. Passenderweise fiel irgendwann im Gespräch genau der folgende Satz als Zitat, wohl gemerkt bevor hier ein Review zu sehen war:
    „Bale und Depp spielen gelangweilt auf Autopilot, denn mehr als zwei verschiedene Emotionen werden ihnen im Film nie abverlangt.“
    Danke fürs Bestätigen der Theorie…

  • kd5 6. 8. 2009 an 17:01

    Im American Cinematographer ist ein Artikel über dem Film, in dem auch etwas über den Look erzählt wird: http://www.theasc.com/magazine_dynamic/July2009/PublicEnemies/page1.php

    Zum Beispiel heißt es da:

    „Michael likes images to be sharp, and he likes shooting with smaller chips because he likes the deep depth of field, so we became fans of the F23…“

    „Also, we believed digital would facilitate a more dynamic use of film grammar while giving us a hyper-realistic look.“

    „We wanted the look of Public Enemies to have a high level of realism, not an overt period feel“

    Der ganze Look ist also Absicht. Was man davon hält ist jetzt ne andere Sache. Ich fand’s nicht so toll. Es wirkt halt einfach billig. Trotzdem fand ich den Film alles in allem nicht schlecht. Aber auch nicht wirklich überragend.

  • Batzman 6. 8. 2009 an 18:57

    @Andreas & Marcel

    Natürlich, soll Mann heißen – das war angesichts der Qualität des Films ein freudscher Vertipper ;)

    @Madner

    Meine Kurzkritik mit genau dem Satz steht seit Wochen bei moviepilot. So your point is what..?

  • RaoulDuke 6. 8. 2009 an 19:49

    Michel Mann insziniert also die Geschichte von Dillinger mit Depp als Dillinger und Bale als Jäger und Batzman gibt 2 1/2 Sterne.

    An dieser Stelle danke ich Batzman denn beim monatlichen Batzman-Bingo in unserem Filmfreundekreis habe ich damit den Pott gewonnen und werde mir von diesem Geld das Ticket für den Film kaufen!

  • Ranor 7. 8. 2009 an 8:34

    Ach ja, das Batzman-Bingo, oder meinetwegen auch Strajker-Bingo, trifft es schon ganz gut…
    Macht bitte weiter, eure Kritiken haben in letzter Zeit die Faszination eines Autounfalls.

  • fridge 7. 8. 2009 an 9:44

    Ich vergebe einen Achtungspunkt für Depps bewusst schief geschittenen Schenkelbesen!

  • kapoow 7. 8. 2009 an 12:18

    vielleicht hat batzman ja depressionen?

  • Madner Kami 7. 8. 2009 an 12:56

    Ah, gut, dann hat er ja vielleicht von dir zitiert, mir aber letzen Endes auch egal.
    Ich finde es einfach nur erschreckend und unverständlich was die Kritiker und solche, die es gerne sein möchten, dieses Jahr so an Bewertungen abgeben. Da wird der größte Rotz gut und hervorragend bewertet und anders herum. Darf ich vorschlagen, daß ihr damit beginnt, Negativsterne zu vergeben, damit ihr die Filme noch schlechter bewerten könnt als *hier bitte beliebigen Feuilletonkritikernamen einsetzen* und euch gegenseitig noch unterbieten könnt?

  • Lukas 7. 8. 2009 an 13:23

    Wie sieht es denn mit dem Ton aus? Ich habe jetzt gehört, dass der gut abgemischt sein soll. Insbesondere die Schießereien sollen sich gut anhören!?

  • Madner Kami 7. 8. 2009 an 13:56

    Absolut fantastische Klangkulisse :)

  • Batzman 7. 8. 2009 an 16:37

    @peppone

    Du kannst schon zwischen einem Review und einer News unterscheiden oder? Und wenn du anhand der aufgeführten Kritikpunkte nicht weißt warum der Film zwei Sterne bekommen hat, dann ist es wahrscheinlich für meine Meinung zu argumentieren…

  • peppone 7. 8. 2009 an 16:16

    mensch, einen bzw. zwei punkte. wer hätte das gedacht? kaum genießt ein film öffentliches interesse, kann er hier doch eigentlich höchstens noch zwei punkte erreichen. nicht, dass ich es euch nicht abkaufen würde, dass dieser oder jener film misslungen ist. aber hier werden schlechte bewertungen mit totaler beliebigkeit verteilt und nebenher die schrägsten zombiestreifen in den himmel gelobt. das ist ziemlich unglaubwürdig. wenn ihr doch eh schon 90% zombie related content bringt, dann nennt euch doch die fünf-wiedergängerfreunde und überlasst das schnöde mainstreamkino doch uns armen unwissenden, die wir das gehirn beim film gucken abschalten können..

  • He_Man 7. 8. 2009 an 16:53

    Ich glaube der Herr Rezensent würde selbst bei einem Paten einschlafen…Sicherlich nicht der beste Film des Jahres, aber für das was er ist, macht er nciht viel falsch. Und die vielerorts bemängelte HD Optik, kann ich auch nicht nachvollziehen. Naja…

  • Batzman 7. 8. 2009 an 18:31

    Du musst dich nicht in Zorn ergehen, du kannst auch gern zustimmen ;)
    Das Problem ist doch, dass es immer einige Leser geben wird, die die Meinung nicht teilen und sich persönlich angepisst fühlen und dann entsprechend unflätig in die Kommentare brechen. Dabei ist es völlig egal ob ich einen Film negativ oder positiv bespreche, es kommen garantiert Kommentare a la „ich fand den Film aber super/beschissen, wie kannst du es wagen eine andere Meinung als meine zu vertreten!“. Es sind immer dieselben oft unbegründeten Anwürfe und immer wird das ignoriert, was nicht ins Konzept passt. Wenn ich einen Film lobe schreibt jemand: Hier wird ja jeder Scheiß hochgejubelt, wenn ich eine negative Kritik schreibe kommt: Du schreibst das ja nur um zu verreissen.

    Deswegen gilt wie immer die F5-Fibel, also hol schon mal die Geldbörse raus: https://www.fuenf-filmfreunde.de/2008/06/01/das-wird-teuer-die-f5-kommentar-fibel/

  • peppone 7. 8. 2009 an 18:21

    ach, mir geht es nicht explizit um diesen film. viel mehr irritiert mich eure herablassende selbstgefälligkeit mit der ihr die filme zerreißt. geradezu als wolltet ihr die leser provozieren um euch dann daran erquicken, dass sich die leser in den comments in zorn ergehen. in eurem blog geht schon lang nicht mehr um filme. was hier geschieht, ist pure selbstdarstellung.

  • reuser1de 8. 8. 2009 an 1:17

    Leider kann ich diesen Film nicht empfehlen. Obwohl ich Michael Mann als Regisseur schätze, war ich bei Public Enemies oft gewillt, den Saal frühzeitig zu verlassen. Einen Vergleich mit „HEAT“ kann ich mir sparen, denn sein aktueller Streifen erreicht zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd dessen Niveau. Weder in Puncto Charakterzeichnung noch in Puncto Handlung kann der Film überzeugen. Aber das weitaus schlimmere Übel ist das Stilmittel, dessen Mann sich fataler Weise bediente! Wackelkamera, flackerndes Bild, Bewegungsunschärfen und ein oft zu naher Zoom vermiesen einem den im Grunde belanglosen Film entgültig. Der gute Sound und die wenigen gelungenen Momente, genügten leider nicht, um den Kinoabend zu retten. Schade…

  • Fenix 8. 8. 2009 an 2:00

    Also ich war am Do. drin und muss sagen die 9,80€ wegen Überlänge waren mir da doch zu schade…
    Mit der HD Optik kam ich so gar nicht zurecht das mag bei andern Filmen wo es schon genutzt worden ist funktioniert haben aber hier sah das zum teil so aus wie bei einer Polizei Tv-Doku die man so auf ein Paar Sendern zu sehn bekommt das Bild schlirrte auch öfter.

    Die Kritik an Bale finde ich berechtigt ich fand seine Schauspielerleistung bei The Dark Night und Terminator4 schon nicht gelungen er passt vielleicht Charakteristisch in die Rollen aber er füllte die Rollen nicht richtig aus.
    Man hätte aus dem Film auf jeden fall viel mehr machen können finde ihn überbewertet.

    Nächste Woche geht’s in G.I.Joe von dem erwarte ich außer hammer Effekte zwar auch nicht soviel aber bei so einem Film sollte man sowieso sein Hirn an der Kasse lassen xD

    Ciao Fenix

  • reuser1de 8. 8. 2009 an 13:31

    Über das Ende des Films hat noch keiner ein Wort verloren. Ich mach mal den Anfang. Es war genauso öde wie der Film selbst.

    Nebenbei bemerkt hat mich ein wenig gestört, das man den Song „Bye bye black bird“ schon bei Jacksons „King Kong“ in einer deutlich schöneren Version gehört hat.

  • Batzman 8. 8. 2009 an 23:38

    @Markus

    Cool. Heiraten wir jetzt :)

  • Markus Freise 8. 8. 2009 an 23:23

    Batzman. Ich war gerade im Kino. Und entgegen all der Querelen ob Transformers, Terminator und Co. muss ich diesmal sagen: Du hast Recht. Punkt. Seit langem habe ich mich nicht mehr so gelangweilt im Kino. Im Prinzip habe ich mir die Zeit damit vertrieben, irgendwie zu versuchen, in Bale nicht die ganze Zeit Bruce Wayne zu sehen. Das war auch schon alles. Ein überflüssiger Film.

  • Anderer Markus 9. 8. 2009 an 9:46

    Ich fand den Film ziemlich gut. Dass die Wackel-Optik nicht jedem zusagt, kann ich aber gut nachvollziehen. Einigermaßen lächerlich finde ich aber die Kritik an den Pappkulissen – waren doch größtenteils Originalschauplätze zu sehen. Manchmal kann man sich Dinge auch einbilden.

  • nicolai Niermann 10. 8. 2009 an 15:17

    Im Text steht auch nichts von „Pappkulissen“.

    Kann der Kritik nur zustimmen. Unglaublich schlecht und oberflächlich erzählter Film. Aus dem Stoff muss man einfach mehr rausholen.

  • Paul_Baeumer 12. 8. 2009 an 10:34

    Ich hätte nie gedacht dass es soweit kommt aber ich muss Batzmann in fast allen Punkten recht geben!

    Einzig dass mit den Kulissen kann ich nicht bestätigen. Ein Kumpel von mir der auch im Film war hat dass zwar auch gesagt, aber dass liegt eventuell an der HD Qualität. Kennt ihr dass, wenn man einen HD Film sieht wirken manche Dinge etwas unecht. Liegt vielleicht auch daran dass man bei HD die perfektesten CGI Effekte als solche erkennt, und dies dann evtl. auch aufs Szenenbild überträgt.
    So zumindest meine Vermutung…

    Ansonsten:
    Ich hatte nach dem Trailer eigentlich einen unkomplizierten Actionfilm der 30er Jahre erwartet und wurde enttäuscht.
    Vielleicht hätte es Michael Bay ja besser gekonnt XD

    Sorry der musste sein. Ohne Witz: ein paar schöne und spannende Momente hat der Film, diese werden aber sofort durch endlos lange und langweilige Dialogszenen totgetrampelt.

    GI Joe hat bei euch 3 Sterne? Das muss ich mir dann wohl doch ansehen!

  • Bateman 13. 8. 2009 an 10:39

    Nach langer Zeit schau ich mal wieder bei den Filmfreunden rein, nachdem ich gestern im Kino Public Enemies gesehen habe. Und Batzman, ich stimme deiner Rezension praktisch zu 100% zu.

    Die Optik! Mein Gott die Optik! Wie kann man so einen Scheiß fabrizieren! Das sieht einfach so kacke aus dass ich mich frage ob Mann senil geworden ist. Wie kann auch nur irgendjemand der Verantwortlichen denken, das sähe in irgendeiner Form toll aus?

    Wie du schon gesagt hast hätte dem Film auch ein wenig mehr Erklärung nicht geschadet. Wer ist Hoover? Wer ist Nelson? Ich bin mit (der) Geschichte mehr oder weniger vertraut, aber viele nicht.

    Unglaublich, dass bei so leckeren Zutaten so eine fade Brühe herauskommt.

    Nur Christian Bale fasziniert mich nach wie vor, da ignorier ich deine Kritik, Batzman :-)

  • Bateman 13. 8. 2009 an 10:41

    Eins muss man aber sagen: das Ende ist wirklich spannend und bewegend inszeniert. Finde ich. Ohne viel Tamtam, aber nach Durchhängern in der Mitte hat das Ende es nochmal geschafft, mich in den Film zu ziehen und die bescheuerte Optik zu vergessen. Und Dillingers Besuch in den Büros seiner Jäger ist vielleicht überzogen, aber saucool :-)

  • kapoow 13. 8. 2009 an 13:53

    peppone hat irgendwo recht. die komischten filme bekommen hier 3 sterne und aufwärts.

    ich fand public enemies großartig, und auch nicht zuletzt wegen der schärfe der bilder. klar hätte man babyface nelson und andere noch mehr ausleuchten können, aber dann hätte er wohl eher eien 2teiler drauß machen müssen.

  • Bateman 13. 8. 2009 an 16:11

    @kapoow:

    „nicht zuletzt wegen der schärfe der bilder“

    Schärfe? Die Bilder waren stellenweise – hm, verpixelt ist technisch wahrscheinlich falsch, aber es sah einfach grottig schlecht aus. Billig.

    „klar hätte man babyface nelson und andere noch mehr ausleuchten können, aber dann hätte er wohl eher eien 2teiler drauß machen müssen.“

    Nö, einfach Bale vor seine Mannschaft stellen und kurz für sie und den Zuschauer runterrasseln, wer Dillinger ist, was er bislang verbrochen hat und wer seine Kumpanen sind. Das hats in nicht mal 2 Minuten Screentime.

    Michael Mann scheint ein selbstverliebter Arsch geworden zu sein, bei dem sich keiner mehr traut zu sagen „du, das ist nicht cool was du da machst und auch nicht sinnvoll“. So wie zB Peter Jackson bei King Kong oder auch George Lucas.

  • Schteisch 13. 8. 2009 an 15:50

    Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein Film noch schlechter sein kann als Transformers 2… ich täuschte mich. -.-

  • Bateman 13. 8. 2009 an 16:54

    @Medem77

    „King Kong war als Blockbuste durchaus erträglich. Krachbumm halt.“

    Och ich fand sogar dass er noch viel mehr war, ich fand mich sowohl von Action als auch von Emotionen angesprochen. Was ich meinte war dass es ein paar Szenen gab die Jackson einfach gemacht hat weil es ihm niemand untersagt hat, obwohl sie überflüssig waren. zB das seltsame Penismonster das den Gollumdarsteller frisst. Also toller Film, aber ein paar Schnitte hätten ihn deutlich veredelt. Meiner Meinung nach.

  • Medem77 13. 8. 2009 an 16:49

    King Kong war als Blockbuste durchaus erträglich. Krachbumm halt.

    Michael Mann hat rein optisch (für mich) bei Miami Vice schon einiges falsch gemacht. Auf der einen Seite diese schon fast fetischartigen Bilder des nächtlichen Miami, überall in verschiedenen Farben ausgeleuchtet (also die Stadt jetzt), aber dann dieser….. unsaubere Look. Ärgerlich, das.

  • ber 15. 8. 2009 an 21:27

    5 Sterne für die absolut zutreffende Kritik.

  • PropheT 18. 8. 2009 an 11:47

    „Christian Bale mit gewohnter Gutural-Grunzestimme“

    äh…nein?

  • stb247 18. 8. 2009 an 22:45

    Stimmt alles hier. Wie es zu diesem Desaster kommen konnte ist mir schleierhaft. An diesem Film war alles Scheisse. Wirklich alles.

    Am schlimmsten waren allerdings der Soundmix und die DV-Optik. Als hätte man Amateure rangelassen. Soviel Geld für so eine Stümperei!

    Unglaublich, Michael Mann. Wat is da bloß passiert?

  • Ben 20. 8. 2009 an 19:17

    Das Review entspricht einfach mal den Tatsachen. Nur weil man Micheal Mann heißt, darf man dem Publikum kein 3h Schnarchepos vorsetzen, dass bis auf einen gelungenen aber fehlleitenden Einstieg und ein passables Ende, nicht viel dazwischen bietet.
    Der Film spielt nicht mal im selben Stadion wie The Untouchables. Was Depp und Bale geritten hat sich für das Skript herzugeben ist mir rätselhaft.

  • jfk 22. 8. 2009 an 22:54

    Also ich war gerade drinn und muss sagen, er war wirklich ziemlich mittelmäßig. Die DV-optig fand ich zwar nicht so schlimm, in einem anderen Film könnte sie durchaus ein cooles Stilmittel sein. Hier war sie allerdings kein besonderer Genuss. 2 1/2 sterne
    ach ja, King Kong fand ich richtig gut!

  • DaWolle 23. 8. 2009 an 13:18

    Wieso heisst der Film eigentlich Public Enemies und nicht Miami Vice 2?

    Irgendwie hatte ich nach dem Kino das gleiche Gefühl. Irgendwas hat gefehlt, nichts hat wirklich gepasst und bei beiden Filmen war der Sound der Schiessereien das Beste am Film.

    Aber mal eine Frage: Ich habe den Film gestern in einem Cinestar gesehen und zwischendurch waren ständig sowas wie Soundfehler, so komische Geräusche zu hören (nein, das waren nicht die Nachbarn die versucht haben das Erbrochene wieder herunterzuwürgen). Es klang wie eine fehlerhafte MP3.
    Ist das Absicht gewesen? Oder hat der Kristallpalast Bremen mal wieder so Murks gebaut, dass ich da nie wieder hingehen werde?

    mfg

  • mw 25. 8. 2009 an 8:43

    outsch, dagegen war ich ja noch recht gütig mit meiner bewertung. aber film war nun wirklich nich‘ so der bringer…

  • Mr.Snailhead 26. 8. 2009 an 16:38

    Diese Geräusche hatten wir im Cineplex in Euskirchen auch…..:-(

  • Paul 31. 8. 2009 an 21:24

    Dies war einer der schlechtesten Filme die ich jemals gesehen hab.
    Inhaltlich sowie auch technisch langweilte mich jede Minute und die Musikalische Untermalung war auch nicht gerade der Hit.

  • zitrone 2. 9. 2009 an 20:59

    mann, war das ein seltsamer Film. Ich hab ihn eher unabsichtlich gesehen (zu spät für Inglorious Basterds…), aber wow, war ich enttäuscht. Und das ohne Erwartungen dran zu haben.
    Mir kommt vor ich hab vorher nichts über Dillinger gewusst, und außer, dass er hin und wieder aus dem Gefängnis ausgebrochen ist und wildfremde Frauen mit „Wenn du mein Mädchen sein willst“ anredet, weiß ich auch jetzt nichts über ihn.
    Ich hab allerdings ab der Hälfte aufgegeben nachzuverfolgen, was genau da jetzt auf der Leinwand passiert, die ganze Wackelei und das düstere Bild haben mich nicht besonders viel erkennen lassen.
    Ernsthaft; man erkennt an den Geräuschen dass da gerade jemand erschossen wird – aber wer schießt, auf wen, und wo passiert das Ganze?

    Damn, evtl WAR da Schauspielerei da, nur hat mans vor lauter Wackeln und Dunkelheit kaum erkannt..

  • manuel 28. 11. 2009 an 13:55

    An die Filmfreunde:
    Ihr habt immer noch nicht gerlernt filme anzuschauen und sie als das zu nehmen was sie sind: filme.
    nicht historische hintergründe, oder schauspieler/regisseure etc…, mutmaßlicher anschpruch oder absichten der autoren…

    Nach Jahren nix neues bei den Filmfreunden…

  • Cyril 10. 12. 2009 an 23:26

    kann die ganze kritik überhaupt nicht verstehen. hab den film eben gesehen und fand ihn wirklich genial. ein absolut toller film. habe es übrigens nach dem film gelesen und konnte mit dem ganzen handkameras schlechtes bild streckenweise langweilig usw. gar nichts anfangen. ich möchte dem autor nicht ein gewisses fachwissen abschwäzen aber das so pingelig bei einem film auf solche details geachtet wird kann ich in keinsterweise verstehen. vielmehr würde ich sagen sie haben vor lauter fehlersuchen und kritikpunkte ausmachen, sich den film gar nicht richtig angeschaut. musste nach den ersten paar abschnitten mit kopfschütteln aufhören zu lesen. für mich wirklich ein toller film absolut empfehlenswert und kann dazu nur sagen lasst euch davon nicht abbringen den film zuschauen und bildet euch eure eigene meinung!!!

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