Review

Moon (Review FFF09)

20. 8. 2009, Batzman (Oliver Lysiak), 39 Kommentare

„I’m here to help you, Sam“

Originaltitel: Moon
Herstellungsland: Großbritannien 2009
Regie: Duncan Jones
Drehbuch: Duncan Jones & Nathan Parker
Darsteller: Sam Rockwell, Kevin Spacey (Stimme von GERTY)

moon_poster

Die Zukunft: Die Energieprobleme der Erde sind fast Geschichte. Der Mond liefert saubere sichere, kostengünstige Energie. Riesige vollautomatische Erntemaschinen ernten Mondgestein und gewinnen daraus irgendwie Energie, die dann zur Erde geschickt wird.
Die gesamte Ernteanlage ist so hochtechnisiert, dass sie von einem einzigen Menschen und einem intelligenten Roboter namens GERTY verwaltet werden kann.
Sam Bell ist einer von denjenigen, die sich für eine dreijährige Arbeitsmission auf der Station verpflichtet haben. Jetzt steht er aber kurz vor dem Ende seines Turns und freut sich zu Frau und Tochter zurückzukehren. Doch die Gesundheit macht ihm zu schaffen und nach einem Unfall macht er eine bizarre Entdeckung…

Moon das Low-Budget Regiedebut von David Bowies Sohn Duncan Jones, ist hübsch gedreht und von Sam Rockwell in Doppelrolle hervorragend gespielt. Auch Kevin Spacey als Stimme des Roboters Gerty, der bewusst als Anti-HAL angelegt wird, ist passend und sorgt für amüsante Momente. Moon ist hübsch ausgestattet (sieht für sein mageres Budget sehr gut aus, auch wenn die beim FFF gezeigte Kopie extrem unscharf schien) und hat ein paar schicke Ideen, die den Arbeitsalltag an Bord der Raumstation recht realistisch wirken lassen. Der über Smileys kommunizierende Roboter ist drollig anzusehen und die überall klebenden Post-Its lassen vermuten, dass auch die Klebezettelindustrie gewaltige Fortschritte gemacht hat, denn die Teile bappen bombenfest, anstatt wie ihre heutigen Vertreter nach kurzer Zeit die haftung zu verlieren und gen Boden zu segeln. Das nenn ich mal Fortschritt.

Das große Problem dieses Films der ja allenthalben als „intelligent SciFi“ verkauft wird, ist seine völlige Überraschungslosigkeit und die unnötig gedehnte Erzählweise. Moon ist mal wieder einer jener Filme, die eine großartige 25min Twilight Zone-Folge abgäben, ihre Idee aber leider unnötigerweise auf Spielfilmlänge dehnen.

Schon der Trailer verriet im wesentlichen genau worum es geht und auch der Film enthüllt sein „Geheimnis“ relativ fix. Das wäre smart, wenn er danach noch weiteren Plot anzubieten hätte, aber dem ist leider nicht so. Denn dummerweise hinken die Figuren dem Zuschauer in der Auffassungsgabe immer einige Kilometer hinterher und selbst explizit ausformuliertes, wird in ewigen Entdeckungsszenen ausführlich bestätigt und bestätigt und nochmal bestätigt.

*SPOILER AHEAD*

Ja, Sam ist ein Klon. Die ganze Raumstation wird mit Klonen betrieben, die eingepflanzte Erinnerungen haben, die ihnen sowas wie ein echtes Leben vorgaukeln. Nach drei Jahren gehen die Klone kaputt und mit dem Vorwand zur Erde zurückzukehren werden sie eingeäschert und ein neuer Klon tritt den Dienst an. Das ist die Prämisse des Films, die so auch im Trailer kommuniziert wird und die im Film nach ca. 20min ausgesprochen wird. Danach wird nichts neues mehr erzählt. GERTY bestätigt den Sams sogar das es so ist, was diese dennoch nicht abhält weiter nach Bestätigung dieser Tatsache zu suchen.

Das ganze wirkt als würde „The Usual Suspects“ nach der finalen Enthüllung noch ewig weitergehen und die Polizisten noch ewig weitere Beweise dafür finden lassen, das Verbal Keyser Soze ist.
Rockwell spielt toll und die Szenen in denen er doppelt auftritt sind wirklich gut getrickst. Aber das alles hilft nicht über derbe Logiklöcher hinweg und die Tatsache des weder im Innenleben noch in der moralischen Frage der Klon-/Identitäts-/Menschlichkeitsfrage irgendwas wirklich interessantes oder relevantes herausgearbeitet wird. Das Ende der Story ist schon klar, ehe die Protagonisten verstanden haben, worum es eigentlich geht.

*SPOILER ENDE*

Als Kurzfilm wäre Moon ein Highlight, auf voller Länge geht ihm leider noch früher die Luft aus, als dem Protagonisten. Und wenn das heutzutage schon „Thinking Mans SciFi“ ist (der Vergleiche zu 2001, Silent Running, Andromeda Strain, Solaris, oder Blade Runner zu provozieren scheint), dann spricht das eher gegen unsere Zeit, als für den Film.

  • Tino 20. 8. 2009 an 22:58

    Sehe ich ähnlich, war auch recht enttäuscht grade. Moon hat viel Atmosphäre, aber wenig Schwerkraft.

  • Anguy 20. 8. 2009 an 23:01

    Wo, ausser auf dem Filmfest, kann man Moon denn sonst noch sehen? Trotz der 3 Sterne (die ja nicht schlecht sind) will ich den Film nämlich unbedingt sehen, im Notfall halt erst auf DVD.

  • Batzman 21. 8. 2009 an 0:28

    Bei einem Film dessen Handlung ja im Grunde nichtmal für diesen einen Film reichte, frag ich mich wirklich wie sie das auf ein oder gar mehrere Se/Prequels aufbauschen wollen…

  • kapoow 21. 8. 2009 an 0:13

    soll ja ein dreiteiler werden.
    rockwell wird im nächsten angeblich als cameo dabei sein. wir dann ein prequell.

  • Rocket 21. 8. 2009 an 0:22

    Mir hat „Moon“ sehr gut gefallen und durchweg begeistert. Ich hoffe sehr, dass es tätsachlich zu einem Dreiteiler kommt.

  • schokakola 21. 8. 2009 an 4:43

    sehe ich das richtig, dass ihr nach dem spoiler ende dennoch mit dem wort klon gespoilert habt?

  • Ced 21. 8. 2009 an 7:37

    @6 das habe ich auch bemerkt. Und auch nach der spoilerwarnung direkt mit der Auflösung zu beginnen ist mehr als unglücklich. Nächstes mal bitte ne kleine Einleitung, dann muss man mit viel glück nicht den entscheidenen Satz lesen! So periphäres sehen und so. Sowas muss echt nicht sein. War der mit Abstand meist erwartete Film meinerseits. Danke!!!

  • oldi 21. 8. 2009 an 8:43

    Dankeschön, dass ich jetzt schon alles weiß! Spoiler sollte man invertiert setzten und nicht so wie ihr.

  • Batzman 21. 8. 2009 an 9:54

    @schokakola

    Ein Film der seine gesamte Handlung letztlich in den Trailer packt und bis auf minimale Kleinigkeiten dort ausplaudert, hat größere Probleme als einen falsch gesetzten Spoiler-Tag. ;)

    @Jonas

    Ich kritisiere ja grade auch, dass der Film sich eben mit diesem „wie gehen die damit um“ nicht wirklich adäquat widmet, respektive da weniger neues zu zu sagen hat, als so manche Star Trek-Episode um Data oder die Jem’Hadar oder z.B. Blade Runner und selbst Sixth Day. Insofern ist Moon eben bestenfalls eine oberflächliche, als OldSciFi verkleidete Variation hinlänglich bekannter Fragestellungen, die dem ganzen eben keinen neuen Aspekt abgewinnt.

  • Jonas 21. 8. 2009 an 9:06

    (ACHTUNG SPOILER-KOMMENTAR)

    @Batz: Interessant wurde der Film ja gerade dadurch, dass man als Zuseher immer zwei Schritte vorraus war. Für mich war die Sache mit den Klonen nicht mal der riesen Twist – der Film hat sich viel mehr zur Thematik gesetzt, wie die Klone damit umgehen, wenn sie herausfinden, was sie wirklich sind. Dabei ist völlig klar, dass man das als Zuschauer schneller erfassen kann als die Progatonisten – denn wenn man sich als vollständiger Mensch fühlt mit Errinnerungen und einer Geschichte, dann ist es eben kein leichter gedanklicher Sprung.

    Ob man so eine Thematik in 30 Minuten besser abhandeln könnte? Klar. Als Kritiker ist das natürlich ein Punkt, den man aufgreift – allerdings ist hier natürlich der Hinweis erlaubt, dass Kurzfilme eine viel zu geringe Chance auf eine eigentlich Auswertung haben.

    Mir hat aber auch die 90 Minuten-Fassung trotz der zu recht angesprochenen Schwächen einen Tick besser gefallen als hier dargestellt. Moon ist bei weitem keine Revolution, aber ein netter, neuer Aspekt im Sci-Fi-Genre.

  • Michael 21. 8. 2009 an 10:18

    Ähm, der ganze Spoiler ist scheiße gesetzt, im ersten Satz des Spoilers zu schreiben, was er ist, toll, nur beim drüberhinwegsehen ist mir das schon ins Auge gefallen. Spoiler gehören unkenntlich gemacht.

    Und nicht jeder sieht einem Trailer gleich eine Lösung an. Gibt auch Leute, die machen was anderes, als den ganzen Tag nur Filme anzusehen.

  • Tino 21. 8. 2009 an 9:52

    Da schlag ich mir mal auf die Brust, ich habe den Film noch nicht gesehen, aber beim ersten Trailers, den Ihr hier vor Monaten mal gepostet hattet, merkte ich schon bei den Kommentaren an, dass es sich wahrscheinlich wieder um so einen Klonblödsinn handelt.
    Nix Neues und alles schonmal u.a. im Actionformat mit Arnold Schwarzenegger gesehen. Weniger Action, neues Spielfeld, gleiche Story…

    Schade, viel zu vorhersehbar auf den AHA-Effekt beim Zuschauer getrimmt und dadurch sicher auch voll daran vorbei.
    Na gut, da ich Filme konsumiere wie andere Kaffee, bin ich wahrscheinlich auch nicht der Maßstab.

    Da ich aber Sam Rockwell als Schauspieler sehr schätze, werd ich auf DVD schonmal einen Blick riskieren.

  • Hades 21. 8. 2009 an 10:37

    Hehehe.. genau das ist mir grade auch passiert, direkt die ersten 3 Wörter nach der Spoilerwarnung sind mir dann doch noch ins Auge gerutscht. :(

  • Ced 21. 8. 2009 an 10:37

    @ batz

    ob das problem der trailer oder die bescheidene spoiler-einbindung ist, solltet ihr bitteschön den lesern überlassen! alter, das war der mit abstand meist erwartete film für mich und im ersten satz nach der spoiler-warnung zu spoilern ist vollkommen daneben. periphäres sehen und so. im ernst. in zukunft unkenntlich machen oder ich muss mir eure rezension, auch mit bedauern, schenken. knick knack. danke!

  • Julian 21. 8. 2009 an 10:56

    Ich hasse mich gerade selbst dafür, dass ich trotz Spoilerwarnung immer weiterlese -.-

    Weiß jemand mehr über ein DVD – Release in kürze?

  • Das Ding 21. 8. 2009 an 10:58

    tja, schade nich wa…aber für mich wirds reichen! Meh! (mit diesem Ausdruck seit ihr übrigens die Zweiten oder Dritten die ich kenne)

  • Jonas 21. 8. 2009 an 11:33

    @Batz: Und für mich ist diese Klon-Geschichte insbesondere mit dem Aspekt der Einsamkeit und der nicht vorhandenen Möglichkeit in Dialogen mit anderen darüber zu reflektieren eben doch ein neuer Aspekt, der die Stärke des Films ausmacht.

    Die Klon-Geschichte geht ja auch noch ein Stück weiter – es werden solche elementaren Fragen (leider nur) angeschnitten wie: Wie und wie lange lässt sich ein Mensch in Einsamkeit für Arbeit motivieren? Welche Erinnerungen und welche Geschichte braucht ein Mensch um leistungsfähig zu arbeiten? Welchen Status hat ein „Klon“, der sich wie ein vollständiger Mensch fühlt in einem kapitalistischen System bzw. für ein globalen Konzern?

    Eine weitere Stärke war dabei die völlig realistische Optik, die uns nicht wie Star Trek in irgendwelche fernen Galaxien bringt (ja, ich kann mit Star Trek nichts anfangen, daher kann ich diese Referenz auch nicht beurteilen), sondern ein Szenario hat, welches in einigen Jahrzehnten gar nicht mal so unvorstellbar ist.

    @Spoiler: Einerseits sicher ungeschickt, den so einzubauen, andererseits ist der hier wirklich nicht so elementar, als dass er euch den Spaß am Film kaputt machen wird. Trotzdem: Wie wärs, wenn ihr Spoiler-Boxen einsetzt, die sich erst nach einem Klick öffnen? (so wie es in vielen Foren geamcht wird) – kostet zwar etwas an Lesbarkeit, bedeutet allerdings deutlich weniger Aufreger in den Kommentaren ;)

  • Ced 21. 8. 2009 an 12:09

    Aber das sollte man doch schon jedem selbst überlassen, ob es für einen elementar ist oder nicht. mit solchen informationen geht nunmal jeder anders um. und das möchte ich gern selbst entscheiden. Pro Spoiler-Boxen.

  • Jürgen 21. 8. 2009 an 13:06

    wenn mir irgendwas auf den Zeiger geht dann sind es Leute die zwar nichts über einen Film wissen wollen, sich trotzdem krampfhaft aber jedes bisschen Info darüber reinziehen müssen. Wenn ihr euch überraschen lassen wollt dann lest vorher nix drüber, wenn ihr das nicht lassen könnt dann müsst ihr halt damit lebe da man vllt. mehr über eine Handlung erfährt als gewünscht.

    meine Herren, dieses „der Spoiler hätte aber deutlicher sein können“ ist sowas von unerträglich..

  • Ced 21. 8. 2009 an 13:25

    ok, aufgepasst. ich bin tatsächlich nur auf den/die/das review gegangen, um mir das fazit durchzulesen… sprich 5 oder so zeilen. und DABEI (beim scrollen!!!) hab ich den besagten spoiler satz gelesen! und das ist mehr und noch mehr als ärgerlich. von krampfhaft ist hier keine rede. ich möchte schlichtweg selbst entscheiden welche informationen ich bekomme. wenn ich einen trailer sehen will guck ich ihn mir an, wenn ich mich lieber überraschen lassen möchte eben nicht, aber diese entscheidung sollte bei mir liegen.

    @5freunde: bitte überdenkt einfach den umgang mit spoilern. das wäre toll. ich spring jetzt in see.

  • Michael 21. 8. 2009 an 16:06

    @Jürgen

    Aber die Reviews hier versuchen ja eben so zu sein, dass man sie auch vor dem sehen eines Filmes mal anschauen kann. Vor allem bei Filmen, wo man sich nicht sicher ist, ob er den Eintritt lohnt. Wir sind hier schließlich nicht bei Spiegel Online, oder doch?

  • Schwarzmaler 21. 8. 2009 an 16:54

    Ich schimpfe nicht, ich kann mich an einen vorherigen Eintrag erinnern, in dem Batzmann den Klonspoiler in den Kommentaren versteckt hat :). Wobei wirklich gute Filme auch funktionieren, wenn die Grundidee bekannt und verstanden ist, Fight Club kann man sich ein zweites oder drittes Mal ansehen, ebenso Total Recall. Hier scheint das nicht der Fall zu sein, die Kinokarte erspare ich mir.

  • Batzman 21. 8. 2009 an 18:29

    @Schwarzmaler

    Das war damals kein Spoiler sondern die Vermutung die ich nach Ansicht des Trailers geäussert habe, der im Grunde auch keine andere Deutung zulässt. Damals hatte ich vom Film ansonsten noch nix gesehen -ist halt doof, wenn der Trailer selbst zuviel verrät, aber dann dürften die ganz Spoiler empfindlichen Leser auch in Zukunft keine Trailer mehr gucken.

    Ich hab mich beim Trailer zum The Lovely Bones auch geärgert, dass dort schon fast der ganze Film erzählt wird… freue mich aber dennoch den Film zu sehen.

  • Lost Child 21. 8. 2009 an 18:31

    Ich fand Moon grossartig, auch obwohl man als Zuschauer „immer einen Schritt voraus“ war. Meiner Auffassung nach ging’s nicht um Geheimnisse, rausfinden was abgeht etc, sondern erstlinig um die Interaktion der beiden (?) Hauptchars. Und die war toll. Wer sich den Film wegen solch einer engstirnigen und verspoilerten Review wie dieser hier entgehen laesst, ist eben selber schuld.

  • Der Fan 21. 8. 2009 an 22:20

    ey batz, der kommentar ist lächerlich, hoffe das weißt du selber. ich hab nicht gedacht, dass es sich um klone handelt, sondern eher um chizo-kram. und es ist ein unterschied ob ich vom trailer gespoilert werde oder von jemandem, der den tatsächlichen film gesehen hat. denn dann ist erst klar ob der trailer tatsächlich spoilert oder nicht… aber super einstellung zu so einem sensiblen thema, gerade als film-kritiker. wenn es dir wumpe ist, ob deine leser gespoilert werden, solltest du den kram vielleicht besser lassen. *kopfschüttel*

  • Batzman 22. 8. 2009 an 1:26

    @Fan

    sorry du hast glaub ich keinen Plan worauf sich der letzte Kommentar von mir bezog. Und wenn du nach dem Trailer keine Ahnung hattest wie die Handlung abläuft, wirst du es vermutlich im Film selbst auch nicht kapieren….

  • Ced 22. 8. 2009 an 6:44

    Wow!!! Mensch hier geht’s nicht um verstehen oder nicht sondern Spoilern. Ich find das wird hier langsam ziemlich frech. Du hast ne Verantwortung deinen Lesern gegenüber die dir anscheinend egal ist. Du hast mehrere Leser gespoilert, ob nachher wichtig oder nicht solltet nicht du entscheiden. Und mit keinem Wort erwähnt, dass der spoiler evtl daneben war. Und das find ich echt schwach. Machst du den sch… Hier für dich oder fur die Leser?und die leute dann auch noch indirekt als dumm darzustellen… Man man, Kritik, besonders wenn sie gerechtfertigt ist, sollte man aber anders aufnehmen. Schönes we

  • Batzman 22. 8. 2009 an 10:51

    @Ced

    Für manche Leute ist eben alles was sie zu einem Film erfahren Spoiler, da ist es schwer eine Grenze zu ziehen. Für die Leute wäre es am Besten keine Kritiken zu lesen und keine Trailer anzusehen und keine Kommentare, denn was für den einen belanglose, selbstverständliche Information ist, empfindet der andere als ganz fiesen Spoilern. Ich bin da zugegeben resistenter. Das Ende von Sixth Sense verraten ist für mich ein Spoiler. Zu sagen, dass der Junge irgendwann mal ein totes Mädchen sieht das vergiftet wurde nicht. Für mein Gefühl ist das was hier bei Moon als Spoiler angesehen wird eben kein echter Spoiler, weil der Film das Ganze nach 20min verrät… deswegen halte ich in diesem Fall die elende Diskussion in der unhöflichen Agressivität in der sie hier geführt wird auch für albern. Wenn ihr selbst entscheiden wollt, was für euch Spoiler ist und was nicht, dann lest keine ganzen Kritiken ehe ihr den Film gesehen habt, sondern begnügt euch mit der Sternchenwertung, denn ein ausführliches Review muß seine Kritik mitunter an konkreten Beispielen festmachen und nicht immer wird sich das, was der Schreiber als Spoiler-Warnenswert empfindet mit dem decken, was alle Leser als Spoiler empfinden. Für einige mag es Spoiler sein, dass der Junge in A.I. ein Roboter ist, den meisten ist es wohl egal, weil sie es wissen, wenn der Film anfängt. Es wird Menschen geben die Matrix gesehen haben und nicht vorher wissen, das Neo in einer VR lebt, dennoch hängt der Film nicht an dieser Enthüllung, es ist eher das High Concept mit dem der Film gepitched wird.

    Ich geb mir ehe ich einen Film gesehen habe bestenfalls die RT und moviepilot-Durchschnittswertung und ein paar Zitate und fange erst hinterher an Kritiken zu lesen, nachdem ich den Film gesehen hab und meine eigene Kritik geschrieben habe.

  • Besucher 22. 8. 2009 an 17:16

    Wegen den Spoilern. Da gibt es doch einen einfachen Trick, der auch hier funktionieren müsste. Den entsprechenden Text in einem sehr hellen Grau schreiben und am Spoileranfang den Hinweis geben, das der interessierte Leser doch bitte den Text makieren solle. So kann niemand aus Versehen mehr lesen als er möchte…

  • Ivory Tusk 23. 8. 2009 an 1:58

    kommt man eigentlich noch gut an Tickets füs FFF in Berlin? oder ist bei all den guten Filmen schon alles weg? Finde auf der Seite wenig Auskunft.

  • doc 25. 8. 2009 an 5:54

    mal wieder was zum film ?

    der war ganz ok , einfach nicht der knaller , der im programmheft (am nifff) angekündigt worden ist damals . sehr nett anzuschauender low budget indipendant si-fi allemal .

  • ibek 25. 8. 2009 an 20:18

    hi batzman.
    ich bin eigentlich kein grammar nazi, aber bei dir ist mir aufgefallen, dass du nicht weist, wann man „dass“, also mit doppel s, verwendet. niemand ist perfekt und du kannst natürlich genau so kritisieren, dass ich keine großschreibung kann. aber ich wollte dich mal darauf aufmerksam machen, denn es ist nicht so schwierig zu lernen, und wenn du es kannst sind deine beiträge nicht nur inhaltlich sondern auch formal absolute spitzenklasse.
    mit freundlichem gruß

  • fosch 3. 9. 2009 an 15:04

    ein film dessen inhalt in einem satz erzählt ist und defacto nur von einem schauspieler gespielt wird und der einen trotzdem 96 min fesselt ist etwas besonderes.
    sam’s doppelrollenspiel ist ausgezeichnet und die monotone, leicht hypnotische atmosphäre (verstärkt durch den erstklassigen mainsong) macht aus dem guten kammerspiel einen tollen film, der tatsächlich fast an solaris heranreicht.
    es sind einige logiklöcher zu bemängeln und ein gewiefter filmkritiker wird eine menge handwerkliches zu bemängeln haben. trotzdem: das war ein toller kinoabend!
    zum thema spoiler: ich hätte mich geärgert, wenn ich vorher gewußt hätte, daß es sich um ein klonthema handelt. es hätte auch ein schizo- oder zeitsprungthema sein können. mein glück, daß ich erst hinterher auf die seite gekommen bin :)

  • Binding 3. 9. 2009 an 15:57

    Ich kann foschs ersten Absatz nur bekräftigen. Für mich war „Moon“ neben „Deliver us from evil“ der eindeutig beste Film des diesjährigen Festivals. Und es ist eine absolute Schande, dass er in Deutschland nicht ins Kino kommt!!! Und ja: Auch wenn Klon-Geschichten inzwischen nichts Neues mehr sind, macht dieses Element den Film doch gerade im Vergleich zum Schizo-Kram a là „Solaris“ und „Event Horizon“ zu etwas Besonderem – eben weil es nicht die sonst gängige Schiene bedient. Am Anfang denkt man das ja noch, und es werden sogar falsche Fährten ausgelegt – aber dann wird daraus etwas Eigenständiges. Für mich ist „Moon“ quasi eine Art Missing Link zwischen „2001“ und „Dark Star“ (aber natürlich nicht auf allen Ebenen) . Selbst einige Logik-Brüche (Wieso kann der Computer eigene Entscheidungen treffen? Kann man die Klone nicht auch effektiver „programmieren“?) und das „Happy End“ störten mich nicht, weil es nämlich nicht wirklich relevant ist und das Ende auch gar nicht unbedingt happy genannt werden kann. Im Gegenteil: Es bleiben soviele Fragen unbeantwortet, dass ich regelrecht darauf brenne, ein Prequel und ein Sequel zu sehen!!! Ist zum Beispiel der Vater der Tochter (der nur im Off beim Telefonat kurz zu hören ist), die Klon-Vorlage? Und falls ja: Weiß er es bzw. wie steht er dazu? Weiß außerdem die Welt-Öffentlichkeit überhaupt von den Klonen? Das ist doch alles saumäßig spannend und schwingt immer mit.

  • burns 3. 9. 2009 an 17:39

    Bissl Off-Topic:
    Da hier immer wieder – eher abwertend – auf Solaris verwiesen wird:
    Ich hoffe ja schon sehr, dass Ihr damit den Kubrick-Klau von Soderbergh meint. Was wiederum bedeutet, dass Ihr zum größten Teil den guten alten Tarkovsky nicht gesehen habt. Und das wäre bitter und wäre zugleich dringlichst zu ändern.
    Bitter ist auf jeden Fall, dass inzwischen nicht mehr automatisch die Erstverfilmung gemeint ist, wenn der Filmtitel fällt.
    Nix gegen so einiges von Soderbergh – aber den Film darf man dann auch wieder vergessen…
    -WAS? Moon läuft außerhalb des Festes GAR nicht in unsrer Doofrepublik? Meine Herren…!

  • Binding 5. 9. 2009 an 21:12

    @ burns: „Solaris“ von Andrej Tarkowskij ist nartürlich neben „2001“ und „Blade Runner“ DER Science-Fiction-Filmkunstklassiker schlechthin und soll hier nicht infrage gestellt werden. Es ist halt nur so, dass SciFi-Kammerspiele sich eigentlich immer an „Solaris“ orientieren, was auf Dauer etwas langweilt. Und da „Moon“ das eben gerade nicht macht, empfand ich das mal als positive Abwechslung. Der Status von „Solaris“ bleibt dadurch ja unangetastet.

  • Moon in deutschen Kinos | Die Fünf Filmfreunde 28. 9. 2009 an 20:40

    […] News hatte Duncan Jones höchstselbst vor ein paar Stunden getwittert, hier Batzmans Review des Films vom Fantasy […]

  • eceti 1. 12. 2009 an 22:38

    Naja…können wir bitte mal wieder über den Film reden?! Spoiler hin oder her…
    Ich versteh nicht, wieso fast jede Kritik immer mit anderen Filmen verglichen wird?! ja es wurde schon fast alles verfilmt und ja man kann Vergleiche ziehen zu anderen SiFi Klassikern und ja Moon ist einfach einer der besten SiFi Filme der letzten Jahre. Es erfindet das Rad nicht neu, es kann nur verdammt gut Rad fahren…
    Was hätte anstatt kommen sollen? Aliens, hatten wir schon mal, Geister, hatten wir schon mal, durch Einsamkeit vereinsamte und psychisch gestörte Crewmitglieder, hatten wir schon mal…es geht nicht darum in der letzten Sekunde durch eine Wendung ein gewaltiges Aha Erlebnis zu erreichen sondern eine Geschichte zu erzählen und den Figuren (der Figur) einfach zuzusehen. Das macht Moon. Ok, ich habe auch gedacht, was kommt jetzt nach 25 Minuten, als klar war worum es geht. Ich mein der Film dauert über 2 Stunden, aber es war mir keine Sekunde langweilig und ich glaub jeder der den Film gesehen hat kann mir zustimmen. Spannend war einfach die Frage, was jetzt kommt und in welchen Weg die Geschichte einschlägt. Und Sam Rockwell einfach fantastisch. Die Art wie beide identische/verschiedenen Klone spielen, die Erfahrung die der „altere“ Sam im Gegensatz zum jüngeren Sam hat.
    Was ich eigentlich sagen will, ich erwarte von keinem Film, der die nächsten Jahre rauskommt, dass er ein Genre neu erfindet. (ich lass mich aber überraschen) Ich genieße einfach die 90 Minuten, ohne den „Klugscheißer“ (soll sich bitte keiner angesprochen fühlen) rauszuhängen und jeden SiFi mit Bladerunner oder 2001 zu vergleichen…
    Und ob nun Postits bombenfest auf Metall halten oder nicht…naja wenn man lange genug sucht findet man auch einiges :)
    Aja, unbedingt Clint Mansells Score anhören…

  • Moon (Review) | Die Fünf Filmfreunde 17. 7. 2010 an 1:13

    […] (Review) Wir hatten Moon bereits auf dem Fantasy Filmfest im vergangenen Jahr gesehen und besprochen, hier nochmal wegen des aktuellen […]

  • projekt2501 19. 12. 2010 an 5:06

    VORSICHT AUCH DIESER SPÄTE KOMMENTAR IST NOCH EIN SPOILER
    Ist es nicht drecksbeschissen, dass man merkt man ist ein Klon und das wars dann. Mann will das natürlich nicht akzeptieren, erst leugnet man, dann wird man wütend, dann sucht man Auswege. Aber alles was man findet macht es nur noch beschissener und dann schlägt einem das ganze Nichts und das wertlose Sein ins Gesicht, selbst die verfluchten Erinnerungen, alles weg, alles Mensch weg. Und da kommt keiner. Und es hilft keiner. Und es interessiert sich keiner. Nur ein Roboter macht einen traurigen Smily. Mehr kriegt er nicht. Und der Film zieht das bis zum Ende durch. Hat mich ziemlich fertig gemacht und rechne ich dem Film an. So.

  • finalfuck 16. 8. 2011 an 15:23

    Für mich der beste Sci-Fi seit Alien 3. Oder war da noch was? Ich lasse mich sehr, sehr gerne belehren.