Review

Kurzreviews: My Son, My Son, What Have Ye Done / Triangle / Descent 2 / Greenberg / The Loved Ones / Die Horde / Harry Brown / The Town (Review)

16. 11. 2010, Jet Strajker, 46 Kommentare

Was die Videothekenbesuche der letzten Wochen so gebracht haben und hier bisher nicht besprochen wurde:

Featuring: My Son, My Son, What Have Ye Done +++ Triangle +++ The Descent 2 +++ Greenberg +++ The Loved Ones +++ Die Horde +++ Harry Brown +++ The Town

My Son, My Son, What Have Ye Done – D/USA 2009

Nach „Bad Lieutenant“ hat Werner Herzog nun wieder einen typischen Herzog-Film über Gott und die Welt gemacht. Es geht um Wahnsinn, Menschsein und die Natur, um Himmel und Erde und Wolken und einen wilden Fluss. Dazu noch Tiere, Männer, Bibelzitate, Exotik, Theater und eagles in drag. Und ein paar Fragen danach, wie denn die Welt nun so beschaffen ist. Am Ende der verbürgten, aber recht irrelevanten Geschichte von „My Son, My Son, What Have Ye Done“ übergibt Herzog das Schicksal wie so oft dem Zufall und inszeniert den Werdegang eines Basketballs zum Schlüsselmoment. Solch wohltuender Eso-Trash ist aber leider etwas rarer gesät als in seinem Vorgängerfilm, stattdessen verbinden sich Herzogs heitere Einblicke in die menschliche Natur mit den stilisierten Realismusbildern eines David Lynch, der hier ausführend produzierte. Etwas schade doch, dass Herzog sich unterm Strich nur wieder an alten Obsessionen abarbeitet, statt so ungeniert frei zu drehen wie in seinem letzten, diesem hier nicht ganz unähnlichen, Film – gerade oder trotz wegen einiger besonders schöner und amüsanter Regieeinfälle.

Triangle – GB/AUS 2009

Und täglich grüßt das Geisterschiff. Typischer Mitschwimmer auf der unsäglichen Welle so genannter Mindfuck-Filme, der eine einzige Drehbuchidee zur totalen Verschnörkelung überdehnt und allein mit der Konstruktion einer fragenden Erwartungshaltung Spannung zu generieren versucht. Die der allgemeinen Einfallslosigkeit wie so oft zuträgliche Ellipsenbildung zur selbständigen Lückenschließung durch interpretierwütige Zuschauer reizt „Triangle“ mit banalsten Bildern und einer Überbetonung des, hm, Unheilvollen ohne jegliches stabile Fundament aus, auf dass man sich selbstclever richtig flashen lassen – oder auch einfach genervt abwenden kann. Klassischer Fall eines Films, der an die Eitelkeit des Zuschauers appelliert und diesem eigennützig das Feld überlässt, damit er sich in dem Glauben, etwas besonders Kluges gesehen zu haben, auf die Schulter klopfen und freuen darf (sprich: das Christopher-Nolan-Prinzip).

The Descent 2: Die Jagd geht weiter – GB 2009

Unmittelbares Sequel zum originären und effektiven Genremeisterwerk von 2005, das das interpretierfreudige Ende des Vorgängers gleich zu Beginn fortsetzungsgetreu zur Eindeutigkeit umdichtet und folglich die gesamte metaphorische Prämisse auf kleinste gemeinsame Nenner herunter bricht: Wahllose Schockszenen, ordentlich Blutgemansche und die unvermeidliche sinnlose Rückkehr an den Ort des Schreckens, den erneuten Abstieg ins Dunkle und die Konfrontation mit verdrängten Ängsten. Ohne den psychologischen Unterbau des ersten Teils wird noch einmal der gleiche Plot mit gleichen Situationen, gleichen Figuren und sogar gleichen Einstellungen nachgespielt, und von allem darf es etwas mehr sein. Zur besseren oder leichter verdaulichen Unterhaltung mag sich der diesmalige Verzicht der sprichwörtlich tiefgründigen Auseinandersetzung mit dem Horrorbegriff vielleicht positiv auswirken, der Mangel an Komplexität, Tiefsinn und damit auch Intensität empfiehlt diese lautstarke Fortsetzung aber eher als konsequent banalisiertes Gegenstück zum nunmehr umso außergewöhnlicher erscheinenden Vorgänger, der glücklicherweise und nichtsdestotrotz von diesem schwachsinnigen Nachzügler völlig unberührt bleibt.

Greenberg – USA 2010


It never rains in Southern California. Alles eine Lüge und der Kitsch regiert die Welt: Mit verkrampften One-Night-Stands, alten Schulfreunden, glückseligem Nichtstun. Dazu Nuscheln, Kichern, Weinen und die besten Dialoge des Jahres. Die totale Neurose, das totale Leben. „Greenberg“ ist Drehbuch und Feinsinnigkeit, also vollendete Ultrakunst. Es geht um gar nichts und um alles, also um Kitsch. Ben Stiller kann doch viel, Greta Gerwig kann alles und Noah Baumbach hat den Plan. Hurt people hurt people. Jede einzelne Minute ein Genuss. Verdammt wunderbarer Film.

The Loved Ones – AUS 2009

Uninteressante und eklige Variation des jüngeren Folterkinos, die herkömmliche Torture-Elemente mit den melancholischen Befindlichkeiten des Teenagerfilms vermengt. Zunächst nicht ohne Reiz kombiniert „The Loved Ones“ beinharten Sado-Horror in „Texas Chainsaw Massacre“-Manier mit spielerischen Komikeinlagen, findet aber zu keiner Zeit einen homogenen Ton für seine Prom-Night-Geschichte in einer australischen Provinz. Regiedebütant Sean Byrne kämpft unentwegt mit formalen Unsicherheiten und massiven Timing-Problemen, was sich am Deutlichsten in der verkrampften Vereinbarung von Haupt- und Nebenhandlung niederschlägt, die keine relevante Einheit ergeben wollen und schnell auf die Inhaltslosigkeit des Films verweisen. Durch seine Positionierung eines jugendlichen weiblichen Maniacs erinnert „The Loved Ones“ unweigerlich an Genrevorbilder wie „Carrie“ und „Happy Birthday to me“, die übermäßige Ironie im Umgang mit Gender-Verdrehungen rückt ihn hingegen eher in die Nähe der unbekümmerten Genredekonstruktion „All the Boys Love Mandy Lane“, jedoch ohne besondere Cleverness und vor allem ohne Konsequenz.

Die Horde – F 2009

Unsäglich langweiliger Blödsinn, der sein Gangster- und Zombiegeschehen am Liebsten permanent aus der Nähe filmt und es sich nicht nehmen lässt, seinen Mangel an ideenreicher Bildgestaltung mit verwackelten Steadys und komplett unmotiviertem Schnitt zu kompensieren. Die megagrottige Inszenierung generiert zu keiner Sekunde Atmosphäre, und die Arschlochfiguren sind so uninteressant, dass man nicht einmal Energie aufbringen möchte, ihnen die Zombies an den Hals zu wünschen – denn die sind genau so ätzend. Von vorn bis hinten absoluter Müll voll unnötiger und überzogener Gewalteinlagen und nach „Frontiers“, „Inside“und „Mutants“ die nächste Gore-Grotte aus Frankreich.

Batzman meint:

Arschloch-Cops wollen sich an Arschloch-Gangstern in einer Gegend rächen, die auch gerade ziemlich am Arsch ist. Dann kommen Zombies und es wird noch blutiger als vorher.

Das Ganze ist technisch und schauspielerisch durchaus kompetent gemacht und getrickst, hat ein paar hübsch apokalyptische Bilder, lässt aber auch im wesentlichen ziemlich kalt. Alle Figuren sind unsympathisch, primitiv und degeneriert und unterscheiden sich nur unwesentlich von den Massen an agilen Zombies, die ihnen dauernd in die Beine beißen.

Es gibt also keinen Grund, warum man dieser Truppe an Arschgeigen wünscht, dass sie überleben sollen. Da das ganze auch ausgeht wie das Horneberger Schießen und es weder für den Zombieausbruch, noch für die Protagonisten eine rechte Motivation gibt, lässt das Ende dann doch ernüchtert zurück.
Ein-zwei Szenen bleiben in Erinnerung, doch im wesentlichen hat La Horde dem Genre nichts hinzuzufügen und nimmt sich auch ein bißchen zu ernst, um so richtig Spaß zu machen.

Und die Casting-Parole: „No pretty guys“ wurde wirklich ernst genommen. Die Figuren sehen alle aus wie Lino Ventura nach dem Komasaufen.

Harry Brown – GB 2009

Weder bloßer reaktionärer Vigilantenreißer, noch ‚britische Antwort‘ auf Clint Eastwoods „Gran Torino“, sondern gerissen inszeniertes, rechtsradikales Affektkino zwischen fröhlicher Sozialpornographie und kläglichem Gesellschaftspessimismus, das von Beginn an entsprechende Manipulationshebel bedient, um die unterstellte und plakativ, um nicht zu sagen: primitiv, bebilderte Machtlosigkeit von Staat und Justiz, sowie die zur totalen weltfremden Dystopie übersteigerte Verrohung der kollektiven Jugend in so genannten Problemvierteln gegen einen armseligen Rentner (clever besetzt mit einem crowd-pleaser wie Michael Caine) zu positionieren. Dieser macht sich mit Waffengeschütz und Foltergepäck auf, um seine Gegend von Mördern, Drogendealern oder Homosexuellen – und was aus Sicht des Films sonst noch so unter „Abschaum“ firmiert – zu befreien (Kinderschänder habe ich sträflich vermisst!). Ein Polizeiermittler kommentiert dies damit, dass Mr. Brown ihm letztlich einen Gefallen tue, ehe er selbstredend ermordet und die Liste der zu rächenden Gewaltakte Harrys wieder etwas länger wird. Chapeau.

„Harry Brown“ formuliert nie den Hauch eines Zweifels am perfide und geschickt motivierten Selbstjustizakt seines autoritären Helden, er bejubelt die pathetischen Taten des Amok laufenden Witwers mit heiterer Genugtuung und fragwürdig symbolträchtigen Bildern unter versuchter Einbeziehung seines Publikums, während er die Titelfigur munter glorifizierend über bessere Zeiten im Krieg sinnieren lässt, weil dort schließlich noch sinnvoll gemordet worden sei. Regisseur Daniel Barber mag hier ja auf umständliche Art wichtige Fragen anreißen, seine Antworten aber sind die denkbar simpelsten. Dank seiner effektiven propagandistischen Inszenierung, seines starken Hauptdarstellers und milde diskursiven Potenzials ist das immerhin ein unterhaltsamer Scheißfilm, der in seiner teils grotesken Überzogenheit und lachhaften Weltanschauung schon fast Comiccharakter besitzt. Unterm Strich aber ein gefährlich dummer Aufmerksamkeitserreger, verkleidet als makelloser Thriller für ideologische Analphabeten, geistige Hinterwäldler und die Thilo Sarrazins von morgen.

Batzman meint:

Die technischen und schauspielerischen Stärken die der Film zweifelslos hat (nicht zuletzt dank des immer großartigen Michael Caine der hier in den besten Momenten seinen Harry Palmer als Rentner channelt) werden durch die fragwürdige Moral des Films, die platten Erklärungsversuche und die Hoodie-Panic von der Stange leider ziemlich beschädigt. Wie in Eden Lake wird hier unter dem Vorwand sich eines aktuellen Themas anzunehmen Angst geschürt und Gewalt als probates Lösungsmittel glorifiziert. Wenn jeder Rentner im UK eine Wumme hätte, könnten sie endlich wieder angstfrei unter Brücken durchgehen.
Intellektuell ist der Film auf einem Level mit der SUN und den anderen Sudelmedien, die anstatt Lösungsvorschläge zu überlegen Hoodies dämonisieren – und wegsperren und abknallen als einzige Lösung zu sehen scheinen. Schade, dass sich Sir Michael für diese Ideologie hergibt.

The Town: Stadt ohne Gnade – USA 2010

Ultrakonventionelles Caper-Movie inklusive genreverpflichteter Dramatisierung von Handlung und Figuren, bei dem Ben Affleck seine Regiefähigkeiten auch dann solide weiterzuentwickeln versteht, wenn er sich als Hauptdarsteller inszenieren muss. Doch alles in diesem gefühlt überlangen Film hat man so viele Male schon so viel besser gesehen. Afflecks Affinität zu permanenten Halbtotalen und Close-Ups lässt „The Town“, besonders in den wenig druck- und schwungvollen Actionszenen, alles andere als elegant erscheinen, und dramaturgische Kniffe bleiben ungenutzt oder ereignislos – die augenscheinlichen geistigen Vorbilder des Films („Point Break“ und „Heat“) erzählten ihre Geschichten über Gangstermilieus um ein vielfaches inspirierter und inspirierender. Letztlich möglicherweise das ernüchternde Ergebnis ständiger Umschnitte und Kürzungen.

  • Silent Rocco 16. 11. 2010 an 6:33

    Jet, Du hast eindeutig keinen Bock mehr auf Filme, kann das sein?
    Oder gab es ’nen privaten Lebenseinschnitt, der Dich jetzt ’nen gewissen Hass am Kino ausleben lässt?

    Harry Brown ist einer der intensivsten Dramen/Thriller der letzten Jahre, ein absoluter 5-Sterner. Wirklich in jedem Bereich perfektes Kino, wie man es selten sieht heutzutage. Kamera, Schauspiel, Skript, Atmo… es stimmt alles.

    Die Horde rockt! Würde ich 3-4 Sterne geben, großartig dreckig, brutal und düster. Schön unkorrekt. Aber genau da schlägt wohl bei Dir der Moralapostel an. Ich sag ja, lass das mit dem Thema Film.

    The Loved Ones – auch, wenn die Nebengeschichte ein wenig an Tempo rausnimmt. Dennoch macht der Film gewaltig Spaß. Locker auch hier 3-4 und ebenfalls ein kleiner Must-See – da vom Stil her extrem eigenständig, schön verrückt und bisweilen irre intensiv.

    Triangle – KNALLT! Gewaltig guter Film, spannend ohne Ende, extrem großartig gefilmt, ordentlich verschachtelt und offen genug, um danach noch ’ne Weile rumzureimen, was und wie denn nun genau. Minimum 4 Sterne. War für mich ein absoluter Überraschungsfilm. Obwohl, bei dem Regisseur kann man sich aktuell sicher sein, weit über Mittelmaß unterhalten zu werden. Für mich aber sein bester.

    My Son, my Son war mir insgesamt zu egal. Hatte paar nette Ideen (alle halten mal an) aber bei der „So, jetzt will ich auch mal wieder bissel Filmen“-Handkamera von Herzog muss ich immer lachen. War aber beim Leutnant noch viel lächerlicher. Aber klar, sowas wird mal wieder als gute Kunst gefeiert. Für mich sind beide Filme teilweise extrem dilettantisch und viel schlechter als z.B. ein kreativer Wild Blue Yonder oder ein stimmiger Rescue Dawn.

    Die anderen Filme hab ich nicht gesehen.
    Aber bei dieser Verrissrunde wird mir wirklich übel.
    Lass doch einfach das Review zu Burlesque Dein letztes sein.

    Liebe Grüße,
    Dein Nachbar :)

  • Stollentroll 16. 11. 2010 an 8:44

    hö?

    Harry Brown is wirklich nen klasse Film. Kann Dir in Deiner Review da überhaupt nicht zustimmen.

    Die Horde ist ist kein guter Film aber sehr unterhaltsam. Da gibt es schlechtere Zombiefilme.

  • andreas 16. 11. 2010 an 9:02

    lol @ triangle… ist die deadline rum,dass du schnell irgendwelche filme abhaken musst und diese einfach im schnelldurchlauf schaust? für eine kleine produktion hatte dieser film mehr schauwert als all die teuren horrorschocker der letzten jahre! die atmosphäre, der aufziehende sturm, das ganze „wtf“ bis einem klar wird, was passiert… das trägt soviel mehr. aber ich hab den eindruck, das alles, was ein bisschen smarter auftritt ,sofort als angriff an den eigenen intellekt gilt und man sich krampfhaft davon abgrenzen möchte, da ja nur man selbst der klügste ist und niemand darf diesen intellekt auch nur in frage stellen…

  • andreas 16. 11. 2010 an 9:03

    das erklärt auch das nolangebashe … eines der lächerlichsten phänomene der letzten jahre. am besten justin bieber hören ;)

  • Tino 16. 11. 2010 an 10:03

    Jetzt fühl ich mich schuldig, dass ich Triangle und Harry Brown mochte…

  • ken Takel 16. 11. 2010 an 12:22

    Einer geht noch: ich fand „the town“ super!

  • Prof. Moriarty 16. 11. 2010 an 11:26

    @ Silent Rocco: Die 5FF sind der pc/Gender Mainstreaming verfallen, hier schreiben Gutmenschen und das passt ein Harry Brown nicht hinein, wenn man ganz ökologisch und politisch Korrekt im Bionade-Biotop wohnt! Herrlich fand ich auf den ersten bemühten Absatz in den der Schreiber (mit Heinz Erhard-Gedächtnisbrille) seine Wut in sein iPad getippt hat! Pseudointellektueller und gewollt politisch Korrekter Dünnschiss!

    Dieses Nolan & Co. Gebashe inkl. der Lobhudelei einiger Billig-Japan-Trashfilme oder “Kunstfilme” (die keiner versteht und darum keiner sich einen Verriss traut) ist hier ganz normal! Wenn man die 5FF-Blog schon lange ließt kann man bestimmte Beiträge bewusst überspringen und guten Gewissens zur Inception-Kinokarte oder Harry Brown-BD greifen.

    PS: Als BTTF im Kino lief, hätte man diesen auch zerrissen, jetzt Jahre später sind die Kritiker von damals plötzlich Fans der Trilogie! Siehe auch alte Verrisse von Die Verurteilten, Stand by me, BTTF usw. in der ZEIT. Einfach überlesen oder gerade deswegen kaufen! ;o)

  • Batzman (Oliver Lysiak) 16. 11. 2010 an 13:22

    Harry Brown ist gut gemacht, aber dennoch reaktionäre Scheisse – und das Ende in der Kneipe lahmt schon ziemlich. Ich fand ihn okay aber inhaltlich genauso ärgerlich und vor allem unoriginell wie die anderen Filme dieses Subgenres. Da war im Gegenzug sogar New Town Killers noch progressiver und der war ja im Grunde nur eine Most Dangerous Game-Variante.

  • firejoe 16. 11. 2010 an 12:23

    triangle war WOW…einer der besten genre filme der letzten jahre

  • braaains 16. 11. 2010 an 12:55

    zustimmung zu my son, la horde und harry brown. wobei letzterer vllt etwas zu hart wegkommt

  • hermann hesse 16. 11. 2010 an 13:18

    mal was zu greenberg: Ich hab die ersten 20, 25 Minuten gesehen und fands einfach nur langweilig und billig und uninteressant und frag mich jetzt, ist der Film wirklich so gut, soll ich Greenberg noch ne Chance geben? Ich fand schon den letzten Film vom Regisseur (irgendwas mit Tintenfisch?) auch net so toll, Stiller war mir als Greenberg zu karikatur-haft (Wie wäre es wohl, wenn J.Phoenix den Freund gespielt hätte?). Kann irgendjemand irgendwas dazu sagen?

  • Moep 16. 11. 2010 an 17:56

    Da ich Harry Brown nicht gesehen habe, kann ich neutral bleiben:
    Batzmans, deine Wertung ist imo nicht nachvollziehbar.
    Technisch & Schuaspielerisch gut, aber storytechnisch ein totaler Klops…Wo kommen denn nu die drei Sterne her?

  • XfrogX 16. 11. 2010 an 18:09

    Also harry brown war super, und gerade die argumente eines harry brown sind wirklich die die alte leute anbringen. Greenberg fand ich sehr fande, ab und zu mal ein guter dialogreicht mir nicht, wenn der rest einfach lahm ist.

    Triangel hab ich mir im halbschlaf rein gezogen und das hat ihn noch verwirrender gemacht beim zweiten anschauen fand ich ihn auch nicht gut.

    Dennoch komische bewertung, und komische kritikpunkte.

  • Binding 16. 11. 2010 an 21:15

    „Triangle“ und den Herzog-Film hab‘ ich leider noch nicht gesehen.

    „Greenberg“ – und vor allem seine Hauptdarstellerin (eine echte Entdeckung!) – fand ich auch ganz wunderbar, vor allem weil es die erste ernsthafte Ben-Stiller-Rolle war. Man muss für den Film aber schon etwas reifer und älter sein, würde ich meinen – dann findet man ihn auch nicht langweilig, sondern entdeckt lauter lustige oder auch unschöne Parallelen zum eigenen Leben.

    Dass „Die Horde“ rockt, finde ich auch. Aber außer dem ungewöhnlichen Anfang und der starken Frauen-Rolle kann ich ansonsten nichts Bemerkenswertes erkennen. Die deutsche Version ist übrigens zensiert, weswegen man sich die Uncut-DVD aus Österreich beschaffen sollte.

    „Harry Brown“: Ich dachte schon, ich bin der einzige auf der Welt, dem der Film übel aufgestoßen ist. Daher vielen Dank für diese direkten Worte, denn sie bringen das Dilemma bzw. das Problem dieses Machwerks genau auf den Punkt. Wer den mit Eastwoods „Gran Torino“ vergleicht oder gar auf dieselbe Ebene stellt, hat nichts begriffen!

    „The Loved Ones“: Da kann ich überhaupt nicht zustimmen, denn das war der mit Abstand beste Beitrag auf dem diesjährigen Fantasy-Filmfest. Allerbeste (Genre-)Unterhaltung – wenn man das in diesem Fall so nennen kann. Ich fand ihn sehr kurzweilig, kreativ, intelligent und interessant. Und allein für die „geilste“ Folter-Idee ever mit dem Bohrer und dem kochenden Wasser hat er eigentlich schon ein paar Extra-Sterne verdient!

  • Flo 16. 11. 2010 an 22:24

    1 Stern für Harry Brown? Okay, die Story gab es in einer fast identischen Form schon in Death Wish 3, aber in Harry Brown wird das Ganze auf eine viel tiefgründigere Ebene mit gutem Schauspiel gestellt. Wenn ich sehe, was für Schrott von euch schon besser bewertet wurde, dann ist diese Bewertung einfach nur lächerlich. Geschmäcker sind verschieden, aber wenn selbst Roger Ebert 3 von 4 Sternen gibt, dann kann der Film nicht totale 1-Stern-Scheiße sein.

  • Silent Rocco 16. 11. 2010 an 22:42

    Bitte nicht den Ebert mit in’s Spiel bringen. Damit schießt man sich nur selbst in’s Aus. Das ist kein Filmgott, sondern nur ein alter, verbitterter Mann, der nicht mehr Ahnung vom Thema Film hat als ich und Du. Ihn lesen leider nur ein paar Leute mehr.

  • Silent Rocco 16. 11. 2010 an 23:17

    Wow. Es ist lange her, dass ich einen Film nicht bis zum Schluss geschaut habe, aber nennt mir mal einen Grund, warum man das bei Greenberg machen solte? Dieser Mist lief im Berlinale-Wettberb? Die Charaktere, die Dialoge, die Szenen, der Stil des Films, die (lach) Story … nichts ist auch nur ansatzweise interessant oder künstlerisch wertvoll. Haha, will sich mit diesem Film eine Kunstszene vom Normalo abheben? Wenn ich dann auf IMDB solch überhebliche Reviews à la „some simply don’t get it“ lese, muss ich wirklich lachen. Hier gibt es nichts zu getten. Aber man kann sich das gerne einreden, um hip zu sein. Ich guck derweil lieber ’nen richtigen Film, so wie Harry Brown ;)

  • pain in your ass 17. 11. 2010 an 1:32

    Triangle war eine positive Überraschung. Mit Christopher Nolan zu vergleichen völlig daneben. Man könnte sagen der Film war eine 90 min Version einer Twilight Zone folge und das wurde mit Bravour gelöst.
    Mehr will der Film gar nich sein im Gegensatz zu Nolans Werk (den fand ich übrgigens lame aber ich geb der Blueray noch ne Chance).

  • Der Klaus 17. 11. 2010 an 1:40

    Oha… da hatte wohl jemand schlechte Laune… ich komm dann mal lieber später wieder ^^

  • med 17. 11. 2010 an 2:34

    ohhh ich mochte Triangle. Das Ende hatte schon was von einem Aha-Effekt. La Horde konnte durchaus bisserl apokalyptischer sein (Pontypool hat ja auch in einem Geb. geschafft es zu sein). Und Harry Brown hat bei mir den Charles-Bronson-Selbstjustiz-Bonus bekommen :D!

  • Binding 17. 11. 2010 an 13:41

    @ Silent Rocco: Ein triftiger Grund, einen Film bis zum Ende zu sehen, ist, dass man sonst keine Berechtigung hat, mitzureden, wenn es um diesen Film geht. Jedenfalls wenn es um Details zu diesem Film geht oder das Ganze ernstgemeint sein soll. Zu sagen, dass man so was scheiße findet und es nicht mehr ertragen hat, ist zwar in Ordnung. Aber dabei sollte man es dann auch belassen. Ich hasse zum Beispiel Film-Musicals und könnte kotzen, wenn die Charaktere mitten in der Handlung plötzlich singen (deswegen hasse ich sogar „Sweeney Todd“, obwohl ich Tim Burton und Johnny Depp mag). Aber ich muss dennoch akzeptieren, dass es Leute gibt, die so etwas gut finden, und dass Film-Musicals auch qualitativ hochwertig gemacht sein können. Ich habe mir „Sweeney Todd“ übrigens trotzdem bis zum Ende angesehen.

  • Silent Rocco 17. 11. 2010 an 13:49

    Ich sag ja, es ist extrem lange her, weil ich derselben Meinung bin wie Du, wenn man mitreden möchte, sollte man wissen, worüber. Keine Sorge, ich habe nicht nur die ersten 20 Minuten gesehen, ich habe mich länger durchgezwungen … und dass ich schließlich aufgegeben habe, zeigt, WIE schlecht ich den Film wirklich fand. Sogar Zeiten ändern Dich habe ich mir bis zum Ende angesehen, denn der war wenigstens lustig.

  • bale 17. 11. 2010 an 17:25

    moment mal! seit wann ist „harry brown“ gut?! ja sogar ein topfilm ????
    erklärt euch!

    die bewertung geht vollkommen in ordnung und dabei geht es mir jetzt nicht um die moralische keule „uh selbstjustiz sucks und ist faschistisch.“ der film hat zudem technisch und künstlerisch auch nahezu nichts anzubieten. klischee überladen, langsam, langweilig, dämlich…

    nee, lieber nochmal „gran torino“ in den player schieben und versuchen zu begreifen „wie der hase läuft“ .

  • Silent Rocco 17. 11. 2010 an 17:54

    Mir gehen auf Anhieb 3 Zillionen bessere Dinge durch den Kopf als mich Dir erklären zu müssen.

    Langsam, langweilig, dämlich … wenn Du meinst, ist das wohl so. Ich sage intensiv, spannend und wunderschön.

    Dass Du dem Film jegliches künsterisches Gut absprichst, sagt mir einfach mal, dass Du von Kamera, Schnitt, Licht, Musik, Schauspiel, Inszenierung im Allgemeinen keine Ahnung hast. Ganz gleich, ob jemand mit dem Inhalt ein Problem hat, produktionstechnisch ist der Film grandios. Dazu noch ein Debüt, was ihn in meinen Augen gleich doppelt so gut macht.

    Mist, jetzt hab ich ja doch…

  • Jet Strajker 17. 11. 2010 an 17:57

    Was für unglaublich aussagelose Allgemeinplätze… ganz ehrlich, ich glaube dir gern, dass du Filme magst und gern schaust, aber wirklich tiefergehendes scheinst du darüber nicht zu wissen, nach allem, was ich hier so von dir lese. Ist aber auch egal, du schreibst für mich solch derartigen Quatsch zusammen, dass ich dich künftig komplett ignorieren werde.

  • Silent Rocco 17. 11. 2010 an 18:09

    …bist also immer noch schlecht gelaunt, was?
    Hoffe, es wird bald wieder.

  • bale 17. 11. 2010 an 19:06

    produktionstechnisch grandios??? bahahaha sorry, das war eher alles ein ganz kleines licht marke gepimpter tv-film.

    grauenhaft diese minutenlange klischeehafte szene am küchentisch. aha, er ist also ein alter einsamer mann … aha interessant,.. hm… wow ist der einsam! und wow sitzt der da lange rum, grandios wie der caine diese grenzenlose langeweile schauspielerisch rüberbringt. danach habe ich nur noch gedacht: wann holt er endlich seine verstaubte kiste mit den orden und alten fotos unterm bett hervor ?! und BINGO keine gefühlte 2 stunden später hat er den karton auch schon in der hand…. :)

    wer war eigentlich diese weibliche „hauptrolle“ mit der hackfresse? gott, war die grausam. die kenne ich glaube ich noch aus the 51st state und schon damals haben wir uns in großer runde schier bonkers gelacht über ihre extrem coolen auftritte in super-slow-mo !! ehrlich haben die auf der insel keine anderen schauspielerinnen?? was macht eigenbtlich susan george?

  • Farin 19. 11. 2010 an 13:09

    Die weibliche Hauptrolle hatte mal über mehrere Folgen eine Rolle in 30 Rock als Love Interest/ Verlobte von Alex Baldwin. Zumindest kenne ich sie daher, allerdings erlaube ich mir von den paar SAzenen kein Urteil über ihr Können, dazu reichte es nicht
    Und ja, die haben anderere Schauspielerinnen auf der Insel, aber Billie Piper war wahrscheinlich beschäftigt;)

    Ich habe Harry Brown bisher noch nicht gesehen, aber das der Film im UK auf Gegenliebe stößt kann ich verstehen. Dort geistert doch schon seit geraumer Zeit (2007) die Parole „Broken Britain“ durch die Medien, gestartet von der Sun.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Broken_Britain

    Ich glaube ich muss hier keinen die journalistische Qualität/Integrität dieser “ Zeitung“ erklären. Der Film macht also nix anderes als diese Paranoia, angetrieben durch die Medien zu befeuern, hübsch auszuleuchten und ein wenig auf die Tränendrüse zu drücken :“Ja früher war alles besser. Da schickte man ungehorsame Kinder noch nach Australien, damit dieses Weiß genug bleibt. “ ( wer es nicht glaubt selber recherchieren ). Gott wie mir dieser „Früher war alles besser, Untergang des Abendlandes “ Bullshit auf den Keks geht. Und bevor jemand fragt : Ich habe das Buch von Spengler gelesen.

    Aber zurück zu diesen Film. Prof. Moriarty schreibt ihr wärt alle 5 Gutmenschen ( tolle inhaltslose Worthülse ) die den Moralapostel raushängen lassen. Nun irgendjamnd muss es doch tun, denn die Lösung die der Film für die (Schon immer) vorhandenen Probleme mit jugendlichen Straftätern aufzeigt sind schlicht weg unpraktikabel und menschenverachtend. Vielleicht nicht ganz in dieser Reihenfolge. Wer glaubt die Lösung ist alle bösen Menschen zu erschiessen sollte sich ganz schnell bei George W. Bush melden. Der kann die moralische Unterstützung seiner Weltsich gut gebrauchen.

    so und nun schau ich mir am Wochende erst mal Die Horde an. der klingt nämlich viel besser

  • XfrogX 19. 11. 2010 an 23:10

    Ja am besten verbieten sollte man alle filme die nicht die sinnvolle und gerechte lösung zeigen. Sonst machen das alle menschen nach.

    Action filme schaffen wir ab, ab sofort darf nur noch verhandelt werden mit den gegner wild rumballern gehört sich nicht.

    Ich kann echt verstehen das manche einen film kritisieren weil er moralisch nicht einwandfrei ist, wenn man so kritisieren will muss man das auch bei allen filmen durch ziehen und dann bleibt kaum was übrig weil es einfach stink langweilig ist den moralisch einwandfreien weg zu gehen und zu den wenigsten figuren passen würde die die menschen mögen.

  • Binding 20. 11. 2010 an 17:08

    @ XfrogX: Du machst es Dir etwas zu leicht, denn es ist etwas ganz anderes, wenn in einem Action-Genrefilm (z.B. aktuell „R.E.D.“, „The A-Team“ oder „The Expendables“) wahllos herumgeballert, getötet und Selbstjustiz verübt wird, oder in einem ernsthaften Gesellschaftsdrama mit politischem Hintegrund (das „Harry Brown“ zweifellos sein will). Bei ersteren Beispielen kann man das locker unter genrespezifischer Comic-Gewalt abhaken (wenngleich das natürlich trotzdem kein endgültiger Freifahrtschein sein darf), während letztere Kategorie ja ernsthaft mit dem Thema umgeht und daher auch ernster genommen werden muss. Schau doch nochmal in die ziemlich heftige „96 Hours“-Diskussion hier bei den F5 – denn das scheint mir ein uneindeutigeres Beispiel zu sein, das sich ziemlich genau auf der Grenzlinie zwischen den oben beschriebenen Kategorien zu bewegen scheint.

  • XfrogX 20. 11. 2010 an 17:25

    Sehe nicht warum Harry Brown was anderes sein soll als A-Team. Beides sind filme die eine geschicht übermitteln wollen die figuren versuchen glaubhaft darzustellen und die eine für die figuren passende lösung präsentieren.

    Harry Brown ist ja nunmal keine doku oder irgendein wissenschaftlicher bericht.

    Oder willste nun sagen das man sobald man einenfilm etwas ruhiger und ohne witze macht gleich nur noch politisch richtig sein darf? Oder meinst du das alte menschen nicht diesen weg als den richtigen sehen würden? dann unterhalte dich mal mit ein paar alten die in irgendeinem krieg waren die meisten sind der meinung nur mit gewalt könnte man solche leute wieder auf die richtige spur bekommen.

    Also ich sehe keinen grund warum bei diesem film andere bewertungsregeln angelegt werden sollen als für jeden anderen film?

  • Binding 20. 11. 2010 an 17:44

    Holy Moses!!! Nun, dann muss ich wohl etwas mehr ausholen: 1. Es gibt verschiedene Filmgenres mit verschiedenen Regeln, die man nicht einfach ignorieren kann (man MUSS also differenzieren). 2. Es gibt unterschiedliche Interpretationsansätze für Filme (man könnte „Harry Brown“ also durchaus auch auf der rein politischen Ebene bewerten.
    Du könntest jetzt allerdings auch darauf pochen, dass „Harry Brown“ genregemäß bewertet werden soll – also als Rache-Thriller. Dann sind wir eventuell ganz schnell damit durch, denn die Bösen werden letztlich gekillt und alles wird gut (falls man das als Essenz dieses Genres begreift). Mit so einer Haltung entwertest Du aber automatisch „höherwertige“ Filme dieses Genres und gibst außerdem Dein Hirn an der Kasse ab, weil Du ihnen generell nicht mehr als das zutraust und auch nicht mehr darin sehen willst. Die meisten Menschen hätten es gerne so einfach – aber erstens wäre das sehr langweilig, und zweitens ist IMMER alles viel komplexer (vor allem bei solchen Themen, die in „Harry Brown“ verhandelt werden).

  • XfrogX 20. 11. 2010 an 18:11

    Schubladen denken von extrem engstirnigen menschen mag ich besonders. Gibts da irgendwelche gesetze für ab wann ein film zu Realistisch ist und damit nur noch politisch korekt enden darf? Vielleicht gibts ja auch noch eu strafen für harry brwon weil er den leuten einen falschen weg zeigt. *g* Merkst du was es für einen Quatsch ist nun A team einen Action Film zu nennen und Harry Brown einen Rache thriller oder ein ernstes Gesellschaffts drama? Ich habe A team nicht als kino film gesehen, aber in der serie würde es ja auch als rache thriller durch gehen können, denn auch hier wird anderen was böses angeta, das a team will helfen scheiters aber meistens zu erst mal und packt dann die waffen auf und richtet alles wieder. Okay ohne tote wobei das angeblich im film ja anders ist.

    Dennoch ich versteh nicht warum nun ein a team darauf keine kritik bekommt aber ein harry brown DESWEGEN ein schlechter film ist.

    Wenn man sagt die dialoge sind langweilih, die figuren nicht glaubhaft die filmtechnisch schlecht oder die geschichte nicht packend, alle punkte die ich aktzeptiere die ich aber anders finden kann. Aber einen film nur deshalb schlecht zu machen weil der lösungsweg nicht politisch korekt ist halte ich für eine film bewertung nicht trag bar. Eine Doku oder ein wissenschaftlicher bericht, eine regierungs entscheidung oder sowas, alles sachen die man nach sowas beurteilen kann, aber bei einer geschichte die in film form erzählt wird?

    Zumal ich es wirklich sehr passend finde für die figur das er so reagiert.

  • Binding 20. 11. 2010 an 18:50

    Irgendwie reden wir aneinander vorbei, fürchte ich. Aber was ich noch loswerden muss: Natürlich muss jeder Film immer unvoreingenommen für sich betrachtet werden, und man kann auch nicht 100%ig genau festlegen, wo irgendwas problematisch wird oder Genregrenzen beginnen bzw. enden. Aber als Filmkritiker könnte man jedenfalls seinen Job an den Nagel hängen, wenn man so denken würde wie Du, weil dann alles total beliebig werden würde. Und sorry: Auch wenn es beim A-Team um Rache geht, ist es vom Genre her definitiv Action (vielleicht noch mit dem Zusatz „-Komödie“). Und „Harry Brown“ ist definitiv kein Action-Film!

  • Silent Rocco 20. 11. 2010 an 19:04

    Stimmt, Harry Brown ist ein Drama, nichtsdestotrotz ein Film. Ich fand die Diskussion auch schon bei Taken – einer der besten Action-Thriller der letzten Jahre – lächerlich. Oder Man On Fire – Knallerfilm – aber buhei, Selbstjustiz, igitt, Alarm, Schande!

  • Binding 20. 11. 2010 an 19:14

    Ja, das war auch mein Argument bei „Taken / 96 Hours“, weil ich ihn ebenfalls als Actionthriller sehr gelungen fand. Aber ich sage jetzt einfach trotzdem mal: Je realistischer das Setting, die Figuren und die Handlung, desto ernsthafter muss man auch mit dem Film umgehen. Und es kommt auch darauf an, was die Macher selbst dazu sagen bzw. welche Intentionen sie haben. Bei „Harry Brown“ bin ich mir ziemlich sicher, dass sie nicht einfach nur einen Film drehen wollten …

  • XfrogX 20. 11. 2010 an 20:28

    Nee ich finde die film kritiker sollten es mehr ablegen nach sowas wie moral für eine bewertung einfliesen zu lassen. Weil genau dann wirds langweilig es es dann niemals mehr einen realistischen film gibt der unmoralisch ist weil er schon vorher verrissen wird.

    Auch stirb langsam ist ja moarlisch gesehen das schlimmste was es gibt, dennoch wird er von vielen geliebt und keiner hat je gesagt der film ist der letzte mist weil es unmarilisch ist selbstjustiz so durch zu ziehen.

    Glaube wenn man damit anfängt alle filme auch noch nach morailscher einwandfreiheit zu prüfen wirds kaum noch was geben was überleben darf. Und es gibt nunmal keine möglichkeiten kunst in schubladen zu stecken. Je besser ein film ist desto eher kann man auch die verschiedensten genres drin finden.

  • Binding 21. 11. 2010 an 15:24

    Die „Stirb langsam“-Filme sind Actionthriller, die niemand ernst(er als nötig) nimmt. Und natürlich gibt es Schubladen, in die Kunst gesteckt werden kann.

  • Medem77 24. 11. 2010 an 14:56

    Kinners….

    Harry Brown ist, wie der Name schon sagt, ebenso ein zutiefst braun gefärbtes Ärgernis wie zuletzt „96 Hours“, daran sollte es keinen Zweifel geben.

    Triangle kommt mit einer netten Idee um die Ecke, ist jedoch schauspielerisch wie inszenatorisch so „durchschnittlich“, dass er beim Anschauen ermüdet.

    Das Interessanteste an dieser Debatte hier ist aber, dass ich anscheinend nicht der Einzige bin, der Jet Strajkers Nolan-Paranoia vom Film, der sich erdreistet mehr sein zu wollen, als er eigentlich ist, als unfassbar peinlich wahrnimmt. :-D

    Der Witz ist doch: Es ist ein Paradoxon. Wer sagt, dass Inception oder meinetwegen Triangle mehr sein wollen, als Unterhaltungsfilme, die zumindest ein bisschen mehr Grips haben, als „The Town“ (der eine absolut Frechheit von der Stange war) und Co.? Wer sich noch nach dem Kinobesuch mit oben genannten Filmen beschäftigt, ist doch selbst schuld und zählt somit zu genau der Zielgruppe, die der Film anspricht. Insofern darf man dem Herrn Strajker also wohl herzlich gratulieren. ;-)

  • Binding 2. 12. 2010 an 1:16

    Jetzt hab‘ ich endlich mal „Triangle“ gesehen. Okay, genau betrachtet ist er total sinnlos und führt zu nichts, und wenn man die Auflösung als Verarsche oder Mindfuck-Wellenreiten betrachtet, muss man halt zwangsläufig zu einem negativen Ergebnis kommen. Insofern kann ich Jet verstehen. Aber was man doch auch sehen und honorieren muss: Der Film ist trotzdem interessant, freaky und gut. Genau so etwas sucht man doch eigentlich auch immer, wenn man nicht nur 08/15-Sachen sehen will. Und es geht darüber hinaus auch um typische Horror-Motive (Doppelgänger, Kontrollverlust, Gefangensein). Ich finde daher: „Triangle“ ist ein absolutes Highlight unter den DVD-Premieren und macht auf verstörende Weise Spaß. Nicht so viel hinterfragen, sondern einfach auch mal genießen!

  • Jack the Ribber 9. 12. 2010 an 9:22

    „the town“ war in der tat eine frechheit. in zukunft halte ich es mit homer simpson: „ben affleck? i’m outta here!“

  • Björn 24. 12. 2010 an 1:16

    Triangle fand ich nett, am Ende dann doch erfrischender als gedacht, auch wenn natürlich das Finale dann mal wieder unzufriedenstellender gelöst wurde als erhofft, ein generelles Problem dieser Zeitschleifen/-reisen Prämisse. Trotzalledem schön erdacht, wenn tatsächlich, und da stimme ich zu, er sich auch zu sehr auf die Grundidee verlässt, weswegen er im Mittelteil recht abflacht. Hätten sie es noch geschafft den Film auch ohne diesen Twist spannend zu gestalten wäre er toll geworden. Deswegen besseres Mittelmaß, mit löblichen Ansätzen.

    Greenberg mochte ich gar nicht. Entweder ich habe ihn tatsächlich nicht verstanden oder die Dialoge als auch die Story ansich waren das langweiligste seit langem. Keinerlei Witz, keinerlei Ideenreichtum in beidem, was natürlich auch irgendwie als Stilmittel verteidigt werden kann, aber selbst dann bleibt er langweilig und die Frage bestehen wozu man so einen Film macht. Ein paar nette Ansätze hatte er schon, aus Greenberg als Charakter hätte man etwas machen können, aber die restlichen Charaktere waren die pure… leere. Naja. Hat mir nicht gefallen. Gibt zig ähnliche und bessere Filme.

  • tobias 9. 1. 2011 an 10:35

    @xfrog

    respekt für deine ansage, aber auch kritiker müssen und sollten
    moralische maßstäbe ansetzen, ansonsten respekt vor deiner meinung

    harry brown macht es einem schwer… man will ihn mögen dabei ist er ein
    miststück… klingt wie die ex freundinn

  • XfrogX 9. 1. 2011 an 15:24

    Vielen Dank, halte aber Moral für eine Extrem anerzogenes und Persönlichen Maßstab. Dieses Soll jeder Kritiker der es für wichtig hält gerne erwähnen. Aber es sollte meiner Meinung nach nicht in eine Bewertung einfließen. Vor allem weil es die selben Leute gerne sehr unterschiedlich auslegen nur weil sie mal einen etwas anderen Hintergrund in einem Medium vermuten.

  • Jayzett 25. 1. 2011 an 10:04

    Zu Greenberg: Ich würde mal sagen, das war Ben Stillers „Cable Guy“ Moment. Hoffentlich macht er so weiter und nicht nur „Popcorn-Trash“ wie so viele seiner Filme. Übrigens längst nicht seine erste „ernste“ Rolle. Ich empfehle hier u.a. die „Royal Tennebaums“ https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Royal_Tenenbaums. Durchaus humorig, aber auch düster und ernst.

  • Daniel 28. 1. 2011 an 0:26

    Zu behaupten Greenberg sei ein guter Film ist für mich ungefähr damit vergleichbar den Holocaust zu leugnen. Ich würde nicht so weit gehen, das unter Strafe zu stellen aber demjenigen der diesen Film ernsthaft mag muss man schon eine gestörte Wahrnehmung unterstellen.

  • Berlinale-Kurzreviews: Silver Bullets & Art History (Swanberg-Double-Feature) | Die Fünf Filmfreunde 13. 2. 2011 an 5:16

    […] Independent-Films entfaltete. Mittlerweile häufen sich auch kommerziellere Varianten, zuletzt mit “Greenberg” oder “Cyrus”, deren zwangloser Geist durch die Gesetze des US-Mainstreams jedoch […]