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Doku: Made in Hollywood

16. 5. 2011, Renington Steele, 4 Kommentare


(Arte Direkthollywood, via Nils)

Schicke Doku über Blockbuster aus Hollywood, für sieben Tage auf Arte+7:

Blockbuster bedeutet wörtlich übersetzt „Wohnblockzersprenger“ – so hieß ein Fliegerbomber im Zweiten Weltkrieg. Heute verstehen wir darunter einen Film, der zunächst einmal einer klassischen Hollywood-Dramaturgie folgt – ein Happy End ist unabdingbar. Unterhaltung wird ganz groß geschrieben. Die Super-Filmproduktionen „Made in USA“ sind inzwischen weltweit zum Vorbild geworden, für eine Kunst, die erfolgreich den Publikumsgeschmack trifft. Aber welche Zutaten braucht man für einen Blockbuster?

Erstens muss das Budget über 100 Millionen Dollar betragen und das Produktionsstudio ist US-amerikanisch. Ein solcher Blockbuster hat seinen Kinostart für gewöhnlich während der Schulferien in Amerika, also zwischen dem Memorial Day und dem Labor Day oder an Weihnachten und läuft in mehreren Tausend Kinos gleichzeitig an („opening wide“).

Zweitens muss der Film muss ein Riesenerfolg sein, der während des Sommers von vielen Zuschauern und von diesen zum Teil mehrmals gesehen wird. Das Zielpublikum sind in der Regel männliche Jugendliche und Kinder in der Vorpubertät. Der Kinostart muss von anhaltender massiver Werbung vorbereitet und begleitet sein und es muss die entsprechenden Merchandisingprodukte geben wie Figuren, Videospiele bis hin zu einem Erlebnispark.

Außerdem darf der Film weder eine Komödie noch ein Horrorfilm sein – das Zielpublikum soll nicht durch das „rating“ beziehungsweise die Altersfreigabe eingeschränkt werden. Zudem sollte es kein Prestigefilm sein wie zum Beispiel „Der Pate“ oder der „Der englische Patient“, so teuer er auch gewesen sein mag. Es muss viel Action geben, gleichzeitig darf es nicht zu gewalttätig zugehen, damit der Film nicht die Altersfreigabe erst ab 13 Jahren fällt.

Des Weiteren muss die Handlung Spielraum für zahlreiche Fortsetzungen lassen – was „Titanic“ zum Beispiel ausschließt. Die mögliche Bandbreite reicht also von der Science-Fiction über Superhelden-Filme, Katastrophen-Filme, „Heroic-Fantasy“ bis hin zum „Survival“. Zur visuellen Gestaltung gehören möglichst viele Special Effects.

Das weltweite Filmgeschäft dreht sich derzeit um einen harten Kern stereotyper Filme, die in den 70er Jahren erstmals auftauchten, und von denen sich alle Beteiligten – von den Autoren bis hin zu den Verleihfirmen – Riesenerfolge versprechen. Davon hängt der Wohlstand der gesamten Filmindustrie ab. Zur Erinnerung: Auf der Rangliste der US-Exportprodukte belegen Filme Platz 2.

  • alican 16. 5. 2011 an 16:03

    Das ist 7 Tage online aber weil es schon letzten Donnerstag ausgestrahlt wurde, nur noch bis zum nächsten Donnerstag online.
    Wenn man es darüberhinaus noch schauen möchte, kann es sich damit legal runterladen: http://arte700.webnode.com/download/

  • Moviesteve 16. 5. 2011 an 21:56

    Ich war ehrlich gesagt etwas enttäuscht von der Sendung – was aber nicht an den ambitionierten Dokumentarfilmern lag, sondern eher daran, dass sich die wirklich wichtigen (aktuellen) Hollywood- und Blockbuster-Macher allem Anschein nach partout nicht zu Wort melden wollten.
    Kein Bay, Bruckheimer, Spielberg oder wenigstens Verbinski, Burton, Lasseter, Abrams, nicht mal Emmerich. Niemand der wirklich im Blockbuster-Prozess der letzten Jahre drinsteckt. Daher nur viel allgemeines Gerede, kaum echte Einblicke.

    Tolles Thema, das aber durch die geradezu paranoide (und irgendwie alberne) Abwehrhaltung der betreffenden Protagonisten nicht ansatzweise ergründet wurde. Schade.

    Schaut sich für Filmfans aber natürlich trotzdem schnell mal weg. ;)

  • DavidaberA 18. 5. 2011 an 21:01

    Mich irritiert die einströmige Betrachtung des Verhältnisses: Ökonomie wirkt rein in die Kunst ein. Das vice-versa-Phänomen wird nicht mal gewagt zu denken. Die „Kulturalisierung/Verkünstelung“ der Ökonomie. Was natürlich auch den sentimentalen Ton am Schluss erklärt: Der Tod des Kinos durch den Wahn des Kapital(ismu)s. McKee’s Schleim scheint die ganze Doku zu überziehen. Unterhaltung kann doch keine Kunst sein! usw usf

    (Wobei sich zum Ende ja eine schöne Pointe bietet: Der Markt wandert nach Brasilien, Südost-Asien, etc und mit ihm die Aufmerksamkeit für diese Gebiete der Welt, es scheint sich eine Verschiebung der (noch) Ton angebenden kulturellen Knoten anzubahnen. Also mit dem globalen Finanz- und Aufmerksamkeitsströmungen geht eine mögliche Erstarkung des kulturellen Einflusses der sonst bloß Charity-geeichten Areale einher.)

    Aber vielleicht sollte man einfach weiter Dokumentationen drehen, die festhalten, wer nicht in einem Tom Hanks Film mitspielt oder nicht gerade für ein Interview zu haben ist.

  • Grundewick 19. 6. 2011 an 16:02

    Gibt es noch irgendwo eine Möglichkeit an diese Doku zu kommen? Hab sie leider verpasst und nun isset zum onlineschauen zu spät. :-/

  • Imagefilm Produktion 12. 11. 2011 an 1:15

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