News

Michael Bay und James Cameron fällt zu 3D nichts ein…

21. 5. 2011, Batzman (Oliver Lysiak), 32 Kommentare

Im Vorfeld des neuen Transformers-Films, hat Paramount Michael Bay dazu verdonnert Abbitte für seine Anti-3D-Sprüche zu leisten, die er im vergangenen Jahr noch lautstark verkündete. „“I prefer the flat screen. I’m not jumping to do 3-D at all – it’s a pain in the neck to shoot it and I actually like the flat image. I’ve heard that some people can’t even see 3-D and, moreover, that a major side effect of watching it is feeling exhausted. Can you imagine how you’d feel watching one of my movies in 3-D?” meinte er damals. Und kurz zuvor hatte er noch gesagt: „I think 3-D is going to be a fad. I personally don’t like 3-D. The glasses impair your peripheral vision. If the studios want to push any technology, it should be IMAX. That’s much more immersive“

Zur Strafe musste er sich jetzt mit James Cameron vor Publikum setzen und sagen wie superduperdoll er 3D jetzt findet. Leider haben weder er noch Cameron irgendeinen tatsächlichen Vorteil anzubringen und flüchten sich mehrfach in „it’s a fun toy“, weil sie wohl so gar keine Idee haben, wie man 3D wirklich dramaturgisch oder erzählerisch in einer Weise nutzen kann, die in 2D nicht möglich wäre.

Danke Kommentator Alex für den Link ;)

  • mein Senf 21. 5. 2011 an 17:24

    Schöne Zusammenfassung dieses skurrilen Clips :-)

  • Thomas 21. 5. 2011 an 17:51

    Naja, 3D ist letztendlich nur ein „Spielzeug“ um ein noch umfassenderes Kinoerlebnis zu schaffen. Nicht mehr und nicht weniger.
    Natürlich wirkt es sich nicht auf den Inhalt aus. Aber das tut IMAX, HD oder Surround-Sound auch nicht. Ich verstehe das ganze 3D-Bashing dahingehend nicht.
    Seht die Technik als das, was sie ist: Eine Präsentations-Methodik.

  • Dr. X 21. 5. 2011 an 18:52

    @Thomas:
    …sehe ich genauso. Hinzu kommt: Ausgerechnet Cameron vorzuwerfen, ihm falle nix zu 3D ein, ist nach dem zumindest optisch ja recht eindrucksvollen Avatar doch ziemlich lächerlich. Mag er in dem Interview erzählen, was er will – auf jeden Fall hat er mit der Technik bereits ein paar staunenswerte Bilder erzeugt und damit ihre Existenz schon mehr als gerechtfertigt.

  • Batzman (Oliver Lysiak) 21. 5. 2011 an 21:02

    Cameron ist zu 3D nix eingefallen. Ob man die Bilder jetzt mag oder nicht, wirklich originell sind sie nicht und sie sehen ohne 3D im Grunde sogar besser aus.

    Und Farbe, Breitbild, Ton und selbst Surround-Sound bieten erzählerische Möglichkeiten die ohne sie einfach nicht möglich sind. Bei 3D sehe ich das bislang nicht… und das bei einer Technik die es seit 60 Jahren gibt. Außer sog. 4D-Attraktionen in Vergnügungs-Park-Rides (wo sich mit 3D und entsprechener Bewegungstechnik und Bauten tatsächlich ein immersives Erlebnis erzeugen lässt) kenne ich keinen Fall wo ein Film in 2D nicht genauso wirkt und oft sogar noch besser aussieht als in 3D. Avatar eingeschlossen.

  • Jet Strajker 21. 5. 2011 an 22:18

    Das ist ja nur ein kleiner Ausschnitt eines sicher längeren Gesprächs, also ist es unfair bzw. polemisch zu sagen, die beiden hätten nichts Wesentliches über 3D zu erzählen.

    Hier die YouTube-Version, falls der Player oben nicht funzt.

  • JMK 21. 5. 2011 an 22:24

    3D könnte in Filmen wie Herzogs „Cave“ sinnvoll eingesetzt werden. Könnte.

  • Gunther 21. 5. 2011 an 22:46

    3D bring in erzählerischer Hinsicht gar nichts. Ich kann auch ohne 3D erkennen, welches Objekt weiter hinten im Bild liegt, was durch was verdeckt wird und wo der Fokus liegt. Selbst Farbe hat da deutlich mehr Gewicht, da wir mit Farben Emotionen verbinden.

  • Hans 22. 5. 2011 an 0:14

    > Ob man die Bilder jetzt mag oder nicht, wirklich originell sind sie nicht
    > und sie sehen ohne 3D im Grunde sogar besser aus.

    Ist kein Fakt sondern eine Meinung. Ich bin anderer Meinung. Und warum muss 3d denn jetzt einen praktischen Vorteil bringen? Ich gehe auch mal ins Kino um abzuschalten. Und da gefällts mir in 3d einfach. Das reicht mir schon als Begründung. Es gibt auch Leute die abstrakte Kunst mögen ohne dafür praktische Gründe angeben zu können. Bei Freizeit-Hobbies ist „weil es mir gefällt“ aber ein valider Grund. Und alles was ihr letztendlich dagegen sagen könnt ist einfach „Aber mir gefällts nicht“. Gute Basis für einen sinnlosen Religionskrieg.

  • lukipuki 22. 5. 2011 an 4:19

    das hab ich hier zwar schon öfters erzählt … aber ich muss das jetzt nochma erwähnen…
    Wir haben in unserem Leben nie *NIE* harte schnitte. Wir kommen von einer Sichtweise/Perspektive immer kontinuierlich zur nächsten. In jedem xbeliebigen Film wird ein Dialog normalerweise so erzählt, dass immer die Person, die Spricht zu sehen ist – also etwa 10-20 schnitte pro minute. Bei jedem Schnitt sehen wir ein neues Bild. Dieses neue Bild ist allerdings immer gleichweit entfernt (im Kino etwa 5 bis 10 Meter).
    Bei einem 3D-Film müssen wir mit jedem neuen Schnitt die richtige Entfernung kurz suchen. Unsere augen fixieren nämlich nicht mehr einfach die Leinwand, sondern sie fixieren ein bestimmtes Objekt. Das muss bei jedem Schnitt gemacht werden. Alleinschon ein Dialog in einem 3D-Film strengt damit ungeheuer an. Dazu kommt noch ein unglaublich dunkles Bild und evtl ein ungünstiger Sitzplatz (seitlich) im Kinosaal.

    Gerne hätte ich den beiden Regisseuren mal diese Frage gestellt: Was für ein Projektorsystem nutzt ihr, wenn ihr eure 3D-Testfilme anschaut. Tests, die später darüber entscheiden, wie (, wann oder ob) 3D eingesetzt wird.
    Sind das normale Kinobedingungen (dunkler Projektor auf großer Leinwand, etc) oder HighEnd-Bedingungen.

    richtig 3D genießen kann man eigentlich nur Standbilder, oder sehr gemütliche Filme. Es ist desshalb schonmal gut, dass Bay (scheinbar) mehr auf lange Scenen setzt. Das hat er auch in einem Interview mal angegeben, dass 3D erst dann richtig wirkt, wenn man etwa 3-4 Sekunden Zeit hat, das ganze Bild anzuschauen. Er meinte da, dass er seine Art zu filmen etwas geändert hat. Trotzdem fürchte ich mich etwas for den wilden Roboter-kämpfen. Wenn sich zu viele Dinge zu schnell ins Bild hinein und hinaus bewegen, dann können die Augen einfach nicht mehr folgen.

    Wenn ein Transformer im Real-Life vor meiner Nase rumkämpfen würde – mein Kopf wäre einfach überfordert. Ich wäre nicht wirklich in der Lage den ganzen Details zu folgen. Mit Details meine ich sowas wie: der Rechte Arm vom einen hat dem Kopf des Anderen gerade einen Kinnhaken verpasst – Ich müsste erstmal den Arm suchen, um dann viel zu spät zu erkennen, dass das ein Kopf war, der grade getroffen wurde. Bestimmte dinge können wir überhaupt nur kapieren, weil sie auf eine flache 2dimensionale Ebene hinuntergebrochen wurden.

    Ich hab es ja wirklich ein paarmal versuch mit dem 3D.
    Leider habe ich den (scheinbar einzigen) richtigen 3D-Film von Cameron selbst – Avatar – nicht in 3D gesehen. Deshalb habe ich kein Referenzprodukt dieser Technik gesehen. Wenn Cameron sagt, dass Transformers 3D wirklich toll ist (technisch) dann scheint es wohl auch seinen technischen Vorstellungen von 3D zu entsprechen…
    Vielleicht gebe ich dem Film in 3D nochmal eine Chance. Anschauen werde ich ihn mir ja sowieso.

  • Charlott 22. 5. 2011 an 9:29

    Dann sollten sich beide mal Wim Wenders‘ „Pina“ angucken, dann wissen sie, was man mit 3D wirklich Großartiges machen kann.

  • Thomas 22. 5. 2011 an 11:12

    @ Hans: Genau so sehe ich das auch!

    @ lukipuki: Also wenn wir schon bei wissenschaftlicher Augenanalyse sind: Meine Augen beherrschen etwas, das nennt sich Adaption. Sprich, im Dunkeln stellen sich meine Augen auf Dunkelheit ein und ich kann auch da was sehen. Wenn ich eine 3D-Brille aufsetze, erscheint mir das Bild zwar kurz minimal dunkler, aber nach spätestens einer Minute nehme ich das nicht mehr wahr.

    Und auch mit dem Fokussieren ist es bei 3D gerade die Aufgabe des Filmemachers, krasse Tiefensprünge zu vermeiden. Bei allen Filmen (auch 2D) ist Blickpunktführung im Schnitt ein sehr wichtiges Thema. Bei 3D muss man dies eben noch in einer Dimension mehr machen. Wenns also gut gemacht ist, dann ist es nicht sehr anstrengend für den Zuschauer.

    Aber wie Hans schon schrieb: Es gibt keine Argumente für oder Gegen 3D. Es gibt nur Meinungen. Manche Leute glauben aber immer noch, dass ihre eigene Meinung eine Tatsache in der Welt darstellt und ich glaube, dass die Erde flach ist, dann ist sie auch flach!
    Ich persönlich mag 3D und ich werde mir weiterhin 3D-Filme ansehen, weil sie es mir wert sind. Es macht mir Spaß, ich krieg davon kein Kopfweh, mir gefällt es.

  • Dr. X 22. 5. 2011 an 12:12

    …kann mich Hans und Thomas nur anschließen.

    @Batzmann: ‚Cameron ist zu 3D nix eingefallen. ‚

    Ich halte deine Reviews und Wortmeldungen in diesem Blog tatsächlich gemeinhin für die Reflektiertesten und Besten – sie sind für mich genau genommen sogar der Grund, warum ich hier regelmäßig reinschaue – aber in diesem Fall scheinst du dich doch etwas zu verennen. Einem Mann, der mit einer derartigen Akribie, einem solch unfassbaren Aufwand und zudem ja auch mit einem nicht gänzlich zu leugnenden Erfolg ( wer wollte daran zweifeln, dass ‚Avatar‘ überwiegend wegen des 3D-Erlebnisses zum monetär erfolgreichsten Film aller Zeiten wurde?) daran gearbeitet hat, die cinematographische Präsentationsmethodik weiter zu entwickeln – einem solchen Mann also zu unterstellen, ihm sei zu eben dieser Präsentationsmethodik nix eingefallen, dazu gehört schon eine gehörige Portion Kritiker-Hybris, um nicht zu sagen: Verblendung. Mit dem gleichen Recht könnte man behaupten, Steve Jobs und seine Leute hätten nichts Relevantes zum Thema mobiles Telefonieren beigetragen…

    Wenn man dramatisieren wollte, könnte man sogar soweit gehen, zu sagen: In der verknöcherten Ablehnung einer neuen oder zumindest deutlich verbesserten Technologie wie Real3D äußern sich letztlich nur kulturpessimistische Beharrungstendenzen sowie ein zutiefst konservatives Alles-soll-so-bleiben-wie-es-ist-Denken, dass zumindest bei mir ungute Erinnerungen an die Zeiten der Einführung des Ton- bzw. später Farbfilms weckt; (nicht, dass ich damals dabei gewesen wäre).

    Übertrieben? Vielleicht. Andererseits: Man muss nun wirklich kein durchgeknallter Science-Fiction-Junkie sein, um sich die Zukunft des Kinos als eine Art universelles Sinneserlebnis vorzustellen: Der Zuschauer taucht ein in eine ihm fremde Welt und wird gefühlt zum körperlich involvierten Beobachter. Irgendwann werden wir oder unsere Nachfahren womöglich einen Helm aufsetzen und Zeuge einer solch perfekten Illussion werden. Und wer wird dann wohl zumindest als ein Wegbereiter dieser Entwicklung gelten – und sei sein Beitrag im Rückblick auch noch so klein und unvollkommen? Genau: Typen wie James Cameron. Und allein dafür kann man den Mann doch respektieren – statt ein offensichtlich nicht von ihm selbst und überdies nicht allzu clever zum 3D-Werbetrailer zusammen geschnittenes Podiums-Gespräch (bei dem der Mann sich auch noch sichtlich unwohl fühlt) zum Anlass zu nehmen, ihn sinnlos zu bashen.

  • Dr.Strangelove 22. 5. 2011 an 12:20

    Ich muss gar nicht noch mehr reingezogen werden wenn die Geschichte stimmt. Und das macht doch Kino aus. Und nicht Farbe, THX, oder 3D. Irgendwie dann noch Duftstoffe und rüttelnde Sitze. Wird mich das den Figuren in dem Film noch näher bringen wenn ich auf einmal „Heu“ rieche… weil der Film auf einen Bauernhof spielt. Ich glaube nicht. Da rieche ich lieber an meinem Popcorn, schaue es in 2D und heule dennoch weil mich die Geschichte in den Bann zieht.
    Und bitte reduziert meine Aussage nicht auf Story vs. 3D. Darum geht es nicht. Ich behaupte nur das 3D einen eben nicht näher ins Geschehen bringt. Rütteln und Duftstoffe würden einen prinzipiell ja auch „näher“ bringen. Aber selbst mit guter Story… wäre das auf so eine Effektebene. Für „Roboter kommt aus Erdloch und haut dir in die Fresse“ bestimmt ganz toll. Vielleicht auch für Wim Wenders Tanzfilm. Aber ansonsten?

    Im Grunde sind die Vorteile erschreckend gering. Und es gibt soooo viele Nachteile. Und es wurde dennoch eingeführt. Und die Antwort ist Geld. Wo sonst kann man einfach 20% – 50% mehr verlangen. Nur weil da jetzt 3D drauf steht. Schaut euch da mal an welche Filme in 3D konvertiert werden.

    Am schlimmsten ist das jetzt schon Kinderfilmer in 3D gezeigt werden. Kinder muss man nur vor den Fernseher setzen.. und schwupps tauchen die in diese Welt ab. Egal wie groß der Monitor ist. Kinder brauchen am wenigsten 3D.

    Man muss bei der 3D Diskussion auch mal erwähnen das es da um sehr viel Geld geht.

  • Batzman (Oliver Lysiak) 22. 5. 2011 an 13:57

    @DrX

    Wenn ich den ersten 3D-Film sehe der irgendwas interessantes mit der Technologie anstellt, bzw wenn irgendwann eine Technologie existiert die 3D nicht in erster Linie zu einem anstrengenden, limitierenden Erlebnis macht, bin ich gerne bereit meine Meinung zu ändern. Ich sage nur: Das was derzeit gemacht wird ist langweiliges Gimmick und die derzeitige Philosophie „subtle 3D“ zu nutzen, dass die Zuschauer fast nicht bemerken außer im Vor- und Abspann oder wenns mal regnet oder schneit, ist in erster Linie eine kommerzielle und keine künstlerische Entscheidung. Avatar ist in 2D genau derselbe Film, nur das die Farben leuchtender sind. Das er erfolgreich war, lag am Hype und der Idee die den Leuten verkauft wurde und daran, dass es der erste 3D-Film war den Kreti und Pleti die sonst nie ins Kino gehen, gesehen haben und toll fanden.

    Ich find 3D funktioniert toll in eigens konstruierten Rides in denen es Teil eines Gesamtkonzepts in dem Adrenalin-Thrill wichtiger ist als eine wirklich emotional involvierende Story. Da ist es dann cool, wenn man rundherum schauen kann und eine Mischung aus Projektion und realen Elementen sieht, während man sich „durch“ eine actiongeladene Story bewegt. Im Kino sehe ich diese Notwendigkeit nicht, ja ich bin unsicher ob selbst ein verbessertes 3D ohne Brille wirklich von Vorteil wäre. Selbst im holographischen Kino der Zukunft wo es im Kino möglich wäre durch eine Kopfbewegung hinter Dinge zu sehen oder sich sogar innerhalb des Bildes zu bewegen, sehe ich keinen gleichwertigen Ersatz für den klassischen 2D-Film.

    Bücher funktionieren dadurch, dass der Autor es schafft den Leser in seinen Bann zu ziehen. Ihn komplett zu manipulieren und die absolute Kontrolle darüber zu haben, was der Leser erlebt.

    Klar es gibt seit Ewigkeiten diese „Choose your own adventure“-Books, aber letztlich sind das Kuriosa, Gimmicks, die niemand dauerhaft als Romanersatz nutzt, weil es eben darum geht sich eine Geschichte von einem guten Künstler erzählen zu lassen und nicht darum hin- und her zu blättern um zu gucken was passiert wenn der Held rechts oder link abbiegt. Seit Jahrhunderten funktioniert literarische Erzählung auf die simple Weise, dass man eine Geschichte von Anfang bis Ende liest ohne auch nur einen Hauch von Freiheit zu haben oder das irgendjemand fand, das ganze wäre immersiver wenn das Buch an bestimmten Stellen vibriert, Gerüche absondert oder Musik spielt.

    Dasselbe gilt für die Versuche im Kino diese Mitbestimmung per Knopfdruck, Schreilevel oder sonstwas einzuführen. Das ist ein netter Gag, aber im Grunde überflüssig und nichts was man als Zuschauer wirklich in jedem Film haben wollen würde.

    Und für 3D gilt dasselbe: Als Storyteller braucht man die Restriktion, die Einschränkung. Die Gewalt darüber genau zu entscheiden, was der Zuschauer sehen darf und was nicht. Geschichten erzählen ist kein demokratischer Prozess sondern die Kunst der Manipulation. Wichtigstes Werkzeug des Filmemachers ist es dem Zuschauer genau vorzuschreiben was er in jedem Moment sieht, hört und fühlt. Seinen Blick zu fokussieren, ihm eben keine Freiheiten zu lassen. Nicht umsonst beklagen sich viele der Regisseure die von den Studios dazu gewungen werden ihre Filme in 3D zu drehen, darüber dass sie dadurch weniger machen können, weil sie auf 3D-Rücksicht nehmen müssen und dadurch ihre Stories weniger effektiv erzählen können.

    Jetziges 3D (und zukünftiges echtes Blickwinkel-abhängiges 3D) nehmen dem Regisseur aber eher Möglichkeiten des Fokussieren. Wenn der Zuschauer selbst entscheidet wo er hinguckt, was er sieht und womöglich noch wie eine Situation ausgeht, dann schmilzt die Möglichkeit ihn wirklich emotional zu packen, weil der Filmemacher keine Kontrolle mehr über den Fokus hat und seine Zuschauer nicht mehr effektiv genug manipulieren kann. Selbst Computergames (die so gut sie auch erzählt sind, bislang noch nie dieselbe emotionale Tiefe und Bindung erreichen konnten wie Film oder Roman) greifen in wichtigen Momenten, den Cut-Szenes, in die Freiheit des Spielers ein und nehmen ihm die Entscheidung darüber was er aus welchem Winkel sieht und nutzen klassische Kinomontage um die Story zu erzählen.

    3D wird als Spielkram und vielleicht als seperate neue Unterhaltungsform, durchaus mit narrativen Elementen, wie Computergames auch, seine Berechtigung haben und seine Nische besetzen. Gerade im Gaming-Bereich halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass sich dort einiges an coolen Effekten herausholen lässt, wenn die Technik mal ausgereift ist und weder auf die Augen geht noch das Bild dunkler macht.

    Fürs klassische Kino sehe ich 3D derzeit aber als überflüssig an und solange es niemand nutzt um wirklich was zu erzählen (was sich aber niemand trauen wird, solange ein Film auch auf DVD/BD und in 2D funktionieren muss) – glaube ich nicht an die Revolution. Der häufigste Satz den ich die letzten Monate gehört habe über gutes 3D war tatsächlich „Es hat kaum gestört“ – und das klingt nicht wirklich danach, als wenn die Leute noch sehr lange überwältigt sind und bereit dafür Premiumpreise zu zahlen.

  • Alex 22. 5. 2011 an 14:05

    @Dr.Strangelove

    Das ist auf jedenfall ein interessanter Punkt den du ansprichst, und ich stimme dir zu, ich würde auch lieber einen guten, mitreissenden Plot bevorzugen als großartige Visuals. Aber das ist wiedrum ’ne Geschmacksfrage, es gibt andere Leute die mögen es anders herum. Ich wage sogar zu behaupten, dass es die große Masse an Kinogängern gar nicht stört wenn ein Plot nicht vorhanden ist, solange der Film ein visueller Schlag in die Magengrube ist. Anders kann ich mir die ungeheure Beliebtheit von Transformes 2, Avatar oder 300 nicht erklären.

    Aber Fakt ist: Filme mit großartigen Geschichten sind heute eh ziemlich selten geworden, gerade in Multiplex Kinos oder im 3D Sektor. Obwohl Pixar da meißtens eine Ausnahme darstellt.
    Aber ich persönlich mag das Real3D-Kinoerlebnis, gerade aus dem Grund da heutzutage nicht mehr so viel wert auf Storytelling gesetzt wird.
    Ich konnte nämlich schon so manche mittelmäßige Filme (wie Beowulf, Meet The Robinsons..etc) dennoch geniessen, weil ich schnelle gemerkt habe das der Plot mich nicht gerade mitreisst. Dann lehne ich mich zurück und lass mich für den Rest des Films nur auf das visuelle Erlebnis ein (hab ich bei Avatar auch gemacht) . Aber wie gesagt, das funktioniert bei mir nur solange es sich auch um die Real-3D Technik handelt.

    Wie du schon erwähnt hast ist diese Technik nicht aus Idealismus oder Nächstenliebe geboren. Es geht natürlich um’s Geld. Und sobald eine technische Errungenschaft ordentlich Kohle macht, dauert’s nicht lange bis die ersten schwarzen Schafe auf der Bildfläche erscheinen. Und dann kam plötzlich dieser konvertierte Bulls**t, und jeder 2.Film ist plötzlich in „3D“ gedreht. Dieser Trend macht nicht mal bei den 2D-gezeichneten Trickfilmen halt (Titeuf, Le Chat du Rabbin), nur damit das 3D Logo auf dem Kinoplakat prangern kann um mehr Leute zu ködern. Und jetzt werden sogar ältere Filme frankenstein-mässig „wiederbelebt“.
    Was mich leider auch stört sind die viel zu hohen Kartenpreise auf IMAX-Niveau, gerade wenn es sich um diesen Fake-3D-Schrott handelt. Das ist ärgerlich, da ich auch die Erfahrung gemacht habe, das in manchen Kinos tatsächlich das Bild matschig und zu dunkel wirkt, da muß man schon selbst nach geeigneten Kinosälen suchen. Wäre schön wenn es ein offizielles Qualitäts-Prädikat geben würde.

    Es wird immer gute und schlechte Seiten geben, aber ich stimme Dr.X zu dass das nur ein winziger Teil darstellt, von dem was noch werden kann.
    Obwohl es diese Technick schon seit Jahrzenten gibt, steckt sie halt immer noch in den Kinderschuhen. Wir haben leider keinen Hitchcock oder Kubrick mehr, aber es wird bestimmt jemanden geben, der dieser Technik den nötigen Kick geben wird.

  • Dr.Strangelove 22. 5. 2011 an 15:17

    Habe übrigens letztens versucht Avatar zu sehen… und musste wegen der dummen Story einfach abbrechen. Mir war ja klar das der Film „banal“ ist. Ich schaue mir selbst idiotische Filme wie „Mission to Mars“ von de Palma an. Aber Avatar geht gar nicht. Ich spulte dann vor zu der Szene wo der Hauptdarsteller zum ersten Mal dieses „Flugtier“ fängt und reitet. Die Ureinwohner lachen hämisch, nur die Frau zeigt ein wenig Mitgefühl. Wenn Johnny Knoxvill in Jackass einen Bullen reitet seh ich bei seinen Kumpels mehr emotionale Tiefe / bzw… vielfältigere Emotionen als in Avatar!

    Bis auf wenige Ausnahmen (Wim Wenders) ist 3D echt nur in ‚hirnlosen‘ (was auch gut sein kann) Hollywood Blockbustern, und nun auch Kinderfilmen (Harry Potter (oder?), Schlümpfe, etc…) zu sehen.

    Ich glaube nicht das ein Film der Coen Brüder .. oder ein Film von Paul Thomas Anderson mit 3D besser wäre. Oder 3D einen mehr in die Geschichte integrieren würde.

    Immerhin ist es jetzt schon möglich eine Nahaufnahme von einem Gesicht zu zeigen… auf 6 Meter breite. 3D würde mich da auch nicht ’näher‘ bringen.

    Ich sehe das ähnlich wie Batzman. Was ist denn wenn man diese 3D Geschichte mal weiter denkt. Wenn die Probleme irgendwann behoben sind, man um Objekte herum schauen kann, Blicke schweifen lassen kann… was hat man davon. Es geht doch genau darum DAS eben nicht zu können. Der Regisseur will doch den Blick beeinflussen. Und eben keine Freiheit zulassen.

    Mir kommt gerade die Idee das ganze mit einem Gemälde zu vergleichen. Wenn ich Gemälde auf einmal in 3D sehen würde wird etwas andere daraus. Nämlich eine Skulptur. Ein Gemälde will aber Gemälde sein… bzw. eine Skulptur ist eben etwas ganz anderes als ein Gemälde.

    Wobei. Aus Kino könnte wieder so etwas werden wie im Theater. Wenn ich im Theater in der ersten Reihe sitze ist das spannende das die Emotion gerade live vor meine Augen passiert… und ich frei meinen Blick schweifen lassen kann… Aber sobald ich meine Augen auf eine Person richte… ist mir 3D ziemlich egal. 3D ist nur wichtig um auf die andere Seite der Bühne zu blicken.
    Im Film brauche ich das nicht. Im Film habe ich immer den besten Blickwinckel. Den vom Kameramann. Der hat das Bild ausgewählt. 3D ist nicht mehr nötig. .. vielleicht wenn es eine große Bühne wäre.

    Gemälde trifft es doch ganz gut. Da ist alles an seinem Platz wie es sein sollte. 3D wäre nur eine Spielerei…

    Und klar war Avatar erfolgreich. Bei den Preisen, bei der Werbung. Ich wage aber zu bezweifeln das da mehr Leute reingegangen sind als in Titanic. Habe jetzt aber nicht die Zuschauerzahlen gecheckt. Meine aber gelesen zu haben das Avatar eigentlich nur „ganz gut“ lief. aber nicht „herausragend gut“ .. was die reine Zuschauerzahl angeht

  • Comedian 22. 5. 2011 an 17:27

    @Dr.Strangelove
    Sehr schöner Vergleich mit dem Betrachten eines Gemäldes! Letztlich ist 3D doch nichts anderes als Marketinggedöns um wieder mehr Leute ins Kino und in Hollywood-Blockbuster-Sequels zu kriegen. Echten Spaß hatte ich nur mit Jackass 3D.

  • Silent Rocco 22. 5. 2011 an 17:53

    PINA – für mich DER Grund für 3D. Und ich war bei meinem ersten modernen 3D-Erlebnis – Monsters vs Aliens – wieder ein kleiner 10-jähriger Junge. Wenn es gut gemacht ist, steigert es das Erlebnis für mich persönlich enorm. Diese undifferenzierte Komplettschlechtrederei geht mir genauso auf die Nerven wie konvertiertes Kack-3D.

  • Dr.Strangelove 22. 5. 2011 an 19:20

    @Silent Rocco: Pina ist ein Tanzfilm…. und kann man nur schwer mit anderen Filmen vergleichen. Und „Monster vs. Alien“ ist auch was anderes als Bockeback Mountain oder Magnolia.
    Filme wie Transformers, Pirates of the Caribbean und Co… sind faktisch für ein junges Publikum bestimmt… von denen die Hälfte wohl auch gerne Achterbahn fährt. Und bei solchen Filmen mag es sein das sich das Erlebnis durch 3D steigert. Aber doch nur auf eine sehr oberflächliche Art.

    Ich finde das eben kaum eine „Komplettschlechtrederei“ stattfindet. Es ist eine neue Technologie und niemand will sich dagegen stellen… bis auf ein paar Regisseure. Aber selbst die Berlinale macht mit… und redet mit 4 Regisseuren 60 Minuten lang übers Kino und über 3D … und nichts kam raus. Am Ende nur so was wie: 3D ist schon ganz toll.

    Auserdem habe ich und andere doch ganz gut begründet warum wir 3D scheiße finden. Ich liebe Kino, und ich liebe nicht nur eine tolle Geschichte sondern kann mich auch einfach nur an tolle Landschaftsaufnahmen wie Brokeback Mountain oder Tiger and Dragon ergötzen. Es bleibt für mich aber ein 2D Bild. Ein „Gemälde“ was ich bewegt. Bei einem Gemälde kann ich ja auch von rechts nach links blicken. Das geht im Kino. Aber mit 3D ist das vorbei. Und selbst wenn die das Problem in den Griff bekommen. Ich will nicht um ein Bild herumblicken.
    Ich kann mir wirklich keine Geschichte vorstellen wo 3D der Story dienen könnte. Außer es handelt sich bei der Story um einen Roboter der einen anderen Roboter mit der Faust eine reinhaut. Aber da wird Kino eben zum Zirkus. Das ist auch ein „Erlebnis“ .. und das wird durch 3D imens gesteigert. Ganz bestimmt. Aber es hat für mich persönlich nichts mit „Kinoerlebnis“ zu tun.

    Bitte… ein Beispiel wo 3D irgendwie der Story dienlich wäre. Es kann ja ein alter Film sein… Odysee 2001 vielleicht. Wenn ich um den Monolit herum schaue… und dann wieder zurück zu den Menschen.
    Oder Eyes Wide Shut vielleicht.

    Und da auch nur wenn die Räume in die Leinwand hineingehen würde. Den Trick gibt es nämlich auch. Und das würde für mich mehr Sinn ergeben. naja. Es wird halt zu einer Theaterbühne.

    Aber eine Nahaufnahme vom Gesicht… ein Dialog zwischen 2 Menschen… die an einem Tisch sitzen… und man hin und her schneidet. Was braucht man da 3D. Und würde 3D das Erlebnis steigern?

    Ist doch klar das sich kein Regisseur in Hollywood dagegen stellen wird. Bis auf wenige Ausnahmen (Nolan)

    Und Christopher Nolan ist doch das beste Beispiel. Der dreht mit tonnenschweren IMAX Kameras… und findet höhere Auflösung super… und gleichzeitig ist er gegen 3D. Der wird ja auch seine Gründe haben.

    In meinen Bekanntenkreis gibt es echt niemand der 3D gut findet. Niemand. Alle nur: naja, ganz nett. Nächstes mal lieber doch 2D.
    Im Moment ist es echt nur Geldmacherei. Und anstatt es einfach anzunemen wäre eine Diskussion was 3D eigentlich aus dem Kinobild macht… viel angebrachter. Aber „die Macher“ von 3D Filmen drehen halt einfach jetzt in 3D.

    Aber wenn.. dann muss man es eher so wie Wenders machen… wo es dann eben Sinn macht und passt. Aber wie gesagt.. sein Film ist mit klassischem Kino nicht vergleichbar. Und so Teeny Fime wie Tranformers… taugen auch nicht zur Diskussion. Sorry.

  • Silent Rocco 22. 5. 2011 an 19:39

    Ich bin immer noch der Meinung, es hat sich noch kein wirklich guter Filmemacher für einen wirklich guten Film mit 3D auseinandergesetzt und darum ist es Quatsch diese Technik als unnütz totzureden. Unnütz ist im Grunde genommen Kino an sich. Ich finde es lächerlich, 3D irgendwie praktisch rechtfertigen zu wollen. Ein Scheißfilm wird in HD auch nicht besser. Das ist nunmal Technik, die mit der Qualität des Filmes natürlich nichts zu tun hat. Es muss einfach weiter experimentiert werden. Wirklich experimentiert. Diese Konvertiererei muss aufhören (oder eben wirklich perfektioniert werden), weil die ist grausam und vermittelt sich als ICH BIN EIN 3D FILM in das Allgemeinverständnis der Massen. Das ist dann natürlich Mist und die denkbar schlechteste Visitenkarte. Was Nolan mit partiellem IMAX macht, ist noch lächerlicher. Entweder der ganze Film, oder gar nicht, aber einen Film mal eben mittendrin aus technischer Sicht zu verändern, ist bloßes handwerkliches Experimentieren und versaut mir den Gesamtgenuss des Werkes.

  • Dr.Strangelove 22. 5. 2011 an 20:56

    3D bringt, anders als HD, thx, whatever, aber etwas völlig neues ins Kino. Wenn du dir keinen alten Film in 3D vorstellen kannst… (du sagst ja das man sich da ganz neu mit auseinander setzen muss) das klingt so als müssten Filme eben eh ganz anders gedreht werden.
    Das würde nur meine These unterstreichen das es eben nicht einfach nur „bessere Technik“ (FarBe, THX .. würde ja auch älteren Filmen gut stehen, bei 3D geht das eben nicht) .. also ist es mehr als nur „bessere Technik“. Ich widerhole mich. hmmm. naja. abwarten.

  • Silent Rocco 22. 5. 2011 an 21:33

    Ein guter Film in gutem 3D ist nicht schlechter als derselbe Film in 2D. Nur fehlt diese Mischung bisher. Hach, ein 2001 in perfektem 3D, ich wäre der erste, der HIER schreit. Und das ist mein absolutes Heiligtum von Lieblingsfilm. Aber „gutes 3D“ – das ist ja die Hürde, die es noch zu nehmen gilt :) Ja, abwarten. Mal gucken, was schneller ist. Die vergangene Lust oder die technische Entwicklung.

  • y 23. 5. 2011 an 11:31

    Unser Auge ist geschult auch ohne 3D zu erkennen was im Vordergrund ist udn was im Hintergrund. Und was anderes kann 3D kaum leisten. Dramaturgisch ist 3D verzichtbar. Klar belanglose Hollywoodfilme die dramaturgisch sowieso Abfall sind kann man mit diesem Kirmeseffekt für manche Zielgruppen aufwerten. Es bringt das Kino aber Erzählerisch nicht wirklich weiter. Es macht die sache nur noch blutleerer und stumpfer als sie ohnehin schon ist.

  • Charlott 23. 5. 2011 an 12:09

    @Dr. Strangelove: Was hat denn das Genre mit der filmischen Umsetzung und Ästhetik zu tun?
    Wim Wenders hat das erste Mal gezeigt, was 3D wirklich kann, nämlich dem Zuschauer das Gefühl zu geben, er sei tatsächlich am Geschehen beteiligt, mitten drin. Darum geht es, wie Inhalte, welche auch immer, dreidimensional umgesetzt werden können. Sicher bietet sich der Tanzfilm dafür an, denn er ist quasi eine vergegenständlichte Reportage/Dokumentation, man liest und sieht nicht nur, was passiert, sondern ist dabei.
    Aber gerade in Action-Filmen oder allen anderen, die unbedingt in 3D gedreht werden müssen, kann man noch viel mehr mit 3D-Elementen arbeiten und dem Zuschauer das Gefühl geben, dass da wirklich gerade ein Auto oder was auch immer auf einen zufliegt. Wenders hat eben bisher am konsequentesten die Möglichkeiten von 3D umgesetzt, was man von den ganzen anderen 3D-Schrottfilmen nicht sagen kann. Wenders hat mit „Pina“ einen Standard gesetzt, an dem sich andere Regisseure orientieren sollten.

  • Doughnut 23. 5. 2011 an 12:38

    Ich seh das an sich wie Rocco. 3D mag dank fehlender Visionen auf Seiten der Filmemacher bisher nur ein Gimmick sein, aber es ist trotzdem ein nettes Gimmick und ich schau regelmäßig neue Trickfilme und ab und an auch Realfilme, die nicht nachträglich in 3D konvertiert wurden, mit dieser Technik.
    Mir ist es egal, ob das teurer ist, denn grade actionlastige Filme profitieren sehr wohl von 3D und man hat noch mehr Spaß damit als ohnehin (sofern man bereit ist, sich darauf einzulassen).
    Niemand behauptet, ein ruhiges, dialoglastiges Drama würde in 3D besser rüberkommen. Solche Filme werden auch überwiegend weiter in 2D gezeigt, wenn ich mich nicht irre.
    Seid einfach nicht so dogmatisch, 3D ist keine bloße Geldmacherei und kein Schwindel, auf den nur die Dummen reinfallen, auch wenn ihr euch das in eurer Selbstverliebtheit gern einredet.

    zu dem Argument mit wechselndem Fokus:
    Der Fokus beim 3D-Kino liegt auf der Leinwand und nirgendwo sonst. Man muss nicht hilflos im Raum rumsuchen, um zu erraten, was der Regisseur grad in Szene setzen wollte, just look at the fucking screen!
    Istz also keinen Deut anstrengender als ein 2D-Film. Falls man hinterher Kopfschmerzen hat, liegt das wohl eher daran, dass man eine derartige Reizüberflutung einfach nicht gewohnt ist. 2D-Filme sind weniger anstrengend, stimmt, sie sind ja auch nicht so überwältigend.
    Innerhalb einer Ebene den Punkt zu finden, der im Zentrum der Aufmerksamkeit sein soll, kann jedenfalls nicht so schwer sein, versucht es einfach weiter, das wird schon. ;-)
    Dass 3D dunkler ist mit Brille, ist technikbedingt. Jedes Brillenglas filtert ca die Hälfte der Helligkeit, eben das Licht, das für das andere Auge bestimmt ist. Das muss auch so sein, sonst würde die Technik nicht funktionieren. Wenn ein Film mit Brille tatsächlich zu dunkel sein sollte, dann liegt das entweder am Kino oder daran, dass die Macher des Films vergessen haben, ihn ordentlich auszuleuchten.
    Sich in einen 3D-Film setzen und zwischendrin die Brille abnehmen ist jedenfalls witzlos und nicht hilfreich für die Bewertung. Bei Computerspielen merk ich ja auch oft, dass es weniger anstrengend ist, wenn ich die Helligkeit hochregle, ich tue es trotzdem nicht, weil dabei die Atmo flöten geht.

    Das waren meine 5 ct. Nun könnt ihr euch wieder drüber auslassen, was für ne Geldschneiderei 3D doch ist und dass nur „bestimmte Zielgruppen“ darauf reinfallen. Have fun. ^^

  • The Director 23. 5. 2011 an 15:25

    wusstet ihr dass 2 3d brillen übereinandergelegt viel besser filtern? das bild wirkt dann weniger verschwommen. trotzdem hasse ich den 3d hype. 3d schön und gut aber die auswahl zwischen 3d und 2d fehlt.

  • George 23. 5. 2011 an 18:33

    Scheinbar hat sich hier niemand das Video angesehen, oder sie habens nicht verstanden. Wenn jemand sagt 3D sei für die Charakterisierung von Figuren im Film besser oder gar nötig, dann ist genau das kein Argument.

    3D ist was tolles, nicht daß es neu wäre. Schon in den 80ern gab es ein 3D Revival, viele der alten Filme aus den 50ern wurden wieder gezeigt und ein paar neue kamen hinzu. Doch das 3D-Fieber ging genauso wieder vorbei wie es das 30 jahre zuvor getan hatte, und das wird es wohl wieder tun…

  • Silent Rocco 23. 5. 2011 an 18:42

    Nein, weil früher war 3D immer teuer und nur außerhalb genießbar. Mittlerweile kommt es aber in jedem Heim und auf den kleinsten Screens an, die Brille wird daheim auch langsam abgelöst und ist wohl nur eine Übergangsstufe. Aber 3D ist nicht mehr selten und vor allem nicht mehr exklusiv, darum wird die Verbreitung nicht mehr zu stoppen sein, ich glaue nicht, dass dieser neue Trend bald vorbei ist, da passiert noch viel, da entwickelt sich noch viel. Mit der damaligen Jahrmarktattraktion hat das schon längst nichts mehr zu tun.

  • Salahadin 23. 5. 2011 an 19:11

    Ich finde 3D Filme machen nur die 2Dimensionalität der Bilder deutlicher. Das sieht („für mich“, hier muss man das anscheinend immer betonen) doch ziemlich albern aus, diese gestaffelten 2D-Bilder. Das bringt mich immer schnell raus aus dem Film. Monsters VS. Aliens war der erste und letzte Film, den ich in 3D gesehen habe (mal abgesehen von der 20 Minuten Vorschau von Avatar). Das Bild ist mir auch zu dunkel und Kontrastarm und ausserdem wirklich anstrengend. Ich weiß garnicht wie man das bei einem 3-Stunden Film aushalten soll.
    Aber warum ich 3D trotzdem ein wenig befürworte: die Action-Szenen sind jetzt wenigstens nicht mehr so hektisch gefilmt und geschnitten, es gibt mehr totalen und Kamerafahrten. Das macht die meisten Filme nicht besser aber zumindest erträglicher.

  • XfrogX 23. 5. 2011 an 19:30

    3d wird erst ein Stil mittel werden wenn es keinen Aufpreis mehr kostet und keine Brille mehr benötigt. Weio dann kann man ganz gezielt szenen in 3d präsentieren udn damit überraschen. Heute mach man für 1-2 szenen wo es sinn macht den ganzen film in 3d und damit der zuschauer am ende nicht rum heult wird immer wieder bestimmte sachen eingebaut die 3d erleben lassen aber eigentlich keinen sinn machen und so den film stören.

    So wie man heute gezielt schwarz weiß, stumm oder auf alt gemachte szenen einbaut könnte man dann 3d auch einbauen dort wio es passt, und es gäbe einen schönen Effekt. Aber aktuell mit der brille und dem extra Preis ist das ganze ein zwang.

  • Silent Rocco 24. 5. 2011 an 10:14

    Ein Zwang ist es nie, weil Du definitiv von keinem gezwungen wirst, die IRGENDWAS anzugucken :)

  • XfrogX 24. 5. 2011 an 21:05

    Du hast mich falsch verstanden ich bin nicht gezwungen, aber der Regisseur ist dazu gezwungen wenn der Studio beschließt das es 3d sein soll. Damit mehr mehr Umsatz macht. Das dies oft vorkommt durfte man ja schon einige male lesen. Und wenn man zu 3d gezwungen ist muss man halt auch Szenen einbauen die 3d erlebbar machen damit nachher nicht nur darüber gemeckert wird das man extra preis für nichts bezahlt hat.

    Sobald wieder jeder Film das selbe kostet und man auch nicht störende Brillen tragen muss kann man als filme mache das ganze gezielt dort einbauen wo man es will und braucht und es auch weglassen. Aber bis dahin wird es noch was dauern.

    Gucke mir eh kein 3d im Kino freiwillig an, wenn die anderen unbedingt wollen gehe ich mit sonst 2d. Aber meistens gucke ich lieber daheim filme, den was die Kino hier in der Gegend an Filme Auswahl und auch atmosphäre preise usw bieten ist echt nicht gut genug.