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Das Fürstentum

15. 8. 2011, Mal Sehen (Malcolm Bunge), 1 Kommentar

Machen wir uns nichts vor: Uns geht es gut. In Zeiten, in denen ich beinahe von meinem Fahrrad geprügelt werde, weil ich nicht auf dem Radweg fahre, kann ich mich glücklich schätzen Teil dieser Gesellschaft zu sein. Ist es nicht schön, dass die größten Probleme der Zivilbevölkerung darin liegen, dass sie sich über die kleinsten Kleinigkeiten aufregen? Eine Minderheit erkennt vielleicht weitaus größere Probleme, aber solange die Mehrheit sich darüber aufregt, dass jemand seine Hundescheiße nicht weg macht, oder ein anderer mit dem Auto die linke Autobahnspur blockiert, kann es uns nicht so schlecht gehen.

Niels P. Deboos (Aljoscha Stadelmann) sieht das anders. Extrem anders. Und deswegen will er dieses Spiel nicht mehr mitspielen und beschließt einen eigenen Staat zu gründen:

Biometrische Daten, RFID, Transferunion, Fukushima, die Laufzeitverlängerung, Stuttgart 21, der Kapitalismus im Allgemeinen, die Euro-Dämmerung im Besonderen, Verschwörung und Korruption hinter den Kulissen. Das ist nur der Ausschnitt einer nicht enden wollenden Liste, die jede Menge Gründe liefert, sich von der BRD abzuspalten und einen eigenen Staat zu gründen!

Niels P. Deboos (Aljoscha Stadelmann) reichen diese Gründe, um die Idee vom eigenen Staat endlich wahr werden zu lassen. Am 22. Oktober 2011 lässt er sich in einer feierlichen Zeremonie zum Staatsoberhaupt des auf dem Grundstück eines alten baufälligen Schlosses in Brandenburg gegründeten Staates ernennen.


Dass es uns nicht so schlecht geht, wie den Bürgern anderer Länder bedeutet aber auch nicht, dass alles gut ist. Und so hat Moritz Laube sich ein interessantes Projekt ausgedacht: Den Film um die Gründung eines neuen Staates, mit all seinen Vorteilen und Problemen. Dass eine Utopie, die sich viele wünschen, sich höchstens im Kopf abspielen kann und sich oft nicht nicht in der Realität umsetzen lässt, zeigt sich nicht nur in seiner Idee des Films, sondern beginnt schon vorher.

Laube will nämlich nicht nur die Finanzierung so unabhängig wie möglich machen und auf öffentliche Gelder verzichten, sondern auch mithilfe der Crowd Ideen für den Film geben lassen. Die Demokratie zum Mitmachen und Mitspielen:

Wir haben eine hochaktuelle Proposition, ein Treatment mit einer spannenden Dramaturgie und komplexen Charakteren. Auch die Location existiert bereits.
Was wir nicht haben, ist ein fertiges Drehbuch. Denn unser Prinzip ist die Improvisation. Wir wollen auf neue Ideen und tagespolitische Ereignisse flexibel reagieren können. Diese Freiheit möchte ich uns geben. Und damit die Freiheit auch möglichst groß bleibt, wird es keine Gelder von Fernsehredaktionen, keine Mittel aus Filmförderungen geben. Dennoch brauchen wir natürlich Geld, um diesen Film umsetzen zu können – und bauen auf die Unterstützung der crowd. Aber nicht nur finanziell, sondern auch inhaltlich freuen wir uns auf Input und erhoffen uns einen regen Austausch über Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der BRD und die Utopie eines eigenen Staates.

Ein sehr interessantes Projekt, nicht nur weil die Thematik so erschreckend aktuell ist, sondern auch durch die Umsetzung einen neuen Weg geht.

Wie ihr den Film unterstützen könnt und mehr Informationen, findet ihr hier.
Weitere Filme zum Film findet ihr im Tumblog dasfuerstentum.tumblr.com

Danke Julia

  • Anonymous 16. 8. 2011 an 6:23

    […] […]

  • Alreech 19. 8. 2011 an 0:08

    Oh, ein Fürstentum in einem alten Brandenburgischen Schloß als Alternative zur neoliberalen BRD.
    Keine neue Idee:
    http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=F%C3%BCrstentum_Germania