Review

Fright Night 2011 (Review)

9. 10. 2011, Batzman (Oliver Lysiak), 11 Kommentare

„Don’t do anything I wouldn’t do, and… that doesn’t leave much. Well… basically, Sushi and mini golf.“

Originaltitel: Fright Night
Herstellungsland: Großbritannien/USA 2011
Regie: Craig Gillespie
Buch: Marti Noxon
Darsteller: Colin Farrell, David Tennant, Anton Yelchin, Christopher Mintz-Plasse, Toni Collette

Charlie Brewster (Anton Yelchin) könnte eigentlich ein nettes Teenagerleben führen: Er hat seine Nerdvergangenheit erfolgreich abgeschüttelt, eine tolle Freundin und eine coole Mom (Toni Colette) – wäre da nicht sein Ex-Bester-Freund Ed (Christopher Mintz-Plasse) der versucht ihn davon zu überzeugen, dass neben den Brewsters ein Vampir eingezogen ist und der charmante neue Nachbar Jerry (Colin Farrell) in Wirklichkeit ein böser Blutsauger ist. Dumm nur, dass Ed recht hat…

Ein Remake das tatsächlich besser ist als die Vorlage? Ja! Denn auch wenn sich Disney mit den 08/15-Trailern viel Mühe gibt den Film niederzumachen, ist Fright Night eine erstklassig besetzte, sehr witzige, stimmungsvolle und an vielen Stellen überraschend blutige Horror-Comedy. Und das sage ich als Fan der beiden Originalfilme, der immer noch ein originaleingeschweisstes „Glow in the dark“-Vampirgebiss zum alten Fright Night bei sich an der Pinnwand hängen hat („If you love being scared, this will be the night of your life“). Tom Hollands Film macht auch heute noch eine ganze Menge Spaß, was nicht nur an den MaskenFX und dem unvergleichlichen Roddy McDowell liegt, der einen herrlichen Fuddy-Daddy Vampirjäger abgab, sondern auch an der sexuellen Spannung die sich durch den Film zog (die sicher nicht nur dran lag, dass der Darsteller des Original-Evil-Ed später eine Karriere als Pornostar machte). Fright Night bot interessante Vampire, die den Verführungsaspekt wirkungsvoll inszenierten ohne es auf schmalziges Romantikgeschwurbel zu reduzieren.

Und das Remake, des „Lars and the real girl“-Regisseurs Craig Gillespie, nach einem Buch von Buffy-Veteranin Marti Noxon, übernimmt genau die Stärken der Vorlage und dreht sie auf 11. Ohne Atempause und in der Eröffnung fast etwas zu gehetzt, legt der Film (der clever nach Las Vegas verlegt wurde – eine Stadt die an sich schon hinreichend surreal wirkt) los und zeigt uns in wenigen Skizzen wer die Personen sind und wie sie zueinander stehen. Das alle Hauptrollen gut besetzt sind, hilft dabei nicht unerheblich, denn die Darsteller schaffen es in wenigen Momenten lebendige Charaktere zu erschaffen. Yelchin spielt dabei einen vielschichtigeren und interessanteren Brewster als sein Vorgänger, dessen einzige Motivation es war flachgelegt zu werden. Der neue Brewster ist zu Beginn ein ziemlich unsympathisches Arschloch, der sich von seinem nerdigen Freund lossagt, aus Angst er könne nicht cool wirken. Christopher Mintz-Plasse schafft es ebenfalls, der Ed-Figur einen neuen Twist zu geben. Die ambivalente Sexualität klingt immer noch an, doch wichtiger ist hier die verratene Freundschaft, die ihn wirklich verletzt und auch in seiner überraschend wirkungsvollen Rückkehr zu einer tragisch-sympathischen Figur werden lässt. Imogen Potts hat als Amy zwar immer noch nicht soviel zu tun, funktioniert aber auch deutlich besser als Amanda „Marcy D’Arcy“ Bears die als Damsel-in-Distress nie ganz überzeugen konnte und mit ihren toupierten Haaren eher als Brewsters Mutter durchging.

Witzig, wenn auch von der Rolle insgesamt nicht so cool wie Roddy McDowell ist David „The Doctor“ Tennant. Die Anpassung aus ihm einen Chris Angel für Arme zu machen ist originell, funktioniert aber nicht ganz so gut, wie Dowells Peter Vincent der als TV-Host einer Horrorshow einfach unerreicht bleibt. Was nicht bedeutet, dass Tennant nicht gut spielt und ein paar wirklich klasse Szenen hat.

Die größte Überraschung ist allerdings Colin Farrell (zuletzt mit Todes-Frise in Horrible Bosses zu sehen) der Chris Sarandons Version ganz eindeutig überlegen ist. Sarandons Jerry war mehr George Hamilton als Christopher Lee – ihm fehlte die wahre Bedrohlichkeit, aber auch der echte Sex-Appeal. Farrell hat offensichtlich jede Menge Spaß mit der Rolle und spielt sie breit aus. Sein Jerry ist ein intelligentes Raubtier, das mit seiner Beute spielt, sie umwirbt, verführt, bedrängt und sich dabei immer eine Spur zu selbstsicher gibt. Wenn er Charlie um Bier bittet und hofft ins Haus eingeladen zu werden, wenn er versucht ihn zu manipulieren und auf seine Seite zu ziehen oder schon fast arrogant zulässt wie Charley eines seiner Opfer befreit – dann strahlt er eine faszinierende Bedrohlichkeit aus, die zeigt warum Vampire richtig genutzt doch tatsächlich gefährlich sein können. Wenn sie mal gerade nicht schmollende Mädchen umgarnen.

Schön auch zu sehen, dass die Figuren sich hier mal halbwegs glaubhaft verhalten und auch die Mutter keine dutzende Überzeugungsarien braucht, obwohl deutlich sein müsste, das Jerry nicht der nette Nachbar ist, der er vorgab. Überflüssig sind hier nur die Schul-Bullies deren Rollen so gar nichts zur Handlung beitragen, aber sie nehmen auch sowenig Zeit weg, dass sie nicht weiter stören.

Ein cooler Soundtrack (Ohrwurm: 99 Problems), viele gelungene Referenzen auf das Original (u.a. der legendäre MegaJaws-Mund den Amy nach ihrer Verwandlung bekommt) und ein paar nette WTF-Momente runden das Bild ab: Für Genre-Fans wird es dieses Halloween wohl keinen besseren Start geben. Also schnell gucken ehe die Vampire dann wieder das romantische Glitzern anfangen…

  • TopF 25. 11. 2011 an 23:31

    warum hat dieser beitrag keinen komentar?
    VERDAMMT Ö__Ö

  • Dirk 4. 12. 2011 an 12:25

    Kann mich leider nicht mehr im Detail an das Original erinnern. Weiß nur das ich mich köstlich amüsiert habe. Werde mir den mit sicherheit nochmal ansehen bevor ich mich an den Neuen wage. Aber manche Filme darf man ruhig neu verfilmen. Dieser gehört dazu.

  • Heinz Ohrwust 4. 12. 2011 an 12:26

    Ich bin erschrocken und überrascht. Ich hätte dem Film doch eine Change geben sollen. Aber für einen Kinobesuch ist es jetzt zu spät. Viel zu Spät. :-(

  • Heinz Ohrwust 4. 12. 2011 an 12:28

    Und für die Rechtschreibfehler aus meinem Post zu entfernen ist es jetzt zu spät. Viel zu spät. :-(

  • filmfan(kein blasphemiker!) 7. 1. 2012 an 23:27

    „Und das sage ich als Fan der beiden Originalfilme“ das ist ja wohl das perverseste was es gibt! Wie kann ein Fan der beiden Originale diesen seichten Schwachsinn zugeschnitten auf ein unwissendes Teenie-Publikum nur ansatzweise was abgewinnen?! Collin Farell kann Chris Sarandon nicht das Wasser reichen…Peter Vincent ist jetzt ein Show-Magier..na richtig „toll“ einen stimmungsvollen soundtrack (Brad Fiedel) wie im ersten Teil habe ich hier lauch leider vergebens gesucht!. „Ein cooler Soundtrack“ der war echt gut!lol :-))

  • burns 24. 1. 2012 an 10:12

    @Vampir: Hast Du aufgehört, Deine Tabletten zu nehmen?
    Und: Würdest Du kleiner Feigling das Batzman auch so ins Gesicht
    sagen, wenn Du ihm gegenüberstündest?…
    Ah, stop, ich weiß die Antwort schon. :-)
    Für Asoziale wie Dich ist das anonyme Netz natürlich das ideale Auffangbecken.

    Kann eigentlich jemand mal einen Soziopathentest für alle einführen, die im Internet schreiben wollen?… *seufz

  • Doughnut 24. 1. 2012 an 14:38

    Wer fällt dann eigentlich durch durch diesen Test, burns? Die Soziopathen oder die andern? ^^
    Ich kann mir mein Internet jedenfalls nicht mehr ohne Soziopathen vorstellen. Wo sonst kann man so viel Selbstvertrauen allein durch einen einfachen Blick in den Abgrund tanken?
    Hehehe, so tief wie Vampir werd ich nie sinken. *debilselbstverliebtgrins*

    Außerdem, ohne all die Häme würde mir was fehlen.
    heute in nem Kommentar über den Süßwasserkapitän Schettino gelesen:
    „The captain of the Costa Concordia says he is not guilty of manslaughter , and has witnesses to prove he was nowhere near the passengers who died.“

    *hrhrhrhr*
    I <3 teh interwebs.

  • Daniel 31. 1. 2012 an 1:17

    4 Sterne? Wirklich? In einigen wenigen Punkten gebe ich dir recht, aber alles in allem habe ich selten etwas langweiligeres gesehen. Sorry.

  • Vampir1 8. 2. 2012 an 22:05

    Ich habe gleich gewusst das nur dumme Kiddies, die keine blasse Ahnung von Filmen haben hier sind.

    Zu soviel „Intelligenz“ fällt mir nichts mehr ein. Aber genau deswegen ist der Film ja ‚gut‘.

    und Ja ich würds dem jungen Batzman ins Gesicht sagen wie gut dieses Review ankommt.

  • HeathLetchersGhost 12. 2. 2012 an 1:28

    Fand das/den Remake richtig gut! Allerdings auf IMDB zu lesen dass Mr. Farell den Film gemacht hat weil er Zeit hatte und Geld verdienen muss: blöd! Vor allem wenn im Anschluß steht, dass Heath Ledger für die Rolle geplant war! :-(

  • EddieBarzou 12. 3. 2012 an 13:00

    hab ihn erst jetzt auf dvd gesehen und kann mich filmfan oben nur anschliessen.
    keiner der damals das original gesehenn kann allen ernstes behaupten das dieses remake besser ist. sehr lieblos runtergenudelte story( die man ja eh schon kennt), langweiliges digitalblut, wtf momente batzman?! where the fuck!?!? schauspieler waren ok bis gut aber das haut bei dem lieblosen remake auch nichts mehr raus.
    fazit: sparts euch!!!