Review

Reviews: Der Hobbit – Smaugs Einöde, Die Eiskönigin, The Hunger Games – Catching Fire (Review)

12. 12. 2013, Batzman (Oliver Lysiak), 20 Kommentare
Der Hobbit - Smaugs Einöde USA 2013Die Eisköniging - USA 2013The Hunger Games: Catching Fire - USA 2013
  • Der Hobbit - Smaugs Einöde
  • Die Eiskönigin
  • The Hunger Games - Catching Fire
3.3

Kurzfassung

Der Hobbit – Smaugs Einöde: „Besser als der Vorgänger aber trotzdem noch viele Längen, unnütze Nebenfiguren und infantilen Humor. Der Drache Smaug ist das Highlight des Films.“

Die Eiskönigin: „Großartig animierte und überraschend modern erzählte Disney-Prinzessinnen-Story mit Herz und Hirn und extrem eingängigen Songs“

The Hunger Games – Catching Fire: „Besser als der Vorgänger mit einigen starken Momenten. Krankt dennoch daran, dass die Hauptfiguren gnadenlos apathisch und langweilig sind.“

Der Hobbit: Smaugs Einöde (The Hobbit – The Desolation of Smaug) – USA 2013

Bewertet wird die normale 3D-Fassung

Zweifellos ist der 2. Teil vom Hobbit ein Schritt in die richtige Richtung. Nachdem sich Warner entschied die Pressevorführung wohlweislich nicht in HFR zu machen, sah das Ganze sogar wieder wie Kino aus. Doch auch davon abgesehen, gab es im Nachfolger einige sehr starke Szene und vieles was tatsächlich spannend war, Spaß machte und Mittelerde-Stimmung heraufbeschwor – gleich wohl sich das Been-There-Done-That-Gefühl nie komplett abschalten lässt.

Aber zunächst mal das was Spaß macht. Die Szene im Zappendusterwald mit den Spinnen sind klasse inszeniert, gut getimed, stimmungsvoll und spannend. Die Spinnen sind creepy und dass sich hier einmal mehr der new-and-improved mutige Bilbo beweisen darf, statt dem „ich steh nur rum und bin Raumdeko“-Bilbo aus Teil 1, sorgt für wesentlich mehr emotionale Teilnahme. Dass die Spinnen zudem gut getrickst sind und für ordent Eeeeew-Impulse sorgen, selbst wenn man denkt mit Shelob schon alles gesehen zu haben, ist Beweis für Jacksons Talent.

Toll getrickst ist auch das zweite Highlight des Films und der heimliche Star Smaug. Von Bunderdatch Copperpott gewohnt paranoid-perfide gesprochen, ist sein Erwachen und das erste Rededuell mit Bilbo wirklich großes Kino, dass fast an die Gollum-Szene aus Teil 1 heranreicht. Die Schatzkammer sieht fantastisch aus, die weite und Erhabenheit des Gewölbes wirkt glaubhaft und lässt trotzdem genug Raum für die Fantasie.

Überhaupt gibt es viel mehr schöne Landschaftsaufnahmen und aufwendige Sets und weniger oft das ungute Gefühl auf einer GreenScreen-Stage eingesperrt zu sein. Ja selbst die verfolgende Ork-Truppe ist etwas haptischer und weniger Fake als in Teil 1.

Und es gibt auch eine deutliche Abnahme von peinlichem Pipikaka-Humor. Nicht jeder Gag sitzt, aber zumindest fehlen Fremdscham-Momente wie die Rotzekotze-Trolle und der Goblinking mit den Klöten am Kinn.

Generell ist auch die Entscheidung zu begrüssen eine weibliche Figur hinzuzufügen, um diesen reinen Männerfilm zumindest etwas aufzulockern. Und Evangeline Lilly ist mit ihren gigantischen Elfenohren eine im Grunde sympathische und coole Figur.

Doch – und damit kommen wir zu den Problemen – sie ist leider genau wie vieles was Jackson, Walsh und Boyens hinzufügen – überflüssig und dass man ihr wie schon Arwen damals eine peinliche und schlecht geschriebene Liebesgeschichte (ja sogar noch Dreiecksgeschichte) anhängt, erweist der durchaus frauenfreundlichen Grundidee eher einen Bärendienst. Vielleicht wäre es besser und radikaler gewesen, einfach vorhandene Figuren als Frauen zu recasten (auch wenn die Fanboys dann einen Pflaumensturz bekommen) anstatt eine Frau zu erfinden, mit der man dann nichts anzufangen weiß und die dann weil sie eine Frau ist eben eine Love-Story aufgedrückt bekommt.

Doch das ist nur ein Randproblem des Films, der vor allem immer noch an der fatalen Entscheidung krankt, dass eine zu dünne Vorlage auf drei Filme aufgeblasen werden muss. Und es ist egal wieviel man aus den Anhängen einfügt oder wie versucht wird dem ganzen ein tiefere Bedeutung durch den „Sauron is rising“-Subplot zu geben. Es bleibt an vielen Stellen getretener Quark und die Story von Zwergen die einen blöden Berg wiederhaben wollen.

Peter Jackson hat schon bei den alten Filmen ein schlechtes Gespür für Maß und Verhältnismässigkeit erkennen lassen. Doch irgendwie verspielten sich viele Schwächen, weil immerhin das apokalyptische Weltendende hinreichende Motivation bot und der Pathos dadurch gerechtfertigt wurde. Die Reise mochte unlogisch sein und oft viel zu ausufernd erzählt, aber es war eine gewaltige Anstrengung zweier unschuldiger Helden, die selbstlos ihr Leben für das Wohl der Welt riskierten.

Ein Bilbo der halb aus Gewinnsucht zum Jagen getragen werden muss, weil ein paar Zwerge ihre Höhle wiederhaben wollen und ob ein egales Dorf von der Größe von Hameln geröstet wird – das sind jetzt wirklich Dinge die zum mitfiebern einladen.

Gerade deswegen nervt es wie unendlich Jackson viele Szenen auswalzt und wie ewig er sich mit Subplots aufhält die nichts hinzufügen und viel Wasser treten, bis der Abspann endlich rollt. Abgesehen davon, dass die Fässer-Szene ziemlich mittelmässig getrickst ist, fast ganz aus dem Rechner stammt und mit unnötigem Slapstick-Humor gepimpt wurde – warum muss sie 20 Minuten gehen? Bilbos Befreiung der Zwerge ist ja noch ganz schön anzusehen, Thorins rumgebitche mit dem Elves-König hat auch was. Tauriels Sternenhimmel-Gedöns mit Kili ist dann schon hart vor der Pinkelpause-Grenze, aber wirklich lahm wird es, wenn wir statt einer kurzen knackigen und rasanten Flucht in Fässern eine ausgewalzte, unspannende und nachgerade lächerliche Action-Orgie serviert bekommen, die so schamlos als Center-Piece mit Fanservice konzipiert ist, dass jegliches Tempo und jeglicher Storyflow zum erliegen kommt. So paradox es klingt, Jackson schafft es zweimal den Film mit Verfolgungsjagden auszubremsen, statt ihm Tempo zu verleihen.

Etwas weniger klamaukig, mit weniger Elven-Poser-Surfen-CGI-Orlando Bloom und vielleicht dochmal in einem echten Fluss gedreht würde die Szene für spannende 5min sorgen. Doch wie die unnütze Einführung von Legolas (Bloom sieht heftiger digital geglättet aus als Mila Jovovich in Resident Evil 3) und den Ork-Verfolgern so führt auch diese Szene ins Nichts. Das Love-Triangle mit Tauriel ist gruselig plakativ, Orlando wirkt komplett auf Poser-Szenen reduziert und auch Bard – dessen Rolle erheblich ausgebaut wurde und die Lake-Town-Polictics (die den Film stellenweise wie Game of Thrones wirken lassen, was nicht schlecht ist, aber tonal wenig zum Rest passt) ist am Ende nur Ausrede um die überlange Laufzeit zu rechtfertigen.

So sehr ich Desolation of Smaug insgesamt als Verbesserung zum Teil 1 ansehe, so sehr schleppt er doch auch dessen Schwächen mit. Einiges davon ist in der Buchvorlage begründet, wie die dämlichen Adler und der interessante Shape-Shifter mit dem nichts gemacht wird (außer das er Omletts und Ponys bereitstellt) oder das Gandalf als unsympathischer Tattergreis rüberkommt, der sich immer verpisst wenn es ernst wird. (Oh Spinnenwald, sehr gefährlich… öhm ich geh dann mal, viel Spaß).

Anderes hat Jackson sich selbst eingebrockt und sein Unvermögen Szenen zu kürzen fällt ihm wieder und wieder auf die Füsse. Er beschert Smaug einen genialen, stimmungsvollen Auftritt und erzeugt meisterlich Stimmung – und strapaziert dann die Nerven der Zuschauer damit, dass er die Szene einfach nicht enden lässt. Wieder und wieder erzählt Smaug Variationen derselben Dialoge, wieder und wieder rennen die Zwerge weg und springen über Klippen an praktische Ketten. Statt einem rasanten Finale – dass das Material zweifelos hergibt – haben wir eine konfuse Szene nach der anderen und schließlich mit der goldenen Statue einen Moment der die Frage aufwirft, ob dieselben Leute die Smauf so genial animieren einem gerade tatsächlich Trickeffekte entgegenwerfen, die aussehen wie aus einem Computerspiel von 2004.

40-50min weniger und der Film wäre deutlich besser. Weniger Elves, weniger Poser-Szene und vor allem weniger Gandalf und Radagast der Beschissene-Nebenhandlung. Selbst wenn das Pathos und die ganze Sauron-Story funktionieren würde, wäre sie immer noch unspannend – weil wir doch wissen wie es ausgeht. Sauron wird nicht aufgehalten und Frodo muss zum Vulkan latschen. So entmystifiziert der Film lediglich Gandalf und lässt ihn als inkompetent und ziemlich arschlochig rüberkommen (den armen Radagast mal eben zum Arsch der Welt zu bestellen um ihn dann sofort als Telegramboten wieder zu Galadriel zu schicken – what a dick move!).

Trotz der Kritik sehe ich wieder gespannter auf den finalen Teil, denn Jackson beweist, dass er immerhin noch Interesse am Stoff hat. Teil 1 wirkte wie molassen-zäher Dienst nach Vorschrift, hier blitzt zumindest ab und an wieder der alte Geist auf – und die Stellen die gut sind, machen tatsächlich Spaß.

Insofern, flieg Drache flieg – und hoffen wir auf das Beste.

Die Eiskönigin (Frozen) – USA 2013

Frozen ist grandios. Ich bin nun wirklich kein Prinzessinnen-Fan und mochte König der Löwen immer deutlich lieber als Arielle oder Belle, aber diese beiden Prinzessinnen sind wirklich umwerfend.

Wie schon bei Arielle ist die Märchenvorlage bestenfalls lose Inspiration um eine eigene Story zu erzählen. Aber im Gegensatz zu Arielle geht es diesmal nicht um verkitschte Liebe auf den ersten Blick und blau-äugige Jungmädchen-Phantasien. Oder doch, aber dieses Mal werden sie smart hinterfragt und kunstvoll demontiert. Frozen ist fast ein Anti-Twilight in der Art wie ein junges Mädchen in einer Dreiecksbeziehung steht. Denn statt passivem Gejammer und doofem Girliegehabe packen diese Mädels zu und kreisen um etwas anderes als nur um sich. Scheiß auf liebe auf den ersten Blick, lern einen Typen erstmal kennen bevor du vom „ever after“ träumst und vor allem: Es gibt wichtigeres im Leben als den Traumkerl. Denk für dich selbst, kämpf für dich selbst.

Das ist eine ungewohnte und schöne Message, gerade in einem Disney-Märchenfilm, den die bisherigen Prinzessinen waren ja nun nicht immer Musterbeispiele emanzipierter Weiblichkeit. Hier heißt Beziehung gegenseitiger Respekt, Spaß und ebenbürtige Gemeinsamkeit statt doofen Angehimmel.

Vielleicht liegt es tatsächlich daran, dass mit Jennifer Lee eine Frau das Drehbuch schrieb und Co-Regie führte. Lee schrieb auch schon an Wreck it Ralph mit und bewies auch dort ein sicheres Gespür für schnodderige Dialoge, Pathos und komödiantisches Timing. Und wie Venelope sind auch Anna und Elsa liebenswerte Frauenfiguren mit viel Witz, Selbstironie und dem richtigen Maß an Verspieltheit.

Frozen ist in seiner Gesamtheit deutlich ernsthafter als es die klamaukigen Trailer vermuten lassen, die anscheinend auf das Ice Age-Publikum zielen. Was marketingtechnisch ein kluger Schachzug ist, denn das große Drama, das Broadway-Musical das Frozen tatsächlich ist, ließe sich wohl viel schwerer bewerben. Der Film ist enorm witzig, aber er ist auch anrührend, voll von Theater-Pathos und fantastischen Song aus der Feder des „Book of Mormon“-Komponisten-Team Robert & Kristen Anderson-Lopez. Es wird deklamiert, die Dialoge fliegen federleicht hin und her und immer wenn es zu kitschig oder klischeehaft wird, kommt von irgendwie der ironische Seitenhieb.

Witzig aber nicht wirklich unbedingt nötig (auch wenn er sicherlich die kommerziellste Figur des Films ist) ist der Schneemann Olaf, der ein wenig wie ein Nachgedanke zur Haupthandlung wirkt. Er ist süß und sein beschwingt-naiver Gene-Kellyesker-Song „In Summer“ macht Spaß, aber er ist tonal so anders als der Rest des Films, dass sich unweigerlich die Frage stellt ob er nicht im Nachhinein als Comic-Relief in eine bestehende Geschichte integriert wurde. Und im Grunde hatte der Film mit dem Rentier (das sehr an das Pferd aus Tangled erinnert) schon ein sehr gut funktionierendes komisches Element, dass auch viel stärker in die zentrale Handlung eingebettet ist.
That being said: Es fällt schwer olaf nicht doch knuffig zu finden in seiner entwaffnenden Naivität.

Dazu kommen fantastische Bilder, die das Breitwandbild eindrucksvoll zu füllen vermögen und die tatsächlich das 3D rechtfertigen. Denn während Pixar ja immer spüren lässt, dass sie eigentlich keinen Spaß an 3D haben und es so einsetzen, dass es möglichst nicht auffällt, scheut sich Frozen nicht auch mal nach vorne zu gehen, den Raum vor der Leinwand zu nutzen. Frozen sieht fantastisch aus und bietet eine ganz andere Animation als in Tangled, mit wesentlich realistischeren Menschen die in einer Mischung aus Handanimation und Motion Capture-Elementen das Gefühl geben echte Schauspielleistungen zu erleben. Kristin Bell, Idina Menzel, Jonathan Groff, Alan Tudyk und Josh Gad erfüllen ihre Figuren sowohl sprechend wie singend mit Leben und tragen ihren Teil dazu bei, dass Frozen ein neuer Meilenstein für Disney darstellt. The Princess & The Frog und Tangled waren schon klasse und Frozen ist tatsächlich nochmal einen Hauch besser. Einen eisigen Hauch.

Disney Animation mausert sich (pun intended) wirklich zu einem großen Player. Zum dritten Mal in Folge liegt das einstmalige Problemstudio mit seinem Werk deutlich vor dem jeweiligen Pixar-Film des Jahres. Waren Merida und Monster University zweifelsfrei wunderschön animierte und sehr unterhaltsame Filme, Wreck it Ralph und jetzt Frozen sind einfach eine Klasse besser und der ehemalige Klassenprimus muß sich langsam anstrengen, wenn er nicht mit Sequels im Mittelfeld landen will.

The cold never bothered me anyway

PS: Der Vorfilm „Get a Horse“ ist eine fantastische 2D/3D-Mischung mit dem wohl brutalsten und sexuellsten was in einem Mickey Maus-Film je zu sehen war. Zumindest seit Disneys Frühzeit auf die der Film so genial Bezug nimmt. Alleine „Get a Horse“ lohnt sich die 3D-Version von Frozen anzusehen.

The Hunger Games – Catching Fire – USA 2013

Der zweite Ausflug nach Panem ist in jedem Fall deutlich gelungener als Teil 1. Die Welt wird greifbarer, größer, das Setdesign und die Effekte sind eindrucksvoller und die Gewalt ist deutlicher. Auch die politische Motivation hinter den Spielen wird hier zumindest im Ansatz erklärt, auch wenn vieles ohne Kenntnis der Bücher sehr vage bleibt. Kameratechnisch ist zu vermelden, dass die grauenhafte Wackelcam ausgedient hat. Die meiste Zeit erkennt man was im Bild zu sehen ist und viele Shots sind durchaus effektiv und eindrucksvoll geframed. Gerade die Szenen in Capitol sind neckisch designed und eingeleuchtet.

Was geblieben ist, ist leider mit Katniss eine weitgehend langweilige und passive Heldin, die mit demselben Drei-Tage-Regenwetter-Gesicht die gefühlte Spielzeit von von fünf Stunden durchgreint. Weder sie noch Peeta sind sonderlich interessante Charaktere und immer noch insgesamt eher fremdgesteuerte Mitläufer als selbständige, pro-aktive Figuren. Josh Hutcherson ist unwesentlich sympathischer als Lawrence, aber nur weil er zumindest zwischendurch mal so etwas wie ein Lächeln einschiebt ehe er wieder mit Einheitsgesicht aus der Wäsche guckt. Thors Bruder hat in etwa so viel Screentime wie letztes Mal und ist auch ungefähr so egal wie im Film davor. Die Dreiecksgeschichte zwischen ihm Katniss und Peeta bleibt chemielos, blass und unnötig.

Dabei bietet die Panem-Geschichte ja viele spannende Ansätze. Die Möglichkeit und Entstehung einer Revolution innerhalb einer gnadenlosen Diktatur, die die Medien instrumentalisiert bietet viele aktuelle Parallelen zur Wirklichkeit und spannende Erzählansatze. Leider bleibt der Film hier sehr an der Oberfläche und vertrödelt wie der Vorgänger viel Zeit damit Banalitäten auszuwalzen. Sind die ersten 15min noch recht temporeich und spannend und erzählen durchaus fesselnd wie Peeta und Katniss versuchen ihrer Rolle als Propaganda-Puppen gerecht zu werden (inkl. überraschend brutaler Hinrichtungsszenen) – verliert sich der Film bald in Redundanzen, Geplapper und Langeweile. Dafür das nicht wirklich viel passiert wird viel Zeit in Capitol zugebracht und viel Zeit in Figurenvorstellung investiert, die niemals eine Chance bekommen mehr zu sein als Kanonenfutter.

Sind die ersten Gespräche zwischen Sutherland und Philipp Seymour Hoffman noch faszinierend, ergehen sie sich bald in der Variation des ewig gleichen Gesprächs. 146min dauert der Film ohne das wirklich viel an Handlung oder Charakterentwicklung passieren würde. Was der Trailer effektiv in 90sek erzählt – der Moment wenn die beiden abermals in den Hunger Games antreten müssen – dauert hier rund 70 min ohne dass wesentlich mehr wichtiges passiert wäre. Und wenn es dann endlich losgeht, fühlt sich das Ganze an, als wären die Tribute überraschend ans alte Lost-Set gestolpert wo das Rauchmonster und andere Kuriositäten nur auf sie warten.

Dabei kommen haufenweise Figuren vor, die wohl nur dabei sind, weil sie im Buch vorkommen, die aber im Film dramaturgisch keinerlei Bedeutung haben. Ob nun die Crazy Catlady die im wesentlich geschleppt werden muss oder diverse Tarnexperten und andere Gegner. Sie tauchen kurz auf, werden erklärt aber keiner von ihnen hat genug Screentime um sich tatsächlich zu entwickeln – mal mit Ausnahme von Finnick und Johanna – die leider beide so gut gespielt sind, dass sie Katniss und Peeta im Direktvergleich nochmal um einiges blasser und langweiliger wirken lassen.

Überhaupt sind die Nebenrollen wieder die eigentlichen Stars. Ob Haymitch, Effie, Cinna, Plutarch, Snow, Wiress – hier glänzen gestandene und exzellente Schauspieler die alleine durch ihre schiere Präsenz Interesse für ihre Figuren wecken. Umso ärgerlicher ist es, dass fast keiner von ihnen genutzt wird und der Film in einem extrem schwachen Finale kollabiert, dass unbefriedigt und genervt aus dem Kino entlässt. Was die Rebellion genau wollte, warum der ganze Plan dämlich erscheint, warum Katniss anscheinend als so doof angesehen wird, dass man sie am besten im Dunkeln über alles lässt und warum wir so wenig vom normalen Leben in Panem mitbekommen – das wird vielleicht im dritten Teil beantwortet. Ansehen werde ich ihn mir schon, denn Potential hat die Serie in jedem Fall – aber ein bißchen mehr Fokus und Tempo würde dem Spektakel schon ganz gut zu Gesicht stehen. Und es wäre schön, wenn Katniss und Peeta im nächsten Teil mal irgendwas selbst machen, anstatt immer nur bestenfalls zu reagieren.

  • s. schwarzmeister 12. 12. 2013 an 4:23

    Hallo ich hab xy gesehen und alle sagen so es wäre voll super aber ich finde es ist so mittelmäßig weil es mir nicht deep genug ist und ich habe es trotzdem mal in den Blog gehauen, mfg etc.

  • nexus6 12. 12. 2013 an 12:39

    Anglizismen Übermord!

    • Tony 12. 12. 2013 an 23:21

      Word !

  • Trödellise 12. 12. 2013 an 14:07

    Ja, nexus6, das wird hier GANZ groß geschrieben! Aber wehe, einem gefällts nicht – pass bloß auf!

  • Raubgraf 12. 12. 2013 an 14:58

    Smaugs Einöde war toll!

  • Frybo 12. 12. 2013 an 16:26

    Lustig, wie bei diesem Film alle (deutschen) Filmkritiker das praktisch gleiche Fazit ziehen. Was jetzt nicht bedeutet, das fazit sei falsch oder nicht gerechtfertigt aber es zeigt doch, mit welchem Blickwinkel man als allgemeinder Filmemacher an diese neue Trilogie herangeht. Wenn die Fanboys ihre helle Freude haben an den „autentischen“ Momenten sehen Kritiker oft verfehltes Timing oder überlange Dialoge. Was, wie ich finde, auch ein Zeichen von schlichter Ungeduld sein kann. Als ob man nur darauf warte, dass der (zugegegben schlichte) Hauptplot weiter abläuft obwohl man diesen ja bereits abgeschrieben hat als nicht episch genug!

    Alles was in der Hobbit-Rezension als negativ bewertet wurde sah ich auch schon in Teil 1 und muss sagen: I like it that way!

    Ich persönlich sehe mir jetzt keine Kritiken mehr an bevor ich nicht im Film war. Nicht, weil ich nicht mit Ihnen übereinstimme sondern weil Sie alle das gleiche Aussagen.

  • Jolly-Joker 13. 12. 2013 an 1:48

    Ohh neue Reviews bei 5FF…diesmal auch wieder mit einem Animationsfilm…mal sehen wer die Reviews macht…Batzman…mhh…4 oder 5 Sterne? Was gibt er wohl?…ach Mensch doch nur 4, wer hätte, dass gedacht?

    Die Tendenz von Batzman fast alles aus dem Hause Disney/Pixar, im Vergleich zu Realverfilmungen, (fast) durchweg gut bis sehr gut zu bewerten, wobei andere Filme es auch „verdient“ hätten ist schon seeeeeehr auffallend.

  • Die eskapistischen Links der Woche – Ausgabe 50/2013 » nerdlicht.net 13. 12. 2013 an 9:48

    […] Welt. Deutlich kritischer ist man bei SF-Fan.de. Interessant weil völlig anders die Rezi der Fünf Filmfreunde, die ihn sogar besser als den ersten Hobbit finden – das anglizistische Geschwurbel nervt […]

  • Wal 13. 12. 2013 an 10:13

    Ich habe ja Herr der Ringe geliebt, nix Neues. Den Hobbit habe ich dann nach dem Kino damals auch noch mal im Heimkino versucht, ist aber nicht besser geworden. Das Problem ohne weiter ins Detail zu gehen: Bei HdR gab es genug Vorlage, die es geschickt zu kürzen galt. Das war mehr als gelungen. Der Weg aus wenig und recht schwachem Stoff (nach wie vor überschaubare Kinderliteratur) Sachen dazuerfinden zu müssen ist Jackson nicht gelungen, er ist eben Jackson („Braindead“) und nicht Tolkien. Daher ist der Hobbit für mich albern und langweilig. Ich werde ihnm mir nicht angucken, bei aller Liebe…..

  • asrt 14. 12. 2013 an 22:52

    Auch wenn es den Fanboys nicht gefällt: Die Hobbit-Kritik trifft’s (wie so oft)! Weiter so.

  • svenjo72dpi 16. 12. 2013 an 10:05

    Ich hätte nicht gedacht das ich Batzmann mal zustimmen würde aber sein Review zum Hobbit deckt sich zu 100% mit meiner eigenen Meinung zum Film…

  • JuchuuuiiiBuh 16. 12. 2013 an 16:51

    Habe den Film noch nicht gesehen allerdings werden hier Dinge kritisiert die so im Buch stehen. Z.B. : „(Oh Spinnenwald, sehr gefährlich”¦ öhm ich geh dann mal, viel Spaß).“
    Klar man muss sich nicht an die Vorlage halten allerdings wenn man sich entschieden hat Gandals Backstory zu erzählen fiele mir kein besserer Zeitpunkt ein. Bilbo wird im Buch bei den Spinnen das erste Mal zum Held und merkt das der Ring etwas mit seinem Mut zu tun hat.
    Gandalf hätte da gestört. Ich mein ein Hobbit hilft einen ein gesponnen Gandalf oder wie? Gandalf ist sowas wie ein Halbgott je nachdem wie man den Mittelerde Kosmos interpretiert. Deswegen ist Aragon auch so entsetzt als er mitbekommt das der Balrog Gandalf platt macht.

  • F.A. Seling 17. 12. 2013 an 1:25

    Thank you for deinen Reviews. I liked wie geschrieben es ist. Kutz, pregnant und closehitting. So, jetz‘ muaß i oba ins Bett. Pfiats eich Burschn and good bye … :D

  • satz 17. 12. 2013 an 2:55

    kennt der OP eigentlich „Satzzeichen“?

  • Haarspalter 17. 12. 2013 an 7:58

    1) Schreibe hier zum ersten Mal ;-)

    2) Die Rezension zu „Smaugs Einöde“ passt exakt zu meinem Kinoerlebnis. Zu wenig Beorn, zu wenig Düsterwald, zuviel sinnlose durchgestylte Elben Action und die Erebor Schnitzeljagd war auf Indiana Jones 4 Niveau (was die Glaubwürdigkeit angeht).

  • batzu 18. 12. 2013 an 16:46

    is es nich absicht, dass katnis und peeta passive charaktere sind? immerhin sind die zwei durch zufall da reingerutscht und wollen das alles garnicht. nun ist es aber nunmal so, dass sie mit ihrer spotttölpelbrosche eine symbolfigur und zeichen für die rebellion ist. verantwortlich für die rebellion sind andere und nutzen katnis nur als propaganda, vondaher ists doch eigentlich klar, dass die gute ne passive rolle spielt, oder nicht? ôo

    • Oliver Lysiak 19. 12. 2013 an 3:14

      Es mag sein dass es Absicht ist, aber das macht sie nicht zu interessanten Charakteren. Sie wachsen ja nicht an ihren Aufgaben – sie sind in Teil 2 so öde und passiv wie in Teil 2. Die Frage stellt sich doch: Warum ihre Story erzählen? Selbst wenn sie quasi die instrumentalisierten Strohmänner der Revolution sind, wäre es spannender das aus dem Blickwinkel von jemand zu erzählen der einen interessanteren Protagonisten abgibt. Es ist einfach sehr unglücklich, wenn JEDE Nebenfigur im Film spannender ist als die Hauptfiguren. Harry Potter war auch nicht immer pro-aktiv, aber er hat eine Entwicklung durchgemacht und sich mit seiner Rolle auseinandergesetzt und trotz Radcliffes schauspielerischer Beschränkung war er nie soo öde wie K&P – plus er hatte mit Ron und Hermione wenigstens zwei aktive Figuren an seiner seite.

  • asdf 19. 12. 2013 an 20:56

    Klasse Kritik zum Hobbit!

  • MrBrown 26. 12. 2013 an 15:12

    Ach ihr Jünger des ruckelnden Kameraschwenks, ihr solltet euch lieber schon mal an HFR gewöhnen. Wenn die breite Masse erst mal gemerkt hat, wie viel besser „3D“ damit funktioniert, werdet ihr euer „24p“ höchstens noch separat in der Special Edition BluRay bekommen, wenn ihr Glück habt. Und das ist auch gut so.

  • Seppel 2. 1. 2014 an 15:38

    Gibt’s den Hobbit-Text auch auf deutsch?

  • Tina-Maria Lenz 20. 4. 2014 an 21:34

    Ein toller Film die Eiskönigen. hab ihn jetzt mit meiner kleinen 2 mal angeschaut .

  • Vaiana - Das Paradies hat einen Haken (Review) - Die Fünf Filmfreunde 22. 12. 2016 an 9:43

    […] bei Disney schon zu oft erzählt wurde. Und die vor allem schon interessanter erzählt wurde. Frozen und Wrecked Ralph, aber auch Zootopia machten mehr aus dieser Vorlage und boten ein paar mehr Ecken […]