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Top & Flop 2013 – Die besten und schlimmsten Filme 2013

27. 12. 2013, Batzman (Oliver Lysiak), 21 Kommentare

2013

Batzman meint:

Man kommt ja nicht dran vorbei. Das Jahr verabschiedet sich und ein Blick über die Schulter verrät, es war für den populären Film kein glorreiches. Was nicht bedeutet, dass es keine Highlights gab, aber in diesem Jahr landen nicht nur bei mir viele Filme in der Bestenliste, die in früheren Jahren lediglich lobende Erwähnungen wert gewesen wären oder es gar nicht rein geschafft hätten.
2013 war einmal mehr ein Jahr der Sequels, Reboots, Remakes, der Superhelden und Eventfilme. Ein Jahr in dem die explodierenden Produktions-Kosten neue Höhen erreichten, in dem sich erfolgreiche Regisseure wie Stephen Soderbergh mit Brandreden ins TV zurückzogen, in dem deutlich wurde, wie dreist Hollywood seine Effektkünstler ausbeutet, in dem kreative Buchführung wieder viele erfolgreiche Filme zu Flops herunterrechnete (so wie schon in den 80er Jahren Return of the Jedi, der angeblich bis heute keinen Gewinn gemacht hat) und in dem klar wurde, warum es so unattraktiv ist kleine Filme zu produzieren, die keinerlei Merchandise-, Franchise und Crosspromotion-Potential haben. Von John Landis über Spielberg, Lucas bis hin zu Soderbergh beklagten Regisseure das es kaum noch möglich ist Filme zu drehen, die nicht als Komödie oder Spektakel vermarktbar sind, weil die Greenlights schon lange nicht mehr von Leuten gegeben werden die Filme lieben und verstehen, sondern von Konzernzentralen in denen jeder Pitch in erster Linie der Marketingabteilung und der Lizenzverwertung gefallen muss.

THE GOOD, THE BAD & THE MEH

Batzmans Top-Filme des Jahres

The World’s End – melancholisch, witzig, depressiv. Würdiges Ende der Cornetto-Trilogie
This is the End – Silly, mean, fun. Wie eine South Park-Folge als Realfilm
Shut up little man – kurioseste und spannenste Doku die ich in langer Zeit gesehen habe
Frozen – Die Eiskönigin – grandiose Musik und eine angenehm-emanzipatorische Story
Lone Ranger – bestes Action-Setpiece des Jahres und auch ansonsten unterschätzt
Don Jon – gelungenes Regiedebüt von Joseph Gordon-Levitt
Thor 2 – nach dem verkackten Teil 1 eine deutliche Steigerung und der beste Superheldenfilm des Jahres
Bad Grandpa – Überraschend witzige Rückkehr von Knoxville, die reinen Ekel zugunsten einer sanften Roadtrip-Story zurückfährt
White House Down – unverschämt unterhaltsames Popcorn-Kino mit altmodischen 90er Flair
Gravity – dünne Story, aber die besten Effekte des Jahres
Liberace – Behind the Candelabra – Matt Damon und Michael Douglas, ein Traumpaar
Warm Bodies – Twilight mit Zombies, in gut.
Django Unchained – Tarantinos Western Magnum-Opus macht verdammt Laune
Jack and the Giants – Unverdient gefloppt und trotz vieler Schwächen unterhaltsam und überraschend brutal

Batzmans Flops des Jahres

Man of Steel – Der Verrat an der Figur und die unerträglichste Actionszene und das dümmste Drehbuch des Jahres
Stirb langsam 5 – Oh wartet, vielleicht war auch das hier, das dümmste Drehbuch des Jahres?
After Earth – Scientology plus Doppel-Smith, wow das war echt ein Griff ins Klo.
Kick Ass 2 – Solider Teil 1, aber das Sequel versagt auf jeder Ebene. Bäh.
RIPD – Das war nichtmal ein Film.
Die fantastische Welt von Oz – Vertane Chance, schlimme Besetzung, vergewaltigte Phantasie
Wolverine 2 – Hugh Jackman ist toll, aber der Film war trotzdem furchtbar-lahmarschiger Schrott
Feuchtgebiete – Verklemmtes Muschischwenken eines rebellischen Spießergirls. Bäh.
Spring Breakers – Halb so viel Tiefgang wie eine Folge MTV Cribs, dafür eine Udo Jürgens Nummer am Pool. Danke. Nein.
The Bling Ring – Interessante Real-Story zu der Frau Coppola so gar nichts eingefallen ist. Da retten auch die guten Schauspieler wenig.
Enders Game – Zähe Inszenierung, schwierige Cast, ein halbtoter Harrison Ford und ein homophober Autor. Nuff said.

Batzmans Meh-Filme des Jahres

Hunger Games – Catching Fire – Klasse Cast in den Nebenrollen, schöne Schauswerte und sehr effektive erste 20min. Leider die ödesten Hauptfiguren der Welt und eine Geschichte die nur bedingt bei der Stange hält.
Elysium -Tolle Bilder, tolles Design einer Ghetto-Erde, doch letztlich wird das Thema der Action geopfert
The Hobbit 2 – Smaugs erster Auftritt ist grandios, der Spinnenwald auch. Dazwischen viel Abspannverzögerung und ärgerlicher Quark.
Pacific Rim – Del Toro ist schon erzsympathisch, aber hier war dann doch zu viel Redundanz und zu öde Hauptfiguren, als dass ich wirklich ganz an Bord gewesen wäre
Iron Man 3 – Ohne RDJ wäre der Film ein Totalausfall, so hat er klasse Szenen und viel Leerlauf und ein Drehbuch das an jeder Stelle deutlich macht, dass es Comics scheisse findet
Oblivion – Viel Ambition, die doch irgendwie ins Nichts führen und trotz guter Ansätze am Ende langweilen
Star Trek Into Darkness – Mein Star Trek wird die Serie nicht mehr und mit Inhalt hat Abrams auch nicht viel am Hut, aber er hatte seine Momente.
Evil Dead – Handmade Splatter schön und gut, aber die Schauwerte wurden getrübt durch uninspirierte Inszenierung und kreuzdumme Figuren die Ash wie Einstein wirken lassen

Lieblingsdokus die ich dieses Jahr gesehen habe

Miss Representation – Von Geena Davies coproduzierte Doku über das Frauenbild in den Medien und was es bewirkt.
Ray Harryhausen Special Effect Titan – Liebevolle Doku über den Meister der Stop-Motion
Kings of Pastry – Wie spannend kann Nachtisch backen sein? Sehr, wenn es um die Aufnahme in die französische Meisterliga geht.
The Billionaires Tea Party – Wer finanziert eigentlich die Rechtsaußen-Fraktion der Republikaner?
Tales from the Script – Was passiert, wenn ein Drehbuch erstmal verkauft wurde?

Nächstes Jahr gehts mit den Sequels und Co übrigens genauso weiter. Uns erwarten: Anchorman 2, Robocop, Need for Speed, Muppets 2, Captain America 2, Rio 2, Spider-Man 2, Godzilla, X-Men, Transformers 4, Drachenzähmen leichtgemacht 2, Planet der Affen 2, Ninja Turtles, Expendables 3, Sin City 2, Resident Evil 6, Paranormal Activity 5, Hunger Games3einhalb, Der Hobbit 3

Na denn, guten Rutsch.



Jet Strajker

Meine 10 Lieblingsfilme des Jahres:

01. Das fehlende Bild (Rithy Panh)
02. Frankenweenie (Tim Burton)
03. Leviathan (Lucien Castaing-Taylor, Verena Paravel)
04. Silver Linings (David O. Russell)
05. Ame & Yuki – Die Wolfskinder (Mamoru Hosoda)
06. New World (Park Hoon-jeong)
07. Oslo, 31. August (Joachim Trier)
08. Kindsköpfe 2 (Dennis Dugan)
09. Der Fremde am See (Alain Guiraudie)
10. Liberace (Steven Soderbergh)

Begründungen zu den besten und schlechtesten Filmen gab’s von mir bei moviepilot. Empfehlen möchte ich auch den „alternativen“ Jahresrückblick beim Perlentaucher, zu dem ich etwas über meine Nummer 1 beigesteuert habe.

  • PewPewPew 27. 12. 2013 an 16:06

    Bewusst eher mainstreamig gehaltene Liste?

    • Dr.Strangelove 27. 12. 2013 an 16:26

      Hier brauchste gar nicht mit Tier, Haneke, Seidl, usw.. zu kommen. Für die 5 Filmfreunde sind das alles nur Poser ;)
      „Frances Ha“ ist mein Top Film des Jahres. Mischung aus Greenberg und der Serie „Girls“. Das was Woody Allen seit Jahren versucht (und NIE schafft, nie, ich falle jedes Jahr wieder drauf rein) das schafft „Frances Ha“. PewPewPew.. was sind den deine Higlights?

      • PewPewPew 27. 12. 2013 an 17:10

        Dreh mir nicht das Wort im Mund herum, so wollte ich das gar nicht unterstellen. Wollte mich lediglich erkundigen.

        • Dr.Strangelove 27. 12. 2013 an 18:45

          Achso. Sorry. Aber das „bewusst“ kannst du dennoch streichen. Unterstelle ich einfach mal so. Als einer der hier schon 3, 4 Jahre dabei ist.

          Was Blockbuster angeht fand ich das Jahr 2013 nciht schlechter als die Jahre zuvor (Affen Prequell, Spiderman Remake, beliebige Action/Comic Fortsetzung. Das ist immer alles schicker Durchschnitt.) Ich persönlich fand 2013 schon sehr spannend.

          Achja. „Blau ist eine warme Farbe“ ist auch gut. (Die Sexszenen sind Porno. Absolut lächerlich. Welche Lesbe praktiziert denn die „Scissor Sissor“ Stellung? Lachhaft.) Aber ansonsten ist der Film gut. Und Lars von Trier bringt bald nen Knaller raus. Und auf den neuen Film von Jonathan Glazer bin ich auch gespannt. Gutes Jahr.

          • PewPewPew 27. 12. 2013 an 19:32

            Naja, das ist halt deine Wahrnehmung. Als Blogger aber kann ich das nicht unterstreichen, weil es auch so eine gewisse Erwartungshaltung an die Autoren hier widerspiegelt. Und sowas ärgert mich. Hier machen die Leute, was sie wollen. So soll es sein.

            Jemand wie Batz sieht wohl rein schon aus beruflichen Gründen wahrscheinlich etliche Filme und dann noch mehr im Privaten. Das dürfte sicher auch auf Nilz und Rajko zutreffen. Worauf sie sich aber für eine Besprechung hier konzentrieren, bleibt ihnen überlassen. Gut so.

            Es gibt genügend andere Blogs, die die Filmlandschaft abdecken. ;) Außerdem hat Batz bereits meine Frage genau so beantwortet, wie ich mir das erhoffte. Also ist das Gespräch eigentlich zu Ende. :)

    • Oliver Lysiak 27. 12. 2013 an 17:23

      Tatsächlich eher mainstreamig, wobei ich abgesehen von Dokus auch wenige kleinere Filme gesehen habe, die mich beeindruckt haben. War insgesamt ein maues Jahr, wobei ich Frances Ha noch dringend nachholen will. The Act of Killing fand ich interessant, aber insgesamt sehr zwiespältig.

  • Dr.Strangelove 27. 12. 2013 an 16:21

    Dr.Strangeloves Top Filme 2013:

    – Frances Ha (92% – Rotten Tomatoes)
    – No! (93% – Rotten Tomatoes)
    – Beyond the Hills (91% – Rotten Tomatoes)
    – Die andere Heimat
    – The Act of Killing (96% – Rotten Tomatoes)
    – Laurence Anyways (81% – Rotten Tomatoes)

    Gehypter Scheiß, aber doch eher lahm (Flops):

    – The World´s End
    – This is the End

    • monotony 5. 1. 2014 an 17:42

      The World’s End (89% – Rotten Tomatoes)
      This Is The End (83% – Rotten Tomatoes)

      merkste was?

  • cortega 27. 12. 2013 an 21:51

    ..um es auf den Punkt zu bringen; Dr.Strangelove nimmt sich selbst viel zu wichtig und sollte endlich seinen eigenen Blog starten und dort rumnerven…das sagt jemand der hier auch schon seit 3-4 Jahren mitliest und die Filme in deiner Liste(Dr.Strangelove) großartig findet und sich auch wünschen würde das sowas hier mehr besprochen wird, dem ist aber nicht so . Aber es soll ja in diesem Internetz noch mehr Filmblogs geben…munkelt man…also Strangelove : ShutUp and Read or write .

    • Dr.Strangelove 27. 12. 2013 an 23:29

      Wollte echt nicht so ne Welle lostreten.
      Mein Kommentar „die Filmfreunde halten Trier und Co doch eh nur für Poser“ ist durchaus witzig gemeint. Immerhin habe ich zuvor einfach nur brav meine Liste der Lieblingsfilme gepostet. Nicht mehr, nicht weniger.
      So ein wenig Stichelei darf doch wohl erlaubt sein.

      • cortega 28. 12. 2013 an 18:26

        Na Gut ham wa uns alle wieder lieb…war auch ein wenig zu erregt, sorry for that und Greetz aus Bremen

  • Thomas ThePolygonist Demuth 28. 12. 2013 an 10:59

    Sehr gute Einleitungsworte Batz. Dem ist nichts hinzuzufügen. Die Listen kann ich fast so unterschreiben…..Weiter so

  • SelectedBoy 29. 12. 2013 an 13:44

    Ich glaube (vielleicht ist es auch hoffen), dass in Zukunft verstärkt gute Filme, die via Crowdfunding finanziert werden, rauskommen werden. Dann können die großen Player in Hollywood ihr Merchandise Ding drehen und unabhängige Autorenfilme könnten weiter leben. Vielleicht werden sich die großen Studios dann auch umsehen müssen. Wer weiß.

    • Dr.Strangelove 29. 12. 2013 an 14:48

      Crowdfunding funktioniert auch nur wenn man schon einen Namen hat. Und auch ohne Geld gibt es Bewegunge (Dogma) oder Leute wie Aranofsky, Nolan, die zu Bgeinn Filme mit minimalsten Budget und nur am Wochenende gedreht haben.

      Entscheidender als Crowdfunding finde ich ja eher die Entwicklung bei DSLR Kameras. In ca. 1 Jahr wird es möglich sein mit einer Canon DSLR 2k Kinoformat in raw zu filmen. Die Kameras werden zwischen 1000 und 5000 Dollar kosten. Und die Black Magic Cinema Kamera wird sich auch weiter entwickeln.

      Frances Ha wurde übrigens in h264 aufgezeichnet. Mit einer DSLR. Bis jetzt gab es DSLR Einsatz nur im TV. (Dr. House). Für Kino noch nie. (Meines Wissens nach).

      Würde echt gerne Wissen was Frances Ha gekostet hat. (Immer noch genug. Kostüm, Licht, Crew, etc. Aber mit ner DSLR zu drehen und so schöne Bilder rauszuholen. Respekt!)

      • SelectedBoy 1. 1. 2014 an 17:57

        Rubber war doch auch mit DSLR gedreht wenn ich mich nicht täusche. Ein filmisches Kleinod, wie ich finde.

  • Knaestor 30. 12. 2013 an 3:42

    Ui, von deinen Top-Ten-Filmen habe ich gerade mal EINEN angesehen. Vielleicht doch das falsche Blog für mich? Vielleicht interessiert mich das Blockbuster-Kino auch einfach zu wenig…

  • Silent Rocco 31. 12. 2013 an 5:21

    Meine Top 5:
    5) The Congress 4) Only God Forgives 3) Before Midnight 2) Gravity und 1) Upstream Color, für mich eines der besten Kinoerlebnisse ever, oder, Herr Strajker? :)

    Zuletzt auch Leviathan gesehen; zur Kunst hochgejubelte, ermüdend leere GoPro-Kacke ohne nachhaltige Wirkung.

    • Dr.Strangelove 31. 12. 2013 an 14:09

      Danke das du mich an „Upstream Color“ erinnerst. Den will ich unbedingt noch schauen.

  • legal.hardcore.germoney 31.12.13 – jahresrückblicke.satt.edition | monstropolis 31. 12. 2013 an 15:31

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  • Marcel 8. 1. 2014 an 13:27

    ‚Spring Breakers – Halb so viel Tiefgang wie eine Folge MTV Cribs, dafür eine Udo Jürgens Nummer am Pool. Danke. Nein.‘

    – Dann tut es mir echt Leid für dich, dass du die Essenz des Filmes nicht verstanden hast. Einem Harmony Korine-Film zu unterstellen er habe nur ‚halb so viel Tiefgang wie eine Mtv Cribs-Folge‘ ist einfach respektlos und unprofessionell.

  • Dave 22. 1. 2014 an 15:41

    Big Bad Wolves und The Battery vom FFF gehören noch auf ne Top-Liste.

  • Max 24. 1. 2014 an 21:49

    Krasse Action und Effekte und der Sound; so was von Badabaam!!!! Aber warum passiert den das alles?
    Die hauen sich ohne Grund. Und geht was kaputt – beschwert sich keiner. Außerdem kann ich mich nicht in den Helden hineinversetzen; also lässt mich der ganze Lärm kalt.
    Wie schade verdammt noch eins. Das ist doch Superman; alter SUPERMAN.

    Ich finde nicht das der Film schlecht ist. Aber an den entscheidenden Stellen viel zu lau. Langweilig.
    Deswegen stimme ich der Kritik von Batzman zu.