Review

Boyhood (Review)

5. 6. 2014, Batzman (Oliver Lysiak), 6 Kommentare

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Zwölf Jahre erleben wir den zunächst sechsjährigen Mason dabei, wie er bei der geschiedenen Mutter aufwächst. Wechselnde Ersatzväter, die schwierige Beziehung zum echten Vater und die ganz normalen Probleme des Erwachsenwerdens bilden den Rahmen des experimentellen Coming-of-Age-Films Boyhood.

Ein riskantes Experiment bei dem tausend Sachen hätten schiefgehen können. Einen Film über 12 Jahre drehen und am Ende einen gelungenen, faszinierenden und auch erzählerisch befriedigenden Film abzuliefern ist ein kleines Wunder. Denn reales Altern und sich real anfühlende Entwicklungen einer Familie zu erleben birgt eine Faszination, die sich schwer in Worte fassen lässt. Etwas ähnliches wie Linklater ist sonst nur Langzeitdokus wie Up7 oder Die Kinder von Golzow gelungen, aber hier existiert die zusätzliche Dimension des fiktionalen, des narrativen die die realen Entwicklungen begleitet und in eigene Form bringt.

Coming of Age Filme gibt es viele und auch viele sehr gelungene – aber Boyhood wird wohl dauerhaft bestehen, als einzigartiges Projekt, das es den Zuschauern ermöglicht im Zeitraffer zu erleben, wie aus einem Kind ein fast Erwachsener wird, der seinen Platz in der Welt finden muß. Ohne effekthascherisch zu sein, ohne das große Drama zu zelebrieren schafft Linklater unaufgeregt ein fiktives Stück Wahrhaftigkeit, die er der rundum gelungenen Cast rund um Ellar Coltrane (inkl Linklaters Tochter die wohl kurzzeitig damit drohte auszusteigen und bat ihre Figur sterben zu lassen) und der souveränen Montage zu verdanken ist. Das Linklater und sein Team den Film trotz der langwierigen Produktion als normalen Film erzählen und das Gimmick des Films nie als solches inszenieren ist vielleicht der größte Triumph.

Angucken.

  • Dave 6. 6. 2014 an 9:47

    Der Regisseur heißt Linklater, nicht Linklatter… :-) Ich freue mich schon sehr auf den Film, es sind wirklich alle begeistert!

  • Dr.Strangelove 6. 6. 2014 an 11:22

    Ein wenig länger hätte das Review schon ausfallen können.
    Und die Story mit der Tochter konnte man überall lesen und hat mit dem Film selbst ja eher weniger zu tun. Dennoch. Danke das ihr mal eine „Arthouse“ Film mit reingenommen habt.
    An den Film kommt man aber auch schlecht vorbei. Bin extrem gespannt darauf was mich
    erwarten wird.

  • mein senf 8. 6. 2014 an 16:00

    Das Review erinnert mich an diese 3Fragezeichen-Folge, in der sie permanent von „Ray Liolotta“ sprechen.

  • Dave 10. 6. 2014 an 21:00

    … vor allem weil es wirklich kein Aufwand wäre, den Fehler zu korrigieren :-)

  • burns 27. 6. 2014 an 8:22

    Das hier ist genau das, was mich an der Kommentarspalte so nervt:
    Anstatt sich anhand des Reviews über den Film selbst auszutauschen, wird lediglich das Review bemosert.
    Wenn Ihr Filmfans seid, schreibt über den FILM, und nicht über Batzens Weise, einen Film zu rezensieren.
    Anbei: Ganz grandioser Film. Für mich der Film des Jahres. Hat mich immer mehr in seinen Bann gezogen und kurz vor Ende bekam ich Pipi in die Augen, weil ich wusste, dass der Film bald zu Ende ist und ich mich von der Hauptfigur verabschieden muss; immerhin habe ich 12 Jahre von Masons Leben miterlebt. Die Form des Drehbucherarbeitens (Linklater gab eine grobe Struktur vor, die Darsteller und er haben dann bei den Drehtagen pro Jahr die Szenen gemeinsam erarbeitet) sorgen dafür, dass diese ganz eigene Mischung aus einer erzählten Geschichte und absoluter Authentizität herauskommt: Die Darsteller altern, verändern sich und reifen und so tun es auch ihre Figuren.
    Das einzig Negative ist, dass er drei Stunden gedauert hat – und nicht neun.
    Man kann und soll über den Film übrigens auch gar nicht mehr schreiben als Batz es oben tut; das Wichtigste hat er eh geschrieben:
    „Angucken.“

  • Gottesgruenewiese 14. 7. 2014 an 16:31

    4,5 Sterne ???

    Kann man nicht mal ne Review Liste machen, würde gerne wissen auf welcher Stufe der Film rangiert? 5 Sterne sollte es meiner Meinung nach nie geben.. das wäre ja DER Film.. Aber 4.5 ist verdammt nah an 5..