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Transformers 4 – Das Premake (WTF ist ein Premake?)

18. 6. 2014, Rocky Balbea, 6 Kommentare

So meine Lieben, hier haben wir mal etwas ganz Neues. Oder besser gesagt, zwei ganz neue Dinge. Zum einen darf ich hier das erste Premake der Welt vorstellen, zum anderen auch noch eine ganz neue Art einen Dokumentarfilm zu machen: desktop documentary nennt sich das Ganze, warum erklärt sich irgendwie von selbst. Aber was zum Teufel ist ein Premake? Nun, nachdem inzwischen jeder ein Handy mit Kamera besitzt und wir alle erstmal Zeug filmen und auf Twitter stellen, bevor wir aus dem brennenden Haus rennen, ist eigentlich auch klar, dass Filme schon in ihrer Produktionsphase beobachtet, gefilmt und somit schön für lau von Fans vermarktet werden. Aus der unfassbaren Datenmenge zu Transformers 4 hat Kevin B. Lee nun eine Desktop-Doku gemacht, die wahrscheinlich jetzt schon gehalt- und sinnvoller ist, als das Endprodukt von Michael Bay.

 

 

Dass das Premake eine Reihe von Spoilern enthält, ist klar. Obwohl, was soll man da schon groß Neues verraten…Mark Wahlberg, Roboter und mehr als 400 Explosion…Viel spannender ist allerdings, dass sich aus diesen Daten einiges ablesen lässt, dass die Filmindustrie und Bay lieber nicht so offensichtlich kommuniziert wissen wollen. Nämlich, dass wir alle mehr und mehr in die Marketingstrategien der Studios hineingezogen werden und das Fan-Sein immer mehr dazu dient, einerseits instrumentalisiert zu werden, andererseits aber sofort unter Beschuss gerät, wenn es nicht dem entspricht, was die PR Abteilung gern hätte. Und, dass es viel wichtigere Gründe dafür gab, dass große Teile des Films in China gedreht wurden. Und nicht wegen der Kunst, wie Michael Bay hier zu behaupten versucht, sondern weil China gerade im Begriff ist, der größte Filmmarkt überhaupt zu werden. Und wer Kohle machen will, muss für diesen Markt produzieren. Ach und guck mal, was für ein Zufall, dass in Transformers 4 Li Bingbing mitspielt, eine der großen neuen chinesischen Schauspielerinnen. Und Grimlock, der Dinosaurier-Transformer sieht zufällig total aus wie ein chinesischer Drache. Schalalalala, guckt mal da ein dreiköpfiger Affe! Verkauft wird das ganze als ein „Näherbringen der Kulturen“. Aber wir alle wissen ja, es gibt nur eins, was Kulturen näher zusammenbringt: Mark Wahlbergs dritter Nippel.

Aber egal wie, dieses Premake ist ein kalorienreiches „food for thought“. Kann nur sein, dass der eigentliche Film dann nicht mehr so gut schmeckt.

 

TRANSFORMERS: THE PREMAKE (complete version) from Kevin B. Lee on Vimeo.

  • ThinWhiteDude 18. 6. 2014 an 17:36

    Also bevor man über die Kooperation mit China ablästert, sollte man aufpassen, dass man sich dabei nicht anhört, wie einer von diesen Afd-Trottel.

    “ Ach und guck mal, was für ein Zufall, dass in Transformers 4 Bai Lingling mitspielt, eine der großen neuen chinesischen Schauspielerinnen.“
    Ich weiß zwar nicht, wer Bai Lingling ist, ich weiß aber, dass in Transformers 4 keine Schauspielerin dieses Namens mitspielt. Lediglich eine Bingbing Li kann ich in der Cast-Liste entdecken. Aber hey Bingbing, Lingling – scheißegal, oder? Warum nicht gleich Miss Ching Changchong?

    Desweiteren ist das ein einsames chinesisches Licht in einem ansonsten komplett mit amerikanischen Stars gefüllten Stars gefüllten Cast – Ken Watanabe ist Japaner.

    Desweiteren würde ich gerne mal wissen, was denn so inhärent falsch daran soll, dass Filme mit Fokus auf den chinesischen Markt produziert werden. It’s called Film BUSINESS after all.

    Also bitte – ich hasse den Bay-Dreck ja auch, aber bitte kritisiert die Sachen, die man auch wirklich kritisieren kann und führt hier nicht so pseudo-xenophoben Schwachsinn auf.

    • Rocky Balbea 18. 6. 2014 an 17:59

      Name ist geändert und eher dem schnellen Tippen geschuldet, als dem Rassismus, den du hier vorwirfst. Und bevor du behauptest, sie wäre die einzige, guck dir doch die Doku erstmal an, wa?

      • ThinWhiteDude 18. 6. 2014 an 18:17

        Wer bitte ist so naiv zu glauben, sämtliche substantiellen Rollen würden am Schluss nicht an die Rundaugen gehen? ;-)
        Ist jetzt eher zweitrangig, wie viele chinesische Statisten und Wasserträger da auftauchen. Die tragenden Rollen in dem Film spielen Mark Wahlberg, Nicola Peltz, Stanley Tucci, Sophia Myles, Jack Raynor, ja selbst der Schurke wird von Kelsey Grammer verkörpert. Keiner von denen ist Chinese.

        Und die Frage steht weiterhin im Raum: Was ist bitte daran schlecht, mehr Asiaten in großen Filmen mehr Raum einzuräumen?

        • FrlW 18. 6. 2014 an 18:23

          Das wird doch gar nicht behauptet. Oder hast Du nen anderen Artikel gelesen als ich? Einfach mal den Ball flach halten. Auch, wenn WM ist :-)

        • Rocky Balbea 18. 6. 2014 an 18:32

          Also du liest da spannende Sachen rein. Dit steht doch da gar nicht. Is doch super, wenn das Kino einen so großen Markt bekommt. Und auch klar, dass dann für eben diesen produziert wird. Was das Premake und damit auch der Text bemerken, ist die Scheinheiligkeit Michael Bays und Hollywoods, die einerseits so tun, als wäre das nicht so und andererseits versuchen, das als Kulturrevolution zu verkaufen, dabei ist es reines Kalkül. So nun aber genug erklärbärt.

          • ThinWhiteDude 19. 6. 2014 an 11:45

            „Was das Premake und damit auch der Text bemerken, ist die Scheinheiligkeit Michael Bays und Hollywoods, die einerseits so tun, als wäre das nicht so und andererseits versuchen, das als Kulturrevolution zu verkaufen, dabei ist es reines Kalkül.“

            Und genau unter diesem Gesichtspunkt fand ich es recht ironisch, einerseits diese Scheinheiligkeit anzuprangern, dann aber Bai Lingling mit Bingbing Li zu verwechseln. Auch wenn ich es Dir natürlich glaube, dass das ein Unachtsamkeitsfehler war. War auch gar nicht böse gemeint (glaubt mir sowieso keiner…)