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Videodiskussion: CGI vs. handgemachte Effekte

23. 6. 2014, Jet Strajker, 6 Kommentare

Tom Woodruff Jr. und Alec Gillis von Amalgamated Dynamics, Inc. (ADI) diskutieren in diesem Video die nahezu vollständige Verdrängung praktischer und prosthetischer FX (z.B. Animatronics) zugunsten digitaler Spezialeffekte (CGI). Wer Tom Woodruff Jr. und Alec Gillis nicht kennen sollte: Sie gewannen für die visuellen Effekte in Death Becomes Her (1992) den Oscar und arbeiteten an Alien³, Tremors, Wolf, Mars Attacks!, Starship Troopers, der Spider-Man-Trilogie und zahlreichen anderen Hollywoodfilmen, für die sie nicht-digitale FX beisteuerten.

Dass die Zeit der großen „analogen“ Special-Makeup- und Effektkünstler wie Stan Winston, Screaming Mad George, Rob Bottin, Tom Savini oder Rick Baker lange vorbei ist (und es nur wenigen gelingen wollte, umzurüsten oder sich eben der Verachtung ihrer Arbeit bereitwillig auszuliefern), stimmt mich im Kino immer wieder traurig. Tom Woodruff Jr. und Alec Gillis beklagen sich in diesem Video von ADI vor allem darüber, dass ihre mühsamen Effekte, die sie auch heute noch während der Pre-Production großer Filme herstellen, in späteren Entwicklungs- oder Produkionsstadien teilweise oder komplett durch CGI ersetzt werden. Ein besonders eklatantes Beispiel ist das Premake von The Thing (2011), das ähnlich groteske und spektakuläre Metarmorphosen beinhalten sollte wie John Carpenters Remake von 1982. Dieses Video zeigt einige der kreierten ADI-Effekte, von denen nahezu alle digital (und superhässlich) ersetzt wurden.

Eine Kurzfassung der Diskussion mit Filmausschnitten und Vergleichen gibt es auf Vimeo zu sehen. Die längere direkt hier:

Alec Gillis ist übrigens auch der Regisseur des Horrorfilms Harbinger Down, den er über Kickstarter teilfinanzieren ließ. Müßig zu erwähnen, dass es dort nur handgemachte Effekte zu sehen geben wird.

  • pauliborn 23. 6. 2014 an 22:21

    Del Toro, Hellboy 3, Perlman, Masken, Kostüme, Animatronics, ein bischen CGI, Nazis, Dämonen/Fantasywesen, ein großer Schwung Cthulhu alles zusammen zum Abschluss der Prince of Darkness Reihe.

    Kino, Steelbook sofort gekauft, take my money.

    Del Toro und Perlman sollen doch schon gesagt haben das sie Lust haben, scheinbar vertraut man ihm doch nicht so sehr… Ich hoffe weiter…

  • Thomas ThePolygonist Demuth 24. 6. 2014 an 8:09

    Es lässt sich einfach mit CGI schneller und kostengünstiger produzieren. Ein CGi Artist ist heute auch definitiv weniger wert als noch vor 10-15 Jahren. Außerdem lässt sich ein CGI Archiv wunderbar als digitale Resterampe verwenden. Wer weiß denn genau ob das CGI New York aus Spiderman nicht auch in das „was weiß-ich-wo“ verwendet wurde ?

    • pauliborn 24. 6. 2014 an 17:35

      Wenn man sich die komplette Version des Videos anschaut werden da doch einige interessante Argumente dagegen gemacht. Zum Beispiel kann man practical effects halt auch gleichzeitig in einem Shot aus mehreren Perspektiven filmen… einmal gemacht = 4 Ergebnisse, freut man sich im Schnitt. 4 Virtuelle Cams bedeuten auch 4 mal rendern (und sicher noch andere Umstände).

      Das Video beanstandet auch nicht generell das CGI genutzt wird, sondern eher das Filmprojekte zu kurze Vorlaufzeiten haben und die daraus resultierenden Fehl und Umplanungen, gepaart mit der finanziellen Panik der Producer und ihrem Wirken auf die Produktion dazu führen das man eher CGI nutzt nur um in der Postproduktion dann viel Geld zu verbrennen und am Ende unterbezahlte CGI Artists zurücklässt die selber nicht mit ihrem Produkt zufrieden sind weil in zu kurzer Zeit zuviel gemacht werden musste. Zudem thematisiert das Video auch sehr interessant die Rolle der Regisseure und wie wenig Macht diese eigentlich haben wenn sie nicht schon nen Oscar abgeräumt haben.

      Ich selber bin nicht gegen CGI, ein Spiderman der sich an einer Wackelkamera vorbei durchs Bild schleudert, Marke nasser Sack, ist ja auch nicht das wahre… Es geht halt um die perfekte Mischung (sehr schönes Beispiel Star Trek 2, die Feuerlöschschlauch-Klappe in der Wand beim Angriff auf das Oberkommando. Nur ein Detail, aber Ich dachte CGI, im Making of gesehen das es pratical war).

      Und unabhängig vom Thema Effekte würde eine Entschleunigung der Produktion allgemein dem (Blockbuster)Business qualitativ sicher nicht schaden…

  • Deathblow 25. 6. 2014 an 19:27

    Also ich bevorzuge das handgemachte.
    Als Beispiel bringe ich immer Hellraiser (1985) vs. Hollow Man (2000).
    Frank sah ohne Haut & handgemacht definitiv besser aus.

  • Fluffy Bunny 26. 6. 2014 an 11:00

    Ich machs mal kurz! (Ja, das geht auch… muss es mal… *räusper*)

    Stichwort: Star Wars – seht Euch die OT an, aber die alte Fassung ohne Special Edition Computerunsinn und dann die Prequel Trilogie, am liebsten den zweiten Film… oder den tollen Jabba den George in den ersten Star Wars Film hat einbauen lassen gegen die riesen Puppe aus Teil 3 – wer lebt?

    Mehr muss ich, glaube ich, nicht sagen…

  • Pter fragt sich 9. 7. 2014 an 13:40

    Das Original Boss-Alien aus dem neuen Thing hätte dem Film irgendwie ne komplett andere Note gegeben, Schade.