Features Review

22 Jump Street (Review)

6. 8. 2014, Batzman (Oliver Lysiak), 7 Kommentare
<strong>Originaltitel: 22 Jump Street<br>Regie: Phil Lord / Chris Miller<br>Buch: Michael Bacall, Rodney Rothman<br>Darsteller: Jonah Hill, Channing Tatum, Ice Cube, Amber Stevens, Peter Storemare, Bill Hader, Jillian Bell</Strong>
  • Batzman
  • Rocky Balbea
3.8

Summary

22 Jump Street beweist, das trotz der furchtbaren Spoof-Movies der vergangenen Jahre, die vor allem von den beiden Kinokriminellen Friedberg/Seltzer begangen wurden, immer noch Platz für Genreparodien ist, die sich tatsächlich für die Filme begeistern können die sie veralbern. Derber und eindeutig-augenzwinkernder als Edgar Wrights Cornetto-Filme und nicht ganz so albern wie die genialen ZAZ-Parodien, entwickeln Lord/Miller einen eigenen Stil und legen mit diesem Film den zweiten Hit nach ihrem großartigen Lego-Movie hin.

22-Jump-Street-Poster

22 Jump Street ist wahrscheinlich der Film, bei dem ich bisher in diesem Jahr am heftigsten gelacht habe. Denn auch wenn der Originalitätsbonus des Originals nicht mehr gegeben ist, ist die Gags-per-Minute-Rate einfach verdammt hoch – und es fehlen die ganz schlimmen Gross-Out-Momente, die für mich Teil 1 stellenweise noch etwas anstrengend machen.

22 Jump Street ist nochmal deutlich mehr Meta-Movie als der Vorgänger, denn war sich dieser nur bewusst das Kino-Remake einer halb vergessenen 80er Jahre Serie zu sein, spielt die Fortsetzung beständig mit dem Wissen das Sequel eines Remakes einer halb vergessenen 80er Jahre Serie zu sein. Der Film vollführt quasi eine Spoofception, in dem er sich selbst analysiert ohne dabei von den Klischees, denen er sich bewusst ist, tatsächlich abzuweichen. Die Story ist fast 1:1 wie im Vorgänger und jede Figur weiß das auch und kommentiert diesen Fakt. Und trotzdem alle Figuren wissen wer sie sind und was ihre Rolle ist, schafft es das Regisseurs-Dream Team Lord/Miller das Ganze nicht zu einer zynischen Abrechnung und Demontage werden zu lassen, sondern begegnet den Figuren mit liebevoller Ironie.

Der schwule Unterton des ersten Teils, der auch schon auf die Bromance fokussierte und alle weiblichen Charaktere zu Nebenfiguren degradierte, ist auch hier das Herz des Films. Denn natürlich ist im Leben der beiden Undercover-Cops Hill und Tatum kein Platz für echte Heteroliebe, weil sie ihre Beziehung zueinander erstmal klar kriegen müssen. Subtil ist das nicht, beide landen wenn auch versehentlich, beim Paartherapeuten und führen auch ansonsten haufenweise Ehepaar-Gespräche – aber witzig ist es allemal, weil es eben nicht ausschließlich auf dem „Hihi Nohomo!“-Niveau inszeniert wird, auf dem sich das Klappspaten-Publikum anderer Teenie-Klamotten normalerweise amüsiert.

Beeindruckend ist zudem das Tempo und das wahnsinnig gute Timing mit dem der Film seine Gags serviert, die von offensichtlich bis hin zu blink-and-you-miss-it-Momenten reichen. Ob das unvermeidliche Klischee romantischer Komödien, das Meet-Cute von Tatums-Seitensprung Bromance ins Absurde verdreht oder im Vorbeifahren der Blick auf das Benjamin Hill Center for Film Studies gewähnt wird, immer kommentiert der Film seine eigenen Klischees und hat daran eine diebische Freude. Selbst die Varianten der Szenen aus dem Vorgänger machen Spaß, denn auch wenn es natürlich wieder einen Drogentrip gibt, ist er auf ganz andere Weise spaßig inszeniert.

Neben Hill und Tatum brilliert auch die restliche Cast von Ice Cube, der wieder als Vorgesetzter zu sehen ist (und eine der besten Szenen des Films dominiert), über Peter Storemare als Gangsterboss, der den alten Zeiten hinterhertrauert, Jillian Bell die Rebel Wilson im Psychobitch-Modus channelt und haufenweise Gastauftritte von Patton Oswalt bis Bill Hader. Natürlich tauchen auch wieder zwei alte Recken aus der TV-Serie auf und in der Credit-Szene gibts eine Vorschau auf die nächsten 15 Sequels, die zum witzigsten gehört was man in langer Zeit im Kino sehen durfte.

22 Jump Street beweist, dass trotz der furchtbaren Spoof-Movies der vergangenen Jahre, die vor allem von den beiden Kinokriminellen Friedberg/Seltzer begangen wurden, immer noch Platz für Genreparodien ist, die sich tatsächlich für die Filme begeistern können, die sie veralbern. Derber und eindeutig-augenzwinkernder als Edgar Wrights Cornetto-Filme und nicht ganz so albern wie die genialen ZAZ-Parodien, entwickeln Lord/Miller einen eigenen Stil und legen mit diesem Film den zweiten Hit nach ihrem großartigen Lego-Movie hin.

Und auch wenn sie im Abspann quasi beweisen wie doof weitere Fortsetzungen wären, gebe ich zu, dass ein Teil von mir durchaus gespannt wäre zu sehen, wohin sich ein echtes Sequel nach dieser Film entwickeln würde – und irgendwie glaube ich das Team könnte es tatsächlich schaffen…

  • Binding 6. 8. 2014 an 8:38

    Inhaltlich bin ich dabei, aber sprachlich ist der Text eine Katastrophe: viel zu viele Anglizismen und teilweise völlig abwesende Kommasetzung. Hat leider geradezu weh getan beim Lesen.

  • awesomatik.com 8. 8. 2014 an 13:39

    Ich weiß nicht, was alle an dem Lego Film so toll finden. Es waren auf jeden Fall ein paar nette Ideen dabei aber die meiste Zeit sind Lego-Figuren schreiend irgendwo runtergefallen, was langfristig ziemlich genervt hat.
    Dann lieber 21/22 Jump Street.

  • Martin Sane 19. 8. 2014 an 15:05

    Es wäre schön wenn Du es unterlassen könntest, Leute in jeder zweiten Review direkt oder indirekt als dumm, Idioten, Proleten oder Klappspaten zu bezeichnen.
    Mal abgesehen davon dass das niveaulos und arrogant ist, ist es vor allem unnötig und unprofessionell.

  • Oliver Lysiak 19. 8. 2014 an 15:31

    Martin, du musst dir den Schuh nicht anziehen. Aber homophobe Scheiße werde ich auch weiterhin als solche bezeichnen und wenn Leute darauf stehen, dann sind es für mich Klappspaten.

  • Martin Sane 22. 8. 2014 an 8:25

    Einverstanden mit der homophoben Scheiße, aber Leute die beispielsweise Transformers gut oder Adam Sandler-Filme lustig finden sind nicht automatisch dumm. Umgekehrt ist Ahnung von Filmen zu haben noch lange keine Garantie für Intelligenz.
    Abfällige Bemerkungen über Leute die diesen oder jenen Film mögen ziehen sich nunmal durch Deine Reviews und Podcasts.
    Egal, ist Deine Sache.

  • Batzman (Oliver Lysiak) 22. 8. 2014 an 14:44

    @Martin Die Transformersfilme sind rassistisch, militaristisch und moralisch ausgesprochen fragwürdig und Adams Sandlers „Humor“ besteht auch zum Großteil aus misogynem, rassistischen und generell intelligenzfeindlichem Humor. Das betrifft nicht nur offensichtlich homophobe Scheiße wie Chuck & Larry sondern auch seine sonstigen Filme, die im wesentlichen auf defamierendem Humor und Product Placement basieren. Wer sich darüber amüsiert muß sich nicht zwangsläufig die dahinterstehende Agenda zu eigen machen, lacht aber eben über fragwürdige Inhalte. Und die Kommentare von diesen „Fans“ legen auch sehr oft den Verdachte nahe, dass sie nicht gerade zu den tolerantesten, aufgeklärtesten und intelligentesten Kinogängern gehören. Das gilt nicht nur für diese Seite sondern generell für eine gewisse Art von Fans.

  • martzell 13. 11. 2014 an 11:58

    Viele Sandler-Filme beleidigen zwar auch meinen Intellekt und sind mir zu zotig, aber homophob ist Chuck & Larry nicht: „Jeder hat das Recht, sich in den Hintern zu schieben, was immer er will.“ Der Film zeigt allerdings nur schwule Stereotypen aus Heterosicht. Nur weil jemand unreflektiert sich von einem Film unterhalten lässt der intellektuell analysiert Grund zur Beanstandung bietet maße ich mir kein Urteil über ihn oder sie an, und stecke sie nicht in eine Schublade. Denn mit vorgefertigter Meinung schränkt man seine Wahrnehmung ein. Punch-Drunk Love hört sich von der Inhaltsbeschreibung an wie eine typische Adam Sandler romantic comedy, ist aber wohl eher ein anstrengender Experimentalfilm. „Die Liebe in mir“ habe ich nicht gesehen.