Review

Baymax (Review)

23. 1. 2015, Batzman (Oliver Lysiak), 2 Kommentare
<strong>Originaltitel: Big Hero Six<br>Regiesseur: Don Hall, Chris Williams Buch: Jordan Roberts, Dan Gerson, Robert L. Baird<br>Darsteller: Ryan Potter, Scott Adsit, Daniel Henney<br></strong>
  • Batzman
4

Kurzfassung

Quietschbunter, emotional anrührender Film der es schafft trotz durchschnittlicher Superhelden-Story dank der beiden starken Hauptfiguren zu begeistern.

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Disney Animation ist ja spätestens seit Wreck it Ralph aus dem Schatten des großen Bruders Pixar herausgetreten, was Computeranimierte Filme angeht. Mit Tangled und Frozen haben sie erfolgreich das Prinzessinen-Genre wiederbelebt und mit Baymax alias Big Hero 6 beweisen sie nun, dass sie weiterhin auf originelle neue Stories setzen, anstatt sich auf Fortsetzungen auszuruhen.

Die Adaption eines obskuren Marvel-Comic ist natürlich typisch Disney und nimmt eine etwas jüngere Zielgruppe ins Visier als Wreckt it Ralph oder Pixars Incredibles, kann aber gerade durch die extrem knuffige Hauptfigur und den emotionalen Bogen der Geschichte überzeugen.

Mag auch der deutsche Untertitel furchtbar sein, im Titel auf Baymax zu gehen ist absolut vernünftig, denn so rasant, sympathisch und liebenswert die restlichen Big Hero 6 sein mögen – Herz und Angelpunkt der Geschichte ist nunmal Hiro und sein Marshmellow-Sanitätsroboter Baymax.

Die Annäherung der Beiden und die praktische Trauerarbeit die Hiro nach einem tragischen Verlust durchlebt gehen ans Herz und betten die Actionszenen und die Superhelden-Story in ein großes Ganzes ein. Ohne dieses Fundament der persönlichen Geschichte wäre die Handlung leer und auch ziemlich austauschbar, denn der Bösewicht und dessen Motivation sind wenig faszinierend. Wie oft im Marvel Cinematic Universe, ist der Weg wichtiger als das Ziel. So wie das Rumgezicke zwischen den Avengers interessanter ist als ihr Kampf gegen 08/15-Aliens so ist auch die Freundschaft zwischen Hiro, Baymax und seinen Nerdkämpfern wichtiger als die eigentliche Schlussschlacht.

Natürlich wäre der Film trotzdem nichts ohne seine optischen Schauwerte und obwohl klar ist, dass der Disney/Manga-Crossover Stil zumindestens teilweise in der Marketingabteilung entschieden wurde um im asiatischen Markt zu punkten, ist es spannend anzusehen, wie eine disneyfizierter Anime aussehen kann. Nachdem wir ja schon die Anime-Versionen diverser Marvel-Helden kennen, ist der umgekehrte Mix mitdestens genauso reizvoll und das japanisierte San Francisco alleine den Besuch wert.

Baymax dürfte sich mühelos als Figur zu anderen Disney-Heroen gesellen, denn seine extrem liebenswert-naive Persönlichkeit hebt ihn weit über die eher simple Geschichte hinaus und sorgt dafür, dass er lange im Gedächnis bleibt.

Plus: Disney gewährt Stan Lee natürlich sein obligatorisches Cameo, da wohl nie zuvor so albern geraten ist.

Full Disclosure: Ich hab eine von Disney organisierte Preview des Films moderiert, die von Manniac präsentiert wurde.

  • Feuervogel 3. 2. 2015 an 13:10

    tolle review,
    ich fand den Film mega-super (bin nicht so kritisch bei Animationsfilmem). Das Aussehen von San Fransokyo war eine schöne Idee und sollte ich mir ein Haus bauen muss es so aussehen. Ein empfehlenswerter Film für jedes Alter^^

  • Tom 11. 6. 2015 an 19:57

    Der Disney/Manga-Crossover-Teil ist nicht in der Marketingabteilung entschieden worden um im asiatischen Markt zu gewinnen, die Vorlage spielt in Tokyo, die haben das ganze SanFranciso-Dingens eher gemacht um mehr im amerikanischen Markt zu punkten. In englischen Reviews wird teils auch das „Whitewashing“ des Comics kritisiert.