Review

Mortdecai – Der Teilzeitgangster (Review)

23. 1. 2015, Batzman (Oliver Lysiak), 0 Kommentare
<strong>Originaltitel: Mortdecai<br>Regie: David Koepp<br>Darsteller: Johnny Depp, Ewan McGregor, Gwyneth Paltrow, Paul Bettany<br></strong>
  • Batzman
2.5

Kurzfassung

Ein Fluff-Film der zu angestrengt versucht luftig-locker und verspielt zu sein, aber dank der guten Besetzung genug Charme entwickelt um verregnete Sonntagnachmittage zu füllen.

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Mortdecai bemüht sich angestrengt die Leichtigkeit und den schwerelosen Charme der alten Pink Panther-Filme zu emulieren. Das gelingt ihm teilweise, aber nie ganz, egal wie sehr sich alle Beteiligten ins Zeug werfen. Einzelne Episoden sind sehr ulkig, besonders Paul Bettany als Mortdecais Muscle weiß hier zu punkten, doch die Vignetten fügen sich nicht so ganz zu einem großen Ganzen. zu holperig fügt sich die Story zusammen, zu unhomogen erscheint die Mischung aus glossigem Hollywoodlook mit bizarrer Computeranimation wenn wir Mortdecai bei seiner Weltreise verfolgen. Es ist nicht fehlendes Engagement, sondern eher der angestrengte Wille es besonders gut, besonders übertrieben, besonders skurrill zu machen, der Mortdecai stolpern lässt. Denn bei allem Overacting braucht es auch immer eine reale Figur hinter der Farce und die kommt Depp hier leider immer wieder abhanden. Seinen Jack Sparrow haben wir ihm geglaubt, genau wie den Stummfilm-Schussel in Sleepy Hollow – doch der klamaukige Kunsthändler will irgendwie nie so ganz zum Leben erwachen.

Regisseur David Koepp schien ja durchaus Lust auf den Streifen zu haben, denn immer wieder blitzen gute Ideen auf und für sich genommen sind die Charaktere ja auch durchaus charmant. Doch zu oft werden Running Gags durch ewige Repitation in den Boden gestampft. Nie passte der Ausdruck Witze mit Bart besser als bei diesem Film, wenn die Verzweiflung der Marketingabteilung ins Drehbuch eingriff um auch wirklich dem letzten Zuschauer klar zu machen, dass Johnny Depp mit Moustache so ziemlich das lustigste der Welt ist.

Trotzdem: Mit einem besseren Drehbuch und einer schwungvolleren ersten Hälfte wäre Mortdecai tatsächlich ein guter Film. So schleppt er sich immer mal wieder und leidet darunter, dass es ewig dauert, bis im Durcheinander der Grimassen tatsächlich mal sowas wie eine Handlung sichtbar wird.

Dennoch bleibt er im soliden Mittelmaß und garantiert zumindest solide Unterhaltung an verregneten Sonntagnachmittagen für alle Depp-Fans.