Review

Kingsman – The Secret Service (Review)

6. 3. 2015, Batzman (Oliver Lysiak), 1 Kommentar
<strong>Originaltitel: Kingsman - The Secret Service<br>Regie: Matthew Vaughn Buch: Jane Goldman, Matthew Vaughn<br>Darsteller: Colin Firth, Taron Egerton, Samuel L. Jackson, Michael Caine, Mark Strong, Michael Caine<br></strong>
  • Batzman
4

Kurzfassung

Als Style over Substance-Popcorn-Kino ist Kingsman auf jeden Fall mit das Beste was es in diesem Bereich in den letzten Jahren zu sehen gab.

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Kingsman ist das willkommene Gegengift zum rebooteten Bond. Weg von tougher Pose, Rumgejammer und Midlife-Crisis, zurück zu Spaß und überlebensgroßer Agenten-Action. Collin Firth ist der perfekte Gentleman-Spion und Taron Egerton macht sich überraschend gut, als Chav-Teenie der für den coolsten Geheimdienst der Welt rekrutiert wird.

Regisseur Matthew Vaughn hat seit Kick Ass nochmal dazu gelernt und schafft es jetzt die hyperstylishen Gewaltszenen in einen runderen Kontext zu setzen. Man merkt ihm deutlich die Liebe zum Sixties Style, zu den ganzen Agenten der Gentleman-Ära an und dennoch wirkt der Film nicht wie ein Rückfall in die alte Zeit.
Kingsman ist nicht so hemmungslos albern wie Austin Powers oder die Spy Kids -Filme, aber trotzdem in allem auf 11 gedreht.

Der Style ist britischer als britisch, die Gadgets ebenfalls (auf die Schirmwaffe wäre wohl John Steed neidisch) und der Oberschurke könnte karikierter kaum sein. Vaughn und sein Autor Mark Millar kennen ihne Vorbilder und haben dennoch einen diebischen Spaß daran, sie leicht umzukrempeln.

Samuel L. Jackson ist einerseits ein megalomanischer Blofeld-Verschnitt, aber durchaus ein vernünftig argumentierender Zeitgenosse, dessen böser Plan zumindest theoretisch sinnvoll erscheint. Und er karikiert seine diabolische Ausstrahlung durch Sprachfehler die Unfähigkeit Gewalt und Blut zu ertragen.

Und bei aller Übertreibung sind die Figuren immer noch so menschlich, dass sie nicht austauschbar und langweilig werden. In einer der besten Szenen des Films, reflektiert Vaughn sogar die eigene cinematische Glorifizierung von Gewalt, wenn er Firth ein unbeschreibliches Massaker anrichtet, das alle Register der Gewaltpornographie zückt nur um den gehypten Kingsman und den Zuschauern danach die eigene Begeisterung vorzuführen, wenn allen Beteiligten klar wird, das unser Held gerade unschuldige Menschen abgeschlachtet hat.

Das bedeutet nicht, dass Vaughn seine HyperGewalt nicht liebt, aber es zeigt das er sich zumindest der Problematik bewusst ist und sehr genau die Mechanismen kennt, mit denen er sein Publikum verführt.

Und trotz aller Metzelszenen meidet er stets die selbstgerechte, mobfütternde und unangenehme Aura die Selbstjustiz-Actioner wie Taken durchdringt. Dazu ist Kingsman dann einfach zu sehr in einem schwerelosen Comic-Universum verankert, in dem alles mit einer Prise Roger Moorschem Augenbrauen heben serviert wird.

Als Style over Substance-Popcorn-Kino ist Kingsman auf jeden Fall mit das Beste was es in diesem Bereich in den letzten Jahren zu sehen gab. Was optische Ideen und Eleganz angeht, stimmungsvolle Musik die gekonnt mit den Scores von John Barry flirtet ohne sie platt zu kopieren. Henry Jackman, der auch schon in X-Men First Class für gekonntes Sixties Feeling sorgte, leistet auch diesmal wieder einen guten Job.

Kein Meilenstein, aber ein rundherum unterhaltsamer, rasanter Beweis dafür, dass britische Agenten-Action auch heutzutage noch ihre Berechtigung hat.

Und nach all den kantigen Machohelden der letzten Jahre ist es doch ganz schön, wenn ein Film William Horman zitiert: Manners Maketh Man. Kingsman.

  • Baum 6. 3. 2015 an 20:04

    Jup, ist so zu bestätigen. Ein Film der große Spaß macht.
    Auch super gelungen sind die grandiosen Kamerafahrten, die diese abgefahrene Metzelei perfekt unterstreicht.
    Die fand ich echt mal innovativ im Vergleich zu dem sonst so häufigen üblen rumgewackle.

  • Die besten Filme 2015 - Die Fünf Filmfreunde 31. 12. 2015 an 5:26

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