Features Review

Spy – Susan Cooper Undercover (Review)

28. 5. 2015, Batzman (Oliver Lysiak), 5 Kommentare

SPY_poster

Nach dem Werbeoverkill traue ich mich fast nicht mehr es zu sagen: Aber ja, Spy ist sehr witzig und absolut sehenswert. Und ich bin wahrlich nicht der größte Fan von Melissa McCarthy die durchaus auch das Potential zum Nerven hat. Doch abseits ihrer Ein-Witz-Sitcom beweist sie im Kino immer wieder, dass sie tatsächlich was draufhat. Besonders im Gespann mit Paul Feig, kann sie sehr witzig sein.

Spy bedient sich genüßlicher aller möglichen Agentenfilm-Klischees. Den Vorspann von Bond, das Setup von Jumpin Jack Flash und ein bißchen Maxwell Smart ist auch zu spüren. Doch das ist nicht lästig sondern lustig, denn Feig – der auch das Drehbuch verfasst hat – setzt nie auf plumpe „guck mal die tollpatschige fette Frau“-Witze. Auch wenn Susan Cooper nicht alles gelingt, so ist sie eindeutig eine vollwertige Agentin und vor allem ein glaubwürdiger Mensch. Sie überlebt dank ihrer Fähigkeiten, muß nicht ständig von den „richtigen“ Agenten gerettet werden und ist dabei trotzdem auch erfrischend unsicher zwischendurch.

Und der Film ist keine reine Melissa McCarthy Show, denn sowohl Jude Law als Westentaschenbond, wie auch Jason Statham als debiler Machotrottel sind überaus unterhaltsam – genau wie die restliche weibliche Cast. Rose Byrne gibt eine tolle Schurkin ab, Miranda Hart ist eh immer witzig genau wie Allison Janney. Und natürlich Peter Serafinowicz – als scheinbar schmieriger Italo-Agent mit Busenfetisch. Das Ensemble funktioniert, das Tempo stimmt auch wenn der Film mit 120min an die Grenze dessen geht, was eine Komödie verkraften kann.

Doch dank ständiger Locationwechsel, rasanter Dialoge und McCarthys Kodderschnauze weiß Spy über die volle Laufzeit gut zu unterhalten und kann sich auch optisch sehen lassen. Feig weiß wie er Actionszenen inszenieren muß und beweist, das wir zumindest keine Angst haben müssen, dass sein Ghostbuster-Reboot wie eine Sitcom aussieht oder zu zahm wird. Denn immer wieder überrascht Spy mit ungewohnter Härte, immer wieder spritzt das Blut, splattert es wenn Schurken sterben und Säure sich in Gesichter frisst. Dadurch bewahrt Feig seinen Film auch davor die gefährlichen Szenen nicht ernst zu nehmen, denn er erinnert daran, dass der Tod real ist – so wie bei Bond mal Gegner in der Schneemaschine zerhackt werden, geht es auch bei Spy nicht gerade zimperlich zur Sache.

Fazit: Wer McCarthy nicht aus Prinzip und auf witzige Agentenfilme steht, der bekommt hier einen sehr guten und durchaus feministischen Vertreter seines Genres geboten, dessen Gagrate stellenweise an 80er Jahre Komödien erinnert.

Originaltitel: Spy, Drehbuch und Regie: Paul Feig, Darsteller: Melissa McCarthy, Jude Law, Jason Statham, Rose Byrne, Merinda Hart
  • Batzman
4

Kurzfassung

Rasante Agentenkomödie mit hoher Gagdichte und feministischem Unterton. Sehenswert.

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User Review
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  • marinorama 28. 5. 2015 an 8:41

    Meine Güte! Könnt ihr nicht die Basics einer Online-Redaktion umsetzen und zumindest die Namen richtig schreiben? „Melinda McCarthy“, „Jude Lawe“… Alles selbst noch mal durchlesen bevor ihr auf Return haut, Leute!

  • Peter 28. 5. 2015 an 12:55

    Jude Lawe und Melinda McCarthy… Auf dem Poster stehen die Namen und ihr schafft es nicht, diese korrekt abzuschreiben….tststs

  • Tonimaroni 28. 5. 2015 an 13:49

    Nach dem Trailer bin ich mehr als überrascht von Dir so ein Review zu lesen. Denn der sieht schon sehr nach dem üblichen McCarty Fließbandschund aus.

  • Batzman (Oliver Lysiak) 28. 5. 2015 an 15:23

    @Tonimaroni Der Film kriegt generell gute Kritiken. Und so scheusslich ich ihre Sitcom finde, so gut unterhielt mich der Film. Wobei ich zugegeben auch The Heat schon eine ziemlich unterhaltsame Antwort auf 90er Buddy-Comedies fand.

  • Tonimaroni 29. 5. 2015 an 22:54

    Ok, dann kommt er zu mindestens auf die Ausleihliste. Aber bei dem Zusammenschnitt für den Trailer haben sie kein glückliches Händchen bewiesen.