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„FIFA – Der Film“ scheitert wie kein Film zuvor: 607$ Einnahmen

10. 6. 2015, Mal Sehen (Malcolm Bunge), 1 Kommentar

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Natürlich heißt der Film nicht „FIFA – Der Film“, sondern einfach nur „United Passions“ und lässt viele Möglichkeiten Ausrufezeichen in Klammern zu benutzen. Da wäre Tim Roth, der Sepp Blatter spielt(!), der wiederrum als unerbittlicher Korruptionsbekämpfer(!) in Szene gesetzt wird. Sam Neill(!) spielt seinen Vorgänger, der Blatter an Bord holt. Gekostet hat der ganze Spaß 29.000.000 Dollar! Da kann man die Klammern ruhig mal weglassen.

Ich habe mir allerdings niemals eine Fortsetzung eines Filmes doller gewünscht, als in diesem Fall. Ich schlage vor, dass der Film davon handelt, wie der erste Teil gedreht wird und sich alle Beteiligten darüber totlachen, dass sie 29 Millionen Dollar verpulvern, die sie größtenteils von der FIFA selber bekommt. Und wie die Party einfach weitergeht, als der Film während der ganzen Skandale in die Kinos kommt und läppische $607 einnimmt. Ja, richtig: Sechshundert und sieben Dollar.

“United Passions,” a star-filled dramatization funded by FIFA and distributed in the U.S. by Screen Media Films, opened in 10 locations Friday and for purchase online. It collected about $634 in ticket sales Friday and Saturday, said two people with knowledge of the matter. Sunday’s take will probably bring the total to $1,000, said one of the people, who asked not to be named disclosing private box-office data.

Zugegeben, das war auf dem amerikanischen Markt, wo Fußball in etwa so interessant ist, wie hier Baseball. Also schauen wir uns mal an, was der Film weltweit eingenommen hat. Laut Bloomberg waren das immerhin $178.000.

Gerade wenn man denkt, dass man nicht noch mehr Schadenfreude empfinden kann, kommt ein mieser Film daher! Hach, Hollywood! <3 via Boing Boing

  • burns 10. 6. 2015 an 16:06

    DIE WELT hat Tim Roth dazu in Cannes interviewt:

    Frage: „Letztes Jahr wurde hier ein Film vorgestellt, den seitdem so gut wie niemand gesehen hat.“

    Roth: „Inklusive mir. Ich habe zwar eine der Hauptrollen gespielt, aber bisher nichts davon gesehen. Außerdem möchte ich sagen, dass ich mich entschuldige, diese Rolle nicht abgelehnt zu haben.“

    Das ist extrem selten in der Kinobranche.

    „Sie entschuldigen sich wirklich?“

    „Ja, ich entschuldige mich. Ich habe den Regisseur nicht angezweifelt. Ich habe das Drehbuch nicht angezweifelt. Das ist eine Arbeit, für die mein Vater im Grab rotieren würde.“