Features Review

Minions (Review)

10. 7. 2015, Batzman (Oliver Lysiak), 4 Kommentare
Originaltitel: Minions, Buch und Regie: Minions, Darsteller: Minions
  • Batzman
3

Kurzfassung

Minions sind nett, lustig und federleicht. Aber von Soufflé wird man leider nicht satt.

minions-poster

Minions ist nett. Minions ist lustig. Minions ist unterhaltsam. Und er ist genau das, was man erwarten durfte, wenn man die Minions aus den Despicable Me-Filmen kennt. Sowohl Animationsqualität als auch die Gags sind solide und sorgen immer wieder für Lacher und manchmal auch hübsche Popkulturreferenzen.

Das alles ändert leider nichts daran, dass der Film so fluffig ist, dass er schon Sekunden nach dem Abspann aus dem Hirn verfliegt, weil er leider so gar keine Substanz hat. Minion-Fans werden sich freuen, sie bekommen genau das was sie wollen… und doch als jemand der die Vorgängerfilme mochte, bedauere ich, das Minions so völlig ambitionslos ist und nicht einmal im Ansatz versucht, sich über sein grundlegendes Setup zu erheben.

Denn die Story ist leider sehr langweilig und eine echte Dramaturgie findet quasi nicht statt. Weder die Hauptminions noch Scarlett Overkill werden je zu mehr als Kurzfilm-Sketchfiguren, die für eine oftmals willkürliche Aneinanderreihung von Sketchen herhalten müssen. Die Odyssee von Stuart und Co ist spaßig, aber wirkt nie zwingend – weder in ihren physischen Herausforderungen, noch in ihren emotionalen Entwicklungen und Zwängen. Weswegen es leider auch beim Zuschauer nie zu mehr als einem „ach wie niedlich“ oder „ui wie lustig“ reicht.

Minions sind eben eher die Meister des kurzen Skits, als der langen Erzählform und auch wenn ihre Sprache ein meisterlich internationales Kauderwelsch ist und das Timing der Slapstick stimmt, stellte sich bei mir irgendwann eine gewisse Ermüdung ein. Klar Gru ist weniger lustig als die Minions, aber er und seine Mädchen geben den anderen Filmen eine Geschichte und Herausforderungen, etwas woran die Gags aufgehängt werden können. Und ich vergleiche den Film absichtlich nur mit den Ambitionen seines eigenen Kosmos, denn jeder Vergleich mit Pixar oder den gelungenen Drachenfilmen von Dreamworks verbietet sich von selbst. Die Minions wollen ja nicht viel mehr als lustig sein und es wäre unfair sie mit ambitionierten Filmen zu vergleichen, denn hier sind selbst die Popzitate und die Danceparty am Ende zu harmlos um irgendwas anderes zu sein als Referenz ohne Haltung. Dreamworks verteilt bei aller Nervigkeit dieser Stilmittel zumindest noch Seitenhiebe gegen den Pop. Die Minions erwähnen nur dass es ihn gibt. Schaut die Beatles. Schaut die Queen. Schaut Florida vor Disneyland…

Minions sind nett und federleicht. Aber von Soufflé wird man leider nicht satt.

  • Silent Rocco 10. 7. 2015 an 15:37

    Nachdem ich mit einer großen Gruppe Kleinkinder, die zuvor den Film gesehen haben, die SBahn für eine halbe Stunde teilen musste, hasse ich den Film jetzt schon. Ohne Pause brüllten alle nur „BANANA! BANANA!“ …. 30 min lang. Aus einer Gruppe eigentlich niedlicher Kinder wurde eine Horde nerviger Affen :)

  • burns 11. 7. 2015 an 7:36

    Ich teile Batzmans Kritikpunkt als auch meinen Hauptkritikpunkt.
    Einiges sehe ich aber anders: Die Minions wären durchaus so angelegt gewesen, dass sie als dramaturgischer Träger getaugt HÄTTEN; sie sind keine Nebenfiguren, die in die Story als Sidekick eingefügt werden (was ich bei den ersten Ankündigungen des Filmprojekts erwartet hatte), sondern funktionieren als Handlungsträger erstaunlich gut. Die schönsten Momente im Film sind immer die mit Kevin, Stuart und Bob: Dort sitzen die schönsten Gags, die besten Momente a la „Cuuuuute!“ und sie KÖNNTEN berühren – wenn man sie ließe.
    Das Problem ist einfach, dass stringentes Storytelling den Autoren vollkommen wurscht war. Scarlett Overkill, die Figur, die die Handlung am meisten vorantreibt, hat eine vollkommen unklare Motivation, die gesamte Logik der Welt drumherum, also des London von 1968, ist nicht vorhanden, alles kann passieren und nichts. Der Plot folgt schlicht allem, was einem sauteuer finanzierten Animationsfilm im Jahre 2015 so möglich ist und implodiert in der letzten halben Stunde quasi in sich selber. Alles für den Effekt, für den Gag, für das Noch-größer-noch-irrer (teilweise auch: Noch-schwärzer, das fand ich schon schön), Story: Was ist das?
    Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich mich vielleicht sogar drauf einlassen können: „Minions“ ist ein Film der ganz dezidiert keine Geschichte erzählen will, auch nicht so berühren will, wie es die Despicable-Me-Reihe durchaus kann: Er ist komplett durchgeknallt und ist die Apotheose des im Animationsfilm Möglichen.
    Und die Animation ist ja auch gigantisch, gar keine Frage. Mir blieb schon so manchesmal der Mund offen stehen.
    Ich würde die Machart des Films gar nicht mal negativ bewerten wollen, ich war halt null drauf eingestellt, Story wär schön gewesen.
    Oder wie man bei uns in Bayern sagt: Wer’s mag – für den is’s Höchste.

  • dok 3. 8. 2015 an 14:31

    Wer ist „Klar Gru“?

  • Serge 6. 9. 2015 an 9:49

    Ich hab gestern den Film gesehen aus Langeweile. Was ein Zeitverschwendung. Was ein Müll.
    Lange nicht so gut wie den ersten Film