Features Review

James Bond 007 – Spectre (Review)

29. 10. 2015, Batzman (Oliver Lysiak), 10 Kommentare
Originaltitel: Spectre, Regie Sam Mendes, Buch: John Logan, Neal Purvis, Robert Wade, Jez Butterworth, Darsteller: Daniel Craig, Ben Wishaw, Naomie Harris, Christoph Waltz, Ralph Fiennes...
  • Batzman
  • Nilz N Burger
3.3

Kurzfassung

Der ockerste Film des Jahres. Wenn ihr nur einen Agentenfilm dieses Jahr schaut. Dann schaut Kingsman. Wenn ihr zwei schaut, dann guckt Kingsman und Mission Impossible 5. Wenn ihr drei schaut, dann schaut auch noch The Man from U.N.C.L.E. Wenn ihr vier schaut… okay dann guckt auch noch Spectre. Oder wartet auf Bridge of Spies.

Spectre hat die wohl beste Pre-Title-Sequence der Craig-Ära. Ein langer Tracking-Shot, der entweder sehr gut choreographiert oder elegant getrickst ist, folgt Bond durch die feiernden Massen des Dia de Muertos, des Day of the Dead, in einen Fahrstuhl, ein Hotelzimmer, raus auf den Sims bis zu einem Dach von dem aus Bond irgendjemand wegen irgendetwas erschießt. Es folgen Explosionen, Fluchten und ein Kampf in einem Helikopter. Vor dem Hintergrund der feiernden Massen werden Erinnerungen an die klassischen Bond-Tage wach, in denen dem Charakter immer etwas Mythisches anhaftete. Große Kulissen und Action die Maßstäbe setzte.

SPOILER VORAUS

Ich habe mich tatsächlich richtig gefreut nach dieser Eröffnung von Spectre, denn die bisherigen Reboot-Bonds hatten mich wahrlich nicht vom Sockel gehauen. Selbst der vielgelobte Skyfall hatte bei einigen schönen Ansätzen und einem interessanten Schurken im letzten Drittel einen Totalausfall.

Leider verpasste schon die Titelsequenz der Freude wieder einen Dämpfer, denn wenn Sam Smith sein Writings on the Wall herausquietscht, klingt es oft wie ein Dackel der mit den Testikeln in der Heizung hängen geblieben ist. Die Melodie bleibt nicht im Ohr, der Song plätschert dahin und reiht sich damit ein in die Liste der belanglosen 007-Songs, die selbst den furchtbaren Madonna-Song „Die Another Day“ noch epochal erscheinen lassen. Wobei Sam Smith tatsächlich einen neuen Tiefpunkt darstellt. Was unterstrichen wird von einer konfusen optischen Umsetzung die gefühlt zwölf verschiedene Ideen miteinander vermantscht, ohne sich je auf einen Look einigen zu können. Was verwundert denn auch wenn Daniel Kleinman nie an Maurice Binder herankam, hat er doch zuvor schon bewiesen, dass er gute Bond-Intros designen kann. Vielleicht hat ihn der schlechte Song verwirrt, aber das was er hier abliefert ist halbgares optisches Geschwurbel, welches sich bei den legendären Originalen bedient, ohne sie jemals stylish miteinander zu verschmelzen.

Was uns gut vorbereitet auf die kommenden Stunden, denn auch Spectre selbst wirkt wie eine Ansammlung aus Zitaten und Selbstreferenzen, die fußlahm nachahmen was Bond einmal groß machte. Spectre ist ungemein gemütlich. Was nicht unbedingt die beste Aussage ist über das einstmals beste Actionfranchise der Welt. Bondfilme setzten früher die Messlatte für kreative Stunts, spektakuläre Verfolgungsjagden und aberwitzige Situationen. Seit Craig hechelte die Serie jedoch nur noch hinter dem Zeitgeist her und verleugnete peinlich berührt ihre Alleinstellungsmerkmale. Statt megalomanischer Schurken und globaler Bedrohung gab es Steuerhinterziehung und Parcours-Szenen die man in YouTube-Videos eindrucksvoller erleben konnte. Das Nachäffen von Jack Bauer und Jason Bourne (J.B. ist wohl das Agenteninitial der Wahl) wurde als Frischzellenkur missverstanden, obwohl es Bond nur austauschbarer und gleichförmiger machte.

Spectre scheint mittlerweile von sich selbst gelangweilt. Sam Mendes ist im Nostalgiemodus und tönt den kompletten Film in denFarben von Omas Ledersofa. Ocker, Gelb, Braun. Egal an welchem Ort der Welt Bond gerade unterwegs ist, ob Mexico, London, Rom, Österreich, Marokko oder die Wüste. Trotz des Drehs auf echtem Film und eines gewissen Scope – Spectre wirkt wie eine Ode an Ocker. Entsättigt und jeder Lebensfreude und jedes exotischen Flairs beraubt.

Brav werden immer wieder Referenzen auf die alten Filme eingebracht, sei es der Aston Martin oder eine Gagdget-Uhr oder eine Festung in den Bergen, eine Prügelei im Zug. Doch Sam Mendes hat sichtbar keine Lust auf Action, für ihn sind Actionszenen keine Art die Story voran zu treiben, es sind lästige Hindernisse die ihn davon abhalten lange Dialogszenen zu inszenieren. Denn noch immer ist Craigs Bond ein 007 der ausführlich Beziehungsprobleme diskutieren will und noch immer stehen seine Love-Interests über der eigentlichen Weltenrettung. Ja, Bond war früher ein furchtbarer Chauvinist, aber zum einen bekam er Frauen als Gegenüber die ihn in Frage gestellt haben und zum anderen hat er mal einfach seinen Job gemacht. Es interessiert mich einfach nicht, ob er immer noch Vesper hinterher trauert oder seine Mommy-and- Daddy-Issues nicht aufgearbeitet hat.

Es ist ein grundlegendes Missverständnis das küchenpsychologische Erklärungen, Selbstmitleidigkeit und langweilige Dialoge einem mythischen Superhelden nützen. Sowenig wie es half zu wissen was Hannibal und Darth Vader als Kind erlebt haben, sowenig wie ich wissen will ob Grüne Leuchte Bettnässer war, sowenig stärkt es Bond als Figur, wenn wir seine Kindheit, seine Familie oder seine verkorkste Psyche aufarbeiten. Ein Bond der heulend in der Dusche hockt wird als Held nicht interessanter. Eine 007 der sich in Bauernhäuser flüchtet auch nicht.

Spielberg hat dass bei Indiana Jones immer erkannt. Klar Indy hat Angst vor Schlangen, aber es reicht ein kurzer Gag in einer Rückblende, die sich perfekt nach Indiana Jones anfühlt, damit wir wissen woher die Angst kommt. Was wir nicht brauchen ist ein selbstzweifelnder Indy, der wippend an der Wand sitzt und die Fehlschläge seines Lebens bejammert. Indy war Spielbergs Antwort auf Bond, ein archetypischer, selbstironischer Held mit Schwächen, der sich aber immer den Konventionen des Abenteuerkinos unterordnete, die vor allem gebieten: Sei nicht langweilig.

Abenteuerfiguren und Superhelden werden nämlich durch Komplexität in der Regel nicht besser, weil ihre ausführliche Vermenschlichung sie demontiert. Und Spectre erweist Bond wie alle Filme der Craig-Ära einen Bärendienst, wenn sie weiterhin auf Soap-Opera-Niveau versuchen seinen Charakter auszuleuchten. Bond war stets besser, weil er eben nicht sonderlich komplex ist.

Stattdessen retconned Sam Mendes und sein Bataillon von Drehbuchautoren (srsly John Logan, Neal Purvis, Robert Wade, Jez Butterworth – wofür braucht es vier Leute um ein Skript zu vergeigen?) was das Zeug hält um uns am Ende glauben zu lassen, es hätte einen Masterplan gegeben, wenn uns Blofeld am Ende enthüllt, das ja Spectre von Anfang an hinter allen Schurkentaten aus Casino Royale, Quantum of Solace und Skyfall steckte und dass deren Bösewichtel ja alle nur in Blofelds Auftrag handelten.

Dabei versucht Mendes darüber hinweg zu täuschen, dass die konkrete Bedrohung durch Spectre ziemlich lächerlich ist und wir nicht einen wirklich spektakulären Akt dieser kriminellen Krake zu sehen bekommen. Es ist schon ein ziemlicher Offenbarungseid, wenn ein Film seine komplette Bedrohung aus den Vorgänger-Filmen rechtfertigt, weil alles was wir in Spectre erfahren ist, dass sie mit Online-Apotheken und gefälschten Medikamenten Geld verdienen und die globale Überwachung einrichten wollen. Die es in der Realität schon längst gibt und die keine Doppelnull mal eben aus der Welt schaffen kann. Das ist ähnlich als würde uns Spectre mit dem Ozonloch drohen oder damit, dass 1% der Menschheit die Mehrheit allen Wohlstands besitzt. Die Naivität mit der uns erzählt wird, dass eine Regierungsorganisation, ja ein Geheimdienst GEGEN Totalüberwachung kämpfen würde ist nachgerade entzückend in ihrer Blauäugigkeit.

Natürlich waren Atomraketen, Laserstrahlen aus dem All usw. auch immer albern, aber sie waren im Rahmen einer simplizistischen Comicwelt auch immer eine spannende Bedrohung (und natürlich wunderbar zu veralbern, wie die Austin Powers Reihe das zeigte). Steuerhinterziehung oder die ganzen lahmen Ideen der Craig-Bonds locken allerdings niemand wirklich hinterm Ofen vor. Sie sind das Gegenstück zur Handelsblockade in Episode 1. Langweilige Bürokratie statt überlebensgroßer Mythen.

Was nicht bedeutet, es gäbe gar keine guten Momente in Spectre. Ben Wishaw ist immer noch ein wunderbarer Q und jede Szene mit ihm ist ein Genuss, zumal er dieses Mal noch präsenter sein darf. Andrew “Moriarty“ Scott ist ein ordentlicher Schurke, auch wenn er den Bösewicht so dick aufträgt, dass es niemand eine Sekunde überrascht, wenn wir erfahren das er für Spectre arbeitet.

Auch Naomie Harris als Moneypenny und Ralph Fiennes als M sind eine gute Wahl. Ihre Szenen geben dem Film eine Dynamik die er ansonsten oft schmerzlich vermissen lässt und letztlich sind sie es auch, die am Ende „die Welt retten“ – wenn man den die Verhinderung des Abhörprogrammes so nennen will.

Bond selbst trägt dazu leider sehr wenig bei. Er muss im Grunde ja doch nur seine Bondine Léa Seydoux retten. Das und endlos mit ihr reden. Doch es sind keine witzigen Wortgefechte, keine geistreichen Frivolitäten wie sie Hitchcock in North by Nothwest inszenierte, es ist meist einfach nur belangloses Gelaber. Und Craig wirkt wie ein ermatteter Mann, der sich von Land zu Land schleppt und längst vergessen hat, was eigentlich mal sein Job war. Léa Seydoux die in Mission Impossible 4 immerhin eine ordentliche Aufragskillerin abgab, darf hier nur muffig gucken und schmachten und so tun, als wäre sie mehr als ein wandelnder MacGuffin. Die völlig verschwendete Monica Belluci muß sogar für eine unangenehme Verführungsszene mit leicht rapey Untertönen herhalten, wobei genau genommen weder sie noch Craig wirklich Lust auf Ficken versprühen und der Sex einen bedrückenden Unterton hat. Craig der immer guckt wie ein Maulwurf mit Bindehautentzündung, will wohl auch die Sache mit dem Untenrum schnell hinter sich bringen.

Das macht die ganzen Actionszenen so ernüchternd anzusehen, weil Sam Mendes bei allem immer mit gezogener Handbremse fährt und sichtlich keinen Spaß an ihnen hat. Wenn es mit dem Auto durch Rom geht, findet das fast ohne Gegenverkehr statt und ist binnen weniger Minuten vorbei. Wenn wir in den Bergen sind erwartet uns keine spektakuläre Ski-Action (und wie interessant hätte eine an die heutigen Möglichkeiten angepasste Skiverfolgungsjagd aller Bogner aussehen können), wir bekommen eine langweilige und überflüssige Flugzeug vs. Auto-Szene. Wenn es nach endlosem Gequatsche endlich mal etwas Action im Zug gibt, dauert die ebenfalls keine Sekunde und statt guter Choreographien und einem Kampf der es mit „Connery gegen Red Grant“ aufnehmen kann, wird sich in Wackelkamera geflüchtet und endet antiklimatisch. Dave Bautista hat in Guardians of the Galaxy gezeigt, dass er mehr ist als ein hohler Muskelklotz, doch sein Mr Hinx ist weder Odd Job noch Xenia Onatop, er ist einfach nur da und dann blitzschnell erledigt. Am Ende jeder Actionszene blieb immer eine Frage: Wofür genau wurden bitte 300$ Millionen ausgegeben?

Als ich dachte es könnte nicht mehr enttäuschender werden, kommt dann kurz vor Ende des Films doch noch Christoph Waltz, den wir zuvor nur für drei Sekunden im Halbdunkeln gesehen haben. Er enthüllt, was eh jedem klar sein sollte der je einen Bondfilm gesehen hat: Er ist Ernst Stavro Blofeld. Na sowas, der Chef von Spectre ist Blofeld, wer hätte denn das gedacht. Achja und außerdem ist er auch Bonds Pflegehalbbruder der Daddy-Issues hat (muß jetzt eigentlich jeder Bondschurke seine Probleme mit den Eltern aufarbeiten?). Du liebe Güte. Und er hat ca. 11min Screentime im ganzen Film.

Ich mag Christoph Waltz wirklich. Selbst in mäßigeren Filmen wie Burtons Big Eyes ist er mit seinem stets an der Grenze des Overacting balancierenden Spiel jemand dem man gerne zusieht. Von den Paraderollen bei Tarantino ganz zu schweigen. Aber gegen ein langweiliges Drehbuch und soapige Dialoge kommt auch er nicht an. Sein Blofeld ist kein sardonischer Manipulator, er ist ein lächerlicher Jammerlappen der nie drüber wegkam, dass sein Papa einen anderen Jungen lieber mochte. Und der auf die ödeste und platteste Art und Weise damit prahlt Bonds Leben zerstört zu haben, weil er ja der Obermotz hinter Quantum, LeChriffre und Silva war.

Mal ganz abgesehen davon, dass es sehr doof ist ständig zu versuchen Bond zu töten, wenn man ihn ja eigentlich nur in der geheimen Wüstenfestung demütigen und foltern will, ist dieser ganze Blofeld eine einzige Enttäuschung. Donald Pleasance und Terry Savalas würden ihn auslachen, wenn sie sähen wie er in Hausschluffen eine Bastelbohrmaschine bedient. Statt wie es der Figur angemessen wäre aufzudrehen, spielt Waltz hier mit weniger Präsenz und Kraft als in allen vorigen Filmen, das Green Hornet Debakel eingeschlossen.

Da wundert es dann auch nicht, dass die Flucht und der Kampf um die Schurkenfeste halb so rasant ist, wie eine Folge SOKO Leipzig. Eine Uhr detonieren lassen und zwei Wachen muss Craig umlegen und schon explodiert dieses Wüstendings, das bei Ken Adams wohl nicht mal als Besenkammer funktioniert hätte. Das erinnert ungut an Skyfall, in dem der Showdown aus einem kaputten Bauernhaus und einer toten Oma bestand.

Da rettet auch der nachgeschobene zweite Showdown wenig, wenn doch andere Bonds Arbeit machen und er sich ein überflüssiges Katz und Maus Spiel mit Blofeld liefert, während sich M, Q und Moneypenny um das eigentliche Problem kümmern und Moriarty aus dem Weg räumen.

Es passt zur Amtsmüdigkeit mit der sich Craig durch den Film schleppt, wenn er mit einer Handvoll Kugeln und ohne großen Körpereinsatz Blofelds Hubschrauber abschießt, um dann von der Exekution des Superschurken abzusehen, weil er urplötzlich entdeckt das Morden doof ist. Nur eine von vielen unlogischen und schlecht erzählten Charaktentwicklungen des Films, will er doch krampfhaft an das emotionale Ende von On Her Majesty’s Secret Service erinnern und irgendwie auch irgendwas über die Relevanz der der Figur aussagen. Nur was, das weiß er selbst nicht so richtig.

Bond fährt mit seiner Flamme weg und es fühlt sich nicht nach einem Bond-Ende sondern einer Kündigung an. Und irgendwie auch wie ein Fuck You! an die Zuschauer, die sich immer noch einen Superagenten wünschen, der statt Beziehungsprobleme zu wälzen, persönliche Probleme zu bejammern und Action-Szenen möglichst schnell hinter sich zu bringen, Stil, Humor und vor allem Bock aufs Weltretten hat.

Nobody does it better, hieß es einst in The Spy who loved me. Derzeit ist Bond nur noch ein Schatten seiner selbst, denn sowohl Kingsman, The Man from U.N.C.L.E. wie auch Mission Impossible 5 haben gezeigt wie gut Agentenfilme im Jahr 2015 funktionieren können und wie gut Humor, Action und Eleganz zusammenpassen. Spectre klebt an der Vergangenheit und weiß nicht wie seine Zukunft aussehen soll. Ocker. Ocker. Edel wie ein altes Ledersofa. Behäbig und leicht muffig.

  • remembernothing 29. 10. 2015 an 9:56

    Batmann hat mal wieder einen Film gesehen…Irgendwie find ich die Filme, die du oll findest, immer mindestens ganz gut. Muss genetisch sein….

  • remembernothing 29. 10. 2015 an 9:56

    Batzmann hat mal wieder einen Film gesehen…Irgendwie find ich die Filme, die du oll findest, immer mindestens ganz gut. Muss genetisch sein….

  • Fritz Habermann 29. 10. 2015 an 20:52

    Review? Wohl eher rehash. Eine holprige Story holprig nacherzählen macht noch keine Filmkritik

  • omegaman 3. 11. 2015 an 21:04

    Ich fand das Review total lustig. Hab mich weggeschmissen.
    Bitte mehr davon!

  • James Bond – Spectre (2015) | Filmkompass 6. 11. 2015 an 20:32

    […] Warum hat man nur beim Drehbuch so häufig gepatzt? Und die viel bessere Frage: → “Wofür braucht es vier Leute um ein Skript zu vergeigen?” (Oliver Lysiak, Fünf Filmfreunde). Besonders gegen Ende, wenn das Verwirrspiel endlich […]

  • mariuskpunkt 7. 11. 2015 an 16:02

    Zäh wie Kaugummi war der Film. Die Review bringts auf den Punkt!

  • janreinhardt.comSpectre - janreinhardt.com 10. 11. 2015 an 14:22

    […] Wer nur einen Agentenfilm dieses Jahr sehen möchte, muss sich zwischen Bond 24 und Mission: Impossible 5 entscheiden. Und damit verweise ich gerne auf 5F James Bond 007 – Spectre (Verriss). […]

  • Tiberius 11. 11. 2015 an 0:30

    Bin bei Marius,

    Ich komm gerade aus dem Kino und bin entsetzt.
    Spectre ist nicht nur zeh wie Kaugummi sondern wie getrocknete Fäkalien.
    Was ein Dreck! Selbst Quantum of solace war besser.. Obwohl Q of Sol qualvolle Hühnerkacke war.

    Das sagt alles über spectre… Hühnerkacke!

    Trailer war gut though..

    Hoffentlich wird Star Wars besser !!

  • Zapp 12. 11. 2015 an 13:43

    Äh, ich SPOILER hier ein wenig bis viel:
    Was der Film vornehmlich falsch macht ist doch eben nicht, DASS einem Bösewicht eine Hintergrundgeschichte gegeben wird. Mal so gesehen: Ein Blofeld – gerade wenn er von einem eloquent aufspielenden Waltz gespielt wird – ist doch eigentlich durch eine pragmatische und auch intellektuelle Genialität geprägt. Der ist eben der Adelsträger unter den Superschurken. Blofeld mag größenwahnsinnig sein, ihm aber eine emotionale Fehlbarkeit wie Wut oder Rachedurst anzudichten entwertet seinen Charakter. Vor allem: Er wirkt als Charakter einfach nicht mehr rund. Ein Blofeld zieht sein Charisma doch aus der Selbstverständlichkeit seiner Boshaftigkeit, soll heißen: Er nimmt die gesellschaftlichen Regeln zwar wahr, ist sich aber zu fein dafür zu akzeptieren, dass sie für ihn gelten bzw. versteht diese Regeln einfach gar nicht. (Eine Sache, die etwa Dark Knight mit dem Joker richtig gemacht hat.) Das nennt man dann Egozentrik. Eine auf gesellschaftlichen Normen basierende Erklärung „Wer so böse ist, bei dem muss in der Kindheit was falsch gelaufen sein“ funktioniert dann eben nicht; Ihn zu einem Kröten quälenden Kind zu machen, das irgendwann erwachsen wurde, bricht mit seiner Figur.

    ABER: Ich habe nichts dagegen, wenn die Motivation eines Bösewichts erklärt wird und er dadurch an Tiefe gewinnt. Allerdings sollte man es dann auch richtig machen. Das Problem, was all die Blockbuster haben, ist nicht, dass die klassischen Villains plötzlich „erklärt“ werden. Vielmehr ist es oft das Problem, dass die Erklärungen enorm eindimensional erscheinen. Da steht dann ein Blofeld und erzählt, dass sein Papa Bond lieber mochte. In einem Nebensatz. Keine Rückblende, kein Prolog, nichts, was in irgendeiner Form das Medium Film ansprechend nutzt. Da funktioniert ja selbst John Wick besser.

    Was spräche denn dagegen, Blofelds Figur einfach mal anders zu erklären als mit einem immer wieder durchgenudelten Kindheitstrauma-Rache-Quatsch? Er könnte doch die Sorte arroganter Mensch sein, die schon immer Erfolg um jeden Preis haben wollte. Zwischen all den Genialen, könnte er die ewige Nummer Zwei sein – zwar genial, aber eben nicht die Nummer eins. Eine Mann, der sich immer zu höherem bestrebt sah, aber nie einsehen wollte, dass es immer jemanden gibt, der besser/klüger/erfolgreicher ist, als er selbst (Die muss man dann eben um die Ecke bringen). Der die Regeln der Gesellschaft nicht akzeptiert, weil sie eben von Normalos – den Doofies – gemacht wurden, Regeln, die Blofeld auch als Beschränkung seines Genius ansieht. Da bleibt doch nichts anderes übrig, als kriminell zu werden und in den Untergrund zu gehen. So könnte selbst die Hintergrundgeschichte in Spectre funktionieren. Was aber nicht sein dürfte: dass Blofeld jahrelang an einem Racheplan bastelt, um Bond eins auszuwischen. Vielmehr sollte Bond der sein, der ihm seit Jahren immer wieder unbewusst auf den Schlipps tritt. Der eben seit der gemeinsamen Kindheit einfach immer wieder auftaucht und rumnervt. Der Blofeld immer wieder daran erinnert, dass er nicht allmächtig ist.

    Nun ja. Hätte ich zumindest so gerne gesehen.

    Eine andere Sache, die mich an Spectre allerdings enorm störte, war nicht die Lahmarschigkeit der Actionszenen, sondern, dass sie teilweise einfach nicht logisch in die Dramaturgie eingebettet wurden. Da ist dann Batista plötzlich im Zug, mit dem die seit Stunden rumfahren (zerlegen den komplett und fahren trotzdem noch stundenlang bis zur Endstation weiter), da fliegt Bond plötzlich ein Flugzeug, ohne dass man weiß, woher das eigentlich kommt. Meine Güte, das ist so faul und unlogisch aneinandergereiht, dass das keinen Spaß macht. Komischerweise macht Mendes es ja in der Anfangssequenz richtig. Aber das wars dann auch.

    Und das aller nervigste: Der Showdown mit Bondgirl auf Zeitbombe. Das ist einfach nur Dark Knight. Nur ohne das Drama. Und selbst bei Dark Knight war das schon ein Klischee. Und dann noch diese kleine Geisterbahn inklusive Grafitti (!)…Man, da fehlte nur noch ein hingespraytes HAHAHAHA mit ein paar Spielkarten überall.

    Nee nee, das war nüscht.

  • omegaman 16. 11. 2015 an 9:59

    Ich sehe grad, Nilz hat 4 Punkte vergeben.
    Allerdings finde ich das Review nirgends. hat er nur die Punkte vergeben ohne Review? Oder ist das hier nirgendwo verlinkt?

  • Die schlechtesten Filme 2015 - Die Fünf Filmfreunde 31. 12. 2015 an 17:47

    […] Spectre […]

  • Desmond Llewelyn 8. 3. 2016 an 1:03

    Wie ich dieses Bond-Gebashe nicht mehr lesen kann. Früher war alles besser und nicht so rapey und mit Ficken und so.

  • Paul Klee 11. 5. 2016 an 3:17

    Mann ist dieser Film ein Mist. Ich mag Daniel Craig und finde ihn allgemein super als Bond. Aber beginnend mit diesem runtergespülten Bond-Startsong, den Retortendialogen, weiter den dümmlichen Actionsequenzen – Verfolgungsjagd mit dem Flugzeug nach Autos zwische Bäumen sowie Bohrer in den Kopf, um Hirnfunktionen auzuschalten…was aber nicht funktioniert – über die reingeworfene Monica Bellucci, die in Strapsen laszive Blicke werfen darf mit einem Hauch gespielter Dankbarkeit ob ihres Alters, bis hin zudem fehlenden Stil “ Das ist ein 1948’er Rolls Royce“ – Ja bin ich ein Autonerd, der beim blosen Nennen des Namens und der kurz vorfahrenden Karosserie in die Knie fällt? Nein…das ist lahm ohne Gefühl. Zu guter Letzt dieser dahin gerotzte Oberschorke: zu blöd zum foltern, dafür 08/15 Geheimbund und Motiv aus Ziehsohneifersucht…Gott wie klein muss die Küchenpsychologie sein, um sowas aufzugreifen? Wo war das Test-Kinopublikum?

    Gut finde ich hier prinzipiell den Einsatz einiger Stars (Craig, Belluci, Walz) – weil ich sie gerne sehe, nicht weil sie hier viel spielen konnten, sowie teilweise die Kamera. Meine Meinung: Der Film ist irrelevant, nicht cool, nicht schnell, nicht hart, nicht überraschend, nicht witzig, nicht stylisch, nicht kreativ. Müll