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Drogenkartelle – Die 5 fiesesten in Film & Serien

14. 7. 2018, Filmfreunde News, 0 Kommentare

Drogenkartelle und fiese Organisationen in Film und Serien

von Lucas von Nordheim

Gefährlich und skrupellos: Mit Kartellen der Unterwelt sollte man sich auch in der Filmwelt nicht anlegen. Wir haben für euch die 5 fiesesten Drogenkartelle und Organisationen herausgesucht.

Drogenkartelle folgen oft ihren eigenen Gesetzen, sogar innerhalb der kriminellen Unterwelt – außerhalb der Reichweite von Polizei und Staatsanwaltschaft. Sie spielen meist nach eigenen Regeln und sind dennoch so durchorganisiert und gleichzeitig skrupellos, dass sie eine wunderbare Gegnerrolle in Film und Serien einnehmen können. Mit Sicario 2 oder “Day of the Soldado” wie er im Original heißt, kommt nun die Fortsetzung des 2015er Krimi-Thrillers über den mexikanischen Drogenkrieg heraus. Noch dieses Jahr erscheint ebenfalls die Spin-Off Serie zu Sons of Anarchy “Mayans MC”, in der sich die Hauptfigur mit der Gewalt der Drogenkartelle konfrontiert sieht. Außerdem soll auch der Klassiker Scarface bald als Remake mit Diego Luna kommen. Das alles hat uns inspiriert, mal die 5 fiesesten Drogenkartelle aus Film und Serien für euch aufzulisten.

Hier kannst du unsere Top 5 auch als Video ansehen:

Das Sonora Drogenkartell aus Sicario

In Sicario verfolgen wir die FBI Agentin Kate Macer an der Seite von Benicio del Toros Alejandro Gillick und Josh Brolins Matt Graver. Diese haben den Auftrag, einen Lieutenant des berüchtigten Sonora Kartells von Manuel Diaz zu verfolgen. Im Film bekommen wir die Brutalität und Skrupellosigkeit dieses Kartells schon ganz gut mit. Und tatsächlich gibt es das Sonora Kartell in Mexiko wirklich. Es ist eines der größten Drogenkartelle des Landes und hat es geschafft von seinem Gründungsort Guadalajara ein gewaltiges Gebiet Mexikos unter seine Kontrolle zu bringen und sogar zwei weitere Kartelle zu schlucken. Es wird von der USA als eines der best organisiertesten Kartelle überhaupt angesehen. Seine Hauptgebiete waren Waffen- und Drogenschmuggel, Geldwäsche und Mordaufträge.

Es entsprang dem sehr regionalem Guadalajara Kartell und absorbierte dessen Strukturen und Mittel, nachdem dessen Gründer Miguel Ángel Félix Gallardo 1989 verhaftet wurde. Es spross danach förmlich überall aus dem Boden mit Hauptsitzen in 4 großen Städten und 3 Staaten in Mexico. Bis heute hat es unheimlich viele Verbindungen zu einigen kolumbianischen Drogenkartellen. Nach Ansicht der US-Drogenbehörde wohl es sogar eines der ersten Kartelle, die über Kolumbien Kokain in die USA schmuggelten. Seine Primärware ist jedoch Marihuana und im Mebengeschäft Methamphetamine – ihr wisst schon, Crystal Meth und so. Seine Kunden sitzen primär in Kalifornien, Arizona und Texas. Und obwohl der Anführer seit 1989 im Gefängnis sitzt, geht man noch immer davon aus, dass er aus seiner Zelle heraus die Strippen zieht.

Dieses mag eines der großen Drogenkartelle sein, allerdings ist es nicht das Einzige. Und wenn die einzelnen Kartelle aneinander geraten, kommt es oft schon zu fast kriegsähnlichen Situationen. In Sicario will Matt Graver genau aus diesen Gründen das Sonora Kartel ausschalten, damit es endlich wieder so ist wie früher. Damals gab es nur ein einziges Kartell, das alle Drogentransporte kontrolliert: Das Medellin Kartell. Er glaubt, das würde die Gewalt senken und den Drogenfluss kontrollierbarer machen. Denn solange die Amerikaner nicht aufhören Kokain zu kaufen, so lange wird es auch weiter Kartelle mit einer Schmuggelroute in die Vereinigten Staaten geben. Und deshalb wäre es das Beste, wenn nur ein Kartell das Monopol trägt.

Das Sonora Kartell aus Sicario – brutal, mörderisch, skrupellos, und so gut organisiert, dass die Behörden seit Jahrzehnten damit kämpfen. Unser Platz Nummer 5

Sicario

Pablo Escobars Medellin Kartell

Eine der wohl spannendsten Serien, die Netflix die letzten Jahre herausgebracht hat, ist wohl die Crime Serie “Narcos” über das Leben des Drogenbaron Pablo Escobar. In der Serie geht es darum, wie der einst reichste Mensch der Welt sein Drogenimperium aufrecht erhalten hat. Dabei treffen wir auf Drogenfahnder, andere Drogenbarone und diverse Hindernisse, denen sich der junge Milliardär einst stellen musste. Die Darstellung Pablos sorgte dazu noch für einen großen Disput in Kuba, wo Escobars Familie rechtlich gegen die Netflix-Produktion vorging.

Das Kartell, um das es in Narcos geht trägt den Namen Medellin Kartell – genau, das gleiche wie bei Sicaro. Es war eines der größten und erfolgreichsten internationalen Drogenkartelle für die Produktion und den Export von Kokain in den 80ern und 90ern. Dieses Kartell war deutlich loser organisiert als andere kriminelle Organisationen, wie beispielsweise die sizilianische Mafia. Es glich vielmehr einem Zusammenschluss von mehreren Unternehmen, die parallel zueinander agierten. Berüchtigt war dieses vor allem durch seine Darstellung in den Medien und durch die Schätzungen der Drogenbehörde, die seinen Einfluss sehr stark aufbauschten. Während zunächst niemand von der Organisation zu wissen schien, war sie auf einmal für 80 Prozent des Kokains in den USA verantwortlich. Das Time Magazin vergrößerte das nochmal, auf 80 Prozent des weltweit verkauften Kokains.
Ob das so genauso stimmt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, aber Pablos immensen Reichtum würde das jedenfalls erklären.

Zu seinem Höhepunkt war Medellin so mächtig und skrupellos, dass es Geheimdienstmitarbeiter, Mitglieder der Drogenbehörde, Zeitungsverleger und viele andere ermorden ließen. Es machte auch vor terroristischen Akten mit Autobomben nicht Halt, um seine Gegner auszuschalten. Zudem nahm es Einfluss auf die Politik, die öffentliche Sicherheit und sorgte dafür, dass die industrielle Produktion von Drogen vorangetrieben wurde.

Das Medellin-Kartell war nicht nur brutal, sondern auch effizient. Nicht nur in der Produktion und im Handel mit Drogen, sondern auch im Ausschalten seiner Gegner. Und teilweise erinnern sich wohl die Nachfolger noch an diese Tradition. Erst 2017 wurde Carlos Muñoz Portal, ein Location-Scout der Serie Narcos, der auch für Sicario gearbeitet hatte, in Mexico erschossen aufgefunden – Staffel 3 der Serie hatte sich dem mexikanischen Cali Kartell gewidmet Staffel 4 sollt sich um das Juarez Kartell drehen. Erstmal stellen wir allerdings das Medeelin Kartell auf unserem Platz Nummer 4.

Pablo Escobar in Narcos

Das Hutten-Kartell

Das sicherlich Größte auf unserer Liste der fiesesten Kartelle ist wohl das Hutten-Kartell aus dem Star Wars Universum. Drogen sind hier nur ein Teil der Geschäfte, die diese gewaltige Organisation abwickelt. Sie schmuggeln primär die Droge “Spice”, welche vom Pyke Syndikat hergestellt wird. Die ist eine weitere kriminelle Organisation im Outer Rim Bereich der Star Wars Galaxis. Daneben beschäftigen die Hutten eine ganze Menge anderer Krimineller, um ihre Aufträge zu erfüllen.

Der Hutt-Space, welcher einen großen Teil des Outer Rims ausmacht, gilt für viele Bürger der Galaxis als ein Paradies für Schmuggler, Schläger, Drogenhändler und Kopfgeldjäger. Mit dem Sklavenhandel, der Kopfgeldjagd und letztendlich der Kontrolle von Handelsrouten, die durch ihr Gebiet laufen, schafften die Hutten es jedoch immer wieder sich mit den aktuell herrschenden Mächten der Galaxis in einer meist einseitigen Allianz zu befinden. Zur Zeit der Klonkriege boten die Hutten den Zugang zu mächtigen Ressourcen-Stätten an. Und während des Imperiums lieferten sie Sklaven und die skrupellosesten Kopfgeldjäger für den Dienst unter dem Imperator. Den Hauptsitz hatte dieses Kartell auf dem Planeten Nal Hutta, dem Heimatplaneten der Hutten-Spezies. Der Planet war ein heißer Sumpfplanet, der genau die richtigen Lebensbedingungen für die Riesen-Nacktschnecken bot. Geführt wurde die Organisation allerdings von verschiedenen Planeten im Hutt Space.

Dazu gab es den hohen Rat der Hutten, welcher aus dem Anführer Jabba und den Hutten Arok, Gorga, Marlo und Oruba bestand. Sie waren alle über Ecken miteinander verwandt, so wie Riesennacktschnecken nun mal sind, aber führten ebenfalls die einzelnen Unterclans der Hutten an und regelten die Geschäfte der verschiedenen Ecken ihres Territoriums. Den Hutten ging es nur um Macht, Einfluss und Geld. Wenn ihnen etwas nicht passte wurde schnell mal ein hohes Kopfgeld ausgestellt, und jede Form des Widerstandes wussten sie brutal niederzuschlagen. Egal, ob es um Drogenschmuggel, Sklavenhandel, Prostitution, Kopfgeldjagd, Attentate, Podrennen, Gladiatorenkämpfe oder Erpressung geht. Das Huttenkartell mag vielleicht nicht das Realistischste auf dieser Liste sein, aber durch seinen Einfluss auf einige der wichtigsten Helden des Star Wars Universums haben sie durchaus unseren dritten Platz in dieser Liste verdient.

Das Hutten-Kartell

Walt’s Drug Empire

Es gibt nicht viele Serien unserer Generationen, die so erfolgreich waren und so die Popkultur beeinflusst haben wie Breaking Bad. Die Serie zeigt in 5 Staffeln den Aufstieg und Fall des krebskranken, vom Leben desillusionierten Chemielehrers und Familienvaters Walter White zum energiegeladenen, skrupellosen, mörderischen Herrscher eines kleinen Drogenimperiums.
Sitz dieses amerikanischen Drogenkartells ist Albuquerque, New Mexico, und es entstand zunächst aus einem kleinen Business, das Walter nach seiner Krebsdiagnose mit seinem Partner Jesse gründete.

Als Chemielehrer gelingt es Walter und Jesse in einem Wohnwagen außerhalb der Stadt, eine besondere Droge herzustellen: Das Signatur-blaue Crytal Meth “Blue Sky”, mit dem sie schnell Bekanntheit erreichen, und die den anderen örtlichen Drogenkartellen Konkurrenz macht.
Walter und Jesse steigen auf und arbeiten eine Zeitlang für das Drogenimperium des geleckten Businessmann Gus Frings. Doch gelockt von Geld und Macht, aber auch um das Leben seiner Familie zu schützen, nimmt Walter die Dinge selbst in die Hand, um zum größten Drogenbaron von New Mexico zu werden: Zum gefürchteten Heisenberg.

Er ermordet Frings und übernimmt dessen zweiten Mann Mike Ehrmantraut in sein Sicherheitsteam. Zusammen mit Jesse stellt er nun riesige Menge von Blue Sky her, und baut dazu mobile Meth Labore in Wohnhäusern auf, die wegen Schädlingsbekämpfung unter Quarantäne stehen. Er wird immer mächtiger, auch dank der Unterstützung seines quirligen Anwalts Saul Goodman – gespielt von Bob Odenkirk, der später zum Star seiner eigenen Spin-Off-Serie “Better Call Saul” wird.

Für den Aufbau seinen Imperiums rollen Köpfe, Walters Familie leidet, und schließlich kommt sogar sein Schwager, der Drogenfahnder Hank durch Walts Schuld ums Leben. Auf der Flucht vor den Behörden, und nach immer schwerer werdenden Problemen bei der Blue Sky-Produktion, bekommt es Walt am Ende nicht nur mit einer Gruppe Nazis zu tun – auch der Krebs, der all die Zeit innegehalten hatte, kehrt zurück.
Walts hat nun alles verloren: Aus dem freundlich-zurückhaltenden Chemielehrer mit schütterem Haar war ein vollkommen anderer Mensch geworden: Ein bitter-bedrohlicher Bryan Cranston, der keine Sekunde vor grauenhaften Taten zurückschreckt, und dabei kaum weiter entfernt sein könnte von seiner liebevollen Vaterrolle in der Comedy-Sitcom Malcom Mittendrin.

In einem bitteren Rachefeldzug tötet Walt am Ende jeden, der an seinem früheren Imperium noch beteiligt war, und erleidet selbst eine tödliche Schusswunde, als er seinen jungen Partner Jesse rettete.
Dieser ist der letzte Überlebende des Kartells, dass nun zu Staub zerfallen ist.
Walt’s Drogenimperium ist ein so prägender Teil der modernen Popkultur, dass bei uns nicht fehlen durfte, auf Platz 2.

Breaking Bad: Jesse und Walt

Montana Cartel

Und zuguterletzt kommen wir zum wohl berühmtesten und klassischsten Kartell in der Filmgeschichte. Das Montana Kartell aus Scarface. Dieses war ein amerikanisches Drogenkartell aus Miami, das von den kubanischen Immigranten Tony Montana, Manny Ribera, Angel Fernandez und Chi-Chi in den 1980ern gegründet wurde.
Die Flüchtlinge landen zunächst bei der Ankunft in den USA in einem Camp, da ihnen eine Greencard wegen vorheriger Gefängnisaufenthalte verwehrt wurde. Sie kommen frei, jedoch nicht ohne Gegenleistung. Der Drogenbaron Frank Lopez will sie als Attentäter einsetzen, um ein ehemaliges kubanisches Regierungsmitglied auszuschalten, dass ihm im Weg ist.
Später geraten sie immer weiter in Franks Drogenkartell hinein. Tony arbeitet sich immer weiter hoch, bis er es schafft mit Hilfe von doppeltem Spiel und viel Glück nicht nur allen Attentätern, die Lopez hinter ihm her schickte, zu entkommen, sondern auch im Endeffekt dessen Platz ein zu nehmen.

Er gründet das Montana Kartell und wird zu einem der mächtigsten Drogenbarone der Region in und um Miami. Doch wie das in der Welt der Drogenkartelle nunmal ist, hält dieses Glück nicht lange. Die Behörden sind ihm auf den Fersen, der Geldwäscher verlangt einen höheren Anteil, Misstrauen unter ehemaligen Verbündeten macht sich breit und Tony gerät immer mehr auf eine ihn verändernde Bahn. Er wird skrupelloser und brutaler. Er ermordet alte Freunde und wird schließlich selbst Kokainsüchtig.
In einem letzten Racheakt von einem seiner neuen Gegner werden alle Männer in seiner Prachtvilla ermordet, bis nur noch er übrig ist. Er schnappt sich ein Sturmgewehr mit Granatwerfer, äußert einen der berühmtesten Sätze der Filmgeschichte („Say hello to my little friend!“) und mäht eine ganze Menge der gegnerischen Attentäter nieder, während er in einem Kokain-getriebenen Wutausbruch eine Kugel nach der anderen einfach so wegsteckt. Am Ende wird er dann doch von einer Schrotflinte erschossen und fällt in einen Brunnen.

Da sein Kartell lediglich im Film und einigen Spielen angerissen wurde wissen wir hier vielleicht nicht so viel über die Organisation. Scarface als Film bleibt aber wohl einer der größten Drogenkartellfilme der Geschichte und beschreibt diese Welt so theatralisch wie akkurat. Trotz des ähm… gewöhnungsbedürftigen Fake-Kubanischen Akzents, den sich Al Pacino für die Rolle draufgeschafft hat. Bei dem drehte sich nämlich echten kubanischen Einwanderern immer das Trommelfell um. Was einen Filmjournalisten mal dazu brachte Pacinos Over-the -top Performance wie folgt zu beschreiben: “Entweder er ist einfach nur schlecht… oder er imitiert Latein Americas wütensten Ooompah Loompah, der sich gerad Koks reingepfiffen hat. Dann ist er ein Genie.” Das Montana Kartell aus Scarface wird auf jeden Fall unvergessen bleiben, alleine weil der Film den Assi-Style der HipHop Kultur mit ihrem Faible für geschmacklosen Bling-Bling entscheidend geprägt hat – was ja für sich genommen auch schon kriminell ist. Unser Platz Nummer 1.

Tony Montana in Scarface

Drogenkartelle in Filmen und Serien …

… sind ein wiederkehrendes Thema, das sich oft an echten Organisationen orientiert und diese thematisiert. Und nicht selten bekommen Filmcrews das beim Dreh selbst zu spüren.
Mit Sicario 2, dem Ableger von Sons of Anarchie und dem Scarface Remake gehen uns die spannenden Geschichten wohl auch nicht so schnell aus. Und wer weiß, vielleicht sehen wir irgendwann sogar mal Han Solo als Schmuggler unter dem Hutten-Kartell in einem weiteren Star Wars Spin Off.

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