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Sammelklage gegen Telltale Games

27. 9. 2018, Batzman (Oliver Lysiak), 0 Kommentare

Letzte Woche verkündete das Spielestudio Telltale für viele Fans überraschend, dass es pleite ist und sofort fast alle Mitarbeiter bis auf 25 entlassen muss.

Alle Projekte, darunter auch das von vielen heiß erwartete Stranger Things Game und die zweite Staffel von Wolf Among Us werden eingestellt. Lediglich die fast fertige Folge der finalen Walking Dead Staffel werde noch erscheinen.

Grund sind laut Geschäftsführung die enttäuschenden Absatzzahlen, aber auch eine gescheiterte Finanzierungsrunde mit neuen Investoren. Branchenintern wurde der Führung der Firma schon lange Missmanagement, Ausbeutung und unfokussierte Massenproduktion vorgeworfen, oft zu Lasten der Qualität.

Bitter ist das Ganze für die Angestellten die ohne Abfindung gefeuert wurden, einige waren erst vor kurzem nach San Francisco gezogen, um bei Telltale zu arbeiten. Allen droht jetzt der Absturz, da sie auch ab sofort keine Krankenversicherung und keinerlei Einkünfte mehr haben. Kein Wunder das sich einige letzte Woche zu einer Sammelklage zusammenschlössen, in der sie Telltales Führung vorwerfen, nicht rechtzeitig vor der drohenden Situation gewarnt zu haben, wie es in Kalifornien gesetzlich vorgeschrieben ist. Auch die Ankündigung Telltales, man wolle noch andere Studios ansprechen, um die fehlenden Walking Dead Folgen zu produzieren um die Finale Season zu beenden, wurde kritisiert. Was für die Fans eine gute Nachricht ist, fühlt sich für die gefeuerten Mitarbeiter wie ein Schlag ins Gesicht an, die oft jahrelang im Akkord und mit ständigen Überstunden an den Games gearbeitet haben.

Der God of War-Macher Cory Barlog reagierte deswegen auch eher angezickt auf Telltales Ankündigung: Ich hoffe ihr bezahlt erstmal eurem Team ihre Abfindung, ehe ihr überlegt, wie man die letzten Folgen fertig bekommt. Ich kann gerne länger drauf warten, wenn das bedeutet, das die Leute, die sich daran kaputt geschuftet haben, menschlich und respektvoll behandelt werden. Der Zusammenbruch Telltales entzündet erneut die Diskussion über die oft erbärmlichen Arbeitsbedingungen in in der Unterhaltungsindustrie. Ähnlich wie bei Special Effect Firmen sind die Arbeiter in Gamestudios oft mies bezahlt und schuften sich im permanenter Crunchtime kaputt.

Der Ruf nach Gewerkschaften wird jetzt wieder lauter, auch angesichts des Streiks der Voice Actor die von 2016-2017 fast ein Jahr lang für bessere Behandlung streikten und sich zumindest ein paar Verbesserungen erkämpfen konnten. Wichtig für den Erfolg ist allerdings auch das Verständnis der Spieler, die anstatt Streikende zu beschimpfen, weil sich ihr Lieblingsgame vielleicht verzögert, nachvollziehen können warum es wichtig ist, dass die Werke die sie konsumieren auch unter fairen bedingungen produziert werden. Was leider viel zu selten der Fall ist, wie die Reaktionen von YouTube Zuschauern zeigt, wenn Creator kurz vor dem Burnout stehen und sich mal Auszeiten nehmen wollen. Wir hoffen die Ex-Telltale Mitarebiter finden schnell wieder neue Jobs… und dann schauen wir mal, wie es mit deren Games weitergeht.

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